Chalil (Instrument)

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Die Chalil, auch Halil (hebräisch) ist ein Blasinstrument, dessen Name in der Bibel genannt wird. Luther übersetzte es als Flöte und auch Pfeife. Luther hat sich bei seiner Übersetzung allerdings auf die altgriechische Septuaginta bezogen und daher vom altgriechischen Wort Aulos ins Deutsche übersetzt. Eigentlich ist eine Chalil aber eine Oboe bzw. ein Vorgänger der Schalmei, die heute noch immer in Kleinasien benutzt wird.

Die Chalil besteht aus Rohr, Holz oder Knochen. Die Bauweise einer Chalil ist dem Aufbau der griechischen Aulos oder der arabischen Muzmar ähnlich. Zur Zeit des alten Testaments war die Chalil in Israel ein sehr populäres Instrument, welches zu unterschiedlichen Anlässen gerne gespielt wurde. Das Instrument wurde beispielsweise auch am Laubhüttenfest beim Gottesdienst der Juden gespielt. Auch der Gesang Hallel wurde auf dem Chalil geblasen.

Der Klang einer Chalil ist durchdringender und spitzer als der einer Oboe, mitunter recht penetrant. Im antiken Israel erzählte man sich daher, dass immer wenn die Chalil im Jerusalemer Tempel gespielt wurde, der Klang bis nach Jericho zu hören gewesen sei.

Leonard Bernstein schrieb 1981 ein Nocturne für Flöte, Streichorchester und Schlagzeug mit dem Titel Ḥalil, das dem Flötisten Yadin Tanenbaum gewidmet ist, der 19-jährig im Jom-Kippur-Krieg fiel.