Casimir Schweizelsperg

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Disputation Ludwig Babenstubers mit Nennung Schweizelsbergs, Universität Salzburg, 1692

Casimir (Caspar) Schweizelsperg (auch Casimirus, Schweizelsberger, Schweizelsperger bzw. Schweizelsberg) (* 3. Dezember 1668 in Rosenheim; † nach 1722) war ein deutscher Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Schweizelsbergs Elternhaus und Ausbildung ist nichts bekannt. Im Jahre 1692 ist er als Respondent in Salzburg nachweisbar, da in diesem Jahr sein Name in einer Hochschulschrift der Universität Salzburg auftaucht.[1] Danach wurde er Benediktiner im Kloster Ettal, wo er 1696 als Priester geweiht wurde, aber schon 1703 wieder aus dem Kloster entlassen wurde. Am 2. November 1706 erfolgte die Heirat mit Anna Barbara Leder in Stuttgart (er konvertiert für sie zum evangelischen Glauben, wurde später aber wieder katholisch).

Eine Bestallung zum Hofmusiker in Stuttgart erfolgte 1706. Im Jahre 1708 wechselte er an den Hof nach Ansbach in die gleiche Position. Von 1712 bis 1714 war er Kapellmeister der Privatkapelle Johann Philipp Franz von Schönborns in Würzburg tätig.

Danach trat er um den 3. März 1714 in die Hofkapelle des Markgrafen Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach in Durlach als Komponist ein und war dort bis 1717 tätig. Seine Frau, welche ihm im Herbst 1714 nach Durlach folgte, ist als Opernsängerin dort 1717 auch aktenkundig. Seine im Jahre 1714 in Durlach uraufgeführte Oper Die romanische Lucretia (gedruckt 1715) ist komplett erhalten und wurde 2015 in Karlsruhe wiederaufgeführt. Schon zum 23. April 1717 wurde Schweizelsperg in Durlach wieder entlassen.

Im Jahre 1719 gastierte Schweizelsberg mit einer Coburger Operistenbande (die er wahrscheinlich 1717 mit seiner Frau in Coburg gegründet hatte) in Nürnberg, nachdem er vorab beim dortigen städtischen Kapellmeister Maximilian Zeidler (1680–1745) angefragt hatte, ob er mit einer Spielerlaubnis rechnen könne. Insgesamt wurden in Nürnberg 4 Opern aus dem Durlacher Repertoire mit Kürzungen und Veränderungen gespielt, wobei u. a. aus der Oper Die romanische Lucretia einige „unschickliche“ Stellen gestrichen wurden.[2]

Von etwa 1720 war er als Kapellmeister für den Fürstbischof, Kardinal Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim in Bruchsal (Speyer) angestellt, diese Position verlor er aber 1722 wieder. Über seinen weiteren Lebensweg ist nichts bekannt.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Opera Genannt Die Romanische Lucretia In einem Singspiel Aufgeführet Auf dem Durlachischen Schau Plaz Oper, Durlach 1715
  • Acis und Galathea Oper, Durlach 1716
  • Artemisia und Cleomedes Oper, Durlach 1716
  • Die unglückliche Liebe zwischen der egyptischen Königin Cleopatra und dem römischen Trium-Vir Antonio (Libretto Johann Gottlob Dietrich, nach Jean de La Chapelle), Oper, Durlach 1716
  • Diomedes (Libretto Johann Gottlob Dietrich, nach Jean-Louis-Ignace de La Serre), Oper, Durlach 1717

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Renate Brockpähler: Handbuch zur Geschichte der Barockoper in Deutschland. (Dissertation) Universität Münster, Münster 1959. Lechte, Emsdetten 1964.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://reader.digitale-sammlungen.de//resolve/display/bsb10835618.html
  2. Adolf Sandberger: Zur Geschichte der Oper in Nürnberg in der zweiten Hälfte der 17. und zu Anfang des 18. Jhs. in Archiv für Musikwissenschaft Steiner, Stuttgart, 1918/19 S. 85 ff.