Cap-Darlehen

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Ein Cap-Darlehen ist ein Darlehen mit variablem Zins, bei dem der Zinssatz jedoch eine Zinsobergrenze (den Cap) nicht überschreitet. Ökonomisch handelt es sich um ein Kombiprodukt aus einem festverzinslichen Darlehen und zwei Zinsderivaten (einem Zinsswap und einem Zinscap). Das entsprechende Wertpapier ist ein Cap-Floater.

Das Cap-Darlehen unterscheidet sich dahingehend von einem "normalen" Darlehen, als dass der Zinssatz nicht auf einen zum Teil Jahre, sondern nur auf wenige Monate dauernden Zeitraum festgesetzt und dann erneut anhand eines kurzfristigen Zinssatzes (z. B. nach dem EURIBOR) angepasst wird. Gegen einen deutlichen Zinsanstieg ist das Darlehen abgesichert, indem eine Zinsobergrenze vereinbart wird. Floor-Darlehen hingegen definieren analog dazu eine Zinsuntergrenze.

So funktioniert ein Cap-Darlehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird beispielsweise ein Fünfjahreskredit mit einem variablen Zinssatz abgeschlossen. Als Zinsobergrenze wird ein Zinssatz von 5 Prozent vereinbart. Sollten in den fünf Jahren der Laufzeit des Kredits die allgemeinen Zinsen die vereinbarten fünf Prozent übersteigen, ist diese Steigerung für das abgeschlossene Darlehen aufgrund der Vereinbarung der Obergrenze hinfällig. Sinken jedoch die allgemeinen Zinsen, passt sich der Zinssatz des Cap-Darlehens den niedrigeren Zinsen nach unten an.

Wirkung eines Cap-Darlehens bei steigenden Zinsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zinsänderungsrisiko des Darlehensnehmers ist aufgrund der vereinbarten Zinsobergrenze begrenzt. Da der Cap jedoch erst oberhalb des aktuellen Marktzinses für variable Kredite greift, ist das Cap-Darlehen im Fall steigender Zinsen nur solange günstiger als ein Festzinsdarlehen, solange der beim Abschluss des Darlehens gültige Festzins höher liegt, als der vereinbarte CAP-Zins.

Wirkung eines Cap-Darlehens bei gleichbleibenden oder fallenden Zinsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei fallenden Zinsen ist ein variables Darlehen ohne Cap immer günstiger als ein Cap-Darlehen. Grund ist, dass die Bank zur Absicherung für den Fall der Steigerung des allgemeinen Zinssatzes eine sogenannte Cap-Prämie, eine Art Versicherungsprämie, festlegt. Sie richtet sich in ihrer Höhe nach der Laufzeit des Cap-Darlehens und der Differenz zwischen dem allgemeinen Zinssatz und der vereinbarten Zinssatzobergrenze.

Weitere Eigenschaften eines Cap-Darlehens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wie bei einem variablen Darlehen fallen bei einem Cap-Darlehen bei vorzeitiger Rückzahlung keine Vorfälligkeitsentschädigungen an.
  • Während die Zinssätze bei "normalen" Darlehen bedingt durch viele Anbieter sehr gut vergleichbar sind, werden Cap-Darlehen nur von wenigen Banken offensiv angeboten. Daher ist ein Konditionenvergleich schwierig.