DVB Bank

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  DVB Bank SE
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Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Frankfurt am Main
Rechtsform Societas Europaea
Bankleitzahl 501 103 00[1]
BIC DVKB DEFF XXX[1]
Gründung 1923[2]
Website www.dvbbank.com
Geschäftsdaten 2018[3]
Bilanzsumme 20,425 Mrd
Einlagen 9,057 Mrd
Kundenkredite 16,643 Mrd
Mitarbeiter 553
Geschäftsstellen 10
Leitung
Vorstand Ralf Bedranowsky (Vors.),
David Goring-Thomas,
Christian Hagemeyer[4]
Aufsichtsrat Wolfgang Köhler (Vors.)[5]

Die DVB Bank SE ist Teil der DZ-Bank-Gruppe und eine auf Verkehrsfinanzierungen spezialisierte Bank mit Sitz in Frankfurt am Main.

Sie war an der Börse Frankfurt notiert und beschäftigt an den Standorten Frankfurt am Main, Amsterdam, Athen, Hamburg, London, Oslo, Singapur, Tokio, New York City und Curaçao 553 Mitarbeiter.[6]

Die Bank sieht sich als Anbieter von Finanzierungs- und Beratungsdienstleistungen im weltweiten Verkehrsmarkt, insbesondere in den Segmenten Schifffahrt, Luftfahrt, Offshore und Landtransport; frühere Aktivitäten im Privatkunden-Bereich wurden abgestoßen. Sie bezeichnet sich als der „Spezialist in der internationalen Transportfinanzierung“.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktie über 100 RM der Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank AG vom Oktober 1925

Das Institut wurde erstmals am 18. Mai 1923 als Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank AG (DVKB) in einem Vertrag erwähnt und genau einen Monat später offiziell von mehreren Banken und Industrieunternehmen gegründet, anfangs um Frachtstundungen für die Deutsche Reichsbahn vorzunehmen. Ein Jahr später erwarb die Deutsche Reichsbahn 51 % der Anteile und machte die DVKB zu ihrer Hausbank. 1925 weitete sie ihren Anteil auf 75 % aus; die restlichen 25 % verblieben bei einem Bankenkonsortium. Danach begann die Bank Wechselstuben an Bahnhöfen und Grenzübergangsstellen einzurichten. 1935 wird sie seitens der Reichsbahn als Bankabteilung der Deutschen Reichsbahn und nicht als betriebsfremdes Unternehmen bezeichnet.[8]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Sonderaufgaben der DVKB, insbesondere bei der Frachtstundung, gesetzlich fixiert. 1949 wurde nach der Vereinigung der beiden Hauptstellen Frankfurt am Main und Hamburg der Sitz der Zentrale in Frankfurt eingerichtet. Daneben gab es noch eine Niederlassung in Berlin und 13 Filialen.[2]

1988 wurde die Bank an der Börse eingeführt, wobei die Deutsche Bundesbahn 75,1 % der Anteile hielt. 1991 wurde der Name in Deutsche Verkehrs-Bank AG, 1997 in Deutsche VerkehrsBank AG und 2002 in DVB Bank AG geändert. Seit 1. Oktober 2008 firmiert sie als DVB Bank SE.[9]

1996 wurde das Sortengeschäft ausgegliedert, es entstand die Reisebank, heute ebenfalls eine Tochtergesellschaft der DZ Bank.

Zur Stärkung des Geschäftszweigs Schiffsfinanzierungen wurde im Jahr 2000 die Nedship Bank N.V. von der Rabobank übernommen, die 2004 in DVB Bank N.V. umbenannt und 2008 mit der DVB Bank verschmolzen wurde. Im Jahr 2002 übernahm die DZ Bank, die 1995 zunächst 50,1 % der Aktien erwarb, den DVB-Anteil der KRAVAG, so dass ihr Anteil sich auf 78,21 % erhöhte. Dieser wurde Ende 2003 durch Übernahme des Sparda-Anteils und des restlichen Anteils von 0,75 % der Deutschen Bahn AG auf 92,27 % ausgedehnt. Durch eine Kapitalerhöhung im Jahr 2008 erreichte der Anteil der DZ Bank schließlich 95,44 %.

Im Zuge eines aktienrechtlichen Squeeze-outs gingen im August 2017 die Aktien aller Minderheitsaktionäre der DVB auf die DZ Bank über. Anschließend wurde der Handel in Aktien der DVB Bank SE an der Frankfurter Wertpapierbörse eingestellt.

Anteilseigner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 17. August 2017 ist die DZ Bank AG alleiniger Eigentümer der DVB Bank.[10]

Geschäftszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 sank das Konzernergebnis vor Steuern um 135,3 Mio. Euro (2015: 46,1 Mio. Euro). Die Bilanzsumme betrug 27,7 Mrd. Euro und das nominale Kundenkreditvolumen 25,9 Mrd. Euro. Von letzterem entfielen 45,9 % auf den Bereich Shipping Finance, 33,6 % auf den Bereich Aviation Finance, 9,3 % auf den Bereich Offshore Finance und 6,2 % auf den Bereich Land Transport Finance.[11]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die LogPay Financial Services GmbH war eine hundertprozentige Tochtergesellschaft mit einem Jahresumsatz von 4 Milliarden Euro, die das Factoring z. B. für Güterverkehrs- und Personenverkehrs­unternehmen (u. a. HandyTicket Deutschland) durchführt. 2017 bis 2019 wurde LogPay von Volkswagen Financial Services erst teilweise, dann ganz übernommen.[12][13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. a b Unternehmensgeschichte. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 13. März 2016; abgerufen am 8. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dvbbank.com
  3. Geschäftsbericht 2018
  4. Vorstand der Bank. Abgerufen am 19. April 2017.
  5. Aufsichtsrat der Bank. Abgerufen am 11. Mai 2017.
  6. Geschäftsbericht 2018. (PDF) Abgerufen am 24. August 2019.
  7. Strategie. Website der DVB Bank SE, abgerufen am 19. April 2017.
  8. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hrsg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 12. Januar 1935, Nr. 3. Bekanntmachung Nr. 17, S. 9.
  9. Pressemitteilung: DVB Bank ist jetzt eine Europäische Gesellschaft (SE). (Nicht mehr online verfügbar.) 1. Oktober 2008, archiviert vom Original am 21. April 2012; abgerufen am 26. Februar 2014.
  10. Aktionärsstruktur der DVB Bank SE. August 2017, abgerufen am 9. April 2018.
  11. Konzern-Geschäftsbericht 2016. (PDF; 9,2 MB) DVB Bank SE, März 2017, abgerufen am 19. April 2017.
  12. Volkswagen Financial Services: Übernahme von LogPay Financial Services. In: autohaus.de. 27. Februar 2019, abgerufen am 14. Oktober 2020.
  13. DVB LogPay-Firmenprofil. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 12. Mai 2013; abgerufen am 26. Februar 2014.

Koordinaten: 50° 6′ 35,9″ N, 8° 39′ 39,1″ O