Cemitério dos Prazeres

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eingang zum Cemitério dos Prazeres

Der Cemitério dos Prazeres ist ein städtischer Friedhof in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Er befindet sich in der westlichen Gemeinde („freguesia“) von Estrela. Seinem Haupteingang gegenüber liegt die Endstelle „Prazeres“ der Linie 28 der Straßenbahn Lissabon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Cemitério dos Prazeres wurde 1833 als öffentlicher Friedhof gebaut, infolge einer Cholera-Epidemie im Juni des Jahres. Sie forderte tausende Tote und zwang die Behörden aus medizinisch-hygienischen Gründen, bis dahin beliebte Begräbnisse neben den meist zentral gelegenen religiösen Einrichtungen nicht mehr zuzulassen. Ein entsprechendes, 1835 erlassenes Gesetz führte zur Anlage öffentlicher Friedhöfe im ganzen Land.[1]

Der Name gibt oft Anlass zu Diskussionen: „Cemitério dos Prazeres“ heißt übersetzt „Friedhof der Freuden“. Der Name geht vermutlich auf ein gleichnamiges Anwesen an dieser Stelle zurück, das in den Jahrzehnten vor dem Friedhofsbau als Ausflugspark diente.

Charakteristika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grabmal von Pedro de Sousa Holstein

Im Westen der Stadt gelegen, mit seinen eher aristokratischen und großbürgerlichen Vierteln, spiegeln die Grabmäler sowohl Geschmack als auch materielle Möglichkeiten der Bürger vor allem des 19. Jahrhunderts wider. Symbole verschiedener Glaubensrichtungen, Berufe und Abstammungen finden sich hier, auf Gräbern von Freimaurern, verdienten Staatsdienern und bekannten Kritikern, neben denen einfacher Bürger. Eine Reihe bedeutender Literaten sind hier begraben.

Die Grabmäler bzw. hauptsächlich überirdischen Grüfte mit frei aufgestellten Särgen („Begräbnisvillen“) sind wie Häuser einer Stadt angeordnet, entsprechend durchziehen etwa 80 Straßen und Alleen schachbrettartig den Friedhof – es gibt auch Bereiche mit Erdbestattung.

Das Familiengrab des Pedro de Sousa Holstein gilt als das größte Familien-Grab Europas. Inspiriert von der Gestaltung des Tempel Salomons und der ägyptischen Pyramiden, sind dort etwa 200 Familienangehörige begraben.

Vor ihrer Überführung in das Nationalpantheon in der Igreja de Santa Engrácia hatten die Fado-Sängerin und Schauspielerin Amália Rodrigues, und der Schriftsteller Aquilino Ribeiro dort ein Grab. Auch der Schriftsteller Fernando Pessoa war hier bestattet, bis zu seiner Überführung 1985 in das Hieronymus-Kloster.[2][3][4]

Gräber bekannter Persönlichkeiten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cemitério dos Prazeres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://revelarlx.cm-lisboa.pt/gca/?id=692
  2. http://www.lisbonlux.com/lisbon/cemiterio-dos-prazeres.html
  3. http://www.max.de/cityguide/city/lissabon/kultur/sightseeing/124856,1,cg_tip,1,Cemiterio+dos+Prazeres.html@1@2Vorlage:Toter Link/www.max.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. http://www.metropole-lissabon.de/cemiterio-dos-prazeres.html

Koordinaten: 38° 42′ 50,5″ N, 9° 10′ 11,9″ W