Cannabis-Hyperemesis-Syndrom

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Das Cannabis-Hyperemesis-Syndrom oder Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom ist unter Umständen eine Erkrankung, die als paradoxe Reaktion auf Cannabis durch jahrelangen hohen Cannabiskonsum auftreten könnte.[1][2][3] Ob dies aber tatsächlich so ist, ist äußerst umstritten, nicht zuletzt aufgrund der sehr geringen Fallzahlen, mangelnden Diagnosekriterien sowie die nicht einzuschätzende Ehrlichkeit bezüglich eines möglichen Cannabiskonsums durch die Patienten.[4]

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Syndrom zeichnet sich angeblich durch zyklische Phasen von Übelkeit, Erbrechen aus, wobei typischerweise die Symptome durch heißes Baden oder Duschen gelindert werden können. Dies ist aber lediglich in einigen Presseberichten so zu finden. Die aktuelle Studie (2017) zu dem Thema Cannabis und Erbrechen, die sich unter anderem damit beschäftigt, ob das Cannabis-Hyperemesis-Syndrom überhaupt tatsächlich existiert, berichtet, dass von den untersuchten Patienten mit Marihuanakonsum und Erbrechenssymptomen kein einziger diese Symptome mit heißem Baden oder Duschen bekämpfen würde.[4]

Pathomechanismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pathomechanismus ist bisher nicht geklärt. Das Syndrom tritt angeblich durch einen jahrelangen, täglichen, und vergleichsweise hohen Cannabiskonsum auf. Jedoch sind die Symptome praktisch identisch zu denen des viel häufiger vorkommenden Syndroms des zyklischen Erbrechens.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Symptomatisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der hyperemetischen Phase werden Antiemetika gegeben, sowie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – allenfalls mit Infusionen – geachtet.

Kausal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sollte das Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom tatsächlich durch Cannabiskonsum hervorgerufen werden, liegt die Empfehlung nahe, durch den völligen Verzicht auf Cannabis die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens des Syndroms zu mindern.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. A. Galli, R. A. Sawaya, F. K. Friedenberg: Cannabinoid hyperemesis syndrome. In: Current drug abuse reviews. Band 4, Nummer 4, Dezember 2011, S. 241–249, PMID 22150623, PMC 3576702 (freier Volltext) (Review).
  2. J. K. Ruffle, S. Bajgoric, K. Samra, S. Chandrapalan, Q. Aziz, A. D. Farmer: Cannabinoid hyperemesis syndrome: an important differential diagnosis of persistent unexplained vomiting. In: European journal of gastroenterology & hepatology. Band 27, Nummer 12, Dezember 2015, S. 1403–1408, doi:10.1097/MEG.0000000000000489, PMID 26445382.
  3. http://edition.cnn.com/2017/12/04/health/vomiting-illness-marijuana-partner/index.html?sr=fbCNN120417vomiting-illness-marijuana-partner0900AMVODtop
  4. a b H. S. Kim, J. D. Anderson, O. Saghafi, K. J. Heard, A. A. Monte: Cyclic vomiting presentations following marijuana liberalization in Colorado. In: Academic Emergency Medicine. Band 22, Nummer 6, Juni 2015, S. 694–699, doi:10.1111/acem.12655, PMID 25903855, PMC 4469074 (freier Volltext).