Dennis Josef Meseg

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Dennis Josef Meseg vor einem seiner Werke (2020)

Dennis Josef Meseg (* 1979 in Bornheim) ist ein deutscher Künstler, der mit seiner Installation „It is like it is“ internationale Bekanntheit errungen hat.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in jungen Jahren entdeckte er seine Liebe zur Kunst. Der Drang nach künstlerischer Freiheit ließ ihn frühzeitig sein Elternhaus verlassen. Unter dem Pseudonym „John Christoph Dionysos Sommersberg“ sorgte er als jüngster Maler in einer Gemeinschaftsausstellung der französischen Galerie du Haut-Pavé in Paris erstmals für Aufsehen.[3]

Durch eine Werkschau, mit der er sich 2019 an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn bewarb, wurde ihm von zwei unabhängigen Professoren eine außerordentliche künstlerische Hochbegabung bescheinigt, die ihm die Aufnahme an der Alanus Hochschule sicherte. Meseg entschied sich zum Studium der Bildhauerei als Schüler bei Thomas Baumgärtel, bekannt unter dem Pseudonym „Bananensprayer“.

Inspiriert durch die gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie erstellte er 2020 seine Installation „It is like it is“, bestehend aus 111 in Flatterband gewickelte Schaufensterpuppen. Meseg präsentierte diese Installation in 36 deutschen Städten. Auftakt war die Ausstellung in Bonn am 30. April 2020.[4]

Es gab im Rahmen der Installation eine künstlerische Zusammenarbeit mit Thomas Baumgärtel.[5]

Teile der Installation „It is like it is“ stehen im Wilhelm-Fabry-Museum in Hilden.[6]

Installation "It is like it is" – Münsterplatz Bonn
Installation "It is like it is" – Münsterplatz Bonn

Am 25. November 2020 präsentierte Meseg eine weitere Installation. „Broken“ ist ein Mahnmal aus 222 Schaufensterpuppen, deren künstlerische Verarbeitung die Grausamkeit verbildlichen soll, der Frauen und Mädchen weltweit ausgesetzt sind. Zum ersten Mal gezeigt wurde „Broken“ in Siegburg, anlässlich der Internationalen Aktionstage gegen Gewalt an Frauen.[7]

2021 wird Dennis Josef Meseg für seine Installation „It is like it is“ mit dem Creo-Preis ausgezeichnet.[8]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit April 2018 bereitete sich Meseg auf sein Studium der Kunst vor. Der erste Schritt war der Kurs „Ein Jahr für die Kunst“ im Alanus Werkhaus unter Dozentin Sonja Simone Albert. In diese Zeitspanne fiel eine Vollzeit Studienvorbereitung mit Mappenkurs ebenfalls im Alanus Werkhaus vom 28. Oktober 2018 bis 28. März 2019.

Ab 23. September 2019 begann er sein Studium Bildende Kunst mit Schwerpunkt Bildhauerei und neue Medien / Bachelor of Fine Arts (B.F.A.) an der Alanus University of Arts and Social Sciences Alfter/Bonn. Begleitend dazu startete Meseg ab dem 6. November 2019 sein Praktikum bei Thomas Baumgärtel ("Bananensprayer") in Köln.

Während dieser Zeit hat Meseg auch verschiedene Kurse und Weiterbildungen an der internationalen Kunstakademie Heimbach/Eifel absolviert.[9]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seitens Aktivist:innen kam es zu Kritik an der Installation „Broken“ (2020). Der Vorwurf lautet, dass die Installationen einen "uninformierten, unsensiblen Umgang mit dem Thema"[10] kommuniziere. Einerseits wurde die von Meseg explizit zugeteilte Opferrolle von Gewalt betroffenen Personen kritisiert. Dies führte dazu, dass sich ein Gegenprotest anhand des Hashtags #stillnotbroken etablierte. An dem Protest beteiligt war u.  a. das Referat für Frauen und Geschlechtergerechtigkeit Bonn, welche ein gemeinsames Statement zusammenfasste. Darin wurde u.  a. der von Meseg bewusst gewählte Titel des Werkes „Broken“ kritisiert, da dieser von Gewalt betroffene Personen als "defekte Roboter" deklariere. Zudem wird auf den psychologischen Schaden solcher Rollenzuschreibungen hingewiesen. Des Weiteren richtet sich der Protest "gegen die Anmaßung, dass ein weißer Mann von Gewalt betroffenen Frauen erzählen wolle, wie sie sich zu fühlen hätten."[11] Weitere Kritiker:innen reagieren ebenso auf das Erscheinungsbild der Schaufensterpuppe, welches als weiblich gelesener Idealtypus ein unrealistisches Körperbild reproduziert – "ohne im geringsten zu diversifizieren. Judith Rauwald ergänzt mit Blick auf „Broken“, so habe man Kunst in den achtziger Jahren machen können, nicht aber heute."[12] Meseg reagiert auf die Kritik, indem er sich selbst als Opfer einer sogenannten "Hexenjagd" bezeichnet und verweist auf „Feministinnen“, die seine Installation eigenmächtig umdeuten wollten.[13] Ebenso behauptet Meseg, jetzt endlich verstehen zu können, wie Frauen oder Mädchen sich im Netz fühlten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.ft.com/content/4fabc80f-b1e3-4dc0-9026-0978607fa62d
  2. PHOTOS: ‘It is like it is’ art installation to symbolise Covid-19 pandemic in Frankfurt, auf hindustantimes.com
  3. J. C. D. Sommersberg, auf haut-pave.org
  4. https://ga.de/bonn/stadt-bonn/student-stellt-corona-mahnmal-in-bonn-aus_aid_50324679
  5. Auftritt am 11.11. Die ganze Welt redet über Flatterband-Botschaft von Kölner Künstler, auf express.de
  6. https://www.wilhelm-fabry-museum.de/index.php/aktuelles-blog/536-it-is-like-it-is-von-dennis-josef-meseg
  7. https://siegburg.de/2020/11/stille-mahnwache-und-videobotschaften/index.html
  8. https://kreativ-sein.org/creo-2021-fuer-dennis-meseg/
  9. https://www.dennis-josef-meseg.de/kuenstler/curriculum-vitae/
  10. Kritik an Kunstinstallation "Broken": Von wegen gebrochen. Abgerufen am 9. Dezember 2021.
  11. Kritik an Kunstinstallation "Broken": Von wegen gebrochen. Abgerufen am 9. Dezember 2021.
  12. Christiane Meixner: Puppenarmee auf dem Potsdamer Platz. In: Der Tagesspiegel Online. 10. Dezember 2020, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 9. Dezember 2021]).
  13. Christiane Meixner: Puppenarmee auf dem Potsdamer Platz. In: Der Tagesspiegel Online. 10. Dezember 2020, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 9. Dezember 2021]).