Contentfilter

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Ein Contentfilter (von engl. content „Inhalt“) wird zur Filterung bestimmter Inhalte in einem Netzwerk oder einem Computer eingesetzt. Diese Filter kommen vor allem in Unternehmensnetzwerken und bei Internetdienstanbietern zum Einsatz. Anfangs wurde dadurch versucht, illegale, anstößige oder jugendgefährdende Websites zu sperren. [1]

Der Zugang zur Webseite whitehouse.com, blockiert durch ein Contentfilterprogramm (DansGuardian)

Schon seit 2010 sperren große Unternehmen aber auch die Seiten von Sozialen Netzwerken wie facebook und Twitter, die für die sinkende Produktivität der Mitarbeiter verantwortlich gemacht werden.[2]

Eigenschaften und Funktionen[Bearbeiten]

Ein detailliert einstellbarer Filter erleichtert die Kontrolle über die betrachteten Inhalte. Zum Teil unbemerkt für den Anwender blockiert oder filtert dieses System beispielsweise Webseiten oder E-Mails hinsichtlich einzelner Wörter, typischer Phrasen, Bilder oder Links. Content-Filter sind Bestandteil der BSI-Empfehlungen für den Betrieb sicherer Mailserver.[2]

Meist werden diese Bereiche mittels einer Kategorisierung konfiguriert, Dabei werden Listen (Datenbanken) benutzt, so die ablehnende Blacklist oder eine Whitelist, die den Zugriff trotzdem gestattet. Typische Beispiele für vordefinierte Kategorien sind Pornografie oder Rechtsextremismus.

Einfache Content-Filter[Bearbeiten]

Einfache Filter überprüfen nur das Vorkommen bestimmter Auswahlkriterien. Nachteilig ist bei Einsatz von sehr einfachen Filtern, dass jede Seite mit entsprechenden Wörtern gesperrt wird. Dabei können auch Seiten gesperrt werden, die gesperrte Wörter in einem anderen Kontext nutzen. Wenn beispielsweise das Wort „Sex“ in jeder Form gesperrt ist, wird nicht nur allgemein jede Seite, die dieses Wort – auch in unverfänglichem Zusammenhang – verwendet, sondern unter Umständen auch die Seite der Ortschaft Sexten oder die Wikipedia-Einträge Rechtsextremismus und Zufallsexperimente gefiltert. Eine andere einfache Methode ist das Sperren bestimmter Ports oder Netzwerkprotokolle.[3]

Intelligente Content-Filter[Bearbeiten]

Um Nachteile einfacher Methoden zu umgehen, arbeiten intelligente Filter mit Gewichtungen und weisen eine Seite erst dann zurück, wenn eine bestimmte Relevanz überschritten wird. Daneben verwenden sie auch heuristische Verfahren und bei E-Mails Greylists.

Ein intelligenter Content-Filter ist im Gegensatz zu einem URL-Filter mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit in der Lage, Webseiten oder E-Mails korrekt zu beurteilen. Ebenfalls können für gut befundene URLs eine bestimmte Zeit lang zwischengespeichert werden, um das zeitraubende Prüfen bei wiederholter Anforderung zu vermeiden.

Einschränkungen[Bearbeiten]

Einfache Filter können nur URLs, Texte und Bilder, die nach bestimmten Standards klassifiziert sind, prüfen. Texte, die in Bildform dargestellt werden, können nur geprüft werden, wenn der Filter gleichzeitig eine Unterstützung für OCR-Texterkennung hat. Natürlich ist es auch nur begrenzt möglich, "Blacklists" aller unerwünschten Seiten zu führen.

Fortschrittliche Systeme kombinieren ebenfalls ein Antivirenprogramm mit dem Content-Filter, um auch hierüber eingeschleuste Schadsoftware, die beispielsweise über Scripte oder Bilder auf den Client gelangen will, zu erkennen.

Heute (2014) werden Content-Filter oft als gesonderte Dienstleistung kostenpflichtig angeboten, die Dienstleister übernehmen die Aktualisierung der Filterlisten und die intelligente Filterung nach konfigurierbaren Kriterien. Pro Jahr und Internet-Benutzer fallen erhebliche Kosten an.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. heise Netze: Familienministerin: Provider machen mit beim Sperren von Kinderporno. 15. Januar 2009.
  2. a b FAZ: Soziale Netze: Unternehmen sperren Facebook aus - Facebook - FAZ, accessdate: 16. November 2014
  3. Principles of Information Security.. Cengage Learning, 1 January 2011, ISBN 1-111-13821-4, S. 277,.