Christine Lemke-Matwey

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Christine Lemke-Matwey (* um 1960) ist eine Journalistin, Kolumnistin und Radiomoderatorin mit fachlichem Schwerpunkt Klassische Musik und Oper. Sie ist auch als Librettistin und Regisseurin einer Oper hervorgetreten.

Lemke-Matwey studierte Germanistik, Philosophie, Theater- und Musikwissenschaften in Köln und München bis zum Magistergrad. Nach Tätigkeiten an verschiedenen Theatern wechselte sie in den Journalismus. Sie arbeitete für das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung in München, seit 2000 für den Tagesspiegel in Berlin, und ging 2012 zur Zeit nach Hamburg, für die sie schon seit längerem geschrieben hatte. Daneben arbeitete bzw. arbeitet sie auch für das Radio, insbesondere für BR, WDR und RBB.[1]

Im Jahr 2011 behauptete Lemke-Matwey in der Zeit,[2] die weltweit wenigen Sopranistinnen, die die Partie der Brünnhilde in Wagners Walküre auf hohem Niveau beherrschten, hetzten von Premiere zu Premiere und machten sich dabei kaputt: Nina Stemme betreibe „Raubbau an sich“, Linda Watson leiere und wackle nach Überstrapazierung ihrer Stimme, Deborah Voigt habe sich ein nervöses Flacker-Vibrato eingefangen und Evelyn Herlitzius singe „auf den Scherben ihrer Stimme“. Das veranlasste den Opernregisseur Christof Loy zu einer Gegendarstellung[3] in der er sich „vollkommen konsterniert“ zeigte, „einen derart schlecht recherchierten, sensationalistischen, eitlen und letztlich konfusen, und gegenüber den betroffenen Sopranistinnen derart respektlosen und verletzenden Artikel in einer Zeitung wie der ‚Zeit‘ vorzufinden.“ Der Artikel kolportiere unhinterfragte Gerüchte, enthalte vollkommenen Unsinn und schüre „Vorurteile bei denen, die sowieso eine Verachtung gegenüber der Oper empfinden, Kopfschütteln bei denen, die die Zusammenhänge klarer erkennen und tiefe Wunden bei den […] Sängerinnen.“

Von 2002 bis 2014 war Lemke-Matwey eine der Moderatorinnen der Sendung Klassik-Forum im Hörfunkprogramm WDR 3. Im Mai 2014 wurde ihr wegen „Illoyalität“ die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung aufgekündigt.[4] Anlass war ein Beitrag in der Zeit,[5] in dem sie sich kritisch über die Programmpolitik von Intendanten äußerte, die „allesamt der ersten Generation der Nach-68er“ entstammen und „von den einstigen Weltverbesserern vor allem das militante Desinteresse an der Hochkultur geerbt“ haben: „Mit Bob Dylan lässt sich noch Staat machen (steckt nicht in jedem Liftboy ein kleiner Revoluzzer?) – mit Mozart geht das nicht mehr.“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.kulturradio.de/programm/schema/sendungen/giuseppe_verdi/christine-lemke-matwey.html
  2. Vom Absturz der Windsbräute, Die Zeit Nr. 23 vom 1. Juni 2011.
  3. http://www.christof-loy.de/zeitartikel.htm, eingesehen am 18. May 2016.
  4. http://www.nmz.de/online/wdr-3-kuendigt-moderatorin-christine-lemke-matwey-die-zusammenarbeit-auf
  5. http://www.zeit.de/2014/19/klassik-oeffentlich-rechtlicher-rundfunk