Cass Elliot

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Grab von Cass Elliot (2014)

Cass Elliot, gelegentlich Mama Cass (Elliot) genannt,[1] eigentlich Ellen Naomi Cohen, (* 19. September 1941 in Baltimore; † 29. Juli 1974 in London, England), war eine US-amerikanische Sängerin und Mitglied der Band The Mamas and the Papas.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde in Baltimore geboren und wuchs in Washington, D.C. auf. Vor ihrem Highschool-Abschluss begann sie mit dem Singen und der Schauspielerei und ging nach der Schule, Anfang der 1960er Jahre, nach New York City, dem damaligen Zentrum der Folkmusik. Sie sang in mehreren Folk-Bands, bis sie Mitte der 1960er John Phillips und seine Ehefrau Michelle sowie Denny Doherty kennenlernte. Gemeinsam gründeten sie die Band The Mamas and the Papas.

Die Band existierte zwar nur kurze Zeit, schuf aber die Flower-Power-Bewegung prägende Hits wie California Dreamin’ und Monday, Monday. Cass Elliots Version von Dream a Little Dream of Me ist wohl die bekannteste Interpretation dieses Liedes. Nach der Geburt ihrer Tochter Owen Vanessa im Jahr 1967 und der Auflösung der Band 1968 versuchte sie sich an einer Solokarriere. It’s Getting Better und Make Your Own Kind Of Music sind ihre bekanntesten Solo-Hits; eine geplante dreiwöchige Konzertreihe in Las Vegas geriet allerdings zum Debakel, da Elliot gesundheitliche Probleme hatte und das Projekt nach nur einem Abend abbrechen musste. David Crosby gab später zu Protokoll, dass die Sängerin zu diesem Zeitpunkt bereits heroinabhängig gewesen sei und die Droge oft gemeinsam mit ihm konsumiert habe.

Elliots Karriere schien sich anschließend zu erholen. Neben den zwei Solo-Alben Dream A Little Dream (1968) und Bubble Gum, Lemonade & Something For Mama (1969) nahm sie 1970 ein Duett-Album mit Dave Mason auf und sang in TV-Shows zusammen mit John Denver, Johnny Cash und Julie Andrews. Für den Film Doctors’ Wives (1971) sang sie das Titellied (The Costume Ball); im Film Pufnstuf (1970) hatte sie einen Gastauftritt.

1971 kam die Band wieder zusammen, um ein letztes gemeinsames Album aufzunehmen, das dann allerdings weniger erfolgreich als die Vorgängeralben war. Die Solokarriere von Mama Cass geriet ins Stocken, was auch an ihren eskalierenden Drogen- und Alkoholexzessen lag.

Nach der endgültigen Trennung von The Mamas and the Papas sollte 1972 für den Neubeginn ihrer Karriere stehen. Es folgten drei weitere Soloalben: das Album Cass Elliot (mit diesem Titel wollte sie ihr „Mama Cass“-Image hinter sich lassen), The Road is no Place for a Lady und der Konzertmitschnitt Don’t Call Me Mama Anymore. Erfolge in den Single- oder Albumcharts blieben aus; Elliot litt weiterhin an ihrer Drogensucht.

In Europa hatte Elliot 1974 mit ihrer Soloshow dennoch großen Erfolg; die Konzerte im London Palladium waren zwei Wochen lang ausverkauft. Sie starb aber noch vor dem Ende dieses Zeitraums in der Wohnung des befreundeten Musikers Harry Nilsson an einem Herzinfarkt. Die Legende, sie sei an einem Schinken-Sandwich erstickt, entspricht nicht der Wahrheit. Vielmehr hatte Elliot, seit ihrer Jugend stark übergewichtig, ihr Herz bei Versuchen geschädigt, ihr Gewicht durch Schockdiäten zu reduzieren; auch der jahrelange Drogenmissbrauch spielte mutmaßlich eine Rolle. Sie starb an einer Herzschwäche.

Ihre Tochter Owen Vanessa Elliott-Kugell ist Sängerin und tourt mit dem Beach-Boys-Musiker Al Jardine.[2]

Als 1996 Jonathan Harveys Coming-out-Theaterstück Beautiful Thing zur Verfilmung anstand, entschied sich Regisseurin Hettie Mc Donald für einen Soundtrack aus insgesamt 15 Aufnahmen der Mamas & Papas. Mama Cass ist dort das Idol der Heranwachsenden Leah, die Ausschnitte ihrer Lieder singt.

Ihr Song Make Your Own Kind Of Music erlebte durch die Mystery-Serie Lost unter deren Fans ein Revival; er leitete die zweite Staffel ein und tauchte später an einigen Schlüsselszenen bezüglich der Figur Desmond Hume auf.

In der achten Staffel der Serie Dexter wurde das Lied ebenfalls in Schlüsselszenen eines Charakters verwendet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Rolling Stone Interview. Wortlautwiedergabe des Rolling Stone bei casselliot.com (Sekundärquelle). 26. Oktober 1968; abgerufen am 23. August 2017.
  2. Questions about the Beach Boys' music releases. superseventies.com, 28. Dezember 1999; abgerufen am 23. August 2017.