DZ Bank

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DZ Bank AG
Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank,
Frankfurt am Main
Logo der DZ Bank
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Frankfurt am Main, Deutschland
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 500 604 00[1]
BIC GENO DEFF XXX[1]
Gründung 2001
Website www.dzbank.de
Geschäftsdaten 6/2016[2]Vorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Daten veraltet
Bilanzsumme 521,354 Mrd. Euro
Einlagen 127,512 Mrd. Euro
Kundenkredite 173,093 Mrd. Euro
Mitarbeiter 28.481 + 1.712 (WGZ Bank)
Leitung
Vorstand Wolfgang Kirsch (Vors.);
Uwe Berghaus, Christian Brauckmann, Lars Hille, Wolfgang Köhler, Karl-Heinz Moll, Cornelius Riese, Michael Speth, Thomas Ullrich, Frank Westhoff, Hans-Bernd Wolberg, Stefan Zeidler
Aufsichtsrat Helmut Gottschalk (Vors.)
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland

Die DZ Bank AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main (Eigenschreibweise DZ BANK), mit Sitz in Frankfurt am Main ist innerhalb des genossenschaftlichen Finanzsektors als Zentralinstitut für mehr als 1000 Kreditgenossenschaften zuständig. Darüber hinaus ist die DZ Bank Geschäftsbank für Firmenkunden sowie für Institutionelle aus dem In- und Ausland.

Mit einer Bilanzsumme von 408 Mrd. Euro war die DZ Bank Ende 2015 die drittgrößte Bank in Deutschland. Zum 1. August 2016 übernahm sie im Wege der Fusion die in Düsseldorf ansässige WGZ Bank, bisher Zentralbank für die rund 200 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Rheinland sowie in Westfalen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Preußenkasse am Zeughaus in Berlin (vorne links)
Gedenktafel am Haus, Am Zeughaus 2, in Berlin-Mitte

Die Wurzeln der DZ Bank reichen bis ins Jahr 1883 zurück. Damals schufen sich die hessischen Darlehnskassenvereine mit der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank, Darmstadt, eine eigene regionale Zentralbank. Das Institut, das als Aktiengesellschaft gegründet wurde, sorgte für einen Liquiditätsausgleich unter den ländlichen Kreditgenossenschaften. Nachfolger der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank wurde 1913 die Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar, Frankfurt am Main. Neben der Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar entstanden im Südwesten Deutschlands um bzw. nach der Jahrhundertwende weitere regionale Zentralgenossenschaftsbanken.

Parallel zur Gründung der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank wurde auf Initiative des preußischen Finanzministers Johannes von Miquel 1895 die Preußische Zentralgenossenschaftskasse (Preußenkasse) als Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin errichtet. Die Preußenkasse war Zentralinstitut für zahlreiche regionale genossenschaftliche Zentralbanken, die bis dahin im Südosten und Osten, in der Mitte und im Norden Deutschlands entstanden waren. Die neue Bank ermöglichte diesen regionalen Verbandskassen, überschüssige Liquidität gegen angemessene Zinsen anzulegen bzw. zusätzliche Mittel zu mäßigen Zinsen zu beschaffen. 1928 übernahm der Jurist Otto Klepper von dem glücklosen Carl Semper die Präsidentschaft der 1927 in eine Krise geratenen Preußenkasse. Klepper sanierte mit Hilfe des Freistaats Preußen und des Deutschen Reichs die Kasse. Als Klepper am 7. November 1931 preußischer Finanzminister wurde, folgte ihm Hans Helfrich auf dem Präsidentensessel nach. In Ausdehnung ihres Geschäftsgebietes erfuhr die Preußenkasse 1932 eine Umbenennung in die Deutsche Zentralgenossenschaftskasse (Deutschlandkasse) mit Sitz im Osten von Berlin.[4] Das Institut wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt am Main als Deutsche Genossenschaftskasse (DGK) neu errichtet und 1975 in DG Bank Deutsche Genossenschaftsbank umbenannt.

In den 1980er Jahren verschmolz die DG Bank mit verschiedenen regionalen Zentralbanken. Auch Zentralgenossenschaftsbanken im Südwesten Deutschlands und in Frankfurt fusionierten zwischen 1970 und 1978 unter anderem zur Südwestdeutschen Genossenschafts-Zentralbank AG, Frankfurt (SGZ-Bank) und zur GZB-Bank Genossenschaftliche Zentralbank AG, Stuttgart.

Die DG Bank wurde 1998 auf Grundlage des DG Bank-Umwandlungsgesetzes privatisiert und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die SGZ-Bank und die GZB-Bank fusionierten 2000 zur GZ-Bank AG, Frankfurt/Stuttgart. 2001 fusionierte die DG Bank mit der GZ-Bank zur heutigen DZ Bank.

Fusion mit der WGZ Bank[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DZ Bank und WGZ Bank kündigten am 19. November 2015[5] die Fusion beider Institute an, um damit den jahrzehntelangen Konsolidierungsprozess im Bereich der Zentralinstitute der Genossenschaftsbanken zu vollenden. Vorausgegangen waren in den Vorjahren mehrere gescheiterte Fusionsanläufe der beiden letzten Zentralbanken der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Gründe dafür waren u.a. veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, wie etwa die Auswirkungen der Finanzkrise 2008.

In dem am 12. April 2016 von den Vorständen beider Zentralbanken unterzeichneten Verschmelzungsvertrag wird betont, dass die vereinigte Zentralbank an die „erfolgreiche geschäftspolitische Ausrichtung von DZ Bank und WGZ Bank in den letzten Jahren anknüpft und das Verbundgeschäft mit dem Angebot subsidiärer Produkte und Leistungen für die Genossenschaftsbanken vor Ort weiter ausbaut“. Anfang Mai 2016 haben die Aufsichtsräte einstimmig für den Zusammenschluss votiert. Am 21./22. Juni 2016 stimmten die Anteilseigner beider Institute auf den jeweiligen Hauptversammlungen über die Fusion ab. Die vereinigte Zentralbank hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und bietet den Genossenschaftsbanken eine einheitliche und umfassende Unterstützung. Hauptstandorte der vereinigten Zentralbank sind Düsseldorf und Frankfurt. Starttermin der neuen Zentralbank für die mehr als 1000 Genossenschaftsbanken in Deutschland war der 1. August 2016.

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westendstraße 1, Sitz der DZ Bank

Die Bank ist Zentralinstitut für mehr als 1000 Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und weitere Genossenschaftsbanken mit deren 12.000 Geschäftsstellen. In dieser Funktion unterstützt die DZ Bank die Genossenschaftsbanken mit Dienstleistungen wie Liquiditätsausgleich und der Bereitstellung von Refinanzierungsmitteln sowie zahlreichen modernen Bankprodukten.

Neben ihrer Funktion als Spitzeninstitut im genossenschaftlichen Bankensektor ist die DZ Bank auch Geschäftsbank für Firmenkunden sowie Institutionelle aus dem In- und Ausland. Hier bietet die DZ Bank Investment Banking, Risikomanagement-Produkte, (Re)finanzierung, strukturierte Finanzierung, Corporate Finance und Research an.

Die Bank fungiert darüber hinaus als Holding für Verbundunternehmen der DZ-Bank-Gruppe (Eigenschreibung DZ BANK Gruppe). Zu den wichtigsten Beteiligungen an Spezialinstituten gehören die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die DG Hyp Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank, die DZ Privatbank S.A. in Luxemburg, die VR Leasing AG sowie die R+V Versicherung, die Teambank, die das Produkt easycredit vertreibt, und die Union Asset Management. Über ihre Tochtergesellschaft equens wickelt die DZ Bank den Zahlungsverkehr der Kreditgenossenschaften ab, die Abwicklung des Wertpapiergeschäftes läuft über die Beteiligung dwpbank Deutsche Wertpapierservice Bank. Über ihre Beteiligung an der CardProcess unterstützt die DZ Bank die Kreditgenossenschaften in der Abwicklung des Kreditkartengeschäfts und beim elektronischen Bezahlen.

Hauptsitz der Bank in Frankfurt am Main ist das von der Architekten-Sozietät Kohn Pedersen Fox Associates von 1990 bis 1993 gebaute 208 Meter hohe Hochhaus Westendstraße 1 - wegen des Strahlenkranzes, der knapp 20 Meter über den Grundriss des Gebäudes hinausragt, auch Kronenhochhaus genannt, Am Pariser Platz in Berlin befindet sich wenige Straßen vom ehemaligen Standort der „Preußischen Zentralgenossenschaftskasse“ entfernt eine Niederlassung. Das von 1996 bis 2001 gebaute und von dem Architekten Frank O. Gehry entworfene Gebäude hat eine futuristisch gestaltete Raumskulptur im Inneren und ein fischartig gewölbtes Glasdach. Neben verschiedenen Standorten in Deutschland unterhält die DZ Bank auch Filialen in New York, London, Singapur und Hongkong.

Die DZ Bank besitzt zudem eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer künstlerischer Fotografie, die heute über 6.000 Werke von mehr als 550 Künstlern umfasst. Im Art Foyer DZ Bank, das regelmäßige Führungen anbietet, sowie in externen Ausstellungen öffnet die DZ Bank ihre Fotosammlung der Öffentlichkeit.

Die DZ Bank Stiftung fördert Wissenschaft, Forschung und Lehre an Universitäten und Hochschulen sowie Forschungsprojekte und herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die einen direkten Bezug zum Bank- oder Genossenschaftswesen haben.

Arbeitnehmervertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Privatisierung 1998 verfügt die DZ Bank über einen Gesamtbetriebsrat und örtliche Betriebsräte, zuvor über Personalräte. 2010 veröffentlichte der Frankfurter Betriebsrat den Aufruf vom Platz der Republik – Lehren aus der Bankenkrise[6] mit Vorschlägen zur Verhinderung erneuter Bankenkrisen.[7]

Rechtsstreit mit der Kaupthing Bank nach deren Insolvenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Hauptartikel: Kaupthing Bank#Deutschland

Die DZ Bank war bis Oktober 2008 die Clearingbank der isländischen Kaupthing Bank.[8] In ihrer Funktion als kontoführendes Institut der Kaupthing Edge Deutschland pfändete sie am 8. Oktober 2008, noch vor dem Moratorium der BaFin, 55 Mio. Euro Guthaben auf dem Clearingkonto, um eigene Forderungen zu bedienen. Über den rechtlichen Status des Geldes gibt es unterschiedliche Angaben.[9] Wegen dieser Pfändung befindet sich die DZ Bank im Rechtsstreit mit der Kaupthing Bank.[10][11]

Das Jahresergebnis der DZ-Bank-Gruppe betrug 2007 etwa 900 Mio. Euro, während das Institut im Jahr 2008 einen Verlust von etwa einer Mrd. Euro machte.[12]

Wesentliche Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Beteiligungen der DZ Bank sind im aktuellen Geschäftsbericht genannt.

Anteilseigner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DZ Bank AG hatte am 1. August 2016 ein Grundkapital von 4.658 Mio. Euro. Dieses teilt sich auf die folgenden Anteilseigner auf:[13]

  • Genossenschaftsbanken (direkt und indirekt) 94,6 %
  • Sonstige genossenschaftliche und sonstige Unternehmen 5,4 %

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DZ-Bank-Gruppe 2011 2012 2013 2014 2015
Bilanzsumme (Mrd. Euro) 405,926[2] 407,236[2] 385,398[2] 402,543[2] 408,341[2]
Mitarbeiterzahl 27.828[2] 28.227[2] 28.962[2] 29.596[2] 30.029[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnd Holger Kluge: Geschichte der deutschen Bankgenossenschaften. (= Schriftenreihe des Instituts für Bankhistorische Forschung. Bd. 17). Knapp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-7819-0492-X (zugl. Dissertation, Universität Bonn).
  • Timothy Guinnane, Stephan Paul, Theresia Theurl, Harald Wixforth, Joachim Scholtyseck, Patrick Bormann: Die Geschichte der DZ BANK. Das genossenschaftliche Zentralbankwesen vom 19. Jahrhundert bis heute. C. H. Beck Verlag München 2013, ISBN 978-3-406-64063-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. a b c d e f g h i j k Halbjahresfinanzbericht 2016 DZ-Bank-Gruppe. Abgerufen am 1. Januar 2017.
  3. Drittgrößte Bank Deutschlands: DZ Bank und WGZ Bank fusionieren. Spiegel Online, 22. Juni 2016.
  4. Ulrich Soénius: Im Auftrag des Reichswirtschaftsministeriums: Rudolf Siedersleben. In Peter Danylow / Ulrich S. Soénius (Hrsg.): Otto Wolff. Ein Unternehmen zwischen Wirtschaft und Politik. Siedler-Verlag, München 2005, ISBN 3-88680-804-1. S. 248ff.
  5. DZ BANK und WGZ BANK gehen den Zusammenschluss an. Pressemitteilung auf der Website der DZ Bank, 19. November 2015. Abgerufen am 19. November 2015.
  6. Lehren aus der Bankenkrise. Aufruf vom Platz der Republik. Landesbezirk Hessen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), 3. November 2010, abgerufen am 28. März 2013.
  7. Banker fordern Lehren aus der Finanzkrise. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. November 2010.
  8. Financial Times Deutschland: Krisland: Kaupthing-Kunden erhalten Geld zurück. (Memento vom 31. Juli 2012 im Webarchiv archive.is)
  9. Finanzkrise: Isländisches Kommunikations-Chaos entsetzt deutsche Kaupthing-Kunden. spiegel.de. Abgerufen am 30. Juli 2009.
  10. Bafin hebt Sperre auf. Kaupthing-Kunden können aufatmen. FAZ
  11. Krisland: Kaupthing-Kunden erhalten Geld zurück. (Memento vom 31. Juli 2012 im Webarchiv archive.is) Financial Times Deutschland
  12. Willkommen bei der DZ BANK. www.dzbank.de. Abgerufen am 30. Juli 2009.
  13. Anteilseigner am 1. August 2016

Koordinaten: 50° 6′ 39″ N, 8° 40′ 56″ O