Dawartz Schiffswerft

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Dawartz Schiffswerft
Rechtsform Personengesellschaft
Gründung 1740 von Hinrich Dreyer
Sitz Tönning
Branche Werft

Die Dawartz Schiffswerft im alten Tönninger Hafen wurde 1740 von Hinrich Dreyer gegründet. Hier wurden nur Holzschiffe gebaut und war eine der ältesten Holzschiffswerften in Schleswig-Holstein.

Blick auf die Slipanlage der Werft

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der stillgelegten Werft im historischen Hafen von Tönning wurden seit rund 375 Jahren Holzschiffe gebaut. Sie wurde 1740 gegründet, 1791 von J. Jans und 1910 von F. Dawartz übernommen.

Gründung der Werft 1740[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werft wurde 1740 von Hinrich Dreyer in Tönning gegründet und baute rund 50 Jahre lang für Kunden aus der näheren Umgebung kleine Boote, Ewer und als Eiderschnigge bekanntgewordene Frachtsegler des Eidergebietes im 18. und 19. Jahrhundert. Die Schnigge fuhr auf der Eider und Niederelbe, aber auch bis England und Russland. Sie war ein guter Flachwassersegler.

Hölzernes Hinterschiff einer Schnigge

Ab 1791 führt Johann Jans die Werft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Jans führte den Werftbetrieb ab 1791 weiter. Unter anderem wurde 1791 das Vollschiff Waacksamheit an G. Boutin in Hamburg abgeliefert, die mit rund 350 Registertonnen vermessen war. 1836 wurde der Schoner Ceres mit 37 Last abgeliefert. Die Holzschiffswerft baute vorwiegend Boote und Schiffe wie z. B. Schoner, Eiderschniggen sowie viele Fischereiboote.

Friedrich Dawatz übernimmt 1910 die Werft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werft ist seit 1919 im Besitz der Familie Dawartz und blieb bis zur Schließung eine Holzschiffswerft für den Bau von Booten und kleinen Schiffen. Sie hat sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts sowohl mit dem Schiffsneubau und Reparaturen beschäftigt. In diesem Zeitraum entstanden rund 60 neue Boote und Schiffe. Sie waren zwischen 5 und 20 BRT vermessen Ab 1951 wurden fast nur noch Reparaturen durchgeführt. Auch aufgrund der Fertigkeiten im Holzschiffbau wurden in den letzten Jahren vor der Werftschließung handwerklich anspruchsvolle Umbauten und Nachbauten von Traditionsschiffen durchgeführt.

2015, Blick von der Brücke auf die Werft mit Slip und Slipwagen

Gebaute Schiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgeliefert wurden Arbeitsboote, Fischereiboote, Ewer, Leichter, kleine Behördenschiffe und viele Fischkutter. Die Fischkutter gingen vorwiegend an Eigner aus Tönning, Büsum, Husum und Friedrichskoog. Der 1947 abgelieferte Fischkutter Elfriede mit 22 BRT zählt zu den größeren auf dieser Werft entstandenen Fischereischiffen.

Die Mytilus, 1939 auf der Dawartz Schiffswerft als Krabbenkutter gebaut, ist ein deutscher Gaffelkutter mit Heimathafen Hamburg-Övelgönne, der mit Pfadfinder- und Jugendgruppen auf der Ost- und Nordsee segelt.

Aktuelle Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der alte Tönninger Hafen wird seit dem Bau des Eidersperrwerkes vorwiegend von Sportschiffern genutzt. Der Verein Transformare ist dabei, der Dawartz Werft mit der noch bestehenden Slipanlage ein viertes Leben einzuhauchen. Dieser Verein ist seit 2015 gemeinnützig und bereitet den Ankauf der Dawartz Werft vor, um daraus eine Mitmach- und Museumswerft zu entwickeln. Dadurch soll der traditionelle Bootsbau erhalten werden und ein Zentrum für Bildungs- und Kulturarbeit in Tönning entstehen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jonas, W. (1997): Schiffbau in Nordfriesland. Schriftr. Nordfriesisches Schifffahrtsmuseum, Bd. 1, Husum.

Koordinaten: 54° 18′ 51″ N, 8° 56′ 40″ O