Carbon Accounting

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Carbon Accounting bezeichnet das systematische Erfassen, monetäre und nicht-monetäre Bewerten und das Monitoring der direkten und indirekten Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen.[1] Dies kann auf Produkt- oder Projektebene, auf Unternehmensebene oder auf staatlicher Ebene zur Erstellung einer Treibhausgasbilanz erfolgen. Die Bilanz kann sowohl dem Zweck einer Offenlegung als Teils des externen Berichtswesens als auch zum Management von Emissionen, zum Beispiel vor dem Hintergrund von Emissionsreduktionszielen, erfolgen. Carbon Accounting lässt sich somit als Teildisziplin des Rechnungswesens ansehen. Gleichzeitig lässt sich Carbon Accounting als Teil eines Umwelt- oder Nachhaltigkeitsmanagements verstehen.[2]

Die Offenlegung von Treibhausgasbilanzen erfolgt im Unternehmenskontext häufig als Teil eines Nachhaltigkeitsberichtes oder eines Berichtes zur Unternehmensverantwortung. In einigen Unternehmen werden die CO2-Emissionen auch im Rahmen des Geschäftsberichtes aufgeführt. Eine systematische Abfrage von Treibhausgasbilanzen großer Unternehmen betreibt z. B. das Carbon Disclosure Project.

Die Bilanzierung von Treibhausgasen unterliegt bislang nur wenigen rechtlichen Vorschriften. In Deutschland müssen lediglich Unternehmen, deren Anlagen unter das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz fallen, die im Gesetz genannten Regelungen befolgen.

Verschiedene Standards haben sich im Unternehmensbereich etabliert. Die Empfehlungen des Greenhouse Gas Protocol Corporate Standard (GHG Protocol) von WRI und WBCSD dienen als praktische Leitfäden für Unternehmen. Die Normierungsinstitutionen ISO und DIN haben die Umweltmanagementnorm ISO 14064 veröffentlicht, die auf dem GHG Protocol aufbaut. Speziell die Kombination aus den inhaltlichen Kategorien des GHG Protocol und den prozessualen Standards der ISO-Norm hat dabei eine hohe Bedeutung für das Carbon Accounting im Unternehmenskontext gewonnen.

Das GHG Protocol orientiert sich an den Grundprinzipien der Relevanz, Vollständigkeit, Konsistenz, Transparenz und Genauigkeit und lehnt sich dabei an Prinzipien finanzieller Rechnungslegung an. Weiterhin definiert es Regeln zur organisationalen und operativen Abgrenzung einer Treibhausgasbilanz. Besonders relevant ist hier die Einteilung der Emissionen in drei sogenannte „Scopes“: Während Scope 1 alle direkt selbst durch Verbrennung in eigenen Anlagen erzeugten Emissionen umfasst, umfasst Scope 2 Emissionen, die mit eingekaufter Energie (z. B. Elektrizität, Fernwärme) verbunden sind. Scope 3 wiederum umfasst die Emissionen aus durch Dritte erbrachte Dienstleistungen und erworbenen Vorleistungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eitelwein, O. / Goretzki L. (2010): Carbon Controlling und Accounting erfolgreich implementieren: Status Quo und Ausblick. In: Zeitschrift für Controlling und Management, 54, H.1, S. 23–31.
  • Schmidt, Mario: Carbon Accounting zwischen Modeerscheinung und ökologischem Verbesserungsprozess ZfCM – Zeitschrift für Controlling und Management, 54, H.1, 2010, S. 32–37
  • Klaus Hufschlag: Weltweites Carbon Accounting bei Deutsche Post DHL. In: uwf - Umweltwirtschaftsforum. Band 18, Nr. 1, 2010, S. 29–33, doi:10.1007/s00550-010-0167-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kristin Stechemesser und Edeltraud Guenther: Carbon Accounting: a systematic literature review. In: Journal of Cleaner Production. Band 36, November 2012, doi:10.1016/j.jclepro.2012.02.021.
  2. Stefan Schaltegger und Maria Csutora: Carbon accounting for sustainablity and management. Status quo and challenges. In: Journal of Cleaner Production. Band 36, November 2012, doi:10.1016/j.jclepro.2012.06.024.