Codelco

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Codelco
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Rechtsform Unternehmen in Staatsbesitz
Gründung 1. April 1976[1]
Sitz Chile
Leitung Nelson Pizarro Contador[2] CEO
Mitarbeiter 64.418 (2014)[2]
Umsatz 13,8 Mrd. US$ (2014)[2]
Branche Bergbau
Website http://www.codelco.com

Codelco (Corporación Nacional del Cobre de Chile; kurz Codelco Chile) ist ein chilenischer Kupferbergbau-Konzern. Er ist der größte Kupferproduzent und der zweitgrößte Molybdänproduzent der Welt. Im Jahr 2014 wurden mit 64.000 Mitarbeitern 1,8 Megatonnen Feinkupfer produziert und ein Überschuss von 3 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Codelco ist ein privatrechtlich organisiertes Staatsunternehmen im vollem Eigentum des chilenischen Staates, strukturiert in acht Divisionen (7 Bergwerke und 1 Raffinerie). Es gibt zahlreiche Tochterunternehmen und Beteiligungen in aller Welt.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der bis dahin mäßig entwickelte und stagnierende chilenische Kupferbergbau durch US-amerikanische Unternehmer in großem Stil industrialisiert. 1904 begann die Braden Copper Company mit dem Ausbau des El Teniente Bergwerks. Die Firma war ein Tochterunternehmen der Kennecott Copper Corporation[A 1] kontrolliert von der Familie Guggenheim[A 2] und dem Bankier J. P. Morgan. 1910 begann die Chile Exploration Company mit dem Ausbau von Chuquicamata. In den 1920er Jahren begann die Andes Copper Mining mit der Ausbeutung der Bergwerke Potrerillos (heute Mina Vieja), Indio Muerto, Salvador und La Africana. Diese Firmen wurden kontrolliert durch die Anaconda Copper Company,[A 3] ein Unternehmen der Familien Rothschild und Rockefeller. 1955 begann die Cerro Corporacion Company Kupfervorkommen zu erkunden und eröffnete 1970 das Río Blanco Bergwerk. Die Überschüsse dieser durch ausländisches Kapital kontrollierten Kupferbergwerke in Chile waren exorbitant verglichen mit der übrigen Wirtschaftsleistung in Chile. Bis Anfang der 1970er Jahre erwirtschafteten die vier großen US-amerikanischen Bergwerksgesellschaften im Laufe von 60 Jahren 10,8 Milliarden US-Dollar, fast ebenso viel wie das im Laufe von 400 Jahren erwirtschaftete chilenische Nationalvermögen das auf 10,5 Milliarden US-Dollar beziffert wurde.

Im Jahr 1955 begann der chilenische Staat mithilfe des Departamento de Cobre die Kupferindustrie zu fiskalisieren um dem Staat ein Mindestmass ein Einkünften zu sichern und die Entwicklung der Kupferindustrie zu fördern. Unter der Regierung von Eduardo Frei Montalva erwarb der chilenische Staat 1967 wesentliche Anteile an der Kupfergrossindustrie. Es wurden neue Unternehmen gegründet die die großen Bergwerksunternehmen mit einer Kapitalerhöhung übernahmen und so den Staat als Gesellschafter einführten. 1967 erwarb der chilenische Staat an El Teniente, Chuquicamata und Salvador eine Beteiligung von jeweils 51 % und an Exótica und Andina von jeweils 25 %. Unter der sozialistischen Regierung von Salvador Allende wurde 1971 die Kupfergrossindustrie und das Eigentum an allen Erzlagerstätten vollständig verstaatlicht. Die Verwaltung übernahmen mehrere staatliche Gesellschaften deren Gesellschafter die Corporación del Cobre (95 % Anteil), Nachfolger des Departamento de Cobre, und die Empresa Nacional de Minería (5 % Anteil) waren. Nach dem Militärputsch am 11. September 1973 wurden die enteigneten Investoren im gegenseitigem Einvernehmen entschädigt und die Kupfergrossindustrie blieb im Eigentum des chilenischen Staates.

Durch Gesetzesbeschluss vom 1. April 1976 wurde die Corporación Nacional del Cobre de Chile (Codelco) offiziell gegründet und übernahm sämtliche staatlichen Unternehmen der Kupferindustrie. Heute untergliedert sich der Konzern in die acht Divisionen Radomiro Tomic, Chuquicamata, Gabriela Mistral, Ministro Hales, Salvador, Andina, Ventanas und El Teniente, die nach ihren Arbeitszentren benannt sind und mit denen sieben Bergwerke und eine Raffinerie betrieben werden. Es gibt zahlreiche Tochterunternehmen und Beteiligungen an anderen Unternehmen in den Bereichen Bergbau, Handel, Elektrizität, Forschung und Technologie, verarbeitende Fabriken, Investition, Seehäfen sowie Gesundheit und Renten. In Deutschland sind das die Handelsgesellschaften Codelco Kupferhandel GmbH (100 % Codelco), die CK Metall Agentur GmbH (100 % Codelco Kupferhandel GmbH) und die Deutsche Giessdraht GmbH (40 % Codelco Kupferhandel GmbH, 60 % Aurubis A.G.).[2][3][4]

Positionierung auf dem Markt[Bearbeiten]

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Etwa die Hälfte der Kupferreserven Chiles gehören Codelco. Das sind ungefähr ein Fünftel der weltweiten Vorkommen. Im Jahr 2004 produzierte das Unternehmen 1,9 Millionen Tonnen Feinkupfer; 13 % der Weltproduktion. Bei einem Umsatz von knapp 11 Mrd. $ erwirtschaftete Codelco im Jahr 2005 4,9 Mrd. $ Gewinn vor Steuern. Allein im ersten Halbjahr 2006 wurden schon 4,6 Mrd. $ Gewinn verzeichnet, doppelt so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Im Jahr 2005 wurde kurzzeitig ein Börsengang in Betracht gezogen, bei dem der Staat jedoch die Mehrheit behalten sollte. Dies wurde aber nach der Wahl von Michelle Bachelet zur chilenischen Ministerpräsidentin im Januar 2006 nicht mehr debattiert. Codelco profitiert stark von dem Boom in der Volksrepublik China. Die wachsende Nachfrage trieb die Kupferpreise nach oben und sicherte die Auftragslage.

Im I. Quartal 2010 stieg die produzierte Kupfermenge trotz des schweren Erdbebens in der Region um 12.000 Tonnen auf insgesamt 402.000 Tonnen. Daneben förderte Codelco 4.000 Tonnen Molybdän. Der Codelco-Vorstand rechnet damit, 2010 1,7 Mio. Tonnen Kupfer zu produzieren.

Vorgestellt wurden die Zahlen von Diego Hernandez, dem neuen CEO. Der Vorsteuergewinn stieg stark von 275 Mio. im Vorjahr auf 1,48 Mrd. US Dollar in 2010 infolge der deutlich gestiegenen Kupferpreise. Codelco gibt seine Gewinne komplett an den chilenischen Staat weiter. Das Unternehmen reformiert sich und der Einfluss von Politik und Staat wird geringer. Anders als seine Vorgänger hat Pinera nicht mehr das Recht den Vorstandsvorsitzenden von Codelco zu bestimmen (sondern nur noch den sog. Chairman).

Internationale Expansion[Bearbeiten]

Das Unternehmen besitzt Bergwerke in Argentinien, Chile, Peru, Kanada, Pakistan und den USA. 2001 hat Codelco zusammen mit der kanadischen Noranda den Kupferproduzenten Río Algom für 800 Millionen US-Dollar gekauft. Codelco erkundet das Regenwaldgebiet Intag in Ecuador.[5][6]

Bergwerke[Bearbeiten]

Codelco betreibt die folgenden Kupferbergwerke in Chile (geordnet von Süden nach Norden):[2]

  • El Teniente - seit 1905. Das größte Untertage-Kupferbergwerk der Welt. Es hat das größte bekannte Kupfererzvorkommen mit einem Inhalt von rund 100 Megatonnen Feinkupfer. Die Gesamtlänge der aufgefahrenen Grubenbaue beträgt mehr als 3000 Kilometer. Es liegt mit seiner emblematischen Geisterstadt Sewell im Andenhochgebirge, etwa 80 km südlich von Santiago de Chile.[7][2]
  • Andina (Río Blanco) - seit 1970. Tagebau und Untertagebau.
  • Salvador - seit 1959. Tagebau und Untertagebau.
  • Ministro Hales - seit 2010. Tagebau.
  • Gabriela Mistral - seit 2008. Tagebau.
  • Chuquicamata - seit 1915. Der größte Tagebau der Welt. Er liegt etwa 15 km nördlich der Stadt Calama.
  • Radomiro Tomic - seit 1997. Tagebau.

Statistiken[Bearbeiten]

Corporación Nacional del Cobre de Chile[2] (kurz Codelco – Chile), Jahresergebnisse des Gesamtkonzerns
Jahr Mitarbeiter Überschuss
Millionen USD
Kupfer
kt
Molybdän
kt
Silber
t
Gold
t
Schwefelsäure
kt
2014[2] 64418 3033 1841 31 635 2,6 2988
2013[8] 66979 3889 1792 23 290 2,3 2767
2012[8] 74726 7805 1758 20 284 2,4 3130
2011[2] 63311 7033 1796
2010[9] 60588 5799 1760 22 394 3,5 3400
2009[9] 66517 3948 1782 22
2008[9] 58098 4970 1548
2007[9] 61500 8460 1665
2006[9] 50584 9215 1783
2005[10] 50721 4901 1831 37
2004[10] 45390 3301 1840 32
2003[10] 43529 606 1674
2002[10] 43496 369 1630
2001[10] 36285 412 1699
1971[11] 421 571

Gesamtproduktion Codelco von 1971 bis Mai 2014: 54,7 Millionen Tonnen Feinkupfer.[11]
Gesamtüberschuss Codelco von 1971 bis 2014: 115 Milliarden US-Dollar.[2]
Reserven: 125 Megatonnen Feinkupfer (32 % der Reserven Chiles, 9 % der Weltreserven)[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Codelco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Zur Firma Kennecott siehe: Kennecott Corporation History Lehman Brothers Collection Kennecott Coper Corporation Río Tinto, Kennecott Our History
  2. Zur Familie Guggenheim siehe: Meyer Guggenheim und Spiegel 1978: Millionäre, Liebe Im Gold-Salon
  3. Zum Unternehmen siehe Arktikel Anaconda Copper in der englischsprachigen Wikipedia.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.codelco.com/preguntas-frecuentes/prontus_codelco/2011-02-28/183604.html#vtxt_cuerpo_T3
  2. a b c d e f g h i j k l  Codelco Chile (Hrsg.): Memoria Anual 2014. Santiago de Chile April 2015 (online, abgerufen am 18. April 2015).
  3.  Alexander Sutulov, Carlos Correa Iglesias, Andrés Zauschquevich, Corporación del Cobre (Hrsg.): El Cobre Chileno. Universitaria, Santiago de Chile 1975 (online, abgerufen am 2. Mai 2015).
  4.  Sociedad Nacional de Míneria (Hrsg.): In: 100 años de minería en Chile. 1 Auflage. Sociedad Editora Lead Ltda., Santiago de Chile 1983, S. 123-198 (online, abgerufen am 10. Mai 2015).
  5. Habitantes de Íntag preocupados por la exploración minera. Abgerufen am 16. Dezember 2013 (spanisch).
  6. Susy Garbay: Participación y activismo: La población de Intag frente a la explotación minera. Abgerufen am 16. Dezember 2013 (PDF, 80KB, spanisch).
  7.  Codelco Dirección de Comunicaciones (Hrsg.): El Teniente. Minería del futuro. 2011 (online, abgerufen am 28. März 2015).
  8. a b  Thomas Keller Lippold, Iván Arriagada Herrera, Codelco-Chile (Hrsg.): Resultados Codelco Año 2013. Conferencia de Prensa 28 de marzo de 2014. 28. März 2014 (online, abgerufen am 16. Januar 2015).
  9. a b c d e  Codelco Chile (Hrsg.): Memoria Anual 2010. Santiago de Chile April 2011 (online, abgerufen am 1. Juni 2015).
  10. a b c d e  Codelco Chile (Hrsg.): Memoria Anual 2005. Santiago de Chile April 2006 (online, abgerufen am 1. Juni 2015).
  11. a b  Codelco Chile (Hrsg.): 43 años. Cuando Codelco crece, Chile se desarrolla. In: Codelco Informa. Nr. 45, Santiago de Chile Juli 2014 (online, abgerufen am 13. Mai 2015).