DIN 14675

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Bereich Brandmeldeanlagen in Deutschland
Titel Brandmeldeanlagen - Aufbau und Betrieb
Letzte Ausgabe 2012-04
ISO

Die DIN-Norm DIN 14675 beschreibt neben DIN VDE 0833-1 und -2 den fachgerechten Aufbau und Betrieb einer Brandmeldeanlage, die eine direkte Alarmierung der Feuerwehr auslöst. Gültig ist sie in Deutschland und beschreibt standardisierte Feuerwehrperipherie. Verantwortlich für die Erstellung der Norm ist der Normausschuss Feuerwehrwesen (FNFW) NA 031. Deshalb wird die DIN 14675 umgangssprachlich auch als Feuerwehrnorm bezeichnet. Die DIN 14676 hingegen ist nicht im Zusammenhang mit Brandmeldeanlagen zu verwenden, sondern beschreibt Rauchwarnmelder, die entsprechend den baurechtlichen Anforderungen in Wohnungen eingesetzt werden können.

Zertifizierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. November 2003 sollen Brandmeldeanlagen mit Aufschaltung zur Feuerwehr nur noch von dafür zertifizierten Fachfirmen geplant, projektiert, montiert, in Betrieb genommen, abgenommen oder regelmäßig instand gehalten werden. Zertifiziert werden können neben Fachplanern in Ingenieur- und Planungsbüros auch Facherrichter, welche die Anlage aufbauen.

Um die Zertifizierung nach DIN 14675 zu erhalten, ist eine vorherige Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 zum Qualitätsmanagement erforderlich.

Phasen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DIN 14675 unterscheidet die Aufgabengebiete zum Aufbau und Betrieb einer Brandmeldeanlage in Phasen. Die Fachfirma für Brandmeldeanlagen (Ingenieurbüro/Fachplaner oder Facherrichter) – die sich nach DIN 14675 zertifizieren möchte – muss entscheiden, nach welchen Phasen eine Zertifizierung angestrebt wird.

Phase1 2 Phasenname
06.1 Planung
06.2 Projektierung
07 Montage
08 Inbetriebsetzung
09 Abnahme
11 Instandhaltung
1 Die Nummerierung der Phasen bezieht sich auf die Abschnitte der Norm.
2 Zertifizierung nach Phasen 5, 10 und 12 nicht möglich bzw. nötig.

Facherrichter streben in der Regel die Zertifizierung für alle Phasen an, als Fachplaner ist nur eine Zertifizierung nach den Phasen 6.1 und 6.2 sinnvoll. Um als Fachplaner eine herstellerneutrale Planung (Erstellung der Leistungsbeschreibung) sowie die Baubegleitung und die Planung im Bestand (z. B. bei Erweiterung oder Umbau) als nicht herstellerneutrale Planung anbieten zu können, ist eine Zertifizierung gemäß DIN 14675 nach den Phasen 6.1 und 6.2 zwingend erforderlich.

Schutzumfang nach DIN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DIN 14675 unterteilt Brandmeldeanlagen in vier Kategorien, nach denen der Überwachungsumgang ausgelegt bzw. geplant werden kann.

Kategorie Überwachungsumfang
1 Vollschutz
2 Teilschutz
3 Schutz von Fluchtwegen
4 Einrichtungsschutz

Technische Anschlussbedingungen für Brandmeldeanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Technischen Anschlussbedingungen für Brandmeldeanlagen (TAB) werden von den Gemeinden bzw. unter Leitung der örtlichen Feuerwehr veröffentlicht. In ihnen sind die individuell festgelegten technischen Anschlussbedingungen definiert, die zwingend erforderlich sind, um eine Brandmeldeanlage gemäß DIN 14675 zu planen, errichten und instand zu halten, damit diese zur Feuerwehr aufgeschaltet werden kann.[1] Die Abnahme der Brandmeldeanlage durch die Feuerwehr erfolgt nur bei Einhaltung der jeweiligen technischen Anschlussbedingung.

Seit der Revision der DIN 14675 im November 2003 wurden zwischenzeitlich sehr viele TABs aktualisiert. In den meisten neu geschriebenen TABs wird mittlerweile von den Planern und Errichtern einer Brandmeldeanlage eine Zertifizierung nach DIN 14675 gefordert.[1]

Hauptverantwortliche Person für Brandmeldeanlagen nach DIN 14675[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Norm bezeichnet die Fachkraft für Brandmeldeanlagen als „Verantwortliche Person“ und erfordert eine Ausbildung zur Verantwortlichen Person für Brandmeldeanlagen nach DIN 14675. In jedem nach DIN 14675 zertifiziertem Unternehmen muss mindestens eine Fachkraft nach DIN 14675 tätig sein. Die hauptverantwortliche Fachkraft muss eine beurkundete Prüfung nach DIN 14675 ablegen. Für die Phasen 6.1 und 6.2 ist eine zusätzliche Projektierungsaufgabe in der Prüfung zu absolvieren. Die Prüfung kann nur bei einer akkreditierten Zertifizierungsstelle nach DIN 14675 abgelegt werden.

Normentwicklung und -fortschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DIN 14675 erschien erstmals im August 1966. Die drei Teilnormen wurden 1979 zu einer Norm zusammengefasst und 1984 sowie 2000 überarbeitet.

DIN 14675 – November 2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Dezember 2003 veröffentlichte Norm forderte erstmals die Umsetzung eines Qualitätsmanagementsystems und es wurden die Änderungen A1 bis A3 zur Vornorm eingearbeitet.

DIN 14675 A1 – Dezember 2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Dezember 2006 ist die Änderung A1 zur Norm DIN 14675:2003-11 verfügbar. Hier sind zum ersten Mal in einer Norm die Anforderungen für die Änderung und Erweiterung bestehender Brandmeldeanlagen definiert.

DIN 14675 A2 – Juni 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ausgabe Juni 2009 ist die neue Norm DIN 14675 A2 Brandmeldeanlagen - Aufbau und Betrieb; Änderung A2 verfügbar. Gegenüber DIN 14675:2003-11 werden folgende Änderungen vorgenommen:

  1. Begriff und Definition 3.1 „abfragende Verbindung“ wird gestrichen, da der Begriff in der Norm nicht mehr vorkommt;
  2. Anforderungen in Tabelle A.1 redaktionell an die Anforderungen der EN 50136-1-1 angepasst;
  3. Anforderungen in Tabelle A.1 technisch an die Anforderungen der EN 54-21 angepasst;
  4. in Tabelle A.1 wurden die Übertragungswege um Beispiele ergänzt

DIN 14675 – April 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im April 2012 überarbeitete und ergänzte Norm DIN 14675:2012-04[2] stellt die konsolidierte Fassung von DIN 14675:2003-11, DIN 14675/A1:2006-12, DIN 14675/A2:2009-06 und der DIN 14675/A3, die im Juni 2010 als Entwurf veröffentlicht wurde, dar. Die Norm erfuhr eine Erweiterung um die Anforderungen an die Kompetenz von Fachfirmen für Sprachalarmierung nach EN 54-16, EN 54-24 und DIN VDE 0833-4 (VDE 0833-4). Die bereits bestehende Zertifizierung von Fachfirmen für Brandmeldeanlagen (BMA) wird um die Zertifizierung von Fachfirmen für Sprachalarmanlagen (SAA) erweitert.[3]

DIN 14675 Beiblatt 1 – Dezember 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Arbeitskreis NA 031-02-01-02 AK „Planung, Instandhaltung, Montage“ des Arbeitsausschusses NA 031-02-01 AA „Brandmelde- und Feueralarmanlagen“ des Normenausschusses Feuerwehrwesen hat diese Anwendungsempfehlungen zur DIN 14675:2012-04 erarbeitet. Sie enthält jedoch keine zusätzlich genormten Festlegungen.[4]

  1. Änderung der Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsgesellschaften (DIN 45011 durch DIN EN ISO/IEC 17065:2013-01 ersetzt)
  2. Erläuterung des Begriffs „Werksprüfung“ bezüglich punktförmiger Rauchmelder nach DIN EN 54-7
  3. Änderung und Erweiterung bestehender BMA verweist auf Anhang S, statt wie ursprünglich auf Anhang R
  4. Die Überwachung der Übertragungswege zwischen FBF und der BMZ muss direkt erfolgen
  5. Die Alarmierung über TK-Anlagen ersetzt grundsätzlich nicht geforderte Alarmierungseinrichtungen nach H.3.1 und H.3.3

Internationale Pendants[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich sind die entsprechenden Standards in der TRVB-123 00 und in der TRVB-114-06 beschrieben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Auflistung der technischen Anschlussbedingungen der Feuerwehren in den deutschen Großstädten
  2. Inhaltsverzeichnis der DIN 14675:2012-04
  3. Erweiterung um die Zertifizierung von Sprachalarmanlagen (SAA) in der DIN 14675
  4. Inhaltsverzeichnis des Beiblattes 1 der DIN 14675