Dellmensingen

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Dellmensingen
Stadt Erbach
Koordinaten: 48° 18′ 4″ N, 9° 54′ 7″ O
Höhe: 486 m
Einwohner: 2700 (1. Aug. 2002)
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 89155
Vorwahl: 07305

Dellmensingen ist ein Stadtteil von Erbach im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg, rund drei Kilometer südlich der Kernstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 5. Jahrhundert entstand Dellmensingen durch Ansiedlungen auf dem heutigen Gebiet und wurde 1092 erstmals urkundlich erwähnt, jedoch schon 1246 im Kampf um Ulm niedergebrannt. 1607 erfolgte der Bau der unteren Burg, zwischen 1711 und 1712 folgte die Kirche. Etwa hundert Jahre nach dem Abriss der unteren Burg 1802 wurde die erste stromerzeugende Turbine 1904 in Gang gesetzt und der Ort 1908 erstmals mit 13 Lampen erleuchtet. Kurze Zeit später folgten 1910 die Errichtung eines Bahnhaltepunkts und 1912 die Aufstockung des Kirchturms auf 42 m Höhe.[1] Ende des Ersten Weltkriegs 1918 waren 37 Dellmensinger gefallen.

In den folgenden Jahren wuchs der Stadtteil weiter und so erfolgte 1921 die Gründung der Volksbühne Dellmensingen,[2] und des Sportvereins Dellmensingen,[3] 1930 der Bau eines zweiten Schulhauses[4] und 1933 der des Wasserturms und mehrerer Wasserleitungen.

Während des Dritten Reichs gab es von März bis September 1942 ein jüdisches Zwangsaltersheim mit etwa 120 Juden aus Württemberg (meist aus Stuttgart).[5] Diese wurden jedoch im September allesamt nach Theresienstadt deportiert. Nach Eintreffen der ersten Ostflüchtlinge 1943 wurde am 17. Dezember 1944 Ulm bombardiert und das Landratsamt Ulm wurde im Zuge dessen nach Dellmensingen verlagert. Am 23. April 1945 erreichten französische Truppen Dellmensingen, der Krieg brachte insgesamt 70 Gefallene und 23 (noch) vermisste Dellmensinger mit sich.

1955 kaufte die Gemeinde die obere Burg, bevor sie am 1. Juli 1974 in die Stadt Erbach (Donau) eingemeindet wurde.[6]

Hochaltar der Pfarrkirche

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind die barocke Pfarrkirche St. Kosmas und Damian, die von 1711 bis 1712 erbaut wurde, das ehemalige Schloss[7] von 1650, das sich heute in Privatbesitz befindet, sowie die renovierte Schlossmühle, heute ein Wasserkraftwerk.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masten von im Umspannwerk Dellmensingen endenden 380-kV- und 220-kV-Leitungen

Dellmensingen ist Standort eines großen 380-kV-/110-kV-Umspannwerks, das von TransnetBW betrieben wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.emporis.com/buildings/1581958/sankt-kosmas-und-damian-dellmensingen-erbach-germany
  2. Alfrefd Scherer in: Dellmensingen 1092 1992, 1. Auflage. Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1992, ISBN 3-88 294-181-2. S. 523.
  3. Franz und Joachim Müller in: Dellmensingen 1092 1992, 1. Auflage. Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1992, ISBN 3-88 294-181-2. S. 523.
  4. Rosemarie Hanesch in: Dellmensingen 1092 1992, 1. Auflage. Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1992, ISBN 3-88 294-181-2. S. 365.
  5. Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier (Hrsg.): Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern. Stuttgart 2013, ISBN 3-89657-138-9, S. 291f.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 543.
  7. Website des Schlosses Dellmensingen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Dellmensingen: Dellmensingen 1092-1992 Süddeutsche Verlagsgesellschaft 1992, ISBN 3-88294-181-2