Dekolleté

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Pierre-Auguste Renoir: Porträt der Madame Henriot, Öl auf Leinwand, 1876

Als Dekolleté [dekɔlˈteː], alternativ (seit 1996) Dekolletee,[1][2] in der Schweiz Décolleté (fälschlicherweise auch Decollete u. ä. von frz. le décolleté, abgeleitet aus le col „der Hals“ bzw. le collet „der Kragen“), wird in der Damenoberbekleidung der tiefe Halsausschnitt von Blusen, Hemden, Kleidern etc. zum Busen hin bezeichnet.

Das Dekolleté[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Dekolleté können Frauen ihre erotische Ausstrahlung bewusst betonen. Auch Männer können zur erotischen Wirkung einen tiefen Halsausschnitt nutzen, doch wird dies ebenso wenig vom Begriff Dekolleté erfasst, wie ein tiefer Ausschnitt am Rücken, der bei Damenkleidung nicht unüblich ist. Beide Geschlechter gestalten je nach gewünschter Wirkung die Offenheit des Ausschnittes mehr oder minder freizügig. Er kann dazu bis zum Bauch vergrößert werden.

Zur Erhöhung des Effekts können besondere Büstenhalter verwendet werden, zum Beispiel Push-up-BHs, die die weibliche Brust etwas anheben und so mehr Fülle zeigen. Eine weitere Möglichkeit der Effektsteigerung bietet die Verwendung eines schulterfreien Ausschnittes durch die Verwendung von Spaghettiträgern oder gänzlich trägerlose Kleidung. Die Wahl teilweise transparenter Stoffe und ein körpernaher Schnitt kann die beabsichtigte Wirkung ebenfalls unterstützen.

Im Berufsleben wird ein tiefes Dekolleté üblicherweise als unpassend empfunden. Lediglich in der Prostitution ist das Tragen eines besonders tiefen Ausschnittes zur Erregung der Aufmerksamkeit von Freiern nicht ungewöhnlich.

In der Vergangenheit unterlag das Dekolleté moralischem und modischem Diktat. Zu bestimmten Zeiten war es verpönt, zu anderen Zeiten hingegen sehr verbreitet. In der alten europäischen Adels- und Hofgesellschaft war den Damen von Stand das Dekolleté vorgeschrieben, während bürgerliche Frauen ihre Brust mit einem Brusttuch (Fichu) zu bedecken hatten. Modische Dirndl ab Ende des 19. Jahrhunderts (in Abgrenzung zur historischen Tracht) besitzen häufig ein eher ausgeprägtes Dekolleté.

Dekolleté im Wandel der Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 20. Jahrhundert entwickelten sich ironisierende Begriffe wie Maurerdekolleté,[3] Bauarbeiterdekolleté[4] oder ähnliche zur Bezeichnung des Rücken-Anblicks eines in der Hocke arbeitenden Handwerkers, dessen tiefsitzender Hosenbund unbeabsichtigt einen Teil des Gesäßes preis gibt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marvin Chlada: Dialektik des Dekolletés. Zur kritischen Theorie der Oberweite. Alibri, Aschaffenburg 2006, ISBN 3-86569-019-X.
  • Desmond Morris: Körpersignale. Band 2: Vom Dekolleté zum Zeh. Heyne Taschenbuchverlag, München 1996, ISBN 3-453-07027-5.
  • Jörg Scheller: Am Busen der Kultur. Zur Ästhetik der Männerbrust. In: Martin Hähnel, Marcus Knaup (Hrsg.): Leib und Leben: Perspektiven für eine neue Kultur der Körperlichkeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2013, ISBN 978-3-534-25933-5. Wiederveröffentlichung 2015 auf pop-zeitschrift.de
  • Marilyn Yalom: A History of the Breast. Ballantine Books, New York 1997, ISBN 0-345-38894-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dekolleté – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Dekolleté – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dekolleté, Dekolletee, das. Internet-Artikel. duden.de, abgerufen am 6. Oktober 2015.
  2. Duden. 22. Aufl. Dudenverlag, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 2000, ISBN 3-411-04012-2, S. 280.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHanna Grimm: Das Maurerdekolleté. Rubrik „Wort der Woche“. dw.com (Deutsche Welle), ?, abgerufen am 6. Oktober 2015. (PDF)
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDas Bauarbeiter-Dekolleté. Rubrik „Ins Netz gegangen“ (Video). Stern.de, ?, abgerufen am 6. Oktober 2015.