DIN 277

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN 277
Bereich Bauwerksberechnung
Titel Grundflächen und Rauminhalte im Bauwesen
Letzte Ausgabe DIN 277-1:2016-01

DIN 277-3:2005-04

ISO -

Die DIN-Norm DIN 277 dient zur Ermittlung von Grundflächen und Rauminhalten von Bauwerken oder Teilen von Bauwerken im Hochbau. Die Norm ist insbesondere bei der Flächenermittlung von Gebäuden mit mehreren Nutzungen anzuwenden.

Die DIN 277 (Ausgabedatum: 2016-01) legt die Regeln für die Berechnung von Flächen- und Rauminhalten von Bauwerken fest. Diese Flächen- und Rauminhalte dienen sowohl der Ermittlung der Herstellungskosten von Gebäuden als auch der Ermittlung von Miet- und Kaufpreisen. Sie werden ferner dazu verwendet, die Nutzungsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit verschiedener Gebäude miteinander zu vergleichen. Zudem wird die Gliederung der Nutzflächen nach Gruppen unterschiedlicher Nutzungsarten beschrieben und Beispiele für die Zuordnung von Räumen und Flächen zu den einzelnen Nutzungsarten gegeben.

Eine andere Möglichkeit für die Flächenberechnung für die Vermietung gewerblicher Räume (Büro- und Einzelhandelsflächen) ist die gif-Richtlinie MF-G Richtlinie zur Berechnung der Mietfläche für gewerblichen Raum.

Grundflächen und Rauminhalte sind unter anderem maßgebend für die Ermittlung der Kosten im Hochbau und beim Vergleich von Bauwerken.

Flächen- und Rauminhalte nach DIN 277:2016: Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufteilung der Grundfläche nach DIN 277:2016
Aufteilung der Grundfläche nach DIN 277:2005
Begriff Abk. Erläuterung
Brutto-Grundfläche BGF Netto-Raumfläche + Konstruktionsgrundfläche
Netto-Raumfläche NRF Nutzungsfläche + Technikfläche + Verkehrsfläche
Konstruktions-Grundfläche KGF Summe der aufgehenden Bauteile aller Grundrissebenen eines Bauwerks (Wände, Stützen, Pfeiler, …). Auch die Grundflächen von Schornsteinen, nicht begehbaren Schächten, Türöffnungen, Nischen und Schlitzen zählen zur KGF.
Nutzungsfläche NUF Summe der Grundfläche mit Nutzungen (derjenige Teil der NRF, der der Nutzung des Bauwerks aufgrund seiner Zweckbestimmung dient)
Technikfläche TF Derjenige Teil der NRF, der der Unterbringung zentraler betriebstechnischer Anlagen dient. Wenn die Unterbringung betriebstechnischer Anlagen zur Versorgung anderer Bauwerke Zweckbestimmung ist (Bsp. Heizhaus), sind die dafür erforderlichen Grundflächen NF.
Verkehrsfläche VF Derjenige Teil der NRF, der dem Zugang zu den Räumen, dem Verkehr innerhalb des Bauwerks und auch dem Verlassen im Notfall dient. Bewegungsflächen innerhalb von Räumen zählen nicht dazu.
Konstruktionsrauminhalt KRI Differenz zwischen Brutto- und Netto-Rauminhalt
Grundstücksfläche GF Fläche, die durch die Grundstücksgrenzen gebildet wird und die im Liegenschaftskataster sowie im Grundbuch ausgewiesen ist.
Bebaute Fläche BF Teilfläche der Grundstücksfläche (GF), die durch ein Bauwerk oberhalb der Geländeoberfläche überbaut oder überdeckt oder unterhalb der Geländeoberfläche unterbaut ist. Bei Bedarf kann diese Teilfläche gesondert als BF 1 (überbaut) und BF 2 (unterbaut) ausgewiesen werden.
Unbebaute Fläche UF Zur Unbebauten Fläche (UF) gehören ausschließlich die Teilflächen der Grundstücksfläche (GF), die nicht durch Bauwerke überbaut bzw. überdeckt oder unterbaut sind.

Vergleich DIN 277 Ausgaben 1987 und 2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DIN 277:2005 hat einige Neuerungen im Vergleich zu den Vorgängerversionen eingeführt, die auch die o. a. Definitionen betreffen, so u. a.:

  1. die Funktionsfläche (FF) heißt jetzt Technische Funktionsfläche (TF)
  2. Aufnahme des Konstruktions-Rauminhalts (KRI), der die Rauminhalte von abgehängten Decken, Doppelböden, mehrschaligen Fassaden, Installationskanälen und –schächten mit einem lichten Querschnitt bis 1 m² einschließt
  3. die getrennte Ermittlung von Grundflächen bis/über 1,50 m Höhe entfällt
  4. es wurden Mindestabmessungen definiert für Installationskanäle und -schächte (bzgl. Netto-Grundfläche bzw. Konstruktions-Grundfläche)
  5. der Begriff „Nutzungsgruppe“ (Zusammenfassung einzelner Grundflächen und Räume mit gleichartigen Nutzungen) wurde eingeführt
  6. die Unterscheidung zwischen Hauptnutzflächen (HNF) und Nebennutzflächen (NNF) entfällt. Dafür wurde eine 7. Nutzflächenkategorie mit der Bezeichnung "Sonstige Nutzungen" eingeführt. Diese beinhaltet nun die Flächen, welche vormals unter dem Begriff Nebennutzflächen aufgeführt wurden.

Die Nutzflächen werden nach der DIN 277:2005 in sieben Nutzflächen (kurz NF) unterteilt und nach ihren Funktionen gegliedert:

  1. Wohnen und Aufenthalt
  2. Büroarbeit
  3. Produktion, Hand- und Maschinenarbeit, Experimente
  4. Lagern, Verteilen und Verkaufen
  5. Bildung, Unterricht und Kultur
  6. Heilen und Pflegen
  7. Sonstige Nutzungen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]