Carrier Aggregation

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Carrier Aggregation (CA) ist eine im Mobilfunk verwendete Technik, um die Datenrate pro Nutzer zu erhöhen. Dabei werden einem Nutzer mehrere einzelne Carrier, also Frequenzblöcke zugewiesen. Die maximale Datenrate pro Nutzer erhöht sich dabei um die Anzahl der Frequenzblöcke. Auch die Gesamtdatenrate pro Zelle wird durch eine verbesserte Ressourcenausnutzung erhöht.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UMTS/HSPA+
Die Kanalbandbreite bei UMTS/HSPA+ beträgt etwa 3,8 MHz mit einem Kanalabstand von 5 MHz. Durch Carrier Aggregation, die Teil der UMTS-Erweiterung HSPA+ ist, werden einem Nutzer zwei Download-Kanäle zugewiesen. Carrier Aggregation wird bei UMTS/HSPA+ auch als Dual Cell bezeichnet. 3GPP hat Carrier Aggregation für HSPA+ für den Uplink mit bis zu zwei und für den Downlink mit bis zu vier (Four carrier HSDPA) einzelnen Kanälen standardisiert.
LTE-Advanced
LTE unterstützt seit seiner Einführung verschiedene Kanalbandbreiten von 1,4 MHz, 3 MHz, 5 MHz, 10 MHz, 15 MHz und 20 MHz. Mit LTE-Advanced Rel. 10 können jeweils zwei beliebige Kanäle einem einzelnen Nutzer zugewiesen werden. Der Unterschied zwischen Carrier Aggregation von z.B. zwei 10 MHz-Kanälen und einem originären 20 MHz-Kanal ist, dass bei Carrier Aggregation die Kontrollinformation in jedem Kanal vollständig vorhanden ist.
Die Einzelkanäle (engl. Component Carrier) können in unterschiedlichen Frequenzbändern liegen (inter-band) oder im selben Frequenzband nebeneinander (intra-band contiguous) oder im selben Frequenzband mit Frequenzlücke (intra-band non-contiguous).
In den Jahren um 2015 wurde in der EU das sogenannte L-Band versteigert, dieses besitzt, da es ein ehemaliges Radioband ist, keine Uploadfrequenz und kann deshalb nur mit Carrier Aggregation für LTE-Dienste verwendet werden. Die ersten Tests mit diesem Band wurden in Sanremo, Italien vom Mobilfunkbetreiber Tim mit einer Kathrein-Antenne und einer Ericsson-Basisstation durchgeführt.