Das Rätsel der Sternbilder – Ein Steinzeitatlas am Firmament?

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Film
OriginaltitelDas Rätsel der Sternbilder – Ein Steinzeitatlas am Firmament?
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2002
Länge43 Minuten
Stab
RegieMarcus Hansmann
KameraThomas Schindler
SchnittChristine Wetterau
Besetzung

Das Rätsel der Sternbilder – Ein Steinzeitatlas am Firmament? ist ein von Arte produzierter dokumentarischer Kurzfilm über Kai Helge Wirths Theorie über den Ursprung der Sternbilder nach seiner Buchvorlage Der Ursprung der Sternzeichen.[1] Der Film hatte seine Erstausstrahlung am 17. April 2002 auf Arte.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film präsentiert die Theorie, dass Sternbilder ursprünglich Küstenverläufe auf der Erde darstellen. Vor Jahrtausenden seien Sternbilder als ein in den Himmel projiziertes Navigationssystem von steinzeitlichen Seefahrern verwendet worden. Der Film zeigt einzelne Übereinstimmungen der Sternbilder mit den Küstenverläufen.[2]

„Der Ursprung der Sternzeichen“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai Helge Wirths Buch Der Ursprung der Sternzeichen, aus dem der Film inhaltliche Einzelheiten darstellt, ist die Grundlage des Films. Im Buch werden alle Sternbilder erklärt, die der Film zumindest teilweise abhandelt. Die Positionen der Sternbilder untereinander werden dabei nicht verändert, sondern seien, wie die Sternbilder selbst auch, deckungsgleich mit den Küsten- und Flussverläufen auf der Landkarte.[3]

Ursprüngliche babylonische Version des Sternbildes Eridanus nach Kai Helge Wirths Angaben Flussverlauf der Eider
Ursprüngliche babylonische Version des Sternbildes Eridanus nach Kai Helge Wirths Angaben
Flussverlauf der Eider

Eridanus

Das Sternbild Eridanus zeige eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Flussverlauf der Eider. Zumindest treffe dies auf den vorderen bzw. oberen Teil des Sternbildes zu, der nach Kai Helge Wirths Angaben babylonischen Ursprungs und mindestens fünf tausend Jahre alt ist. Der hintere, untere Teil sei von arabischen Astronomen erst im Mittelalter hinzugefügt worden, als der südliche Sternenhimmel schrittweise mit Sternbildern modelliert wurde. Eridanus ist ein antiker Fluss. Die Äußerungen antiker Geographen weisen darauf hin, dass Eridanus und Eider identisch sind. Nach Herodot bezeichneten die Barbaren Eridanos als Fluss der ins Nordmeer fließe, womit die Nordsee gemeint sei. Nach Pausanias fließt der Eridanos „in das große Meer im fernsten Norden Europas“. Außerdem werde „Bernstein … im Sand des Eridanos gefunden“. Fast alle antiken Bernsteinstraßen finden, nach Wirths Worten, ihren Anfang in der Nähe der Eider.[4]

Walfisch

Das Sternbild Walfisch zeige eine präzise Deckungsgleichheit mit dem Ostseeraum. Kai Helge Wirth zitiert Giuseppe Maria Sesti, nach dessen Ausführungen (Die Geheimnisse des Himmels, 1991) die Vorderbeine des „riesige[n] Walfisch, bestehend aus einer Vielzahl von Sternen“ in den Fluss Eridanus eintauchen.[5] Dieses Zitat findet sich allerdings nicht im Kapitel „Drache“ in Sestis Buch, wie von Wirth vermerkt, sondern im Kapitel „Walfisch“.[6]

Orion

Das Sternbild Orion stelle die gesamte Landform von Jütland und Küstenverläufe Skandinaviens dar. Sirius („am Fuße“ des Sternbilds Orion) und Orion würden in Ägypten mit Schiffen dargestellt, was ein Hinweis auf die Schifffahrt sei. Orion bilde eine Ausnahme unter den Sternbildern, weil die projizierte Position seiner Gürtelsterne auf der Landkarte mit der des Sternbilds Eridanus übereinander liegt, wobei am Sternenhimmel Eridanus und Orion nebeneinander liegen. Der Grund dafür sei die verkehrsgeographisch und mythisch große Bedeutung des Flusses Eridanos.[7]

Großer Bär/Große Bärin

Das Sternbild Großer Bär liege, auf die Landkarte projiziert, in der Region Bäreninsel, Eismeer, Norwegen. Aus „Artos“, dem griechischen Wort für Bär habe sich „arktisch“ entwickelt.[8]

Drache

Das Sternbild Drache sei deckungsgleich mit dem Labradorstrom und den Küstenlinien Grönlands. Während der Drache „am Fuße der Weltesche Yggdrasil“ hause (zitiert nach G. M. Sesti), sei auch der Weltbaum immer im Norden lokalisiert worden, wo auch Grönland liegt.[9] Ein Hinweis auf die Edda, die Kai Helge Wirth einem angeblichen Zitat in Giuseppe Maria Sestis Buch heranführt, findet sich allerdings im gesamten Kapitel „Drache“ Sestis Buch ab der von Wirth bezeichneten Seite genauso wenig, wie das Wort „Yggdrasil“. Sesti beschreibt lediglich verschiedene historische Darstellungen des Sternbildes Drache als Schlange, die beispielsweise am Baum der Erkenntnis aufzufinden sei/ist.[10]

Herkules

Das Sternbild Herkules entspreche dem Umriss Islands. Die Extremitäten des Herkules verwiesen dabei auf den Golfstrom, Labradorstrom, Nordsee und Jan Mayen. Herkules kämpfte nach der Mythologie einst gegen einen Drachen.[11][12]

Bootes und Corona

Die Sternbilder Bootes und Corona beschreiben, so die Theorie, Großbritannien und Irland. Sowohl England und Irland gehörten einst einer Insel an und auch Bootes und Corona gehörten einmal dem gleichen Sternbild an.[13]

Skorpion und Wasserschlange

Das Sternbild Wasserschlange entspreche dem ägyptischen Sternbild Sin Wur. Sin Wur sei das ägyptische Wort für „Weltmeerozean“. Das Sternbild der Wasserschlange sei, auf die Landkarte projiziert, gemeinsam mit dem Skorpion, der bei den Ägyptern als Sternbild der Wasserskorpion gewesen sei, entlang der Atlantischen Küste, von Gibraltar bis Helgoland, lokalisiert worden.[14]

Schlangenträger

Das Sternbild Schlangenträger entspreche den Strömungsverhältnissen zwischen Amerika und Europa im Atlantischen Ozean.[15]

Steinbock

Das Sternbild Steinbock befinde sich, auf die Landkarte projiziert, im Golf von Mexiko. Giuseppe Maria Sesti erklärt: Der Steinbock sei in der Zeit der sumerischen Astronomen das Zeichen des Gottes Ea gewesen, der Gott der Meere und Ozeane gewesen sei und die Tiefen des Meeres bewohnte.[16]

Schütze

Der Schütze sei als Sternbild in die Karibik projiziert worden. Das Merkmal Pfeil und Bogen des Schützen erinnre an die Bewohner des Regenwaldes in Nordbrasilien und der Karibik.[17]

Löwe und Jungfrau

Die Sternbilder Löwe und Jungfrau sind die einzigen Sternbilder, deren Position auf der Landkarte, projiziert vom Sternenhimmel, im Vergleich zu der Position der übrigen Sternbilder abweicht, wenngleich zumindest ihre Anbindung an den Skorpion übereinstimmt. Dies sei dadurch begründet, dass Löwe und Jungfrau einen in sich abgeschlossenen Seeraum (Mittelmeer und Schwarzes Meer) repräsentieren. Nach Gerhard Fasching heißt es „Selene (der Mond) habe den Löwen auf Wunsch Heras aus Meeresschaum erschaffen, der in einer großen Arche eingeschlossen war“. Dementsprechend repräsentiere das Sternbild des Löwen das Schwarze Meer. Das Sternbild Jungfrau representiere das Mittelmeer bzw. etwas mehr als dessen östliche Hälfte.[18]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen (2000).
  • Giuseppe Maria Sesti: Die Geheimnisse des Himmels (Köln, 1991).
  • Gerhard Fasching: Sternbilder und ihre Mythen (Augsburg, 1993).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neuer Blickwinkel auf Sternenhimmel. In: Butzbacher Zeitung. 26. September 2017, abgerufen am 8. Oktober 2020 (deutsch).
  2. Das Rätsel der Sternbilder – Ein Steinzeitatlas am Firmament? (TV Short 2002) – IMDb. Abgerufen am 8. Oktober 2020 (englisch).
  3. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 31–70.
  4. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 31–40.
  5. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 41–44.
  6. Giuseppe Maria Sesti: Die Geheimnisse des Himmels. Köln 1991, S. 299, 327.
  7. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 45–50.
  8. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 51–54.
  9. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 55–60.
  10. Giuseppe Maria Sesti: Die Geheimnisse des Himmels. Köln 1991, S. 327–334.
  11. Drache – Astrokramkiste. Abgerufen am 8. Oktober 2020.
  12. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 61–64.
  13. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 65–70.
  14. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 71–74.
  15. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 75–78.
  16. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 81.
  17. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 80–81.
  18. Kai Helge Wirth: Der Ursprung der Sternzeichen. 2000, S. 50.