Kaspar Klock

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Kaspar Klock (Kupferstich 1634)

Kaspar Klock, zeitgenössisch Caspar Klock[1], (geb. 28. Februar 1583 in Soest; gest. 15. Januar 1653 in Braunschweig) war ein deutscher Jurist, Staatsmann und Kameralist. Er gilt als Begründer der deutschen Steuerlehre.[2]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaspar Klock wurde am 28. Februar 1583 in Soest geboren. Er studierte in Marburg und Köln und erwarb seinen Doktortitel in Basel (Dr. jur.). In den Jahren 1608–1615 und 1638–1649 war er Kanzler in Stolberg, 1616 Obersyndicus in Braunschweig, 1626 Kanzler des Stifts Minden und 1649 Konsulent in Braunschweig. Er gilt als Begründer einer absolutistischen Steuerlehre und war Verfasser eines umfangreichen lateinischen Juristisch-politisch-polemisch-historischen Traktats über den Staatsschatz, der 1651 zum ersten Mal in Nürnberg erschien.[3]

„Durch seine Lehre von den Monopolunternehmen und durch seine Steuerlehre hat er wesentlich zur Entwicklung der kameralistischen Staatswirtschaftslehre beigetragen und auch wertvolle Voraussetzungen für die moderne Finanzwirtschaft geschaffen.[4]

Es sind verschiedene Porträts von ihm erhalten.[5] In der Ausgabe seines Hauptwerkes ist ein Stich von Peter Troschel abgedruckt.[6]

Sein Werk Tractatus juridico-politico-polemico-historicus wurde durch die römisch-katholische Glaubenskongregation 1677 auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt.[7]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tractatus juridico-politico-polemico-historicus de aerario, sive censu per honesta media absque divexatione populi licite conficiendo, libri duo. 2 Bände. Mit einer Einleitung hg. v. Bertram Schefold. (= Historia Scientiarum). Hildesheim, Georg Olms / Weidmann 2009 (= Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1651) Digitalisat
  • De contributionibus hodie, ut plurimam in Germania usitatis. Basileae : Genathius, 1608 (Dissertation)
  • Tractatus nomico-politicus de contributionibus. 1634

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • Eduard Jacobs: Klock, Kaspar. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 202 f.
  • Friedrich von Klocke: Kaspar Klock. In: Westfälische Lebensbilder. Hauptreihe, Band 4. Aschendorff Verlag, Münster 1933, S. 126–144.
  • Peter Weber: Die Bedeutung der alten deutschen Kameralisten Melchior von Osse, Georg Obrecht, Jakob Bornitz und Kaspar Klock für die Entstehung und Entwicklung der deutschen Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft. Diss., Rechtswissenschaftliche und staatswissenschaftliche Fakultät, Universität Bonn 1942.
  • Erhard Dittrich: Die deutschen und österreichischen Kameralisten (= Erträge der Forschung, Bd. 23) Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1974, ISBN 3-534-05511-X.
  • Erhard Dittrich: Klock(e), Kaspar. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 12 (1979), S. 102 f. (online).
  • Justus Nipperdey: Die Erfindung der Bevölkerungspolitik. Staat, politische Theorie und Population in der Frühen Neuzeit (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz / Abteilung für Universalgeschichte). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-10118-6.
  • Lisa Nienhaus: Die Weltverbesserer. 66 große Denker, die unser Leben verändern. Hanser, München 2015, ISBN 978-3-446-44308-2, S. 112–114.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Und viele andere Namensformen (vgl. DNB)
  2. vgl. faz.net: Der Vater der guten Staatsfinanzen (Bertram Schefold) – abgerufen am 18. September 2017
  3. vgl. lirias.kuleuven.be (Wim Decock, Leuven)
  4. whoswho.de – abgerufen am 18. September 2017
  5. Klock, Caspar (Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel)
  6. Digitalisat; vgl. HAB (Inventar-Nr. II 2849a) – lateinischer Text der Bildbeschriftung mit deutscher Übersetzung
  7. Klock, Kaspar. In: Jesús Martínez de Bujanda, Marcella Richter: Index des livres interdits: Index librorum prohibitorum 1600–1966. Médialspaul, Montréal 2002, ISBN 2-89420-522-8, S. 485 (französisch, Digitalisat).