Chatanbaatar Magsardschaw

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Chatanbaatar Magsardschaw

Chatanbaatar Magsardschaw (mongolisch Хатанбаатар Магсаржав, "Fester Held" Magsardschaw oder Сандагдоржийн Магсаржав, Sandagdordschiin Magsardschaw; * 1878; † 1927) war ein General im Kampf der Mongolei um die Unabhängigkeit, und 1921 einige Monate lang mongolischer Premierminister. 1924 erhielt er den zusätzlichen Ehrentitel Ardyn Chatanbaatar Magsardschaw (mongolisch Ардын Хатанбаатар Магсаржав, Fester Held des Volkes Magsardschaw).

Magsardschaw unterstützte die Autonomiebewegung in der Mongolei nach der chinesischen Revolution 1912. Als Titularherzog war er in diesem Jahr Generalleutnant des Vizemilitärgouverneurs von Kobdo, P’u-jun, der sich gegen die Unabhängigkeit der Mongolei stellte. Er verweigerte den Abzug aus Kobdo, auch nachdem ihm Magsardschaw ein Schreiben der mongolischen Regierung aus Urga übermittelt hatte, in welchem diese ihn hierzu aufforderte. Magsardschaw wollte den Konflikt zunächst gewaltfrei lösen. Aber nachdem er von einem geplanten Anschlag auf ihn erfahren hatte, begab er sich heimlich nach Urga. Gemeinsam mit Dschamtsangiin Damdinsüren wurde er im Mai 1912 "Würdenträger zur Befriedung der Westgrenze" und zog mit Armeekontingenten nach Kobdo. Dieses nahmen sie im August 1912 ein, nach Kämpfen gegen ein chinesisches Heer, das aus Xinjiang herangezogen war, und langer Belagerung der Stadt. Nach der Biographie des Politikers Chorloogiin Tschoibalsan soll Magsardschaw während dieser Belagerung die mongolische Standarte mit dem Herzen eines Feindes geweiht haben. Als Belohnung für seine Tätigkeiten während des Kampfes um Kobdo erhielt Magsardschaw den Titel Qatan Bayatur und wurde Herzog, stellvertretender Innenminister sowie Zeremonienmeister.

Nach dem erneuten Einmarsch der Chinesen wurde Magsardschaw 1919 verhaftet, jedoch später während des Feldzuges des Barons von Ungern-Sternberg befreit. Vom 15. Februar bis März 1921 amtierte er unter von Ungern-Sternbergs Terrorregime als Premierminister der Mongolei. Er starb 1927.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Weiers (Hrsg.): Die Mongolen: Beiträge zu ihrer Kultur und Geschichte. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1986, S. 485–86, 493, ISBN 3-534-03579-8