Clifford Curzon

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Clifford Curzon (1960)

Sir Clifford Curzon (* 18. Mai 1907 in London als Clifford Michael Siegenberg; † 1. September 1982 ebenda) war ein britischer Pianist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obgleich der Absolvent der Royal Academy of Music in seiner Heimatstadt im Anschluss an sein Examen (1926–1928) eine Lehrtätigkeit an dieser Einrichtung aufnehmen konnte, entschied er sich 1928 für eine weiterführende Ausbildung bei Artur Schnabel in Berlin und Wanda Landowska und Nadia Boulanger in Paris.

Er heiratet 1931 die Cembalistin Lucille Curzon (geb. Wallace), die in Litzlberg am Attersee 1927/28 eine Villa im englischen Landhausstil errichten hat lassen. Daneben gibt es ein Hausmeisterhaus und ein Blockhaus, das als Musikraum diente.

Die Villa wird danach als Curzon-Villa bezeichnet.

1939 wird die Verwaltung einer Freundin der Familie übergeben. Über die Eigentumsverhältnisse und Nutzungen in und nach dem Zweiten Weltkrieg ist manches unklar. 1944 zogen Bombengeschädigte aus Linz ein, 1945–1947 US-Militärs, worauf sich die Bezeichnung Amerikaner-Villa gründet. Letztlich erhalten die Curzons den Besitz zurück. Heute ist die Villa samt Nebengebäuden und Bootshaus denkmalgeschützt.

Er adoptierte mit seiner Frau 1954 die aus der Ehe von Maria Cebotari (gestorben 1949) und Gustav Diessl (gestorben 1948) stammenden Waisenkinder Peter und Fritz.

1977 stirbt seine Frau, 1982 verkauft er die Villa, da die Söhne kein Interesse daran haben.

1977 wird Clifford Curzon zum Sir geadelt.

Selbstkritik und eine forschend-nachdenkliche Haltung zu den Meisterwerken der Musik, die er mit seinem Lehrer Schnabel teilte und die ihn von den „erobernden“ Virtuosen unterschied, zeichneten auch Curzons spätere Karriere aus, in der er immer wieder längere Pausen einlegte, in zahlreichen Kammermusik-Aufführungen auf jede Solisteneitelkeit verzichtete und seine eigenen Platteneinspielungen äußerst skeptisch betrachtete.

Er schränkte mit den Jahren sein Repertoire verstärkt ein und galt schließlich als Mozart-, Schubert- und Brahms-Spezialist, als „Philosoph“ und „Sensibilissimus“ am Klavier. Der Kritiker Harold C. Schonberg (New York Times) sagte ihm nach, dass allein sein Pianissimo zwanzig Schattierungen aufwies.

Daniel Barenboim nennt ihn als eines seiner musikalischen Vorbilder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]