Christuskirche (Kronach)

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Christuskirche
Portal an der Nordseite

Die Christuskirche ist ein unter Denkmalschutz stehendes evangelisch-lutherisches Kirchengebäude in der oberfränkischen Stadt Kronach.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchengebäude befindet sich östlich der Kronacher Altstadt am südöstlichen Ende der Strauer Straße. Die Hauptachse der Kirche verläuft mit einer Abweichung von etwa 30° im Uhrzeigersinn annähernd in Nord-Süd-Richtung entlang der Johann-Nikolaus-Zitter-Straße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch die Geschichte der Stadt, die mehrere Jahrhunderte lang zum katholischen Hochstift Bamberg gehörte, wurde evangelischen Christen erst nach der Säkularisation des Hochstifts im Jahr 1803 das Bürgerrecht in Kronach gewährt. Während heute rund ein Drittel der Einwohner evangelisch ist, hatte die evangelische Kirchengemeinde bei ihrer Gründung im Jahr 1859 nur etwa 400 Mitglieder. Dennoch gelang der Gemeinde mit finanzieller Unterstützung durch das Gustav-Adolf-Werk die Errichtung ihrer Pfarrkirche, die am 25. September 1861 eingeweiht wurde. Die Pläne für den Bau stammen von Kreisbaudirektor Zeitler, ausgeführt wurden die Arbeiten von Baumeister Georg Zeuß. Ihren heutigen Namen erhielt die Christuskirche erst am 28. September 1986.

Die drei Glocken der Kirche wurden 1924 in Regensburg gegossen. Ihre Vorgänger, die im Jahr 1901 gestiftet worden waren, mussten während des Ersten Weltkrieges zur Finanzierung von Kriegsmaterial abgegeben werden.[1]

Die beiden kleineren Portale, die das große Hauptportal an der Nordseite flankieren, wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in ihrer heutigen Form eingerichtet. Ursprünglich befanden sich die Portale höher am Gebäude und dienten als Zugang zur Empore, die nur über zwei überdachte Treppen an der Außenseite des Gebäudes erreichbar war.

Am 18. Juli 2014 wurden die durch Witterungseinflüsse in Mitleidenschaft gezogenen Zifferblätter an der Ost- und der Südseite des Kirchturms abgenommen. Beide wurden zusammen mit dem Stellwerk der Turmuhr von einer in Rothenburg ob der Tauber ansässigen Firma restauriert und am 28. Oktober 2014 wieder am Kirchturm montiert.[2]

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Christuskirche ist eine schlicht gehaltene Saalkirche, die im Stil der Neugotik aus Sandsteinquadern errichtet wurde. Über dem von zwei kleineren Portalen flankierten großen Eingangsportal an der Nordseite erhebt sich der mit einem Spitzhelm versehene Fassadenturm, ein weiteres großes Portal führt an der Ostseite in das Gebäude. An der Südseite bildet der eingezogene, polygonal geschlossene Chor, an dessen Westseite sich das Sakristeigebäude befindet, den Abschluss des Kirchenbaus.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde von dem Orgelbauer Steinmeyer erbaut. Das Instrument ist romantisch disponiert. Es hat 28 Register auf drei Manualen und Pedal.[3]

I Schwellwerk C–g3
1. Pommer 8′
2. Hohlflöte 8′
3. Geigenprinzipal 4′
4. Gedeckt Flöte 4′
5. Waldflöte 2′
6. Sesquialtera 223
7. Mixtur 113
8. Krummhorn 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–g3
9. Quintade 16′
10. Prinzipal 8′
11. Salizional 8′
12. Koppel 8′
13. Oktave 4′
14. Gemshorn 4′
15. Oktave 2′
16. Mixtur 2′
17. Trompete 8′
III Oberwerk C–g3
17. Gambe 8′
18. Vox celeste 8′
19. Gedackt 8′
20. Flute harmonique 4′
21. Nasard 223
22. Oboe 8′
Pedal C–f1
23. Subbaß 16′
24. Oktavbaß 8′
25. Violoncello 8′
26. Choralbaß 4′
27. Rohrflöte 2′
28. Fagott 16′
  • Koppeln: I/II, III/II, III/III (Superkoppel), I/P, II/P, III/P

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katja Diedler: Süßer die Glocken nie klingen. In: Neue Presse Coburg. 23. Dezember 2015, S. 10.
  2. Friedwald Schedel: Kronacher Christuskirche hat ihre Zifferblätter wieder. inFranken.de, 28. Oktober 2014, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  3. Nähere Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Christuskirche (Kronach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 14′ 27,2″ N, 11° 19′ 38,6″ O