Charlottenplatz (Stuttgart)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Verkehrsknoten Charlottenplatz, rechts im Bild das Alte Waisenhaus.
Obere Ebene des Stadtbahnknotens Charlottenplatz
Im Vordergrund die „Planie“, im Hintergrund das Wilhelmspalais. Rechts im Bild der Charlottenplatz.
Das Kriegsministerium am Charlottenplatz um 1890
Das Alte Waisenhaus am Charlottenplatz um 1890
Der Charlottenplatz (südlich) auf einem Stadtplan von 1871

Der Charlottenplatz ist ein Platz in Stuttgart. Als in den 1960er-Jahren ein erheblicher Ausbau des Straßennetzes in Stuttgart stattfand, änderte der Charlottenplatz durch die Kreuzung der B 14 mit der B 27 ganz wesentlich sein Erscheinungsbild. Dazu wurde der Knotenpunkt der Straßenbahnlinien unter die Erde verlegt und die Bezeichnung Stadtbahn eingeführt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Charlottenplatz liegt im Süden der Stuttgarter Innenstadt im Stadtbezirk Mitte. Die B 14 verläuft etwa von Südsüdwest nach Nordnordost, die B 27 an dieser Stelle von Westnordwest nach Ostsüdost. Die Straße mit dem Namen „Planie“ verläuft nach Westen Richtung Schloßplatz und lag im Bereich der Umgrenzung der alten Stadt, wie es der Name schon andeutet. Die Fortsetzung der Planie nach Südosten heißt Charlottenstraße.

Planie und Charlottenstraße kreuzen die „Stadtautobahn“ B 14, die als Teil des City-Rings südlich des Platzes Hauptstätter Straße und nördlich davon Konrad-Adenauer-Straße heißt und die für den Durchgangsverkehr an den Kreuzungen unterirdisch verläuft, mit parallelen Zubringerstraßen auf ebenerdigen Niveau.

Der Abschnitt an der Konrad-Adenauer-Straße wird aufgrund der Vielzahl an Museen und anderen Kulturbauwerken umgangssprachlich als „Kulturmeile“ bezeichnet. Nördlich des Platzes liegen das Landtagsgebäude und das Neue Schloss, westlich befindet sich das Alte Waisenhaus. Im Süden des Platzes steht das Charlottenplatz-Hochhaus, daran schließt das Bohnenviertel an. Im Osten steht das Wilhelmspalais, das die Zentralbücherei der Stuttgarter Stadtbücherei beherbergte, bis sie im Oktober 2011 in ihr neues Gebäude umzog. In das Gebäude soll 2017 ein historisches Stadtmuseum einziehen.

Die Gebäude und Straßen rund um den Charlottenplatz gehören zu den beiden Stadtteilen (101) Oberer Schlossgarten und (102) Rathaus im Stadtbezirk Stuttgart-Mitte. Die beiden Stadtteile Heusteigviertel und Dobel liegen etwas entfernt südöstlich und die Diemershalde nordöstlich. Diese drei Stadtteile liegen – erhöht gegenüber dem Stadtkern – in der für Stuttgart typischen Halbhöhenlage. Die B 27, die den Stadtteil Dobel Richtung Bopser durquert, hat nach dem „Olgaeck“ den Namen Hohenheimer Straße, weiter oben mündet sie dann in die Neue Weinsteige.

Verkehrstechnische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Charlottenplatz ist ein insgesamt vierstöckiges Verkehrsbauwerk. Auf der Erdoberfläche quert die Bundesstraße 27 den Platz in Ost-West-Richtung, zwei Etagen tiefer die Bundesstraße 14 in Nord-Süd-Richtung. Zwischen den Ebenen für den Straßenverkehr befindet sich die obere der zwei Ebenen der Haltestelle Charlottenplatz der Stuttgarter Stadtbahn.

Neben dem Hauptbahnhof ist der Charlottenplatz der bedeutendste Knotenpunkt der Stuttgarter Stadtbahn. Mit insgesamt neun Stadtbahnlinien wird die Haltestelle Charlottenplatz von mehr Linien angefahren als jede andere Stadtbahnstation in Stuttgart.

An der Stadtbahn-Haltestelle wurden 2015 werktäglich 74.660 Fahrgäste gezählt.[1]

Teil des Liniennetzes Stadtbahnlinie
Talquerlinien (parallel zur B 27) U5 U6 U7 U12 U15
Tallängslinien (parallel zur B 14) U1 U2 U4 und bei Großveranstaltungen
U11 in Richtung Neckarpark
Busverkehr SSB-Buslinien 42, 43 und 44

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Platz ist benannt nach Karoline Charlotte Auguste von Bayern, erst Kronprinzessin von Württemberg und später Kaiserin von Österreich[2]. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wurde der Platz im Rahmen des Ausbaus des Straßenzuges Hauptstätter Straße und Konrad-Adenauer-Straße für den Autoverkehr untertunnelt. Im Zuge der immer wieder diskutierten Überdeckelung der B 14 wurde im Frühjahr 2005 ein Teil der Konrad-Adenauer-Straße zwischen Neuem Schloss (Akademiegarten) und Wilhelmspalais mit einem Betondeckel versehen und begrünt.

Die ehemalige Hohe Karlsschule befand sich hinter dem Neuen Schloss, daher hat der Akademiegarten, der heute an das Landtagsgebäude grenzt, seinen Namen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Bogen (Text); Thomas Wagner (Fotos): Stuttgart. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Erfurt 2012, ISBN 978-3-95400-098-2, S. 64–65.
  • Der Charlottenplatz und seine Umgebung. In: Eugen Dolmetsch: Aus Stuttgarts vergangenen Tagen (Zweiter Band von „Bilder aus Alt-Stuttgart“). Selbsterlebtes und Nacherzähltes. Stuttgart 1931, S. 80–149, besonders 103-109.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sebastian Steegmüller: Stadtbahnnetz wird umgestellt. In: Ludwigsburger Kreiszeitung. 23. Oktober 2015, S. 5.
  2. Landeshauptstadt Stuttgart: Die Stuttgarter Straßennamen. 2007. Auflage. Silberburg-Verlag, Tübingen, 2007, ISBN 978-3-87407-748-4, S. 107.
 Commons: Charlottenplatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 46′ 33,1″ N, 9° 10′ 58,6″ O