Wilhelmine von Preußen (1709–1758)

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Wilhelmine von Preußen, Pastell Jean-Étienne Liotard zugeschrieben
Antoine Pesne: Wilhelmine mit ihrem Bruder Friedrich
Wilhelmine als Verlobte, Portrait des preußischen Hofmalers Friedrich Wilhelm Weidemann 1717/18

Friederike Sophie Wilhelmine von Preußen (* 3. Juli 1709 in Potsdam; † 14. Oktober 1758 in Bayreuth) war die älteste Tochter des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. und seiner Gattin Sophie Dorothea von Hannover. Ursprünglich sollte sie Königin von England werden, wurde aber durch Heirat Markgräfin von Brandenburg-Bayreuth. Literarische und historische Bedeutung erlangte sie u. a. durch ihren Briefwechsel mit ihrem Lieblingsbruder Friedrich dem Großen und durch die Veröffentlichung ihrer Memoiren, die durch ihre teils unverblümten Schilderungen des Lebens am preußischen Hofe von besonderem kulturgeschichtlichem Wert sind. Als Kunstmäzenin, Komponistin und Opernintendantin prägte sie in bedeutendem Maße das kulturelle Leben der Stadt Bayreuth bis in die heutige Zeit.

Leben[Bearbeiten]

Die am 3. Juli geborene Wilhelmine wurde am 12. Juli getauft. Ihre Taufpaten waren die beim Dreikönigstreffen anwesenden Monarchen, Friedrich I. von Preußen (Wilhelmines Großvater), August der Starke von Sachsen, König von Polen, sowie König Friedrich IV. von Dänemark und Norwegen.

Wilhelmine wuchs am spartanisch geführten Hof des Soldatenkönigs, wie ihre Memoiren verdeutlichen, in einer problembelasteten Umgebung auf. Zum Teil lag das daran, dass die Mutter Sophie Dorothea andere kulturelle Bedürfnisse hatte als der Vater Friedrich Wilhelm I. Zum anderen wurde Wilhelmine schon als Kind zum Spielball politischer Ambitionen. Zunächst wurde für Wilhelmine von beiden Eltern eine Ehe mit dem britischen Thronfolger angestrebt (Sophie Dorotheas Vater war der englische König Georg I., (1660–1727)), weshalb die achtjährigen Wilhelmine mit ihrem Cousin Friedrich Ludwig von Hannover, dem Herzog von Gloucester und 15. Prince of Wales, verlobt wurde. In diesem Zusammenhang entstanden aber politische und familiäre Zwistigkeiten, unter denen Wilhelmine zunehmend zu leiden hatte. Die Mutter verfolgte konsequent den Wunsch nach einer engen Verbindung mit dem ihr verwandten Englitsch-Hannoveranischen Königshaus weiter, während sich der Vater zu einer Annäherung an das Haus Habsburg entschloss. Diese familiären und diplomatischen Gegensätze sowie zusätzliche seelische und körperliche Traumata, die das Kind in ganz jungem Alter durch seine Erzieherin Leti erlitt, hat Wilhelmine in ihren Memoiren aus der unmittelbaren Erlebniswelt ihrer Kindertage ungeschminkt wiedergegeben.

Die Erzieherin Leti[Bearbeiten]

Detailliert schildert sie als Markgräfin von Bayreuth – der Zeitpunkt der Niederschrift ist nicht angegeben – die Probleme mit der Leti. Seit Wilhelmine drei Jahre alt war, wurde sie von dieser Dame italienischer Herkunft (ihr Vater war ein ehemaliger italienischer Mönch) erzogen. Diese Erzieherin wurde als schön, blenderisch, kokett, boshaft und ränkesüchtig beschrieben. Unter ihr hatte das Kind fast genauso zu leiden wie unter den Eltern, die einander mehr und mehr verabscheuten und ihre Zwistigkeiten auf dem Rücken des Kindes austrugen. „Ich hatte vor der Leti Angst wie vor dem Feuer. Oft schlug sie mich und behandelte mich grob“.[1] Oder: „Es verging kein Tag, an dem sie nicht die gefürchtete Kraft ihrer Fäuste an mir erprobte“. Diese Horrorgeschichten in den Memoiren sollten als Erlebnisse eines Kindes gelesen werden. Wilhelmine vermutete, dass die Frau sie wegen ihres italienischen Geistes piesackte, doch es gab einen triftigeren Grund: Die Frau war von zwei Ministern des Königs, Friedrich Wilhelm von Grumbkow und Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, bestochen worden, die beide die Ehepläne von Wilhelmines Mutter und deren Vater, König Georg I., hintertrieben und auch Wilhelmines Vater in dieser Richtung beeinflussten. Die Leti versuchte, das Kind für eine Ehe mit dem Markgrafen Friedrich Wilhelm von Schwedt zu erwärmen, einem Neffen des Alten Dessauers, und horchte es über die Gespräche ihrer Eltern aus. Als das Kind schließlich auf Weisung seiner Mutter diesbezüglich nur noch auswich, wurde es tagtäglich verprügelt. „Sie war zu raffiniert, um nicht zu merken, dass ich instruiert war, und um es heraus zu bekommen, erwies sie mir alle erdenklichen Schmeicheleien. Doch als sie sah, dass sie bei mir im Guten nichts erreichte, geriet sie in schreckliche Wut, versetzte mir mehrere Schläge auf den Arm und stürzte mich die Estrade hinunter. Dank meiner Geschicklichkeit brach ich mir weder Arm noch Bein und kam mit ein paar Quetschungen davon“.[2] Offensichtlich gab es Ausfälle der Leti, wenn sie ihre Mission, das Kind auszuhorchen, nicht erreichen konnte. „Faustschläge und Fußtritte wurden mein täglich Brot; es gab kaum ein Schimpfwort, mit dem sie die Königin nicht bedachte: Gewöhnlich nannte sie sie die große Eselin.“ Wilhelmine wagte sich niemandem anzuvertrauen und brach schließlich mit einer Gallenkolik zusammen. An der nachfolgenden Gelbsucht laborierte sie monatelang. Die Mutter schien von den Qualen ihres ältesten Kindes nichts gemerkt zu haben.

Die „Sonsine“[Bearbeiten]

Erst als Madame de Roucoulles, eine Erzieherin der Prinzen, der Mutter erklärte, dass Wilhelmine wahrscheinlich eines Tages ganz zum Krüppel geschlagen werden würde, wurde die Leti schließlich auf Betreiben des Königs durch Dorothea Luise von Wittenhorst-Sonsfeld – von Wilhelmine und ihrem Bruder Friedrich liebevoll „Sonsine“ genannt – ersetzt. Ihr gelang es, das verschüchterte Kind zu beruhigen und sein Vertrauen zu erhalten. Sie hatte großes pädagogisches Geschick und förderte Wilhelmine sehr im schulischen und musikalischen Bereich. Bis zu ihrem Tod 1746 in Bayreuth, wohin sie mit Wilhelmine nach deren Hochzeit zog, stand sie loyal zu der ihr Anvertrauten.[3]

Der Vater[Bearbeiten]

Aus Wilhelmines Briefen an ihren Vater ist erkennbar, dass sie anfangs ein gutes Verhältnis zu ihm hatte, er weilte aber nur selten bei seiner Familie. Hauptsächlich litt sie, wie offenbar die ganze Familie, unter seinen Launen. Zu ihrem jüngeren Bruder Friedrich, mit dem sie mit Förderung ihrer Mutter ihr Interesse für Musik und Wissenschaft teilte, hatte sie eine außergewöhnlich enge Beziehung, die bis zu ihrem Tod anhielt. Musikalische Begabung zeigten beide Kinder, Wilhelmine bereits mit sechs Jahren (1715) durch Tanzen und Cembalospiel, das die Mutter begeisterte.[4] Die Kinder verbündeten sich gegen den Vater, der musische Beschäftigungen, insbesondere des Kronprinzen, nicht leiden konnte und mit unduldsamer Strenge den Sohn zu seinem Ebenbild formen wollte. Die Tätlichkeiten gegen beide Kinder, die von Wilhelmine beschrieben wurden, wie beispielsweise Stockschläge und an den Haaren durchs Zimmer Schleifen, beschäftigen bis heute die Historiker.

Die Katastrophe von 1730[Bearbeiten]

Nach dem missglückten Fluchtversuch ihres Bruders im August 1730 mit Hans Hermann von Katte, der ihm bei den immer unerträglicher werdenden Zerwürfnissen mit seinem Vater, dem König, zur Seite stehen wollte, wurde Wilhelmine als Mitglied im Freundestrio der Mitwisserschaft eines „Desertions-Komplottes“ verdächtigt und in ihrem Gemach im Schloss eingesperrt. Ihr Bruder, der „Deserteur“, kam nach Küstrin als Gefangener, und Katte, „der Komplotteur“, wurde verhaftet. Es kam zum staatserschütternden Kronprinzenprozess, der in ganz Europa Kreise zog: Die Hintergründe und Fakten wurden 2011/2012 umfassend in einer Ausstellung im Schloss Köpenick, am Ort des Kriegsgerichtsprozesses, und einem 300 Seiten starken Katalog ausgebreitet.[5]

Die Geschwister wurden über ein Jahr lang streng isoliert und festgehalten. Ihr Vater König Friedrich Wilhelm I. drohte nicht nur mit Kreuzverhör, Festungshaft und Folter (gegen Friedrich), sondern mit der Hinrichtung beider Geschwister. Im Falle des Hans Hermann von Katte machte er nach dem Urteilsspruch des Kriegsgerichts, der auf lebenslängliche Festungshaft lautete, von seinem Recht auf Urteilschärfung Gebrauch: Da das Kriegsgericht der Aufforderung des Königs, den Beschluss zu ändern und „Recht zu sprechen“ – er wünschte die Todesstrafe – nicht nachkommen wollte, verschärfte er das Urteil im Alleingang auf Tod durch Enthaupten, was damals beispiellos war. Seine beiden Kinder blieben verschont, aber sie trugen ihr Leben lang am tragischen Schicksal ihres Freundes.

Der König setzte in der Folge die Verheiratung seiner Tochter Wilhelmine mit aufgrund dieses Prozesses verschärften Maßnahmen durch: Minister von Grumbkow hatte Wilhelmines Hofmeisterin Dorothea Luise von Sonsfeld zu informieren, ihren Schützling so zu bearbeiten, dass sie dem väterlichen Befehl Folge leiste, um den Familienfrieden wiederherzustellen. Sonsfeld selber wurde angedroht, im „Spinnhaus für öffentliche Huren“ eingekerkert zu werden, gelänge ihr dies nicht. So setzte der König, ihr Vater, schließlich durch, dass sie nach jahrelangem entwürdigendem Hin und Her Friedrich von Brandenburg-Bayreuth heiratete.

Wilhelmine als Braut
Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth

Hochzeit und Umzug nach Bayreuth[Bearbeiten]

Der zwei Jahre Jüngere war zwar bereits Sophie, einer jüngeren Schwester Wilhelmines, als Ehemann angekündigt,[6] aber das war kein Hinderungsgrund, die Hochzeit am 20. November 1731 mit Friedrich von Brandenburg-Bayreuth, dem Erbprinzen des Fürstentums Bayreuth, zu feiern. Obwohl die Hochzeit auf diese Weise arrangiert und nicht unbedingt ein schönes Erlebnis für die Königstochter war (siehe Memoiren), entwickelten Wilhelmine und Friedrich in den ersten Ehejahren ein sehr liebevolles Verhältnis zueinander. Nach dem Tod ihres Schwiegervaters Georg Friedrich Karl hatte die Markgräfin wesentlichen Anteil an der Modernisierung des Landes. Das Ergebnis ihrer regen Bautätigkeit, bekannt als „Bayreuther Rokoko“, ist ein Magnet für den Fremdenverkehr. Als Juwel gilt das 1748 anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth eingeweihte Markgräfliche Opernhaus, das 2012 als Weltkulturerbe anerkannt wurde. Ihr Bruder und spätere König Friedrich II. unterstützte sie nach der Hochzeit mit einer Apanage. Ihr Mann war als Erbprinz Friedrich von König Friedrich Wilhelm I. zum Befehlshaber des in Pasewalk (Uckermark) stationierten Altpreußischen Dragonerregiments „Schulenburg“ ernannt worden. Das Regiment wurde seitdem als „Bayreuther Dragoner“ bezeichnet. Prinz Friedrich hat seine Truppe mehrfach inspiziert. Nachdem er die Regierung in Bayreuth angetreten hatte, konnte er sich nicht mehr um sein Regiment kümmern. Das tatsächliche Kommando führte ein preußischer Oberst. Die „Bayreuther Dragoner“ kamen nicht aus Bayreuth, wie mitunter zu lesen ist. Das Regiment kämpfte erfolgreich in den Kriegen König Friedrichs II.; es erscheint im Text zum Hohenfriedberger Marsch „Auf Ansbach-Dragoner, auf Ansbach-Bayreuth“.

Schicksalsschläge[Bearbeiten]

In den 1740er Jahren wurde die Freundschaft der Geschwister aufgrund von Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Erbschaft der Wilhelmine von der Marwitz, Hofdame der Markgräfin und Tochter des Generals von der Marwitz beeinträchtigt. Diese ging nach ihrer von Wilhelmine geförderten Ehe mit dem Grafen Burghauß samt Heiratsgut ins feindliche Ausland Österreich, was den König erbitterte.

Neben dem Missfallen ihres Bruders bedrückte die Markgräfin die Untreue ihres Mannes mit dieser Marwitz-Tochter, deretwegen sie diese Ehe gefördert hatte. Irgendwann in dieser Zeit begann Wilhelmine mit dem Konzept und der Komposition ihrer Oper Argenore sowie mit ihren Memoiren. Wie diese, ist ihre Oper voll verschlüsselter biographischer Anspielungen auf der Ebene des Librettos als auch innerhalb der Partitur. Österreichische Diplomaten versuchten, über den Bayreuther Hof Einfluss auf Preußen zu nehmen. Im September 1745, während des Schlesischen Krieges, traf sich Wilhelmine mit Maria Theresia von Österreich, der Feindin ihres Bruders. Daran zerbrach fast das innige Verhältnis zu ihrem Bruder.

Wissenschaften und Künste[Bearbeiten]

Fürstenloge des Markgräflichen Opernhauses

1742 wurde in Bayreuth eine Universität gegründet, die aber nach einem Jahr in die Nebenresidenz Erlangen verlegt wurde, die heutige Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Wilhelmines Leibarzt Daniel de Superville, den Wilhelmine angeblich ihrem Vater für zwei Lange Kerls abgekauft hatte, wurde 1743 deren Kanzler. In seinem Nachlass fanden sich die Memoiren der Markgräfin.

Nach dem Höhepunkt der Feierlichkeiten aus Anlass der Hochzeit der Tochter Elisabeth Friederike Sophie mit Herzog Carl Eugen von Württemberg (1748), zu der das Markgräflichen Opernhauses mit italienischen Opern eingeweiht wurde, erlebte Wilhelmine 1750 einen weiteren: 1750 besuchte sie ihren Bruder Friedrich den Großen in Preußen, wo sie bei glanzvollen Festen berühmten Zeitgenossen wie Voltaire, Maupertuis und La Mettrie begegnete. In Bayreuth begannen danach unter Beteiligung internationaler Künstler kostbare Opernvorstellungen. Wilhelmine selbst schrieb dafür mehrere Opernlibretti. 1751 wurde sie per Diplom in die römische Accademia dell’Arcadia aufgenommen, eine internationale literarische Akademie, die sich insbesondere um die Gestaltung des Opernlibrettos verdient machte.[7] Im Juni 1754 machte ihr Bruder einen Gegenbesuch, aus diesem Anlass dichtete sie ein neues Libretto, die Festa Teatrale L’Huomo, die von Andrea Bernasconi in italienischer Sprache vertont wurde. Die Uraufführung gehörte zu den teuersten Veranstaltungen ihrer Zeit.

Sokrates im Park der Eremitage Bayreuth, nach 1755 von Hofbildhauer Johann Schnegg

Wilhelmine widmete sich wissenschaftlichen Studien, führte mit Voltaire einen Briefwechsel über philosophische Themen, entwickelte – bereits seit ihrer Ankunft in der Markgrafschaft 1732 – ihre musikalischen Talente zielstrebig weiter und vervollkommnete ihr Lautenspiel als Verehrerin und Schülerin des berühmten Dresdener Hoflautenisten Silvius Leopold Weiss bei dessen Schüler, dem Bayreuther Lautenvirtuosen Adam Falckenhagen. Durch ihren Einfluß erfuhr die Lautenmusik eine späte Blüte in Bayreuth.

Nach Falckenhagens Tod 1754 wurde der Lautenist Paulo Carlo Durant berufen. Aus dieser Zeit ist eine geschlossene Sammlung mit Lautenkammermusik in der Stadt- und Staatsbibliothek Augsburg erhalten, die möglicherweise auf den Violinisten des Hoforchesters und Lautenisten Bernhard Joachim Hagen zurückgeht. Sie enthält Lautenkammermusik Bayreuther und anderer Komponisten, darunter insbesondere Concerti für begleitete Laute. Einer im Oktober 1755 unternommenen Reise nach Südfrankreich und Italien folgte im Mai 1756 die Gründung der Akademie der freien Künste und Wissenschaften in Bayreuth. Von der Italienreise brachte Wilhelmine antike Skulpturen mit, darunter einen Sokrateskopf, der dem Hofbildhauer Johann Schnegg als Vorbild für seine Sokratesstatue diente.[8]

Tod und Erinnerung[Bearbeiten]

Im Juni 1754 sahen sich die Geschwister zum letzten Mal in Bayreuth. Danach schrieb Friedrich an Wilhelmine: „Mein Ich verlässt Sie, aber Ihnen bleibt das Herz dessen, der bis an sein Ende verbleiben wird Ihr getreuer Diener.“

Wilhelmine starb am 14. Oktober 1758. Am gleichen Tag erlitt ihr Bruder in der Schlacht von Hochkirch eine empfindliche Niederlage im Siebenjährigen Krieg, bei der sein Freund, der Feldmarschall James Keith, starb. Zu Wilhelmines zehntem Todestag ließ Friedrich II. in Sanssouci einen Freundschaftstempel errichten.

Zur Erinnerung an die Verdienste der Markgräfin für die Stadt im Zeitalter der Aufklärung verleiht Bayreuth seit 2008 jährlich den Markgräfin-Wilhelmine-Preis der Stadt Bayreuth für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt.

„Que nous sommes aveugles, nous autres hommes, nous brocardons sur les défauts d'autrui, pendant que nous ne faisons aucune réflexion sur les nôtres.[9] (Wie blind sind wir Menschen doch, dass wir über die Fehler anderer sticheln, während wir uns über die unseren keine Gedanken machen!)“

Wilhelmine: Memoiren[10]

Nachkommen[Bearbeiten]

Das einzige Kind des Paares war Elisabeth Friederike Sophie (* 30. August 1732; † 6. April 1780), die von Giacomo Casanova (1725−1798) als das schönste Mädchen Deutschlands bezeichnet wurde. Sie heiratete 1748 Herzog Carl Eugen von Württemberg. Das Paar trennte sich nach einigen Jahren, ließ sich aber nicht scheiden. Sie lebte fortan in Bayreuth und wurde nach ihrem Tod neben ihren Eltern in der Bayreuther Schlosskirche beigesetzt.

Grabmal in der Schlosskirche Bayreuth

Autobiographie[Bearbeiten]

Wann genau Wilhelmine begonnen hat, die Erlebnisse ihrer traumatischen Kindheit und Jugend – ihre Memoiren – niederzuschreiben, ist nicht überliefert. Man geht davon aus, dass sie Anfang der 1740er Jahre damit begann, wobei sie zunächst ausdrücklich betonte, dass diese keinesfalls veröffentlicht werden sollten. 1810, 52 Jahre nach ihrem Tod, wurden ihre Aufzeichnungen erstmals in einer deutschen Übersetzung publiziert, im gleichen Jahr erschien in einem zweiten Verlag eine andere, erweiterte Fassung in französischer Sprache. Zunächst wurden diese (privaten) Drucke von Cotta/Tübingen und Viehweg/Braunschweig für eine plumpe antipreußische Fälschung gehalten, da die Beschreibung des Berliner Hofes darin zu haarsträubend erschien. Allerdings entdeckte der Berliner Oberbibliothekar Georg Heinrich Pertz (1795–1876) 1848 das französische Original der Memoires von der Hand der Markgräfin, und alle Zweifel wandelten sich in fassungslose Überraschung über die von ihr beschriebenen Zustände am preußischen Hof.[11] Dennoch lebt das Für und Wider Wilhelmines in diesem Punkte immer wieder auf. Daneben gewinnen aber zunehmend jene Stimmen an Bedeutung, die Wilhelmines Schilderungen weniger als Autobiographie sondern eher als einen literarischen Vorgaben folgenden „Roman tragique“[12], sehen.

Ansehen in Frankreich[Bearbeiten]

Der französische Schriftsteller und Literaturkritiker Charles-Augustin Sainte-Beuve (1804–1869) schrieb in seinen Couseries du Lundi (Montagsplaudereien) der Zeitung Le Constitutionel ein ausführliches Portrait über die Bayreuther Markgräfin. Es erschien in zwei Teilen am 1. und 8. September 1856. Den Anlass dazu gab die erste französische Veröffentlichung des Briefwechsels von Friedrich dem Großen und Wilhelmine, dessen Sprache im Urtext Französisch ist. Laut Nachwort der 2008 erstmals erschienenen deutschen Übersetzung dieses Literarischen Porträts[13] nimmt Sainte-Beuve inhaltlich Bezug auf den Briefwechsel, die Memoiren, Wilhelmines Verhalten im Siebenjährigen Krieg und ihre Beziehung zu Voltaire. Bemerkenswert ist Sainte-Beuves Einschätzung der Memoires und des Briefwechsels, wonach Frankreich an Wilhelmine „einen weiteren französischen Autoren“ besäße, obwohl sie, wie er sagt, beides auch in deutsch oder englisch hätte schreiben können.[14]

Werke[Bearbeiten]

Memoiren[Bearbeiten]

Französische Originalversion:

  • Mémoires de Frédérique Sophie Wilhelmine, Margrave de Bayreuthe, soeur de Frédéric le Grand, depuis L'année 1709 jusqu'a 1742, écrit de sa main. Mercure de France, Paris 1967.

Deutsche Übersetzung:

  • Memoiren der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, Im Insel-Verlag zu Leipzig, 1920, mit einem Nachwort von Annette Kolb
  • Ingeborg Weber-Kellermann (Hg.): Wilhelmine von Bayreuth, eine preußische Königstochter. Glanz und Elend am Hofe des Soldatenkönigs in den Memoiren der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth. Aus dem Französischen von Annette Kolb. U.a. mit Personen- und Sachregister. Insel-Verlag, Frankfurt/M. 2004, ISBN 3-458-32980-3.
  • Günther Berger (Übersetzer und Bearbeiter): Memoiren einer preußischen Königstochter. Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, Bayreuth 2007. Neuübersetzung (!) mit Personenregister u.a.

Kompositionen[Bearbeiten]

Autographen[Bearbeiten]

Nicht signiert:

  • Argenore, Tragedia 1740, Oper in 3 Akten. Libretto, basierend auf Wilhelmines verschollenem Urtext: Andrea Galletti; Partiturautograph-Faksimile in: Hans-Joachim Bauer: Rokoko-Oper in Bayreuth;[15] moderne Partitur mit Faksimile des Librettos in: Wolfgang Hirschmann: Wilhelmine von Bayreuth, Argenore.[16]

Signiert:

  • Sonata per Flauto traverso e Basso continuo a-Moll, Notenausgabe Kassel 2006, ISMN M-50012-968-4.[17]

Abschriften[Bearbeiten]

  • Concerto in g für Cembalo obligato und Streicher. Furore Kassel 2000, ISMN M-50012-439-9. Notenausgabe mit Faksimileseiten von Noten und Titeln der beiden differierenden Handschriften.[18]
  • Cavatinen 1754 für Singstimme, Streicher und Cembalo, Notenausgabe Kassel 2010, ISMN 979-0-50182-054-2. [19]

Zur Oper Argenore[Bearbeiten]

Wilhelmine komponierte ihre einzige erhaltene Oper Argenore (1740), eine Tragedia, zur Einweihung eines neuen Operntheaters am Geburtstag ihres Mannes Markgraf Friedrich. 1740 war das zehnte Jahr nach der Katte-Tragödie, in der am 6. November 1730 in Küstrin der Freund der Geschwister Wilhelmine und Friedrich durch ihren Vater, König Friedrich Wilhelm enthauptet wurde. Über eine tatsächliche Aufführung der Oper wurde nichts bekannt; in den Monaten vor dem Aufführungstermin (Mai 1740) lag Wilhelmines Vater Friedrich Wilhelm I. im Sterben, wie im Briefwechsel der Geschwister zu verfolgen ist. Diese Oper gibt Rätsel auf, die seit der (Wieder)aufführung 1993 im Erlanger Markgrafentheater diskutiert werden. Der Text der zugrundeliegenden Handlung, einer Tragedia um den König Argenore, weicht in der musikalischen Partitur[20] zum Teil erheblich vom gedruckten Librettotext ab und wirft im Vergleich die Frage auf, ob und in welchem Umfang das Sujet eine Aufarbeitung der traumatisch belasteten Beziehung der Geschwister Wilhelmine und Friedrich zu ihrem Vater ist; und ob diese verstärkt in Wilhelmines Text-Handschrift der Komposition gegenüber dem für das Publikum gedruckten Libretto zu Tage tritt.

Musikalische Verschlüsselung[Bearbeiten]

In Wilhelmines autographer Partitur Argenore ist Ende des 2. Aktes beispielsweise eine Textpassage eingebaut, die auf das Schicksal Hans Hermann von Kattes, den Freund der Geschwister, anzuspielen scheint: Der Text der Arie des Ormondo in der 7. Szene des 2. Aktes ist in zwei verschiedenen Fassungen überliefert: Im gedruckten

  • Libretto von 1740 (linke Spalte, zeitgenössische Übersetzung von 1740)[21] und in der
  • Handschrift Wilhelmines in der autographen Partitur[22]
A) Ich falle, doch ich gleiche, A) Ich werde fallen, doch du,
Der stoltz und hohen Eiche grausamer Tyrann,
Die alles rings herum bewegt, wirst das am Ende vergeblich bereuen,
Wenn sie das Erdreich, das sie trägt und du wirst sagen, dass mein Los
Mit ihrem Stamme schlägt. Neid erweckt statt Mitleid.
 
B) Sieht nun der Hirt der Feinde B) Eine schöne Prüfung für die starke Seele
Den Schaden selber an ruhig und gelassen
Was Wunder, wenn er weinte Die ungerechte Strafe zu ertragen,
Weil er ihn nicht ersetzen kann. für eine Schuld die man nicht hat.

Das zu dieser Arie führende Rezitativ des Ormondo lautet im Libretto:

„und dass ich jetzt nicht sterben will, geschiehet aus keiner Niederträchtigkeit, sondern in Hoffnung, zuvor das erschreckliche Ende eines tyrannischen undanckbaren Königs, und einen jeden unter euch von dieser Hand erwürget zu sehen.“

Nach der Arie, einer Zusammenfassung seiner (Ormondos) Gemütslage (Librettotext linke Spalte; der Text nach der Partitur siehe rechte Spalte) wird er überwältigt und in Ketten gelegt, um sich zu Beginn des 3. Aktes gewaltsam durch Ermordung seines Wärters zu befreien.

Dazu bildet der neue Text des B-Teils aus der Partitur einen merkwürdigen Kontrast (rechte Spalte B: „[…] ruhig und gelassen die ungerechte Strafe zu ertragen […]“) zu den im Rezitativ geäußerten Rachegelüsten mit der im dritten Akt folgenden gewaltsamen Befreiung (siehe oben). Die nachträgliche Änderung des Gesangstextes, eigentlich ein dramaturgisches „Versehen“, kann das Publikum aus dem Libretto (Text linke Spalte), nicht wahrnehmen,[23] allein schon deswegen, weil italienisch gesungen wurde.

Zu „ruhig und gelassen“: Die Literatur zur Katte-Tragödie – so die Bezeichnung Theodor Fontanes – überliefert mehrmals explizit, dass Hans Hermann von Katte sehr gefasst beim Gang zu seiner Hinrichtung war und ruhig sich seinem Schicksal ergab, zum Trost seines Vaters, dessen Erstgeborener und „Stammhalter“ er war. Das Bild der „Eiche“ (Stammbaum) im Libretto (linke Spalte A) hat das bereits thematisiert.

Keine Frage, gegenüber der ursprünglichen Textversion (linke Spalte A) kommt vom Kern der Sache dort („was Wunder wenn er weinte“) noch ein tiefergehender Aspekt in die Musik, ein persönlicherer: die Vergegenwärtigung der Haltung des Verurteilten (Ormondo/Katte), „die ungerechte Strafe zu ertragen“ (rechte Spalte B), auch wenn dieser Gemütsaffekt, sich in sein Schicksal zu ergeben, dramaturgisch nicht passt, wie das oben erwähnte Rezitativ zeigt.[24]

Hier wurde von der Komponistin in der Oper eine verschlüsselte Botschaft platziert, die als ein Hinweis auf die durch den Vater ausgesprochene und kontrovers diskutierte Todesstrafe Hans Hermann von Kattes verstanden werden kann.

Verschollene Kompositionen[Bearbeiten]

  • Fuge. Siehe Wilhelmines Brief an den Kronprinzen vom 16. Dezember 1732: „ich stecke bis über beide Ohren im Komponieren. Ich bin bei einer Fuge, um die Berliner Torheiten mitzumachen“.[25]
  • mon premier Coup d'essai“. Titel? Laut Wilhelmines Brief vom 2. Mai 1734 [26] ein musikalisches Werk, das sie nach monatelanger Erwartung des erstmaligen Besuches ihres Bruders Friedrich in Bayreuth [27] nun ihm, „l'Apolon de notre siecle“ widmen wolle.
  • Pastorale/Serenata/Kantate, Sommer/Herbst 1738 (Aufführung 24. Juli 1738?). Der Kronprinz am 16. September 1738: „ich möchte Deine Komposition wohl sehen und sie von Dir selbst spielen hören“.[28] Wilhelmine am 4. November 1738: „j'ai composé une petite Pastorale qui a été Represanté au notre solitude“.[29] Der ganze Brief ist enthalten in: Nichts Neues aus Bayreuth, Briefe der Markgräfin Wilhelmine[30] und bringt dort eine interessante Fortsetzung, aus der zu entnehmen ist, dass das Werk noch verbessert wurde: „ich werde noch einige kleine Veränderungen an der Musik vornehmen. Ich werde die Sängerin [der Aufführung] vor die Tür setzen“. Der Kronprinz schreibt, offensichtlich mit Bezug auf diese Komposition am 16. März 1739: „Ihre Kantate ist, ohne Schmeichelei, sehr schön und taugt tausend Mal mehr als alle Musik Ihres Italieners“ [wohl Antonio Paganelli].[31] Friedrich am 15. November 1739: „Ich weiß, dass Du Apollo ehedem die Ehre erwiesest, in seinem Tempel zu erscheinen, nicht nur als Euterpe [Muse der Musik] sondern auch als Kalliope [Muse der Dichtkunst]. Wie es jetzt damit steht, weiß ich nicht, nur soviel weiß ich, dass es Dir damals aufs Beste gelang.“[32] Da Friedrich Wilhelmine auch als „Kalliope“ bezeichnet, könnte, wenn man die Serenata vom 24. Juli 1738 ins Visier nimmt, zumindest deren Text erhalten sein: Gioia Universa (Die allgemeine Freude).[33]

Texte für das Musiktheater[Bearbeiten]

  • L’Argenore, Tragedia, 3 Akte. Originaltext unbekannt, Libretto-Druck 1740 ausdrücklich nach Wilhelmines (Text-) Vorgabe von Andrea Galletti. Handschriftliche Textänderungen Wilhelmines in der autographen Partitur. Zur Einweihung eines neuen Operntheaters am Schlossberglein Bayreuth (Inneneinrichtung nicht erhalten).
  • Athalie, Azione teatrale, Entstehung unbekannt, 2 Akte (MS). Französische Übersetzung von Pietro Metastasios Gioas re di Giuda. Angabe von Airs und Chören, Vertonung und Aufführung unbekannt.
  • Deucalion et Pyrrha, 1751/52, Festa teatrale, 1 Akt. Vertonung verschollen, Aufführung 1751 Erlangen und 1752 Bayreuth.
  • Semiramide 1750–1753 (nach Voltaire), Dramma per musica, 3 Akte. Vertonung: unbekannter Italiener, Aufführung 1753.
  • L’Huomo, Festa teatrale, 1754. 1 Akt. Angeregt von der Philosophie Zoroasters. Ins Italienische übertragen von Luigi Stampiglia; Vertonung: Andrea Bernasconi u.a., 2 Cavatinen darin von Wilhelmine, Aufführung im Markgräflichen Opernhaus anlässlich des Besuchs Friedrichs des Großen in Bayreuth.
  • Amaltea, Dramma per musica, 1756. 3 Akte. Ins Italienische übertragen von Luigi Stampiglia; Vertonung di vari autori, Aufführung im Markgräflichen Opernhaus.

CD[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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  • Hans-Joachim Bauer: Barockoper in Bayreuth (= Thurnauer Schriften zum Musiktheater. Bd. 7). Laaber-Verlag, Laaber 1982, ISBN 3-921518-64-4.
  • Hans Joachim Bauer: Rokoko-Oper in Bayreuth. „Argenore“ der Markgräfin Wilhelmine (= Thurnauer Schriften zum Musiktheater. Bd. 8). Laaber-Verlag, Laaber 1983, ISBN 3-921518-76-8.
  • Günter Berger (Hrsg.): Wilhelmine von Bayreuth heute. Das kulturelle Erbe der Markgräfin (= Archiv für Geschichte von Oberfranken. Sonderbd., ISSN 1869-2176). (Referate des Bayreuther Symposiums „Wilhelmine von Bayreuth Heute – das Kulturelle Erbe der Markgräfin“, gehalten im Landrätesaal der Regierung von Oberfranken vom 26. bis 28. Juni 2008). Ellwanger, Bayreuth 2009.
  • Josef Focht: Die musische Aura der Markgräfin Wilhelmine. Musikinszenierung in der Kunst des Bayreuther Rokoko (= Peda-Kunstführer Musik im Bild. Bd. 1). Kunstverlag Peda, Passau, 1998, ISBN 3-89643-090-4.
  • Irene Hegen: Wilhelmine von Bayreuth. In: Clara Mayer (Hrsg.): Annäherung IX an sieben Komponistinnen (= Furore-Edition 894). Furore-Verlag, Kassel 1998, ISBN 3-927327-43-3, S. 126–149.
  • Sabine Henze-Döhring: Markgräfin Wilhelmine und die Bayreuther Hofmusik. Heinrichs-Verlag, Bamberg 2009, ISBN 978-3-89889-146-2.
  • Jürgen Kloosterhuis, Lothar Lambacher: Kriegsgericht in Köpenick! Anno 1730: Kronprinz – Katte – Königswort. (Katalog zur Ausstellung „Kriegsgericht in Köpenick!“ des Geheimen Staatsarchivs PK und des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin im Schloss Köpenick vom 29. Oktober 2011 bis zum 5. Februar 2012). 2. Auflage. Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz u. a., Berlin 2011, ISBN 978-3-923579-17-4 (Enthält alles verfügbare Material zum „Kronprinzenprozess“ auf nahezu 300 Seiten).
  • Jürgen Kloosterhuis: Katte. Ordre und Kriegsartikel. Aktenanalytische und militärhistorische Aspekte einer „facheusen“ Geschichte. Duncker & Humblot, Berlin 2006, ISBN 3-428-12193-7 (Teildruck aus: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte.).
  • Katrin Kohl: Die Rolle der Wilhelmine von Bayreuth in Friedrichs Dynastieverständnis. In: Michael Kaiser, Jürgen Luh (Hrsg.): Friedrich der Große und die Dynastie der Hohenzollern. Beiträge des fünften Colloquiums in der Reihe „Friedrich300“ vom 30. September / 1. Oktober 2011. 2012. Onlinepublikation auf perspectivia.net. Abgerufen am 27. Januar 2015.
  • Thea Leitner: Skandal bei Hof. Frauenschicksale an europäischen Königshöfen (= Piper 2009). 22. Auflage. Piper, München u. a. 2013, ISBN 978-3-492-22009-5.
  • Ruth Müller-Lindenberg: Wilhelmine von Bayreuth. Die Hofoper als Bühne des Lebens. Böhlau, Köln u. a. 2005, ISBN 3-412-11604-1.
  • Ruth Müller-Lindenberg: Wilhelmine von Bayreuth. In: Annette Kreutziger-Herr, Melanie Unseld (Hrsg.): Lexikon Musik und Gender. Bärenreiter u. a., Kassel 2010, ISBN 978-3-7618-2043-8, S. 524–525.
  • Cornelia Naumann: Scherben des Glücks. Das Leben der Wilhelmine von Bayreuth. Ein historischer Roman. Sutton, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-460-9.
  • Peter Niedermüller, Reinhard Wiesend (Hrsg.): Musik und Theater am Hofe der Bayreuther Markgräfin Wilhelmine. Symposion zum 250-jährigen Jubiläum des Markgräflichen Opernhauses am 2. Juli 1998 (= Schriften zur Musikwissenschaft. Bd. 7 = Are-Edition. 2081). Are-Musik-Verlag, Mainz 2002, ISBN 3-924522-08-1.
  • Uwe A. Oster: Wilhelmine von Bayreuth. Das Leben der Schwester Friedrichs des Großen, Piper, München u. a. 2005, ISBN 3-492-04524-3.
  • Georg Heinrich Pertz: Über die Denkwürdigkeiten der Markgräfin von Bayreuth. In: Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Philologische und historische Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Aus dem Jahre 1850 (1852), ZDB-ID 955708-8, S. 117–135, (Berichtet erstmals über den Fund der Original-Memoiren, die verschiedenen Fassungen und die Bearbeitungen der Memoiren).
  • Anna Eunike Röhrig: Familie Preußen. Die Geschwister Friedrichs des Großen (= Tatsachen. Bd. 37/38). Tauchaer Verlag, Taucha 2008, ISBN 978-3-89772-145-6.
  • Ludwig Schiedermair: Bayreuther Festspiele im Zeitalter des Absolutismus. Studien zur Geschichte der deutschen Oper. Kahnt, Leipzig 1908.
  • Helmut Schnitter: Die ungleichen Schwestern. In: Helmut Schnitter (Hrsg.): Gestalten um Friedrich den Großen. Biographische Skizzen (= Friedrich der Grosse in Zeit und Geschichte. Bd. 1 = Schriftenreihe der Forschungsstelle der Militärgeschichte Berlin. Bd. 1). Band 1. Preußischer Militär-Verlag, Reutlingen 1991, ISBN 3-927292-07-9, S. 67–82.
  • Joachim Schultz (Übersetzer und Hrsg.): Charles-Augustin Sainte-Beuve Die Markgräfin von Bareith. Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Joachim Schultz, Verlag des Plakatmuseums, Bayreuth, 2008.
  • Gustav Berthold Volz (Hrsg.): Friedrich der Große und Wilhelmine von Bayreuth. 2 Bände. Deutsch von Friedrich von Oppeln-Bronikowski. Koehler, Berlin u. a. 1924–1926;
    • Band 1: Jugendbriefe. 1728–1740. 1924;
    • Band 2: Briefe der Königszeit. 1740–1758. 1926.
  • Jürgen Walter: Wilhelmine von Bayreuth. Die Lieblingsschwester Friedrichs des Großen. Biographie. Nymphenburger, München 1981, ISBN 3-485-00413-8.
  • Wilhelmine von Bayreuth: Argenore. (1740) (= Das Erbe Deutscher Musik. Bd. 121 = Das Erbe deutscher Musik. Abteilung Oper und Sologesang. Bd. 13). Oper in drei Akten. Text von Giovanni Andrea Galletti. Herausgegeben von Wolfgang Hirschmann. Schott, Mainz 1996, ISMN M-001-11297-0 (Enthält den Nachdruck des italienisch/deutschen Textbuches der Ausgabe Bayreuth 1740, Faksimileseiten des Autographs und ausführlichen Quellenbericht).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wilhelmine von Bayreuth – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Memoiren, übersetzt von Günter Berger, S. 29.
  2. Berger: Memoiren S. 29.
  3. Thea Leitner: Skandal bei Hof. Ueberreuter, 1993, ISBN 3-8000-3492-1, S. 133–146.
  4. Müssel, Karl: Wilhelmines Jugend im Spiegel von Briefen ihrer Mutter. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken. Bd. 39, Bayreuth 1959.
  5. Jürgen Kloosterhuis und Lothar Lambacher: Kriegsgericht in Köpenick! Anno 1730: Kronprinz - Katte - Königswort.
  6. Thea Leitner: Skandal bei Hof, Ueberreuter, 1993, ISBN 3-8000-3492-1, S.  160–161.
  7. Siehe Aufsätze in: Peter Niedermüller und Reinhard Wiesend (Hrsg.): Musik und Theater am Hofe der Bayreuther Markgräfin Wilhelmine. Symposion zum 250-jährigen Jubiläum des Markgräflichen Opernhauses am 2. Juli 1998. Are Edition, Mainz 2002 (Schriften zur Musikwissenschaft, Bd.7), speziell: Irene Hegen: Wilhelmines arkadisches Diplom, S. 54–57.
  8. Laut Text der Bayerischen Schlösserverwaltung auf Postkarte mit Bild der Statue.
  9. Mémoires depuis l'année 1706 jusqu'a 1742. Tome premier. Braunschweig 1810. Betrifft das Jahr 1729. p. 155 books.google)
  10. Günther Berger, Neuübersetzung 2007.
  11. Thea Leitner: Skandal bei Hof, Ueberreuter, 1993, ISBN 3-8000-3492-1, S. 133–143.
  12. Jürgen Kloosterhuis, Wilhelmines „Memoires“: Historische Quelle oder „Roman tragique“?, in: Ausstellungskatalog Kriegsgericht in Köpenick! Anno 1730: Kronprinz - Katte - Königswort, Seite 107-108.
  13. Joachim Schultz (Übersetzer und Hrsg.): Charles-Augustin Sainte-Beuve, Die Markgräfin von Bareith. Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Joachim Schultz, Verlag des Plakatmuseums, Bayreuth, 2008.
  14. Joachim Schultz (Übersetzer): Nachwort in: Die Markgräfin von Bareith, S. 30.
  15. Siehe Literatur.
  16. Siehe Literatur.
  17. Die Authentizität dieser Handschrift wird von Sabine Henze-Döhring angezweifelt. In: Henze-Döhring: Markgräfin Wilhelmine und die Bayreuther Hofmusik, S.42/43. Vergleiche dagegen Nikolaus Delius: Eine Sonate für Bruder Friedrich? Der Anonymus Herdringen Fü 3595. In: Tibia 2003, Heft 4, S. 571-577.
  18. Nach Angabe von Sabine Henze-Döhring soll es Johann Gotthilf Jänichen komponiert haben. (Sabine Henze-Döhring: Markgräfin Wilhelmine und die Bayreuther Hofmusik, Heinrichs-Verlag, Bamberg 2009, ISBN 978-3-89889-146-2, S. 42–52; Frank Piontek mit Bezug auf Henze-Döhring: Cembalokonzert nicht von Wilhelmine, Nordbayerischer Kurier, 30. Dezember 2008, S. 15. Online vom 29. Dezember 2008 verfügbar.) Andere Ergebnisse siehe angegebenen Wikipedia Artikel Johann Gotthilf Jänichen.
  19. Ruth Müller-Lindenberg erwägt die „nicht beweisbare“ Möglichkeit einer Autorschaft eines Herrn von Kurvitz aufgrund einer Briefstelle. (Ruth Müller-Lindenberg: Wilhelmine von Bayreuth, wer war sie, wer ist sie? (PDF; 52 kB) Vortrag anlässlich des Festaktes zum 300. Geburtstag. S. 6.)
  20. Autograph in der Staatlichen Bibliothek Ansbach
  21. L'Argenore, Tragedia. Libretto in italienisch/deutscher Sprache, Universitätsbibliothek Bayreuth.
  22. (rechte Spalte, Übersetzung aus der Partitur von Isabel Schröder, Begleitheft zur Aufführung Argenore. Musikalische Tragödie von Wilhelmine von Bayreuth, Hans-Otto-Theater Potsdam 2001).
  23. Libretto = „Büchlein“, die vor Beginn der Oper zum Mitlesen des gesungenen Textes verkauft wurden.
  24. Irene Hegen: Musikalische Verschlüsselungen. Autobiographische Spuren in den Kompositionen von Wilhelmine von Bayreuth. Historischer Verein für Oberfranken, Sonderdruck aus Wilhelmine von Bayreuth heute, Bayreuth 2009, S. 204.
  25. Gustav Berthold Volz Herausgeber: Friedrich der Große und Wilhelmine von Baireuth, Jugendbriefe, Leipzig 1924.
  26. L. Schiedermair:Bayreuther Festspiele im Zeitalter des Absolutismus. Leipzig 1908, S. 100.
  27. Vergleiche Briefwechsel bei Volz, a.a.O. ab S. 165, 27. Okt. 1733.
  28. G.B. Volz, a.a.O. S. 385.
  29. L. Schiedermair: a.a.O., S. 105.
  30. Günther Berger und Julia Wassermann Herausgeber: Nichts Neues aus Bayreuth, Briefe der Markgräfin Wilhelmine an Friedrich II. und Voltaire. Übersetzt von Studierenden der Universität Bayreuth. Ellwanger Bayreuth, 2008, Seite 32–33.
  31. Neuveröffentlichter Brief in: Bagatellen aus Berlin. Briefe Friedrichs II. an Wilhelmine von Bayreuth, herausgegeben von Günter Berger und Julia Wassermann. Duncker & Humblot, Berlin 2011.
  32. G.B.Volz, a.a.O. S. 427.
  33. Staatsarchiv Bamberg, GAB 4889.