Constantin J. David

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Constantin J. David (* 18. Februar 1886 in Hamburg, Deutsches Reich[1]; † 19. Februar 1964 in Los Angeles, USA) war ein deutscher Journalist, Filmregisseur und Filmproduzent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn einer Spanierin und eines Deutschen lebte bis zu seinem 16. Lebensjahr in Konstantinopel. Zurück in Deutschland, zeigte David zunächst Ambitionen als Journalist und Schriftsteller. Er promovierte an der Pariser Sorbonne und setzte seine Studiengänge (Literatur und Kunst) in Berlin und München fort. Danach gab David die literarische Zeitschrift Der Weckruf heraus, nach 1918 die Zeitschrift Kornscheuer. 1921 gründete er das Internationale Institut für Moderne Künste, von 1922 bis 1925 arbeitete er als Produzent und Co-Eigentümer der Filmgesellschaft Greenbaum-Film.

Zum Jahresbeginn 1925 unternahm David seine ersten Schritte als Filmregisseur mit der Greenbaum-Film als Produktionsfirma. Nach nur fünf Jahren in diesem Beruf und einer Handvoll mäßig interessanter Inszenierungen (darunter zwei mit seiner damaligen Ehefrau, der Schauspielerin Käthe von Nagy in der Hauptrolle), wendete er sich erneut anderen (filmischen) Tätigkeiten zu. Ab 1929 konzentrierte er sich auf die Gründung der ersten italienischen Tonfilmstudios (in Turin und Rom), bald darauf unternahm er die gleichen Schritte in Spanien.

1936, bei Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs, verließ David das Land und ging via Italien 1937 zurück in die Türkei, wo er in den kommenden zwei Jahren im Staatsauftrag einen Fünf-Jahres-Plan für das staatliche Filmschaffen konzipierte. Die Kriegsjahre 1939–45 verbrachte David in Frankreich, am 28. März 1941 berichtete das jüdische Emigrantenblatt Aufbau von Davids verzweifelten Versuchen, ein Einreisevisum für die USA zu bekommen.[2] Am 17. Mai 1944 wurde ihm in Lyon ein französischer Reisepass ausgestellt.[3] Erst 1947 konnte David in die USA ausreisen, wo er als Präsident der kleinen Firma Orbit zwei Filme herstellte.

Filmografie (als Regisseur)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1925: Sündenbabel (auch Drehbuchmitarbeit und Produktion)
  • 1925: Die unberührte Frau (auch Drehbuch, Produktion)
  • 1925: Unser täglich Brot (auch Produktion)
  • 1926: Gräfin Plattmamsell
  • 1926: Das Mädchen ohne Heimat (auch Drehbuchmitarbeit)
  • 1927: Männer vor der Ehe
  • 1928: Vom Täter fehlt jede Spur
  • 1928: Die Republik der Backfische (auch Drehbuchmitarbeit, Produktion)
  • 1929: Tagebuch einer Kokotte
  • 1929: Rotaie (nur Produktionsleitung)
  • 1930: Liebeslied (auch Drehbuchmitarbeit)
  • 1930: Saltarello / Kennst du das Land ?
  • 1931: So beginnen deine Tage (Kurzfilm)
  • 1935: La romerio del Rocio (Dokumentarfilm)
  • 1935: La musa y el Fénix (Kurzfilm, auch Produktion)
  • 1948: Parole Inc. (nur Produktion)
  • 1949: Alimony (nur Produktion)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fritz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 305.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geburtsort lt. Weniger
  2. Faksimile@1@2Vorlage:Toter Link/deposit.ddb.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Dokument liegt im Filmarchiv Weniger vor