Schauspiel Erlangen

Das Schauspiel Erlangen (Eigenschreibweise schauspiel erlangen) ist ein Sprechtheater in Erlangen. Spielstätten sind u. a. das Markgrafentheater und die Studiobühne im Theater in der Garage. Es wurde mit dem Intendanzwechsel zur Spielzeit 24/25 von das Theater Erlangen in schauspiel erlangen umbenannt.
Programm
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Der eigenproduzierende Betrieb mit 11 Ensemblemitgliedern und eigenen Werkstätten bringt pro Spielzeit 250 bis 300 Aufführungen und Veranstaltungen, ca. 15 Premieren und zahlreichen Wiederaufnahmen zur Aufführung. Der Spielplan macht Neue Dramatik ebenso für die Zuschauer erlebbar wie moderne Klassikerinterpretationen. Im Zentrum des künstlerischen Interesses stehen dabei die Vielfalt theatraler Ausdrucksformen und hybride, interdisziplinäre Produktionen. Kooperationen mit freien Gruppen, Koproduktionen und das Bespielen unkonventioneller Orte gehören in gleichem Maß zur künstlerischen Handschrift wie die Öffnung in die Stadtgesellschaft über partizipative Formate und Angebote. Darunter die Bürger*innenbühne, bei der Laiendarsteller pro Spielzeit ein Stück erarbeiten und aufführen, Spielclubs für Kinder und Jugendliche, das Talkformat Amt 44 und weitere Sonderformate.[1]
Spielstätten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Markgrafentheater
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das „Opern- und Comoedien-Hauses“ wurde von 1715 bis 1718 im Auftrag des Markgrafen Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth erbaut und 1719 mit der Oper „Argenis und Poliarchus“ eingeweiht. Von 1740 bis 1743 wurde der Zuschauerraum im Auftrag der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth durch den italienischen Theaterarchitekten Paolo Gaspari umgestaltet und 1744 dem Stück „Sirace, ein musikalisches Schauspiel“ wiedereröffnet.
Von 1906 bis 1913 vermittelte der Gemeinnützige Verein Gastspiele des Intimen Theaters Nürnberg und des Stadttheaters Bamberg, 1924 kam es zur Wiederaufnahme der Beziehungen zum Nürnberger Stadttheater. Das Stadttheater Bamberg jedoch bestritt von 1926 bis 1933 sein Theaterleben in Erlangen. Der Gemeinnützige Verein musste sich 1934 in die „Deutsch Bühne, Ortsgruppe Erlangen e. V.“ umwandeln. Daraus wurde 1936 „Die Nationalsozialistische Kulturgemeinde, Ortsverband Erlangen e. V.“, deren Erbe schließlich 1937 die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ antrat.
Unter der Direktion Probst und dem Intendanten Doerner wurde 1945 ein eigenes Schauspielensemble gegründet. Nach der Währungsreform 1949 ließen sich die wirtschaftlichen Voraussetzungen für ein eigenes Ensemble nicht mehr aufrechterhalten, sodass ab Herbst 1949 regelmäßige Gastspiele der Nürnberger Bühnen stattfanden. Von 1956 bis 1959 wurde das Theater nach den Plänen von Gaspari renoviert und im Dezember 1959 wieder eröffnet mit „Die Hochzeit des Figaro“. 1973 wurde wieder ein eigenes städtisches Ensemble aufgebaut. In den Jahren von 1980 bis 2000 kam es zu weitreichenden Sanierungen, dem Umbau gemäß den geltenden Sicherheitsstandards und zur Verbesserung der Klimatechnik, 2011 wurde eine umfangreiche Brandschutzsanierung durchgeführt. 2019 wurde eine neue Tonanlage mit über 80 Lautsprechern und Dolby Surround Anlage eingebaut, 2021 folgte eine neue Lichtanlage (LED). Seit 2023 verfügt das Theater über ein Tracking-System, das deutschlandweit einmalig für das Tracking von Sound und Licht gleichermaßen eingesetzt wird.
Heute ist das Markgrafentheater das älteste noch bespielte Barocktheater Süddeutschlands.
Theater in der Garage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Garage ist die ehemalige Kutschenremise des markgräflichen Schlosses und Feuerwehrgarage. Das Theater in der Garage wurde 1975 aus einer Studentenbewegung heraus als Theater eröffnet und 1989 umfangreich modernisiert. Heute dient es als kleine Studiobühne mit 62 Sitzplätzen. Daran angeschlossen ist das Theatercafé.
Weitere Räumlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Glocken-Lichtspiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Glocken-Lichtspiele stammen aus den 1920er-Jahren. Das Kino zählte zu den ersten in Erlangen. 1996 mussten „die Glocken“ den Kinobetrieb einstellen. Heute dienen die Räumlichkeiten dem Theater als Probebühne.
Rangfoyer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Rangfoyer des Markgrafentheaters, vormals Foyercafé, stammt aus den frühen 1970er-Jahren. Es befindet sich im 2. Obergeschoss und ist barrierefrei erreichbar. Es kann mit Bühne und Zuschauertribüne ausgestattet werden und wird u. a. für kleinere Formate wie Lesungen verwendet.
Theaterhof
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Theaterhof wird für Open-Air-Veranstaltungen genutzt.[2]
Intendanz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Manfred Neu (1975–1989, Theater in der Garage)
- Andreas Hänsel (1989–1998)
- Hartmut Henne (1998–2001)
- Johannes Blum (Interimsintendant 2001–2002)
- Sabina Dhein (2002–2009)
- Katja Ott (2009–2024)
- Jonas Knecht (seit 2024)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Schauspiel Erlangen – Bürger:innenbühne. Abgerufen am 11. Oktober 2025.
- ↑ Schauspiel Erlangen – Theaterhof. Abgerufen am 11. Oktober 2025.