Daman und Diu

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Daman und Diu − દમણ ઔર દીવ
Seal of Daman and Diu.svg
Status Unionsterritorium
Hauptstadt Daman
Fläche 111 km²
Einwohner 242.911 (2011)
Bevölkerungsdichte 2.169 Einwohner je km²
Sprachen Konkani, Marathi und Gujarati
Website

daman.nic.in

ISO-Code

IN-DD

Nordteil von Arunachal Pradesh: de-facto Indien - von China beansprucht Teilgebiete von Uttarakhand: de-facto Indien - von China beansprucht de-facto China - von Indien beansprucht de-facto China - von Indien beansprucht de-facto Pakistan - von Indien beansprucht de-facto Pakistan - von Indien beansprucht Siachen-Gletscher (umkämpft zwischen Pakistan und Indien) Jammu und Kashmir: de-facto Indien - von Pakistan beansprucht Malediven Sri Lanka Indonesien Afghanistan Nepal Bhutan Bangladesch Pakistan China Myanmar Thailand Tadschikistan Delhi Goa Dadra und Nagar Haveli Tamil Nadu Kerala Andhra Pradesh Arunachal Pradesh Assam Bihar Chhattisgarh Gujarat Haryana Himachal Pradesh Jammu und Kashmir Jharkhand Karnataka Madhya Pradesh Maharashtra Manipur Meghalaya Mizoram Nagaland Orissa Punjab Rajasthan Sikkim Telangana Tripura Uttarakhand Uttar Pradesh Westbengalen Andamanen und Nikobaren LakshadweepKarte
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Daman und Diu (Gujarati: દમણ અને દીવ Damaṇ ane Dīv, englisch: Daman and Diu, portugiesisch: Damão e Diu) ist ein Unionsterritorium in Indien. Es besteht aus den beiden nicht miteinander verbundenen Gebieten Daman und Diu, die beide an der Westküste Indiens liegen und an den Bundesstaat Gujarat grenzen. Das Unionsterritorium hat rund 240.000 Einwohner auf einer Fläche von ca. 111 km². Die Hauptstadt ist Daman.

Daman und Diu waren vom 16. Jahrhundert bis 1961 ein Teil Portugiesisch-Indiens. Seit ihrem Anschluss an Indien werden sie als Unionsterritorium direkt durch die indische Zentralregierung verwaltet.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Daman
Blick auf Diu

Das Unionsterritorium Daman und Diu besteht aus den beiden nicht miteinander verbundenen Gebieten Daman und Diu. Beide liegen im Westen Indiens an der Küste des Arabischen Meeres rund 200 km Luftlinie voneinander entfernt. Daman liegt am Eingang des Golfs von Khambhat an der Mündung des Flusses Damanganga, Diu auf einer der Halbinsel Kathiawar vorgelagerten Insel. Sowohl Daman als auch Diu werden vom Gebiet des Bundesstaates Gujarat umgeben. Diu grenzt an den Distrikt Junagadh, Daman an den Distrikt Valsad Gujarats. Nur rund 20 km landeinwärts von Daman, aber durch einen zu Gujarat gehörenden Landstreifen getrennt, liegt das Unionsterritorium Dadra und Nagar Haveli, ebenfalls eine ehemalige portugiesische Kolonie.

Daman und Diu hat eine Fläche von insgesamt ca. 111 km. Hiervon entfallen etwa 72 km² auf Daman und knapp 39 km² auf Diu. Die beiden einzigen Städte sind die namensgebenden Orte Daman und Diu.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß der indischen Volkszählung hatte das Unionsterritorium Daman und Diu im Jahr 2011 insgesamt 242.911 Einwohner. Das Unionsterritorium ist stark urbanisiert: 75,2% der Einwohner leben in Städten. Entsprechend hoch ist die Bevölkerungsdichte mit 2.169 Einwohnern pro Quadratkilometer. Das Bevölkerungswachstum Damans und Dius ist deutlich höher als in umliegenden Gebieten, was sich vor allem durch die Zuwanderung aus anderen Gebieten Indiens erklärt. Zwischen 2001 und 2011 nahm die Einwohnerzahl des Unionsterritoriums um 53,5 % zu. Die Einwanderung von (vorwiegend männlichen) Arbeitsmigranten erklärt auch das extrem unausgewogene Geschlechterverhältnis: Auf 1000 Männer kommen in Daman und Diu nur 618 Frauen. Damit verzeichnet Daman und Diu den größten Männerüberschuss aller indischen Bundesstaaten und Unionsterritorien. Die Alphabetisierungsquote Damans und Dius liegt mit 87,1 % deutlich über dem gesamtindischen Durchschnitt von 74,0 %.[1]

Sprachen in Daman und Diu
Sprache Prozent
Gujarati
  
68,8 %
Hindi
  
19,8 %
Marathi
  
4,4 %
Andere
  
7,0 %
Verteilung der Sprachen (Zensus 2001)[2]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptsprache Damans und Dius ist wie im umliegenden Gujarat das Gujarati. Es wird von 69 Prozent der Bevölkerung des Unionsterritoriums als Muttersprache gesprochen. Unter der eingewanderten Bevölkerung sind Hindi (20 Prozent), Marathi (4 Prozent) und eine Reihe weiterer Sprachen, die insgesamt 7 Prozent ausmachen, verbreitet. Englisch spielt wie in ganz Indien eine wichtige Rolle als Verkehrs- und Bildungssprache. Das früher verbreitete Portugiesisch hat seit Ende der Kolonialzeit an Bedeutung verloren. Im Aussterben befinden sich die zwei Kreolsprachen mit portugiesisch-basiertem Wortschatz, Língua da Casa (Daman) und Língua dos Velhos (Diu). Diese Sprachen wurden vor allem unter der christlichen Bevölkerung des Gebietes gesprochen.[3]

Religionen in Daman und Diu
Religion Prozent
Hinduismus
  
90,5 %
Islam
  
7,9 %
Christentum
  
1,2 %
Andere
  
0,4 %
Verteilung der Religionen (Volkszählung 2011)[4]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den Einwohnern Damans und Dius stellen Hindus mit 91 Prozent (Volkszählung 2011) die große Mehrheit. Die muslimische Minderheit macht 8 Prozent der Bevölkerung aus. Trotz der historisch starken christlichen Prägung durch die portugiesische Kolonialzeit sind Christen heute mit etwas über 1 Prozent nur eine kleine Minderheit.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl Daman als auch Diu leben in hohem Maße vom Fischfang und vom Tourismus. Für beide Territorien gilt das ansonsten in Gujarat geltende Alkoholverbot nicht. Außerdem verfügen beide Territorien über schöne Sandstrände.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unionsterritorium Daman und Diu besteht aus den beiden Distrikten Daman und Diu (Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte nach der Volkszählung 2011).[5]

Distrikt Verwaltungssitz Fläche Einwohner
(2011)
Bev.-
dichte
Daman Daman 000000000000072.000000000072 km³ 000000000190855.0000000000190.855 000000000002651.00000000002.651 Ew./km²
Diu Diu 000000000000039.000000000039 km³ 000000000052056.000000000052.056 000000000001301.00000000001.301 Ew./km²

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte von Diu, 1750

Daman und Diu sind ehemalige portugiesische Kolonien. Diu kam 1535, Daman im Jahr 1558 unter die Kontrolle Portugals.

Zum Zeitpunkt der indischen Unabhängigkeit 1947 bestand Portugiesisch-Indien noch aus Goa, Daman und Diu sowie Dadra und Nagar Haveli, das bis zur Machtübernahme durch indische Nationalisten 1954 als Exklave zu Daman gehörte. 1961 annektierte Indien in einer Militäroperation die verbliebenen portugiesischen Besitzungen. Im Jahr darauf wurde aus ihnen das Unionsterritorium Goa, Daman und Diu gebildet. Portugal erkannte die Annexion aber erst 1974 nach dem Sturz der Diktatur in der Nelkenrevolution an. In seiner heutigen Form besteht das Unionsterritorium Daman und Diu seit 1987, als Goa als eigenständiger Bundesstaat aus den bundesunmittelbaren Gebieten herausgenommen wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In beiden Territorien hat sich noch kolonialzeitliches Flair erhalten, welches sich insbesondere im regelmäßigen Straßenbild aber auch in den großen Kirchenbauten widerspiegelt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Tables and Annexures (Memento vom 10. Januar 2012 im Internet Archive) und Provisional Population Totals - India - Rural-Urban Distribution. (PDF; 8,1 MB)
  2. Indischer Zensus 2001
  3. statemaster.com/Portuguese-Pidgin
  4. Census of India 2011: Population by religious community.
  5. Census of India 2011: Provisional Population Totals and data products - Census 2011 : Daman and Diu. Distrubution of Population, Decadal Growth Rate, Sex-Ratio and Population Density. (MS Excel; 21 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Daman und Diu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 20° N, 73° O