Chindlistein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chindlistein von Tiengen

Als Chindlistein (auch Kindlistein, Poppelistein oder Tittistein) werden im deutschen Sprachgebrauch Felsen bezeichnet, mit denen ein Fruchtbarkeitskult verbunden wird. Meist handelt es sich dabei um Findlinge.

In vielen Gegenden der Schweiz gibt es Chindlisteine. So hiess es Vielerorts: «Hier holt die Hebamme die Neugeborenen her». Diese Erklärung diente als Ersatz für eine sexuelle Aufklärung, analog zu der Legende, dass der Storch die Säuglinge bringe. Bei Chrindlisteinen wurden auch von Frauen Fruchtbarkeitsrituale abgehalten[1], da man diesen Steinen eine fruchtbarkeitsfördernde Wirkung zuschrieb.[2] So sollen etwa Frauen «mit entblösstem Hinterteil den Chindlistein hinunterrutschen, um ihre Fruchtbarkeit zu steigern und den erhofften Kinderwunsch in Erfüllung gehen zu lassen.»[3] Bei dem Chrindlistein von Heiden wird auch überliefert, «dass während Hungersnöten und in Kriegszeiten Kinder beim Stein versteckt worden seien.»[3]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Chindlistein bei Heiden (AR) (PDF)
  2. a b Chindlistein, Hüttikon; Kanton Zürich (Memento vom 4. Januar 2014 im Webarchiv archive.is), auf der Website erratiker.ch
  3. a b c Der Chindlistein bei Heiden, Eintrag auf der Website Kraftorte Schweiz
  4. Kultsteine in der Schweiz, Abschnitt Chindlistein bei Heiden
  5. Chindlistein I., Heiden; Kt. Appenzell-Ausserrhoden (Memento vom 13. November 2013 im Webarchiv archive.is), auf der Website erratiker.ch
  6. Wo einst Kinder versteckt wurden (Memento vom 10. Februar 2014 im Internet Archive) (PDF), Artikel des St. Galler Tagblatts vom 9. September 2011
  7. Sage um den Erdmannli-Findling (PDF), abgerufen am 4. Januar 2014
  8. Chindlistein (Schwamendingen/Örlikon), Information auf der Website Ortsgeschichtliche Sammlung Seebach