Ewer

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Dieser Artikel beschreibt den Schiffstyp. Zu weiteren Bedeutungen siehe Ewer (Begriffsklärung).
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Der Ewer Petrine auf der Elbe vor Kollmar im Juni 2011
Der Ewer Jonas von Friedrichstadt im Hafen von Pellworm
Der Fischewer „Maria af von Hoff“ im Kieler Hafen
Kartoffelewer in Hamburg, 1887

Ein Ewer (vermutlich von niederländisch envarer = ‚Einfahrer‘, was auf eine ursprüngliche Ein-Mann-Besatzung hindeutet) ist ein kleinerer, aus Friesland stammender Segelschiffstyp mit Flachkiel und einem oder zwei Masten. Einmastige Ewer werden als Giekewer bezeichnet, zweimastige heißen Besanewer.

Bei zweimastigen Ewern ist der achtern stehende Besanmast deutlich kürzer als der vor ihm stehende Großmast. Er ist also ein Anderthalbmaster. Ewer sind gaffelgetakelt. Vor dem Großmast fahren die Ewer üblicherweise Klüver und Fock. Typisches Merkmal sind das flache Unterwasserschiff und häufig Seitenschwerter, mit denen bei Am-Wind- und Halbwindkurs die Abdrift verringert wird. Die Ewer im norddeutschen Raum sind im Schnitt 16 Meter lang und vier Meter breit.

Geschichte, Verbreitung und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schiffstyp mit der Bezeichnung Ewer ist seit dem Mittelalter bekannt; eine erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1252. Ab etwa 1800 fanden sie vor allem im Gebiet der Unterelbe und Unterweser, als auch in den Niederlanden und Dänemark Verbreitung. Mit über 2000 gebauten Booten waren sie im 19. Jahrhundert der am häufigsten eingesetzte Schiffstyp in Deutschland. Die meisten Ewer hatten eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren, nur ein Viertel der Ewer konnte bis zu 50 Jahre genutzt werden. Sie wurden besonders als Frachtschiffe in der Küsten- und Flussschifffahrt genutzt, teilweise auch als Fischereifahrzeuge. Daher wurden auch folgende teilweise regionale Bezeichnungen verwendet, dabei beschreibt der niederdeutsche Begriff Dreuchewer den Trockenewer, der außer dem Ewer der Fischerei alle Ewertypen umfasst:

  • Fischerewer (1740 gab es in Blankenese 60 Fischewer, 1787 waren es 140)
  • Bugsierewer
  • Fährewer
  • Kartoffelewer

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden Ewer häufig zusätzlich mit Motoren ausgerüstet. Später wurde auf die Takelage ganz verzichtet und die Ewer wurden nur noch mit eigenem Motor oder als Schleppverband gefahren. In Norddeutschland wurde der letzte zu gewerblichen Zwecken gebaute Ewer 1910 fertiggestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Szymanski: Die Ever der Niederelbe (1932). Europäischer Hochschulverlag, Bremen 2011, ISBN 978-3-86741-726-6.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ewer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien