Chinesische Stickerei

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Gu-Stickerei, die mit einer Gu-Familie in Suzhou begann, reproduzieren Frauen traditionelle chinesische Gemälde in Stickerei

Die chinesische Stickerei ist eine traditionelle Handwerkskunst aus China. Sie ist Teil der Geschichte der chinesischen Kunst und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig des ganzen Landes. China war das erste Land, das Seide produzierte. Seidenstickerei war außerhalb der chinesischen Welt begehrt. Das alte China produzierte auch Stickereien auf Hanf, Ramie, Baumwolle und Kudzu-Fasern. Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist das Interesse an der alten und modernen chinesischen Stickerei neu erwacht.[1] Sie zeichnet sich hauptsächlich durch ihre bildlichen Motive aus. Viele Symbole implizieren die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, darunter Symbole aus dem Kaisertum[2] oder dem Beamtentum.[3] Für Neugeborene werden Zeichnungen gewählt, die der traditionellen Abwehr böser Geister von Verstorbenen dienen sollen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Älteste in China gemachte Funde von zu Stoff gewebter Seite lassen sich in die Jungsteinzeit bis 6500 v. Chr. datieren.[5] Das früheste Beispiel der in China entdeckten Seidenstickerei wurde in einem Grab der Zhanguo-Zeit (5.–3. Jahrhundert v. Chr.) in Mashan in der Provinz Hubei gefunden.

Nach der Eröffnung der Seidenstraße in der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr) blühten die Seidenproduktion und der Handel auf. Im 14. Jahrhundert erreichte die chinesische Seidenstickerei ihren Höhepunkt. Mehrere große Seidenstickereistile wurden entwickelt, wie Song Jin (锦 锦 Song Stickerei) in Suzhou, Yun Jin (锦 锦 Wolken Stickerei) in Nanjing und Shu Jin (蜀锦 Shu Stickerei) in Sichuan.

Heute ist die Handarbeit vielfach durch Maschinen ersetzt worden, aber einige hochwertige Stickereien werden immer noch von Hand gemacht. Moderne chinesische Seidenstickerei findet noch immer besonders in Südchina viele Anhänger.

Genres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptstile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Su Xiu (苏绣) - Suzhou-Stickereien werden in Gebieten rund um Suzhou in der Provinz Jiangsu hergestellt und haben eine Geschichte, die 2000 Jahre zurückreicht. In einer Vielfalt von Farben sind hauptsächlich Motive aus der Natur wie Blumen und Vögel, auch Gärten, dargestellt.

Eine seltene Variante ist die doppelseitige Su Stickerei, die ultimative Geschicklichkeit und Kunstfertigkeit erfordert. Die Enden können dabei nicht verknotet werden, sondern eingewebt.

Xiang Xiu (湘绣) - Die Hunan-Stickerei stammt aus Gebieten in der Umgebung von Changsha in der Provinz Hunan. Er zeichnet sich durch eine schwarz-weiß-graue Farbgebung aus. Der Schwerpunkt liegt auf den Kontrasten von Licht und Schatten, die die Mustertextur hervorheben, um einen dreidimensionalen Effekt zu erzielen. Die Xiang-Stickkomposition gestalten wie chinesische Tusche- und Waschmalereien auch den leeren Raum.

Yue Xiu / Guang Xiu (粤 绣 / 广 秀) - Guangdong Stickereien werden in Chaozhou, in der Provinz Guangdong gefertigt. Sie besteht aus komplizierten symmetrischen Mustern, lebhaften Farben, verschiedenen Stichen und einer definierten Webart. Die Verwendung von Primärfarben, Licht und Schatten erinnert an westliche Gemälde.

Shu Xiu (蜀 绣) - Sichuan-Stickerei kommt aus Gebieten rund um Chengdu, Provinz Sichuan. Es ist der älteste bekannte Stickstil in der chinesischen Stickgeschichte. Seine Rohstoffe sind Satin und farbige Seide. Der Schwerpunkt liegt auf gleichmäßigen Nähten und feiner Färbung. Sichuan-Stickerei wird verwendet, um Steppdecken, Kissenbezüge, Kleidungsstücke, Schuhe und bemalte Schirme zu dekorieren.

Weitere Stile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gu Xiu (顾 绣) - Gu-Stickerei wurde von der Familie Gu Mingshi während der Ming-Dynastie in Shanghai geschaffen. Sie wird auch nach ihrem Wohnort Lu Xiang Yuan-Stickerei genannt. Sie ist besonders auf Malerei und Kalligraphie spezialisiert. Die Erfinderin der Gu-Stickerei war eine Konkubine von Gu Mingshi´s erstem Sohn Gu Huihai. Später entwickelte Han Ximeng, die Frau des zweiten Enkels von Gu Mingshi, die Gu-Stickerei weiter. Einige ihrer Meisterwerke werden in der Verbotenen Stadt aufbewahrt.

Ethnische Stile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere chinesische Volksgruppen, wie die Bai, Miao, Zhuang und Tibeter, haben ihren eigenen Stil der Stickerei entwickelt, oftmals mit mythischen oder religiösen Themen hat.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chinesische Stickerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claudine Delecourt: Costumes et textiles d'Asie. Ouvrage collectif. Paris, Skira, 2001. ISBN 88-8491-021-8
  2. Danielle Elisseeff: Histoire de l'art : De la Chine des Song (960) à la fin de l'Empire (1912). Paris, Ausgabe des Nationalmuseums (Manuals Ecole du Louvre), 2010. ISBN 978-2-7118-5520-9
  3. Monique Crick 2004, p. 21 sq. Article de Antoine Gournay Le vêtement en Chine sous la dynastie Qing, p. 27 sq. et notices 17, sq.
  4. Aurélie Samuel 2010, p. 58 sq. Article de Pauline Le Moigne, "La fonction prophylactique du costume d'enfant en Chine", p. 96 sq.
  5. Archäologen entdecken älteste Seidenreste. In: scinexx.de. Abgerufen am 3. Januar 2017.