Circus Barum

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Circus Barum auf dem Hamburger Heiligengeistfeld

Der Circus Barum, ab 1972 Circus Siemoneit-Barum, war ein deutscher Zirkus und einer der größten Reisezirkusse in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zirkus wurde 1878 vom ostpreußischen Tierhändler Carl Froese in Königsberg als Barum's amerikanische Karawanen-Menagerie gegründet. Nach dem Tod von Carl Froese im Jahr 1907 übernahm dessen Tochter Helene zusammen mit ihrem Mann, dem Tierlehrer Arthur Kreiser, die Leitung. 1913 kam es zur Leipziger Löwenjagd, bei der während eines Gastspiels in Leipzig sechs ausgebrochene Zirkuslöwen getötet wurden. Ab 1935 führte Margarete Kreiser-Barum, 1902 als Tochter von Helene und Arthur Kreiser geboren, das Familienunternehmen weiter. Sie brachte den Zirkus erfolgreich durch die Jahre des Zweiten Weltkriegs, bis das Unternehmen 1944 bei einem Bombenangriff vernichtet wurde. 1946 wagte Margarete Kreiser-Barum einen Neubeginn und tourte mit einem neuen Circus Barum bis zu ihrem Tod 1970.

1972 kaufte Gerd Siemoneit-Barum den Circus von den Erben der Zirkuschefin Margarete Kreiser-Barum. Er zeigte bis 2002 seine Raubtierdressuren und blieb bis zum Schluss Senior-Zirkusdirektor. Am 15. September 2008 wurde bekanntgegeben, dass der Circus-Betrieb Ende Oktober 2008 eingestellt wird. Am 26. Oktober 2008 fand die letzte Vorstellung des Circus Barum in Northeim statt.[1] Einen Teil des Tierbestandes und diesbezügliche Mitarbeiter übernahm Rebecca Siemoneit-Barum mit ihrer Firma Barum & Bauer Performance GmbH. Seit 2012 präsentiert Rebecca Siemoneit-Barum in Göttingen das „Circus Barum Weihnachtsspektakel“.[2]

Familienunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zirkus wurde bis zu seinem Schluss als Familienunternehmen geführt. Gerd Siemoneit-Barum gab 2002 seine Raubtierdressuren auf, blieb jedoch bis 2008 Senior-Zirkusdirektor, von seiner Ehefrau Rosalind Siemoneit-Barum stammten Musik und Choreographie der meisten Auftritte. Sein Sohn Maximilian Siemoneit-Barum fungierte als Zirkusdirektor in der Manege, Tochter Rebecca Siemoneit-Barum führte durch das Programm. Weiter traten Pierre Bauer (Schweiz), Ehemann von Rebecca Siemoneit-Barum, als Luftakrobat sowie die zwei Kinder von Pierre Bauer und Rebecca Siemoneit-Barum bei zwei Auftritten mit in der Manege auf.

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zelt war an seiner höchsten Stelle 18 m hoch und wurde von vier Masten gestützt, es fasste 2.000 Besucher. Knapp 40 Personen waren für den Aufbau des Zeltes zuständig.

Die Unterhaltungskosten des Zirkus beliefen sich auf 11.000 Euro täglich, wobei 800 Euro für die Futterkosten der etwa 60 im Zirkus lebenden und auftretenden Tiere bestimmt waren, darunter der Breitmaulnashornbulle Tsavo (über 30 Jahre alt und 3,3 Tonnen schwer). Dieser ist mittlerweile vom Circus Krone übernommen worden.

Die Musik in der Vorstellung kam von einem elfköpfigen Live-Orchester. Das Winterquartier des Zirkus befand sich in Volksen bei Einbeck. Dieses wurde im Jahr 2012 an den Zirkus Charles Knie verkauft.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Circus Barum bei circuswelten.de (Memento des Originals vom 30. Januar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.circuswelten.de
  2. Abschied vom großen Weihnachtsspektakel. Goettinger-Tageblatt.de, 4. Januar 2013, abgerufen am 27. September 2013.
  3. Es ist wieder Zirkus-Leben im Winterquartier in Volksen. In: einbeck-city.de. 8. Februar 2013, abgerufen am 14. März 2015.