Clara Blüthgen

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Clara Blüthgen um 1905

Auguste Clara Blüthgen, geborene Kilburger, geschiedene Eysell, (* 25. Mai 1856 in Halberstadt; † 24. Januar 1934 in Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blüthgen kam als einziges Kind des Fabrikanten Friedrich Kilburger zur Welt. Sie erhielt eine sorgfältige Erziehung und heiratete bereits 1875 einen Dr. A. Eysell. Die Ehe wurde nach anderthalb Jahren geschieden. Ab 1879 wirkte Blüthgen durch Krankheiten unterbrochen als Malerin und bildete sich an der Königlichen Kunstschule in Berlin und im Atelier bei Gottlieb Biermann (1824–1908) sowie in den Ateliers von Otto Kirberg und Ferdinand Brütt in Düsseldorf als Porträtmalerin aus. Als ein humoristischer Reisebericht aus ihrer Feder um 1890 veröffentlicht wurde und für positive Resonanz sorgte, widmete sie sich verstärkt dem Schreiben und veröffentlichte eigene Werke sowie Artikel in Zeitungen und Zeitschriften. Fast drei Jahre arbeitete sie in Berlin, wohin sie 1897 zog, in der Redaktion der Illustrierten Frauenzeitung und der Modenwelt. Eine Krankheit zwang sie zur Aufgabe der Arbeit.

Im Jahr 1898[1] heiratete sie den Dichter Victor Blüthgen, mit dem sie nach Freienwalde an der Oder zog. Ihr Mann verstarb 1920 und wurde dort beerdigt. Auch Blüthgen, die 1934 in Berlin verstarb, fand ihre letzte Ruhestätte in Freienwalde.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1893: Aus der Art geschlagen (Novellen)
  • 1897: Gute Kameraden, Das weiße Kleid, Frau Hedwig, Im Sonnenschein, Illusion perdue, Die Ichform (Novellen)
  • 1898: In Seeleneinsamkeit (Gedichte)
  • 1898: Tintentropfen (Aphorismen)
  • 1899: Hand in Hand (Novellen, mit Victor Blüthgen)
  • 1901: Meine Frau hintergeht mich (Schwank)
  • 1901: Frauenehre, Zwischen Gräbern, Nur eine Episode (Drei Erzählungen)
  • 1901: Liebesleute (Novellen)
  • 1902: Das böse Buch (Moderne Skizze)
  • 1902: Wenn die Flocken fallen (Weihnachtsszene)
  • 1902: Dilettanten des Lasters (Roman)
  • 1902: Klänge aus einem Jenseits. Ein Mysterium. (Gedichte)
  • 1902: Im Sonnenschein (Lustspiel)
  • 1903: Wenn die Schatten wachsen (Roman)
  • 1903: Geburtstagsvorbereitungen (Dramatische Plauderei)
  • 1904: Brillanten und andere heitere Geschichten (Novellen)
  • 1904: Vom Baume der Erkenntnis (Zinnowitzer Badenovelle)
  • 1905: Zwischen zwei Ehen (Roman)
  • 1906: Königin der Nacht (Novellen)
  • 1907: Dreiklang (3 Novellen: Caprize, Die Vorgängerin im Reich, Der Kommende)
  • 1907: Neue Gedichte
  • 1909: Spätsommer, Stiefmama (2 Novellen)
  • 1909: Kathia (Roman)
  • 1910: Heimkehr (Drama)
  • 1910: Am Tage der goldenen Hochzeit (Drama)
  • 1912: Die große Neugier (Drama)
  • 1912: Herrenloses Gut (Roman)
  • 1913: Flieger (Drama)
  • 1916: Meine fixe Idee und andere Geschichten
  • 1917: Frauenlaune
  • 1919: Brillanten und andere heitere Geschichten
  • 1919: Prinzess Lolotte
  • 1920: Herrenloses Gut
  • 1921: Eine Stimme aus dem Jenseits und andere Novellen
  • 1922: Götzendienst
  • 1924: Menschenschicksal

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Band 1. Brockhaus, Leipzig 1913, S. 268–269.
  • Elisabeth Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein Lexikon. Metzler, Stuttgart 1981, ISBN 3-476-00456-2, (Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte 9), S. 29.
  • Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft – Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Erster Band, Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, ISBN 3-598-30664-4.
  • Werner Hartmann: Blüthgen, Auguste Caroline (Clara), geb. Kilburger, geschiedene Eysell, Pseudonym "Clara Eysell-Kilburger". In: Eva Labouvie (Hrsg.): Frauen in Sachsen-Anhalt, Bd. 2 Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom 19. Jahrhundert bis 1945. Böhlau, Köln u. a. 2019, ISBN 978-3-412-51145-6, S. 88–90.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. U.a. Brümmer, Friedrichs. Das Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1800–1945 von Gisela Brinker-Gabler et al. (S. 33) nennt 1889 als Jahr der Eheschließung.