Daniel Fulda

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Daniel Fulda (* 14. Oktober 1966 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Germanist und Historiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fulda absolvierte von 1986 bis 1991 ein Studium der Geschichte, Germanistik, Historischen Hilfswissenschaften und Pädagogik an der Universität zu Köln, das er mit dem Ersten Staatsexamen abschloss. Danach war er von 1992 bis 1995 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. 1995 erfolgte die Promotion mit einer Arbeit über „Wissenschaft aus Kunst. Die Entstehung der modernen deutschen Geschichtsschreibung 1760–1860“. Von 1995 bis 1998 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter, 1998 Wissenschaftlicher Assistent und von 2003 bis 2007 Oberassistent an der Universität zu Köln. 1997 nahm er eine DAAD-Dozentur an der Karlsuniversität Prag wahr und war 1999 Dozent an der Central European University, Budapest. 2003 erfolgte die Habilitation in Neuerer deutscher Literaturwissenschaft mit einer Arbeit über „Schau-Spiele des Geldes. Die Komödie und die Entstehung der Marktgesellschaft von Shakespeare bis Lessing“. Seit 2007 hat er den Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg inne und ist seit 2007 Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der europäischen Aufklärung und Sprecherratsmitglied des Landesforschungsschwerpunktes „Aufklärung – Religion – Wissen“.

Fulda war 2010–2014 Präsident der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts, 2013 Gastprofessur an der École pratique des hautes études, Paris, 2014 Max Kade Distinguished Visiting Professorship at the University of Notre Dame, Indiana. Seit 2016 ist er Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. 2018 war er Chercheur invité an der École normale superieure de Lyon und wurde 2019 zum Second Vice-President der International Society for Eighteenth Century Studies (ISECS) gewählt.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Theorie und Geschichte der Historiographie, Poetiken des Wissens, Erinnerungs- und Vergessenstexte, Narratologie, Theorie und Geschichte literarischer Gattungen, Transformation von Weltdeutungsmustern im Übergang zur Moderne (18. Jh.), die Weimarer Klassik und ihre Rezeption.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien

  • Schau-Spiele des Geldes. Die Komödie und die Entstehung der Marktgesellschaft von Shakespeare bis Lessing. Niemeyer, Tübingen 2005.
  • Wissenschaft aus Kunst. Die Entstehung der modernen deutschen Geschichtsschreibung 1760–1860. de Gruyter, Berlin/New York 1996, ISBN 3-11-015014-X.

Sammelbände

  • Aufklärung fürs Auge – ein anderer Blick auf das 18. Jahrhundert. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2020.
  • mit Stephan Jaeger, Elena Agazzi: Romanhaftes Erzählen von Geschichte – vergegenwärtigte Vergangenheiten im beginnenden 21. Jahrhundert. De Gruyter, Boston 2019 (= Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, Band 148).
  • mit Frauke Berndt, Cornelia Pierstorff: Die Erzählung der Aufklärung – Beiträge zur DGEJ-Jahrestagung 2015 in Halle a. d. Saale. Felix Meiner Verlag, Hamburg 2018.
  • mit Hartmut Rosa, Heinz Thoma: Freiheit und Zwang. Wilhelm Fink, Paderborn 2018 (= Laboratorium Aufklärung, Band 32).
  • mit Élisabeth Décultot, Christian Helmreich: Poetik und Politik des Geschichtsdiskurses – Deutschland und Frankreich im langen 19. Jahrhundert. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2018 (= Germanisch-romanische Monatsschrift, Beiheft 78).
  • mit Christoph Schmitt-Maaß: Vertriebene Vernunft? – Aufklärung und Exil nach 1933. Wilhelm Fink, Paderborn 2017 (= Laboratorium Aufklärung, Band 30).
  • mit Élisabeth Décultot: Sattelzeit – Historiographiegeschichtliche Revisionen. De Gruyter, Boston 2016 (= Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung, Band 52), ISBN 978-3-11-044968-6.
  • mit Jörn Steigerwald: Um 1700: die Formierung der europäischen Aufklärung – zwischen Öffnung und neuerlicher Schließung. De Gruyter, Boston 2016 (= Hallesche Beiträge zur europäischen Aufklärung, Band 55), ISBN 978-3-11-047890-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Webseite beim Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung
  • Webseite an der Universität Halle-Wittenberg
  • Webseite beim Forschungsportal Sachsen-Anhalt