COVID-19-Pandemie

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Die COVID-19-Pandemie (umgangssprachlich auch Coronavirus-Pandemie, Corona-Pandemie, Coronavirus-Krise oder Corona-Krise, ehemals auch Coronavirus-Epidemie) ist ein Ausbruch der neuartigen Atemwegserkrankung COVID-19 (oder „Covid-19“, für englisch corona virus disease 2019). Diese Erkrankung war erstmals Ende Dezember 2019 in der Millionenstadt Wuhan der chinesischen Provinz Hubei auffällig geworden, entwickelte sich im Januar 2020 in China zur Epidemie und breitete sich schließlich weltweit aus. Der Ausbruch wurde durch das bis dahin unbekannte Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst. Dieses Virus wird auch als neuartiges Coronavirus bezeichnet.

Um einer Ausbreitung in Staaten ohne leistungsfähige Gesundheitssysteme entgegenzuwirken, rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 30. Januar 2020 die internationale Gesundheitsnotlage aus.[1][2] Ab dem 28. Februar 2020 schätzte die WHO in ihren Berichten das Risiko auf globaler Ebene als „sehr hoch“ ein (englisch WHO risk assessment, global level: very high), zuvor als „hoch“.[3] Am 11. März 2020 erklärte die WHO die bisherige Epidemie offiziell zu einer Pandemie,[4] der ersten seit der Pandemie H1N1 2009/10.

Am 13. Januar 2020 wurde aus Thailand – und damit außerhalb der Volksrepublik China – die erste laborbestätigte Infektion mit SARS-CoV-2 gemeldet, am 23. Januar 2020 wurde der erste Infektionsfall außerhalb von Asien in den Vereinigten Staaten von Amerika gemeldet. Es gab jeweils eine Verbindung zu Reisen nach oder von Wuhan.[3] Am 2. Februar 2020 trat auf den Philippinen der erste Todesfall außerhalb Chinas auf. Es handelte sich um einen Chinesen aus Wuhan.[5] Am 9. Februar 2020 überstieg die Zahl der registrierten Todesfälle mit über 800 die Gesamtzahl der Todesfälle der SARS-Pandemie 2002/2003.[6] Am 15. Februar 2020 meldete Frankreich den ersten Todesfall außerhalb Asiens, eine aus China eingereiste Person. Am 23. Februar 2020 wurden aus Italien die ersten beiden Europäer gemeldet, die an COVID-19 verstarben.[3] Der WHO-Bericht vom 26. Februar 2020 meldete erstmals mehr Neuinfektionen außerhalb Chinas als innerhalb, mit dem WHO-Bericht vom 16. März 2020 überstieg die Zahl der kumulierten Infektionen außerhalb Chinas (86.434) dann die innerhalb Chinas (81.077).

Am 7. März 2020 meldete die WHO erstmals über 100.000 Infizierte weltweit bei 3.486 Toten, am 19. März erstmals über 200.000 Infizierte bei 8.778 Toten. Bereits vier Tage später, am 23. März 2020, meldete die WHO über 300.000 Infizierte bei 14.510 Toten und nach nur zwei weiteren Tagen, am 25. März 2020, bereits über 400.000 Infizierte bei 18.440 Toten.[3] Italien wurde zunehmend zum neuen Zentrum der Pandemie, am 19. März wurden hier erstmals mehr Todesopfer gemeldet als in China.[7] Am 25. März überholte auch Spanien in der Opferzahl China.[8] Am 23. März 2020 gab es neben China, Italien und Spanien die meisten Infektionsfälle in den Vereinigten Staaten, Deutschland, im Iran und Frankreich; aus China wurden nur noch wenige Neuinfektionen gemeldet.[3][9] Am Abend des 26. März überstieg die Zahl der Infektionen alleine in den USA mit 81.578 Fällen erstmals die der kumulierten Infektionen in China (81.340). Binnen eines Tages war dort ein Anstieg um mehr als 13.000 Fälle gemeldet worden. Nur einen Tag später wurden in den USA erstmals über 100.000 Infizierte gemeldet.[10] Damit entwickelt sich Nordamerika neben Europa und nach China zum neuen Zentrum der Pandemie.[11] Es sind (Stand 31. März 2020) ca. 200 Länder bzw. Territorien betroffen.[3] In einer großen Zahl von Staaten ist die Pandemie inzwischen durch massive Einschnitte in das öffentliche Leben der Gesellschaft und in das Privatleben ihrer Bürger sowie durch eine Wirtschaftskrise gekennzeichnet.

Hinweis zu den aktualisierten Daten: Die täglichen WHO-Berichte beinhalten die aus den Mitgliedsstaaten gemeldeten Fallzahlen, dadurch kommt es nicht nur zu einer zeitlichen Verzögerung. Die einzelnen Länder unterscheiden sich auch stark in ihrer Meldepolitik, so dass die Länder anhand dieser Zahlen nicht vergleichbar sind, siehe Abschnitt Anmerkungen zu den Daten und Falldefinition der WHO. Das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) an der Johns Hopkins University entwickelte eine alternative Sammlung der durch örtliche Stellen gemeldeten Fälle und Präsentation der Daten per als Dashboard bezeichneten Online-Tool, siehe Weblinks unten. Diese Zahlen unterliegen einem größeren Vorbehalt als die an anderer Stelle gezeigten Daten der WHO, mehr Informationen dazu finden sich im Abschnitt Genesung.

Bestätigte Fälle (kumuliert)
weltweit, davon in China
bis 31. März 2020, nach Daten der WHO

(Anmerkungen zu den Daten)

Bestätigte Tote (kumuliert)
weltweit, davon in China
bis 31. März 2020, nach Daten der WHO

(Anmerkungen zu den Daten)

Krankheit

Die Krankheit COVID-19 und der Krankheitserreger SARS-CoV-2, die in der Volksrepublik China am Jahresende 2019 die Epidemie auslösten, waren vorher nicht bekannt. Im Verlauf des zunächst als lokaler Ausbruch und relativ schnell als Epidemie eingestuften Ereignisses mussten daher zunächst wesentliche Erkenntnisse über die Krankheit gewonnen werden. Dies betraf den krankmachenden Auslöser ebenso wie grundlegende Kennzahlen, die die Gefährlichkeit einer Krankheit bestimmen (siehe Virulenz und Pathogenese des auslösenden Virus SARS-CoV-2), und die Fakten, die die Verbreitung und mögliche Maßnahmen dagegen betreffen.

Gleichzeitig mit dem grundsätzlichen Problem, zunächst herauszufinden, worum es sich handelt (siehe Entdeckungsgeschichte des SARS-CoV-2) erschwerten die rasante räumliche Ausbreitung und weitere Merkmale der Krankheit die Erhebung von genügend genauen Daten, um Verbreitung, Ausdehnung und Gefährlichkeit wissenschaftlich exakt zu bestimmen (siehe unten den Abschnitt Modellrechnungen). Gemeint sind die gleichartigen Symptome der neuen Krankheit COVID-19 und der verschiedenen Formen von Virusgrippen: Husten, Atembeschwerden und Fieberanstieg (siehe Klinische Erscheinungen bei COVID-19). Ein besonderes Problem stellt die anscheinend hohe Infektiosität bereits in der Inkubationszeit vor dem Auftreten dieser oder anderer Symptome dar.

Zu Beginn gingen die örtlichen Autoritäten fälschlicherweise nicht von Mensch-zu-Mensch-Übertragungen aus, der direkten Infektion, da dies bei einem Erreger, der aus dem Tierreich auf den Menschen übergeht, einer Zoonose, eher die Ausnahme ist und man meinte, zunächst keine solchen Fälle identifiziert zu haben.[12] Nachdem der Erreger als neuartige Unterart der Virenspezies SARS-assoziiertes Coronavirus (kurz SARS) identifiziert worden war,[13] gingen die Seuchenbekämpfer von ähnlichen Bedingungen aus wie bei der bis dahin bekannten Krankheit Schweres Akutes Atemwegssyndrom, ausgelöst durch das bisher kurz als SARS bekannte und später dann in Abgrenzung vom hier beschriebenen Fall als SARS-CoV-1 bezeichnete[14] Virus und der davon ausgelösten SARS-Pandemie 2002/2003. Wie sich später herausstellte, waren diese Annahmen falsch, insbesondere, was die Mensch-zu-Mensch-Übertragung und Verbreitung der Krankheit durch Träger ohne oder nur mit sehr leichten Symptomen betraf. Im Verlauf des Februars 2020 stellte sich heraus, dass COVID-19 deutlich leichter als SARS übertragen wird, dass viele Infizierte keine Symptome zeigen und dass sogenannte asymptomisch Infizierte, also Infizierte gänzlich ohne, ohne deutliche oder zeitlich noch nicht ausgeprägte Symptome, ansteckend sein können. Es wurden Fälle berichtet, in denen Menschen andere Familienmitglieder angesteckt haben, ohne dass sie selbst Symptome zeigten.[15][16] Auch als Mitte März 2020 noch nicht ganz klar war, welche Rolle diese Stillen Träger in der Pandemie genau einnehmen, wurde bekannt, dass rund ein Drittel der positiv getestet Infizierten wohl asymtomisch sind und einen relevanten Teil der Infektionen verursachen.[17] Hinzu kam in den ersten Wochen des Seuchenzuges die Überforderung der Behörden in Wuhan, die zu einer derart hohen Dunkelziffer in dieser Region führte, „dass die gezählten Fälle dort nicht sehr aussagekräftig sind“, so der Epidemiologe René Niehus.[18]

Gefährlichkeit der Krankheit

Zur Einschätzung der Gefahr durch eine Epi- bzw. Pandemie werden unterschiedliche Faktoren betrachtet: Zu unterscheiden ist, ob eine Krankheit individuell für eine bestimmte Person gefährlich ist oder für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, für die Bevölkerung eines Staates, einer Region oder der ganzen Welt.
Die WHO benennt deshalb in ihren täglichen Berichten die Gefährdungslage getrennt für China, Regional Level und Global Level (Stand 26. Februar 2020).[3] Die wichtigsten Kenndaten einer Epidemie sind die Übertragungsrate, die Ausbreitungsdynamik zeitlich und räumlich, der Anteil schwerer Verläufe, die Letalität sowie die Inkubationszeit. Einige dieser Daten lassen sich erst im Nachhinein ermitteln, siehe den Abschnitt Probleme der Interpretation im Artikel Letalität. Andere werden maßgeblich durch menschliches Verhalten bestimmt und sind daher sehr variabel. Dies trifft insbesondere auf die räumliche Ausbreitung und Basisreproduktionszahl zu, die durch individuelle Faktoren wie Reiseverhalten, Kommunikations- und Kontaktarten sowie Hygieneverhalten stark beeinflusst werden.

Die WHO fasste am 19. Februar 2020 die bis dahin wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse (teilweise beruhend auf Abschätzungen durch Modellrechnungen) zusammen:[19]

  • Zeit zwischen Infektion und Auftreten der Symptome (Inkubationszeit): 5–6 Tage (in Einzelfällen bis 14 Tage)
  • Zeit zwischen „Fall 1“ und dem davon angesteckten „Fall 2“ in einer Übertragungskette (Serienintervall): rund 5–7 Tage
  • Letalität: nicht gesichert bekannt. Die WHO, wie die Wissenschaft allgemein, unterscheidet zwischen zwei Berechnungsformen. Zum einen ist dies das Verhältnis von bekannten Todesfällen zu bestätigten Krankheitsfällen, die cCFR (WHO) oder nur CFR für (comfirmed) case fatality rate. Zum anderen ist dies die statistische Wahrscheinlichkeit, an den Folgen einer Infektion zu sterben, die IFR für infection fatality rate. Für beide Varianten sind während einer dynamisch sich ausbreitenden Erkrankungswelle und mutmaßlich hohen Dunkelziffern nur begrenzt verlässliche Aussagen möglich. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine infizierte Person unabhängig von individuellen Merkmalen stirbt, die IFR, wird von der WHO mit 0,3–1 % angegeben, eine von der WHO zitierte Arbeit benennt als vorläufige Schätzung 0,4–2,6 %, wobei der wahrscheinlichste Wert mit 0,94 % angegeben wurde.[20]

Weitere grundlegende Erkenntnisse (vergleiche Hauptartikel zur Krankheit) sind:

  • Schwere Kankheitsverläufe, insbesonder solche, bei denen die Lunge betroffen ist, haben oft langfristige Schäden zur Folge. Auch vermeintlich harmlose Krankheitsverläufe können sehr ausgeprägte Veränderungen in der Lunge hervorrufen, von denen Stand März 2020 nicht bekannt ist, ob sie sich zurückbilden.[21][22]
  • Die Zahl der Menschen, die von einem Infizierten angesteckt werden (Basisreproduktionszahl), lag nach einer Metastudie von 12 Arbeiten bis zum 7. Februar 2020 bei 3,28 (arithmetisches Mittel), bzw. 2,79 (Median), also bei rund 3 Personen.
  • Unterschiede der Bevölkerungsgruppen gibt es insbesondere bei den Fällen mit schweren Komplikationen und tödlichem Verlauf, auch wenn alle infiziert werden können.
  • Die Übertragung erfolgt in der Regel über Tröpfcheninfektion, auch die Ansteckung über Aerosole – eine Unterform der Tröpfcheninfektion – kommt in Frage. Es ist nicht erwiesen, dass die Übertragung auch durch das Berühren kontaminierter Oberflächen und Gegenstände (Schmierinfektion) stattfindet, es wird aber von offizieller Seite davor gewarnt.[23]
  • Von hoher Unsicherheit behaftet war Ende Februar 2020 die Frage der Pathogenität, d. h., wie hoch der Anteil der Menschen mit (schweren) Symptomen an der Gesamtheit der Infizierten ist. Dazu fehlen, wie der oben angeführte WHO-Report – 29 anführt, Reihenuntersuchungen, die den wahren Anteil an Infizierten in der Bevölkerung bestimmen. Insbesondere die im nichtchinesischen Ausland untersuchten Cluster deuten aber auf eine insgesamt geringe Pathogenität im Vergleich zu SARS.
  • Ebenso unsicher ist die Infektiosität, also wie wahrscheinlich eine Ansteckung im Falle einer Aussetzung gegenüber dem Virus ist. Diese Infektiosität ist nur zum Teil durch das Virus selbst bestimmt (seine Kontagiosität), zu einem anderen dadurch, wie gesund die exponierte Person ist, wie gut ihr Immunsystem auf das Virus reagiert, aber auch wie vielen Viren die Person ausgesetzt ist und wie lange dies geschieht. Grobe Schätzungen gehen von einer deutlich höheren Infektiosität als SARS aus, aber kleiner als beispielsweise Masern.[24]

Eine Mitte Februar veröffentlichte chinesische Studie, in der 44.000 bestätigte COVID-19-Fälle untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass die Letalität von COVID-19 zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht so hoch ist wie bei den Coronaviren SARS oder MERS. Mehr als 80 % der Patienten haben milde Formen von COVID-19. In etwa 14 % der Fälle verursache das Virus Krankheitsverläufe mit Dyspnoe. Etwa fünf Prozent der Patienten erlebten Atemstillstand, einen septischen Schock oder Multiorganversagen. In zwei Prozent der Fälle verläuft COVID-19 tödlich.[25] Der Studie zufolge erhöht sich das Risiko zu sterben mit dem Alter. Der WHO zufolge gibt es relativ wenige Fälle von erkrankten Kindern.[25] Bei einem leichten Krankheitsverlauf (dem häufigsten Fall) klingen die Krankheitszeichen, sofern überhaupt welche bestehen, laut WHO in der Regel innerhalb von zwei Wochen ab.[26] Bei Menschen mit einem schweren Krankheitsverlauf dauere es zwischen drei und sechs Wochen, bis sie sich von der Krankheit erholen.[26]

Vergleich mit Influenza (Grippe)

Die von der WHO zitierte Studie von Mike Famulare, Institute for Disease Modeling, schätzte mittels eines Rahmenkonzepts zur Bewertung von Influenza-Epidemien und -Pandemien[27] und dessen Skalen für Übertragbarkeit und des klinischen Schweregrades COVID-19 als gleich übertragbar wie die Spanische Grippe, aber eine Stufe geringer im klinischen Schweregrad ein und somit insgesamt eine Stufe weniger schwerwiegend als diese, aber zwei Stufen schwerwiegender als die Asiatische Grippe und die Hongkong-Grippe.[20] Ein pauschaler Vergleich zwischen der in diesem Artikel behandelten Epidemie von COVID-19 und der Grippe ist nicht möglich, denn das Influenzavirus ist extrem wandelbar und jede Grippewelle, jede Grippesaison unterscheidet sich maßgeblich in ihren grundlegenden Werten. Da Coronaviren ebenfalls wandelbar sind – wenn auch nicht so stark wie Grippeviren –, ist dies für COVID-19 anzunehmen, sollte das Virus endemisch werden. Dies ist der Fall, wenn es nicht wie bei SARS ausgemerzt oder wie MERS stark eingedämmt werden kann.[28]

Der in den deutschen Medien mehrfach mit der Aussage „fünfmal gefährlicher als Grippe“[29] zitierte Virologe Alexander S. Kekulé bezog seinen Vergleich daher ausdrücklich auf die saisonale, aktuell leichte Grippe.[30] Lothar H. Wieler, Leiter des Robert Koch-Instituts (RKI), gab in einer Pressekonferenz am 27. Februar 2020 eine ähnliche Einschätzung ab. Er verglich dabei die Prozentzahlen der Todesfälle unter den Infizierten für eine leichte Grippe-Saison mit einer Letalität von 0,1–0,2 % mit einer angenommenen von 1–2 % für die SARS-CoV-2-Epidemie.[31] Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit stufte die Situation zu COVID-19 Ende Februar 2020 im Prinzip eher als besorgniserregend ein, kam im Vergleich zur Grippe jedoch zum damaligen Zeitpunkt zu der Schlussfolgerung, dass man bei COVID-19 noch weit vom Niveau der saisonalen Influenza mit weltweit ungefähr 650.000 Toten pro Jahr entfernt gewesen sei, auch wenn sich das bald ändern könne. Er verwies auf die mangelnde Immunität der Bevölkerung bei COVID-19 im Gegensatz zur normalen, saisonalen Grippe, sowie fehlende Impfmöglichkeiten.[32] In der Grippe-Saison 2019/20 wurden von der 40. KW 2019 bis zur 11. KW 2020 insgesamt rund 165.000 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle, davon 23.646 hospitalisiert und insgesamt 265 Todesfälle mit Influenzavirusinfektion für Deutschland an das Robert Koch-Institut übermittelt. (Datenstand: 13. März 2020).[33]

Genesung

Tote und Genesene kumuliert zu Infizierten (weltweit)
nach Daten der Johns-Hopkins-Universität
[34]

Die WHO weist in ihren Situation Reports weder Zahlen für Genesene noch für aktuell als infiziert Gemeldete (also die bisher bestätigten Infizierten abzüglich der Verstorbenen und Genesenen) aus. Zum Verständnis einer Epidemie ist trotzdem neben der Entwicklung der Gesamtzahl der Infizierten die zum aktuellen Zeitpunkt gegebene Menge der Infizierten, also der Infizierten, die weder verstorben noch genesen sind, relevant, ebenso die Zahl der Genesenen und damit wahrscheinlich zukünftig Immunen.[35] Die Zahlen der Genesenen und Toten sind im Vergleich zur Zahl der Infizierten zeitlich verschoben – um die Dauer zwischen Bestätigung der Infektion und der Beendigung der Krankheit durch Gesundung oder Tod. Insbesondere lassen sie keine einfachen Rückschlüsse auf die Gefährlichkeit oder die Letalität zu. Das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) an der Johns Hopkins University entwickelte eine alternative Sammlung der durch örtliche Stellen gemeldeten Fälle und Präsentation der Daten per Online-Tool,[36] siehe Weblinks unten. Die hier angegebenen Zahlen unterliegen einem größeren Vorbehalt als die an anderer Stelle gezeigten Daten der WHO, da es keine einheitliche Definition der Genesung gibt. Die Zeit schrieb am 4. März hierzu, bei den Zahlen aus China handele es sich strenggenommen um ‚aus dem Krankenhaus Entlassene‘, da die Zahlen nur diese erfassten. In China gilt jeder als genesen, der drei Tage fieberfrei war und zweimal negativ auf das Virus getestet wurde, jedoch sei zu bezweifeln, ob unter dem starken Druck auf das Gesundheitssystem wirklich alle Entlassenen nicht mehr ansteckend waren. Weiter schrieb sie, in Deutschland gebe es keine offiziellen Zahlen, da es keine Meldepflicht für das Genesen gebe, und zitiert einen Gesundheitsamtsleiter, der sagte, sie dürften dem Robert Koch-Institut (RKI) aus Datenschutzgründen gar keine Informationen über Genesene übermitteln.[35] In Deutschland gelten Infizierte frühestens zehn Tage nach Beginn ihrer Symptome als genesen, zudem dürfen sie 48 Stunden lang kein Fieber gehabt haben, seit mehr als 24 Stunden keine weiteren Symptome mehr verspüren und zwei im Abstand von mindestens 24 Stunden genommene Abstriche aus dem Nasenrachenraum müssen virenfrei sein.[37] Die frühe Entlassungspraxis in China und in anderen Einzelfällen ist insbesondere für die Frage des Rückfallrisikos problematisch, da einige Fälle später erneut positiv auf das Virus getestet wurden und so die Frage aufwarfen, ob eine mehrfache Ansteckung möglich sei. Die vermeintlich doppelt Erkrankten waren jedoch wahrscheinlich nur zu früh aus dem Krankenhaus entlassen worden.[38]

Immunität

Da das Virus als Zoonose erstmals auf den Menschen übersprang, hatte die Bevölkerung keine adaptive Immunität, d. h. erworbene Immunität durch früheren Kontakt mit dem Erreger bzw. Impfung.[39] Auch eine Kreuzimmunität auf Grund von sehr ähnlichen, schon zirkulierenden Erregern ist nicht bekannt[40] bzw. dürfte nicht vorhanden sein.[41] Für die Entwicklung einer Epidemie in der Gesamtbevölkerung ist hauptsächlich die Herdenimmunität wichtig. Diese steigt mit dem Anteil der immunisierten Bevölkerung und bremst die Ausbreitung, bis die Nettoreproduktionszahl unter 1 gedrückt wird und die Weiterverbreitung rückläufig wird. Für COVID-19 liegt die Schätzung des Anteils von Infizierten, ab dem die Nettoreproduktionszahl unter 1 fällt, bei rund 60 % bis 70 % der Bevölkerung.[42][43] Eine Politik, die auf das rasche Wirksamwerden einer Herdenimmunität in ihrer Gebietskörperschaft setzt, müsste also in Kauf nehmen, dass innerhalb relativ kurzer Zeit 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infiziert werden. Damit Risikogruppen nicht ebenso schnell „durchseucht“ würden, müssten sie vom Rest der Bevölkerung abgeschottet werden.

Vergleiche mit anderen Coronaviren lassen die meisten Forscher annehmen, dass Menschen nach Durchleben von COVID-19 bzw. einer Infektion mit SARS-CoV-2 eine Immunität erwerben, jedoch müssen diese Annahmen noch wissenschaftlich bewiesen werden. Nach Studien über die vier bereits bekannten endemischen Coronaviren, die Erkältungen verursachen, ist die Immunität nur kurzlebig und selbst Menschen mit hohen Antikörperkonzentrationen im Blut können weiterhin mit Viren dieser Familie infiziert werden. Für die beiden Coronaviren SARS-CoV-1 und MERS-CoV, welche die bisherigen Epidemien auslösten, sind die Beweise wegen mangelnder Daten jedoch unklar. Nach bisher unveröffentlichten Daten konnten für das vor COVID-19 bereits bekannte Coronavirus SARS-CoV-1 noch 15 Jahre nach der Infektion Antikörper im Blut nachgewiesen werden.[44]

Ob dies auch für das aktuelle SARS-CoV-2 angenommen werden darf, ist offen. An der erworbenen Immunisierung bei SARS-CoV-2 gab es durch vermeintlich erneut Infizierte (siehe Abschnitt Genesung) auch Zweifel. Nach einer Vorabveröffentlichung im März 2020 mit ausstehendem Peer-Review konnten Forscher in einem Tierversuch zwei Rhesusaffen vier Wochen nach durchstandener Infektion nicht erneut infizieren. Die Forscher deuteten ihre Ergebnisse so, dass die Primärinfektion mit SARS-CoV-2 vor späteren Infektionen schützen könnte.[45][44]

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité schätzt Mitte März 2020 das Thema Immunität gegen SARS-CoV-2 (COVID-19) zusammenfassend wie folgt ein:

„Wer sich einmal infiziert hat, der ist wahrscheinlich für den Rest der Pandemie immun, ich würde denken, für ein paar Jahre. Und selbst wenn man sich noch einmal ansteckt, dann bekommt man es als harmlose Erkältung. Die nächste Infektion ist dann nicht mehr schwer. Das würde ich jetzt zumindest schätzen.“

Christian Drosten im Interview in der Zeit vom 20. März 2020[46]

Bisherige Antikörpertests reagieren nicht nur auf diejenigen Antikörper, die auf eine überstandene COVID-19-Infektion zurückzuführen sind, sondern teils auch auf Antikörper gegen andere, weiter verbreitete Coronaviren.[47]

Risikogruppen

Die Untersuchungen, welche Bevölkerungsanteile besondere Risiken der Infektion, Erkrankung oder schwerer Konsequenzen haben, sind nicht abgeschlossen und müssen für unterschiedliche Bevölkerungen separat durchgeführt werden. Die Süddeutsche Zeitung fasste Ende März 2020 für die Erklärungsversuche der in den Zahlen vorliegenden Unterschiede für verschiedene Bevölkerungsanteile zusammen, dass es bis zu dem Zeitpunkt zu wenige Untersuchungen an ausreichend großen Patientengruppen gäbe, um die Hypothesen zu belegen.[48] Dennoch lassen diese Unterschiede in den Statistiken erkennen, dass Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen, hoher Blutdruck oder Krebs das Risiko schwerer Verläufe erhöhen. Nach Angaben des RKI sind nicht nur Ältere und Vorerkrankte, sondern auch Raucher Risikogruppen für einen schweren Verlauf.[49][50] Weiter können auch junge Menschen zu der Risikogruppe zählen, z. B. bei hohem Body-Mass-Index oder koronarer Herzerkrankung.[46]

Eine Untersuchung von Verstorbenen mit positivem COVID-19-Befund in Italien (Stand: 17. März 2020) ergab, dass lediglich 0,8 % dieser Personen keine Vorerkrankung hatten, während 25,1 % der Todesfälle eine und 25,6 % zwei Vorerkrankungen hatten. Drei oder mehr Vorerkrankungen wurden bei 48,5 % der Fälle festgestellt.[51]

Vorbeugung und Behandlung

Bei der Vorbeugung muss zwischen der gesellschaftlichen Vorbeugung und der individuellen Vorbeugung unterschieden werden.

Gesellschaftliche Vorbeugung

Prinzip der „Abflachung der Pandemiewelle“: ohne Schutzmaßnahmen rasche Zunahme der Erkrankten und Überlastung des Gesundheitssystems (rot); durch Schutzmaßnahmen langsamere Ausbreitung, weniger gleichzeitig Erkrankte, so dass alle Patienten versorgt werden können (gelb)

Die gesellschaftliche Vorbeugung hat zum Ziel, die Ausbreitung einer Seuche möglichst zu stoppen oder zu verlangsamen. Die Ausbreitung einer Seuche ist neben den Eigenschaften des Virus (siehe Abschnitt #Gefährlichkeit der Krankheit) maßgeblich durch das Sozialverhalten der Menschen gekennzeichnet. Daher sind Hygienemaßnahmen, Früherkennung und das Management von Kontaktpersonen (Ermittlung und beispielsweise häusliche Isolierung oder eine Quarantäne) erste Maßnahmen, die eine weitere Verbreitung des Virus verhindern oder verlangsamen sollen.[52] Bei einem neuartigen Krankheitserreger wird versucht, mittels Eindämmungsstrategie (Containment) die Ausbreitung im Anfangsstadium zu ersticken und den Krankheitserreger zu eliminieren. Die Maßnahmen sind:[53]

  • Identifizierung und Isolation von Infizierten;
  • Identifikation der Infektionsketten;
  • Identifikation aller Kontaktpersonen und Nachverfolgung deren Status;
  • allgemeine Prävention.
Verbotsschild zum Besuchsverbot in den München Kliniken

Bei einer weiteren Verbreitung werden verschiedenste Maßnahmen getroffen, die alle das sogenannte Social Distancing, deutsch Räumliche Distanzierung, also die Erhöhung des sozialen Abstands, die Kontaktreduzierung zum Ziel haben. Denn die soziale Nähe bestimmt bei Erregern, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, maßgeblich die Basisreproduktionszahl, also die Menge an Menschen, die ein Infizierter ansteckt.[54] Diese Maßnahmen sind unter anderem:

  • Aufruf und Empfehlungen zur Kontaktreduktion an die Bevölkerung;[55]
  • Schließung von öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Kindergärten etc.;
  • Absage von Veranstaltungen;
  • Auflagen für Wirtschaft, Handel, Verkehr etc.;
  • Quarantäne.

Wenn ein Erreger endemisch wird, er nicht mehr als eindämmbar und ausmerzbar gilt, ändern sich die Vorsorgeziele von Bekämpfung der Ausbreitung in Richtung Verlangsamung der Ausbreitung und Gesundheitsvorsorge. Oberstes Ziel ist in dieser Phase "das gleichzeitige Erkranken extrem vieler behandlungsbedürftiger Personen und die damit drohende Überlastung der medizinischen Infrastruktur zu vermeiden".[56] Der Nationale Pandemieplan für Deutschland definiert folgende Ziele:

  • Verringerung von Morbidität und Mortalität in der Gesamtbevölkerung;
  • Sicherstellung der Versorgung erkrankter Personen;
  • Aufrechterhaltung unverzichtbarer öffentlicher Dienstleistungen;
  • zuverlässige und zeitnahe Information für politische Entscheidungsträger, Fachpersonal, die Öffentlichkeit und die Medien.

Experten rufen dazu auf, Risikogruppen wie Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen besonders zu schützen.[57] Christian Drosten empfahl deshalb, dass Familien ihre Kinder in nächster Zeit nicht mehr zu den Großeltern zur Betreuung geben sollten. Er schlug auch vor, Einkäufe für Ältere zu erledigen, damit diese nicht mehr in den Supermarkt müssten. Arbeitgeber sollten, falls möglich, chronisch Kranken ermöglichen, von zu Hause aus zu arbeiten.[58] Die gesamte Bevölkerung ist aufgerufen, unnötige Sozialkontakte zu vermeiden.[59]

Individuelle Vorbeugung

Eine Vorbeugung mittels Immunisierung durch eine Impfung ist noch nicht möglich, es wird an der Entwicklung von Coronavirusimpfstoffen gearbeitet. Der Einzelne kann durch Kontaktreduktion (siehe oben) und Hygiene die Gefahr der Ansteckung für sich minimieren.

Individuelle Maßnahmen in der COVID-19-Pandemie

Konkret empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO)[60] und andere (separat ausgewiesen) Folgendes:

  • regelmäßig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife oder mit einer für die Handdesinfektion geeigneten Handwaschlotion waschen, oder mit einem Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis benetzen;
  • mindestens 1 m Abstand zu anderen Personen halten (WHO), besser bis 2 m Abstand zu Menschen, die sprechen, niesen oder husten (zum Beispiel laut der Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 20. März 2020, Vorläufige Ausgangsbeschränkung anlässlich der Corona-Pandemie[61] ist zwischen zwei Personen ein Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten);
  • in der Öffentlichkeit Mundschutz tragen, wer hustet oder niest (WHO), besser jeder;[62]
  • möglichst nicht Augen, Nase oder Mund berühren;
  • in die Armbeuge niesen oder husten bzw. in ein Taschentuch, das danach entsorgt wird (siehe wichtige Hygienetipps der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung[63]);
  • zu Hause bleiben, wenn man sich krank fühlt;
  • bei Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einen Arzt konsultieren - Wichtig: vor Besuch zuerst anrufen!;
  • auch bei milden Symptomen (wie z. B. leicht laufender Nase oder Kopfschmerzen) zu Hause bleiben.

Behandlung

Für die Krankheit COVID-19 gibt es bisher keine spezifische Behandlung, eine Therapie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern. Es wird jedoch untersucht, ob bereits bekannte Virostatika auch bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 wirksam sind.

Arzt im Schutzanzug bei der Befragung von Patienten im Krankenhaus von Wuhan

Verlauf der Pandemie sowie nationale Maßnahmen

Ursprung

Das auslösende Virus stammt ziemlich sicher aus dem Tierreich (Zoonose), wobei das Erregerreservoir bislang nicht vollständig klar ist. Zunächst wurde vermutet, das Virus stamme von Fledermäusen, von denen das Virus über einen Zwischenwirt, wahrscheinlich ein weiteres Säugetier, auf den Menschen überging.[64][65] Stand Ende März 2020 wird vermutet, dass das Virus ebenso wahrscheinlich vom Schuppentier stammt. Schließlich wird vermutet, dass es bei einer Doppelinfektion zu einer Rekombination gekommen ist und das Virus SARS-CoV-2 eine neue Chimäre aus diesen beiden früheren Viren ist.[66]

Erste bekannt gewordene menschliche Erkrankungsfälle gab es im Dezember 2019.[67] Da mehrere der zuerst Infizierten auf dem „Wuhan Huanan Großhandelsmarkt für Fische und Meeresfrüchte“ (chinesisch 武汉华南海鲜批发市场, Pinyin Wǔhàn huánán hǎixiān pīfā shìchǎng) als Verkäufer oder Händler arbeiteten, wurde dort der primäre Infektionsort vermutet.[68] Auf dem wet market wurden neben Meerestieren auch viele andere Wildtiere, die in der chinesischen Küche und der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung finden, gehandelt.[69] Später wurde nach einer Studie des Wuhan Hospitals bekannt, dass der erste identifizierte Patient diesen Markt nicht frequentiert hatte.[66] Am 31. Dezember 2019 sandte die chinesische Seuchenschutzbehörde ein Team zur Untersuchung der unklaren Fälle nach Wuhan.[70] Die Behörden und die WHO gingen anfänglich davon aus, dass der Erreger der Infektion nicht oder nur sehr schwer von Mensch zu Mensch übertragbar sei.

Ein Artikel der Science fasste Ende Januar die Forschungsergebnisse mehrerer Gruppen zur genetischen Mutation und Herkunft zusammen, wonach mehrere Gruppen den Beginn der Verbreitung auf Mitte November 2019, eine Gruppe sogar auf den 18. September 2019 schätzten.[71]

Regierungsunterlagen zeigen laut einem Bericht der South China Morning Post aus dem März 2020, dass der erste Patient, dessen Proben nachträglich COVID-19 zuzuordnen sind, sich am 17. November 2019 infiziert haben könnte. Ab da seien täglich zwischen einem und fünf Fälle registriert worden, im November neun. Keiner der frühen Fälle wird als Patient null gesehen. Bis zum 15. Dezember wären dem Bericht zufolge 27 infiziert gewesen, am 17. Dezember wären erstmals zweistellige Neuinfektionen aufgetreten. Am 27. Dezember seien mehr als 180 Menschen infiziert gewesen, bis Jahresende mindestens 266 Personen. Zum Jahresbeginn habe es 381 Infektionen gegeben, ohne dass diese zum damaligen Zeitpunkt unklaren Fälle an die Öffentlichkeit weitergegeben wurden.[72]

Asien

Volksrepublik China

Dezember 2019

Die lokale Gesundheitsbehörde war spätestens am 27. Dezember über den Befund eines SARS-ähnlichen Erregers informiert. China hatte nach den Erfahrungen der SARS-Pandemie ein Frühwarnsystem eingeführt, das sicherstellen sollte, dass Seucheninformationen unabhängig von politischen Erwägungen unverzüglich an das Zentrum für Seuchenbekämpfung weitergeleitet werden. Im Fall des neuartigen Coronavirus geschah dies aber nicht.[73]

Am 30. Dezember warnte der chinesische Arzt Li Wenliang innerhalb einer WeChat-Gruppe mit Kollegen angesichts einer Serie von Lungenentzündungen (Pneumonien) im örtlichen Krankenhaus in Wuhan vor einem Virus, von dem er zu dieser Zeit dachte, es verursache das schwere akute Atemwegssyndrom (SARS).[74] Nachdem sich ihre Warnung im Internet verbreitet hatte, wurden Li und mindestens sieben weitere Kollegen von der Polizei vorgeladen. Sie wurden beschuldigt, „unwahre Behauptungen gemacht“ zu haben, die die „gesellschaftliche Ordnung ernsthaft gestört“ hätten und mussten unter Androhung harter Strafen Schweigepflichtserklärungen unterschreiben, gegen die Li Wenliang später allerdings verstieß.[75][76][77] Am 1. Januar 2020 berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua über die angeblichen „Falschmeldungen“ der Ärzte und bekräftigte, dass es keine Anzeichen für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung der neuen Erkrankung gebe.[78] Li Wenliang starb am 7. Februar 2020 mit 33 Jahren mutmaßlich an der Krankheit, vor der er gewarnt hatte.[79] Die Ärzte hatten aus eigener Initiative weiter an den offiziellen Kanälen vorbei Patientenproben an Analyselabors geschickt, um auf eigene Faust dem Grund der Erkrankung nachzugehen.[80] Sie wurden Ende Januar vom Obersten Volksgerichtshof rehabilitiert.[79]

Der chinesischen Regierung wird diesbezüglich vorgeworfen, den Ausbruch der Krankheit zunächst aktiv verschleiert und damit überhaupt erst dessen ungehinderte Ausbreitung ermöglicht zu haben.[81] Obwohl das neue Virus bereits im Dezember 2019 entdeckt und sequenziert worden war, befahl die Kommunistische Partei Chinas den Forschungseinrichtungen noch im Januar, die Tests abzubrechen sowie die Proben wieder zu vernichten und verhängte eine Pressesperre.[82][83][67][84]

Am 31. Dezember 2019 informierten die chinesischen Behörden offiziell die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass seit Anfang Dezember 2019 mehrere Fälle von schwerer Lungenentzündung in der Stadt Wuhan aufgetreten waren, deren Erreger bisher nicht identifiziert werden konnte und für die als Auslöser ein bislang uncharakterisierter Krankheitserreger angenommen wurde. Die Meldung wurde noch am selben Tag über die Nachrichtenagenturen verbreitet.[85] Die amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC erfuhr dann ebenfalls von der Pneumonie-Häufung in Wuhan. Eine Epidemiologin der CDC, die zuvor eingebettet bei der chinesischen Seuchenkontrollbehörde gearbeitet hatte und deren Aufgabe es auch gewesen wäre, frühzeitig Informationen über potentiell gefährliche Ausbrüche weiterzugeben, war im Juli von der US-Regierung abberufen und die Position nicht neu besetzt worden.[86]

Zwischen dem 31. Dezember 2019 und dem 3. Januar 2020 wurden der WHO insgesamt 44 Fälle von Pneumonien mit unbekannter Ursache aus Wuhan gemeldet.

2020

Der Fischmarkt in Wuhan wurde am 1. Januar 2020 durch die örtlichen Behörden geschlossen und desinfiziert.[69] Am 5. Januar 2020 schloss das Chinese Center for Disease Control aufgrund von Untersuchungsergebnissen MERS-CoV und SARS-CoV als Erreger aus.[87] Am 7. Januar 2020 wurde von chinesischer Seite die Identifizierung eines neuartigen Coronavirus bei mehreren Erkrankten bekanntgegeben. Das Virus erhielt die provisorische Bezeichnung 2019-nCoV (2019 neuartiges Coronavirus).[69] Am 13. Januar 2020 gab das Gesundheitsministerium Thailands bekannt, dass das neue Virus bei einer Reisenden aus Wuhan in Thailand nachgewiesen wurde. Am 15. Januar wurde ein analoger Fall aus Japan bekannt und am 20. Januar ein Fall aus Südkorea.[69]

Aus dem Umstand, dass Erkrankungsfälle bei mehreren Fernreisenden aufgetreten waren, schlossen Epidemiologen, dass die Zahl der Erkrankungsfälle weit größer sein müsse als die anfänglich gemeldeten 44 Fälle. Experten schätzten am 17. Januar 2020 die Zahl der in Wuhan infizierten Personen auf etwa 1.700.[88] Aus der Tatsache, dass mehrere Angehörige des Krankenhauspersonals, das mit der Behandlung der Erkrankten befasst war, ebenfalls erkrankten, wurde deutlich, dass das Virus prinzipiell von Mensch zu Mensch übertragbar war. Dies wurde am 20. Januar 2020 durch die chinesischen Behörden bestätigt.[89]

Noch am 18. Januar versammelten sich knapp 40.000 Familien in Wuhan ungehindert für Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest (Potluck). Es wird vermutet, dass es hierbei zu einer besonders großen Anzahl an Infektionen kam.[90]

Derweil die Krankheit auch Beijing erreicht hatte, wo Infizierte seit dem 20. Januar in bestimmten Krankenhäusern konzentriert wurden.[91]

Personenkontrolle an der Stadtgrenze von Xi’an in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi, Ende Januar 2020

Bis einschließlich 26. Januar 2020 waren offiziellen chinesischen Angaben zufolge in China 2.744 infizierte Personen registriert worden. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg auf 80 (alle in China).[92] Am 26. Januar 2020 wurde vom deutschen Robert Koch-Institut die Provinz Hubei inklusive der Stadt Wuhan als erstes Risikogebiet in China eingestuft.

Am 27. Januar 2020 meldete das chinesische Staatsfernsehen einen Anstieg um 1.200 Erkrankungen, wodurch die Gesamtzahl der in China gemeldeten Fälle auf etwa 4.000 stieg; eine Abweichung von 500 gegenüber den Zahlen der WHO.[93]

Anfang Februar schien die Zahl der Neuinfektionen in China zunächst zu sinken. Das deutsche Robert Koch-Institut erklärte am 7. Februar 2020, dass die chinesischen Risikogebiete ausgeweitet und vier Großstädte (Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou) in der Provinz Zhejiang in Küstennähe im Osten Chinas mit ins bisherige Risikogebiet eingeschlossen werden. Am 13. Februar änderten die chinesischen Behörden die Meldekriterien und es wurden, abweichend von den Vorgaben der WHO, auch klinisch diagnostizierte Fälle ohne Virusnachweis erfasst. Dies ergab allein für Hubei mit 14.000 neuen Fällen die höchste Zahl an gemeldeten Neuinfektionen.[94][95] Diese Änderung wurde am 20. Februar wieder zurückgenommen und die Meldekriterien entsprechen seither wieder den Vorgaben der WHO. Am 14. Februar 2020 gab die Nationale Gesundheitskommission bekannt, dass zum Berichtstag 1.716 Mitarbeiter des Gesundheitswesens infiziert seien. Sechs davon wurden als verstorben gemeldet.[96] Bis zum 20. Februar 2020 gab es 2.055 laborbestätigte Infektionen bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens, 88 % davon in der Provinz Hubei, in insgesamt 476 chinesischen Kliniken.[97]

Am 18. Februar 2020 lag die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in China unter 2.000, am 20. Februar sank sie unter 1.000 und laut WHO-Bericht vom 26. Februar 2020 gab es erstmals mehr Neuinfektionen außerhalb (460) Chinas als innerhalb (410).[3] Die von der WHO vom 16. bis 24. Februar 2020 in China durchgeführte gemeinschaftliche Mission (englisch WHO-China joint mission) kam zu dem Ergebnis, dass die in China durchgeführten radikalen Maßnahmen geeignet waren, das Virus einzudämmen und seit Ende Februar 2020 die Anzahl der Neuinfizierten deutlich zu senken. Dies wurde durch intensive Nachverfolgung von Infizierten und ihren Kontaktpersonen erreicht. Auch die Einschränkungen von Mensch-zu-Mensch-Übertragungen durch Absage zahlreicher Großveranstaltungen sowie die Verlängerung der Ferien anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes dienten diesem Zweck. Als extreme Maßnahme galt die Abriegelung der Stadt Wuhan, mit der die gesamte Bevölkerung in häusliche Quarantäne versetzt wurde[97][98] (siehe Abschnitt Maßnahmen in China).

In seiner Rede am 9. März 2020 erklärte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, dass mehr als 70 % der etwa 80.000 Infektionsfälle mittlerweile genesen seien und die Klinik verlassen hätten.[99] Die Zahl der Neuinfektionen in China lag an diesem Tag bei 45.[3]

In dem Bericht der WHO-Mission, für den im Februar Wissenschaftler aus acht Ländern neun Tage im Land unterwegs waren, heißt es, China habe „die womöglich ambitionierteste, agilste und aggressivste Anstrengung zur Krankheitseindämmung in der Menschheitsgeschichte“ unternommen.[100][101][102]

Indien

Hauptartikel: COVID-19-Pandemie in Indien
Am 24. März 2020 erließ die Regierung Indiens eine 21-tägige Ausgangssperre für die gesamte Bevölkerung, da es trotz vergleichsweise wenig Tests offiziell mehr als 500 Corona-Fälle gab.[103][104] Narendra Modi, derzeitig Premierminister Indiens, ordnete besonders strenge Maßnahmen an. Regierungsstellen, Büros, Einkaufszentren und öffentliche Verkehrsmittel sind still gelegt – diese Maßnahme trat nur vier Stunden nach Bekanntgabe in Kraft, was dazu führte, dass die Bevölkerung kaum Vorbereitungszeit hatte und die Versorgung mit Lebensmitteln aufgrund von extremen Hamsterkäufen teilweise nicht mehr gewährleistet war.[105] Laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation sind in Indien 80,9 Prozent der Arbeiter im informellen Sektor beschäftigt – ohne Verträge, Lohnfortzahlung oder Versicherung. Jeder Tag ohne Arbeit ist für sie ein Tag ohne Einkommen; viele haben kaum Rücklagen.[106][107]

Iran

Pressekonferenz vom 24. Februar 2020, links Minister Iraj Harirchi

Am 20. Februar 2020 meldete der Iran den Nachweis des Virus bei zwei Todesfällen.[3] Da bei den an die Weltgesundheitsorganisation gemeldeten Zahlen für den Iran die Zahl der Todesfälle in Relation zur Zahl der Infizierten überdurchschnittlich hoch war, wird in Presseberichten eine hohe Dunkelziffer nicht erkannter oder nicht gemeldeter Infektionen mit SARS-CoV-2 vermutet.[108][109] Experten drückten ihre Besorgnis aus, dass Iran nicht über die erforderlichen Ressourcen verfüge, die Ausbreitung der Infektion einzudämmen, sollten die Fallzahlen stark steigen.[110] Reisende mit Aufenthalt im Iran waren bis Anfang März 2020 die Ursache für Infektionen in mehreren Ländern im Nahen und Mittleren Osten, beispielsweise Afghanistan, Bahrain, Irak, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten.[111]

Am 25. Februar 2020 wurde bekannt, dass der stellvertretende iranische Minister für Gesundheit Iraj Harirchi, der tags zuvor bestritten hatte, das Ausmaß des Ausbruchs zu vertuschen, positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurde.[112] Vom 2. bis 10. März war ein Team der Weltgesundheitsorganisation vor Ort, um bei der Bekämpfung des COVID-19-Ausbruchs zu helfen,[111][113] dabei wurde angemahnt, dass die Mitarbeiter im Gesundheitssystem besser geschützt werden müssten.[113] Am 4. März 2020 erklärte der Generalstaatsanwalt des Landes, das Horten von Atemschutzmasken und anderen Vorräten sei mit der Todesstrafe belegt worden.[109] Laut WHO-Bericht vom 23. März 2020 lag die offizielle Zahl der Todesfälle bei 1.685, bei insgesamt 21.638 Infektionsfällen.[3]

Vorderasien

Am 22. Februar 2020 meldeten Israel und der Libanon jeweils ihren ersten Erkrankungsfall.[114] Am 24. Februar bestätigten Kuwait (3), Bahrain (1), Afghanistan und der Irak (1) die ersten Infektionsfälle in ihren Ländern.[115] In all diesen neu gemeldeten Fällen soll es Verbindungen zum Iran gegeben haben.[110] Bei Fällen im Libanon, in Kuwait, Bahrain, Oman, Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie im Irak und in Afghanistan konnte nachträglich ein Zusammenhang durch Reisen in den Iran ermittelt werden.[111][116] Am 22. März 2020 hat auch Syrien offiziell seinen ersten neuartigen Coronavirus-Fall gemeldet.[117]

Besondere Sorge bereitet den Experten die mögliche Ausbreitung in Ländern mit unzureichenden Gesundheitssystemen und überfüllten Flüchtlingslagern.[118][119][117] Im Nordwesten Syriens beispielsweise leben drei Millionen Geflüchtete unter extrem beengten und unhygienischen Bedingungen und Syriens Gesundheitssystem ist nach neun Jahren Bürgerkrieg heruntergewirtschaftet.[120]

Republik China (Taiwan)

Ausgehend von der SARS-Epidemie 2004 etablierte Taiwan mit dem Nationalen Gesundheitskommandozentrum eine zentrale Einrichtung zur Steuerung der Reaktion auf einen erneuten Krankheitsausbruch. Am 31. Dezember 2019, an dem Tag, als die VR China der WHO eine Häufung von Pneumonien meldete, begannen die taiwanesischen Behörden mit Fiebermessungen und Befragungen bei allen Flugreisenden aus der Volksrepublik. Bis zum 24. Februar 2020 beschloss das Gremium 124 Einzelmaßnahmen, von der Regelung der Quarantäne, der proaktiven Suche nach Infizierten, Regelungen für Schulen und Bildungseinrichtungen sowie der Kontrolle von See- und Luftgrenzen. Die Produktion von Schutzmasken wurde unter Heranziehung von Soldaten gesteigert. Am 20. Januar 2020 gab das Taiwan CDC bekannt, über einen Vorrat von 44 Millionen OP-Masken und 1,9 Millionen N95-Masken zu verfügen (bei rund 23,5 Millionen Einwohnern). Die Zahl bereitstehender Isolationszimmer mit Unterdrucksystem wurde mit 1.100 angegeben. Taiwan fasste Reise- und Kranken- sowie Sozialversicherungsdaten zusammen, womit die Gefährdung einer individuellen Person errechnet wurde. Aufgrund dieser Daten wurde ein Echtzeitalarm an die betreffenden Personen per Mobilfunk verschickt. Dieser ermöglichte erst die Einreise. Bei unauffälliger Datenlage wurden die Personen durchgewunken. Bei Verdachtsfällen aufgrund der Reisedaten wurden die Patienten unverzüglich in häusliche Quarantäne für eine Inkubationszeit überführt. Die Einhaltung der Quarantäne wurde über das Mobiltelefon über dasselbe Programm überwacht.[121]

Anfang März 2020 zeigt sich, dass die Eindämmung des SARS-CoV-2 in Taiwan mit diesen Maßnahmen extrem erfolgreich verläuft, obwohl Taiwan auf Druck Chinas offiziell von der WHO nicht mit Informationen versorgt und von der Zusammenarbeit fast vollständig ausgeschlossen wird.[122]

Südkorea

Mitte Februar 2020 wurden in Südkorea die ersten Fälle festgestellt, bei denen sich nicht klären ließ, wo sie sich angesteckt haben.[123] Die Zahl der bekannten Infektionsfälle bewegte sich bis zum 20. Februar 2020 bei unter 50 und stieg dann sprunghaft an. Ein erheblicher Teil konnte auf eine 61-jährige Superverbreiterin zurückgeführt werden, die innerhalb der Shincheonji-Kirche in Daegu mindestens 37 andere Anhänger infiziert hatte.[124] Sie hatte zuvor einen Virustest verweigert. Am 22. Februar 2020 wurden bereits mehr als 400 Infektionsfälle im Land gemeldet, von denen etwa die Hälfte mit der Kirchengemeinde in Daegu und einem Krankenhaus in Cheongdo in der Umgebung in Verbindung stand,[125] außerdem zwei Todesfälle.[124] Die Städte Daegu und Cheongdo wurden durch die Behörden zu „Sonderüberwachungszonen“ erklärt.[126] Am 23. Februar 2020 wurden über 600 Infektionsfälle sowie fünf Todesfälle gezählt. Präsident Moon Jae-in erklärte, dass sich das Land an einem „schwerwiegenden Wendepunkt“ befinde. Die nächsten Tage seien für die Bekämpfung der Ausbreitung der Virusinfektion entscheidend.[127] In Südkorea gibt es Apps und Webseiten, die vor Orten warnen, an denen sich Infizierte nachweislich (mit ihrem Smartphone) aufgehalten haben.[128] Zur Eindämmung der Epidemie steigerten die Gesundheitsbehörden die Testkapazität des Landes von rund 200 Ende Januar 2020 auf rund 1000 Ende Februar 2020. Vom 20. Januar bis zum 5. März wurden rund 146.000 Personen in Südkorea getestet. Das Ziel dieses Massentestprogramms ist die Unterbrechung der Infektionsketten durch Isolierung aller Überträger inklusive der beschwerdefreien Patienten.[129]

Südostasien

Hinweise zu Corona auf Tetum (Osttimor)

In Brunei wurde am 9. März ein Mann, der aus Kuala Lumpur zurückkehrte, positiv auf Corona getestet.[130]

Aus Indonesien fehlten lange Zeit Meldungen über Infizierte, was Kritiker an der Qualität der Kontrollen zweifeln ließ, bis Mitte März erste Fälle entdeckt wurden. Am 12. März wurde mit einer britischen Touristin auf Bali der erste Todesfall aus Indonesien gemeldet. Bis zu diesem Tag wurden insgesamt 34 Fälle in Indonesien registriert.[131] Am 15. März lag die Zahl bei 117 Infizierten und vier Toten.[132]

Am 27. Januar wurde der erste Fall von Corona in Kambodscha registriert, ein Chinese, der aus Wuhan kam.[133] Am 13. Februar erreichte das Kreuzfahrtschiff Westerdam den Hafen von Sihanoukville. Bei einer US-amerikanischen Passagierin wurde kurz darauf bei der Weiterreise nach Malaysia eine Infektion mit dem Virus diagnostiziert. Seitdem durften die verbleibenden 980 Passagiere und Besatzungsmitglieder der Westerdam das Schiff nicht mehr verlassen, bis sie negativ auf das Virus getestet wurden. Da inzwischen allerdings neben der Frau noch weitere 1276 Passagiere bereits ungetestet das Schiff verlassen hatten und weitergereist sind, befürchteten Experten eine nun sehr viel schwerer eingrenzbare Verbreitung der neuartigen Coronavirus-Epidemie.[134] Weitere Krankheitsfälle wurden in Kambodscha bekannt.

Laos und Myanmar meldeten am 24. März jeweils ihre beiden ersten Corona-Fälle.

In Osttimor wurde am 21. März 2020 erstmals ein Fall einer Corona-Infektion gemeldet. Es handelt sich um einen Osttimoresen, der aus dem Ausland zurückkam. Er hatte leichte Symptome und wurde von den Behörden isoliert.[135]

In Singapur wurde bereits am 2. bzw. 3. Januar 2020 begonnen, alle Patienten mit Lungenkrankheiten zu identifizieren, die zuvor aus der Region Wuhan eingereist waren, und bei allen aus Wuhan ankommenden Reisenden am Flughafen Fieber zu messen. Im Januar wurden die Alarmierungslevels und das Contact-Tracing schrittweise ausgebaut. Am 31. Januar 2020 wurden Einreisen aus Hubei untersagt und 700 Menschen, die vorher in Hubei waren, isoliert. Aus China kommende Einwohner mussten sich von da an zwei Wochen lang isolieren. Nach Ausrufung der Alarmstufe „DORSCON orange“ waren Lebensmittel und Güter des Grundbedarfs vielfach ausverkauft, Premier Lee Hsien Loong rief in einer Videoansprache in sozialen Netzwerken die Bevölkerung zur Ruhe auf. Es gebe reichlich Vorräte, die Stadt werde nicht abgeriegelt, und es würden auch nicht alle Bürger angewiesen, zu Hause zu bleiben, wie in China, Südkorea oder Italien geschehen.[136][137]

Zum Stand 19. Februar waren 84 Infizierte in Kliniken behandelt worden, von denen 4 in die Intensivstation kamen.[138] Zum Stand 16. März gab es 121 bestätigte COVID-19-Fälle – entscheidend aber: Fast ebensoviele Patienten waren als geheilt entlassen. Alle COVID-19-Fälle konnten innerhalb kürzester Zeit isoliert werden, die Kontakte wurden mit dem nach der Sars-Epidemie 17 Jahre zuvor entwickelten Contact-Tracing-Management identifiziert und unter Quarantäne gestellt. Premier Lee konnte vermelden, die Situation sei unter Kontrolle und man werde die Stadt nicht herunterfahren, so wie dies in China, Südkorea oder Italien geschehen sei. Reisende aus Deutschland wurden nicht ins Land gelassen, das Land galt als Risikofall – als einer jener Staaten, die Corona zu lange nicht ernst genug genommen hätten, wie Premier Lee kritisiert: „Ein alarmierendes Level von Inaktivität hat es die Weltgesundheitsorganisation genannt. Wir hier in Singapur haben COVID-19 von Anfang an absolut ernst genommen“.[139] Claire Hooker, Dozentin für Werte, Ethik und Medizin an der Universität Sydney, die seit 20 Jahren die Reaktionen der Öffentlichkeit auf Epidemien und Krankheiten studiert, erklärte, dass die Rede von Lee „ein ziemlich aussergewöhnliches Beispiel von guter Risiko-Kommunikation“ sei.[140]

Thailand meldete am 13. Januar den ersten Coronafall außerhalb Chinas.[141] Am 2. März zählte man insgesamt 43 Krankheitsfälle.[142] In Lop Buri stürmte eine Affenhorde den Ort, da die Touristen, die normalerweise die Tiere füttern, wegen der Epidemie ausblieben.[143]

Japan

Die Zahl der Infizierten an oder von Bord der Diamond Princess im Hafen von Yokohama stieg am 24. Februar 2020 auf 691 (vergleiche den Abschnitt Diamond Princess). Diese Infektionsfälle werden in den WHO-Berichten nicht Japan zugeordnet, sondern als Internationale Beförderung geführt (vergleiche den Abschnitt Tabellen).[3] Am 26. Februar verordnete das Schulamt in der Präfektur Hokkaidō Grund- und Mittelschulen für einige Tage zu schließen.[144] Am gleichen Tag stieg die Zahl der Infektionen in Japan auf 164.[3] Am Folgetag verkündete der Premierminister Shinzō Abe die Schließung aller Schulen in Japan bis zum April 2020;[145] für Kinder, deren berufstätige Eltern keine Betreuungsmöglichkeit hatten, waren Ausnahmen vorgesehen.[146]

Europa

Deutschland

COVID-19-Test-Kit

Durch das Bayerische Gesundheitsministerium wurde am 28. Januar 2020 eine erste Infektion in Deutschland laborbestätigt. Ein 33-jähriger Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto, der in der Unternehmenszentrale in Stockdorf arbeitete,[147] hatte sich während einer internen Schulung bei einer angereisten chinesischen Kollegin vom Unternehmensstandort Shanghai infiziert. Danach wurde bekannt, dass sich im Zusammenhang mit dem ersten bestätigten Fall 13 weitere Webasto-Mitarbeiter oder deren Angehörige infiziert hatten.[148] Bis Ende Februar wurden alle Infizierten als geheilt aus der Klinik entlassen.[149]

Am 25. Februar 2020 wurde der erste Erkrankte in Baden-Württemberg bestätigt. Er hatte sich wahrscheinlich bei einer Italienreise in Mailand angesteckt. Kurz darauf wurde auch bei einer Person aus Nordrhein-Westfalen COVID-19 nachgewiesen.[150] Danach stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stark an: Waren am 29. Februar noch 57 Personen infiziert, stieg die Zahl in der darauffolgenden Woche auf 795 Personen.[151] Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzte die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland zunächst als mäßig ein. Diese Gefährdung variiert aber von Region zu Region und sei in „besonders betroffenen Gebieten“, insbesondere dem Kreis Heinsberg, hoch gewesen.[152] Am 16. März 2020 gab es über 4.838 bestätigte Fälle und 12 bestätigte Todesfälle in Deutschland.[151]

Nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten am 13. März 2020 appellierte Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Bürger, „alle nicht notwendigen Veranstaltungen abzusagen und auf Sozialkontakte zu verzichten“.[153] In vielen Bundesländern wurden Maßnahmen beschlossen, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. So wurden beispielsweise Großveranstaltungen verboten[154] bzw. Kitas und Schulen geschlossen.[155] Nach Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums vom 13. März 2020 sollten sich „alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz selbst in Quarantäne begeben“, das heißt symptomunabhängig „unnötige Kontakte“ vermeiden „und […] zwei Wochen zu Hause“ bleiben.[156]

Am 17. März veränderte das RKI die Gefährdungseinschätzung für die Gesundheit der Bevölkerung und schätzte dies nunmehr als insgesamt „hoch“ ein. Die Belastung des Gesundheitswesens könne örtlich „sehr hoch“ sein.[157] Daraufhin legten zunächst einzelne Bundesländer Maßnahmen zu Ausgangsbeschränkungen fest, beispielsweise wurden in Baden-Württemberg ab dem 18. März 2020 gemäß der Corona-Verordnung der Landesregierung sämtliche Versammlungen und Veranstaltungen untersagt, Kirchen, Synagogen, Moscheen, Kultur- und Bildungseinrichtungen geschlossen[158] und das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege erließ am 20. März 2020 per Allgemeinverfügung eine „Vorläufige Ausgangsbeschränkung“ mit Wirkung vom 21. März 2020, 00:00 Uhr bis 3. April 2020, 24:00 Uhr.[159] Unter anderem war das Verlassen der eigenen Wohnung nur noch bei Vorliegen „triftiger Gründe“ erlaubt.

Am 22. März 2020 einigten sich Bund und Länder auf ein „umfassendes Kontaktverbot“, statt weitergehende Ausgangssperren zu beschließen. Zur Reduzierung sozialer Kontakte ist zum Beispiel bei Zusammentreffen im öffentlichen Raum ein Mindestabstandes von 1,5 m einzuhalten, die Gastronomiebetriebe werden geschlossen, hierbei ausgenommen sind Speisen und Getränke zum Mitnehmen. Auch Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege (z. B. Friseure) bleiben geschlossen. Kernpunkt des Kontaktverbotes ist, dass der Aufenthalt im öffentlichen Raum „nur alleine oder mit einer weiteren Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet“ ist. Diese Maßnahmen sollten mindestens für zwei Wochen gelten.[160] Nach dem Pressetermin zur Bekanntgabe dieser Maßnahmen wurde Kanzlerin Angela Merkel unterrichtet, dass sie Kontaktperson eines positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Arztes war. Sie erledigt nun die Dienstgeschäfte in häuslicher Quarantäne.[161]

Österreich

Nach weiteren zahlreichen, meist negativen Verdachtsfällen in den Tagen vor dem 25. Februar wurden an diesem Tag erstmals zwei Krankheitsfälle in Innsbruck gemeldet. Dabei handelt es sich um zwei 24-jährige aus der Lombardei stammende Italiener, die in Innsbruck leben und einige Tage vorher aus ihrer Herkunftsregion Bergamo nach Tirol kamen.[162] Einen weiteren Fall gab es zwei Tage später in Wien, wo ein älterer Patient bereits zehn Tage im Spital auf Grippe behandelt wurde.[163] Es folgten weitere Positivdiagnosen in Wien und in anderen Bundesländern.

Am 27. Februar 2020 gab die Bundesregierung bundeseinheitliche Richtlinien aus, denen zufolge bei Verdachtsfällen kein Arzt aufgesucht, sondern primär die im Jahr zuvor geschaffene Gesundheitshotline 1450 angerufen werden sollte, um andere Personen keiner Ansteckungsgefahr auszusetzen. Diese Hotline sollte danach die weiteren Schritte, beispielsweise einen Hausbesuch zur Durchführung eines Tests, organisieren.[164][165]

Am 10. März 2020 gab die Bundesregierung eine Reisewarnung mit der höchsten Sicherheitsstufe (6) für Italien und San Marino aus und verhängte eine Einreisesperre für Reisende aus Italien.[166] Nachdem Mitte März zuerst einzelne Gemeinden unter Quarantäne gestellt wurden, verlautbarte Bundeskanzler Sebastian Kurz am 15. März eine landesweite Ausgangsbeschränkung, verbunden mit einer Einschränkung der Versammlungsfreiheit auf bis zu fünf Personen. Ausnahmen, das Haus zu verlassen, sind: Berufsarbeit, dringend notwendige Besorgungen (bspw. Lebensmittel), Betreuung/Hilfe anderer Personen sowie Bewegung im Freien allein (beispielsweise: laufen gehen, spazieren gehen) und mit Menschen, die im eigenen Wohnungsverband leben oder wenn ein Abstand von mindestens einem Meter zu anderen Menschen sichergestellt ist.[167][168] Seit Dienstag, dem 17. März, gilt für gastronomische Betriebe eine Totalsperre.[169] Um die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten, werden ehemalige Zivildienstleistende einberufen.[170] Ab dem 23. März 2020 wird der Flughafen Innsbruck bis auf Weiteres geschlossen.[171]

In einer Umfrage unter den Mandataren und Funktionären der Gemeinden Österreichs sind über 50 % mit den Aktionen der Bundesregierung zufrieden. 68 % wünschen sich jedoch auch klarere Anweisungen zu beschlossenen Auflagen und 9,25 % sind nicht zufrieden mit dem Breitband-Netz in ihren Gemeinden[172]

Schweiz

Hinweisplakat der Kampagne „So schützen wir uns“ (Schweizerische Eidgenossenschaft)

Das Bundesamt für Gesundheit vermeldete am 25. Februar den ersten positiv getesteten Einwohner der Schweiz, einen im Kanton Tessin wohnhaften 70-jährigen Mann, der sich in der Nähe von Mailand angesteckt hatte.[173] Am 27. Februar wurden 7 weitere Fälle bekannt; in den folgenden Kantonen waren insgesamt 8 bestätigte Corona-Patienten in Spitalpflege: Aargau, Basel-Stadt, Genf, Graubünden, Tessin, Waadt und Zürich. Alle Patienten waren kurz zuvor in Italien. Am 28. Februar wurde der erste Patient vom 25. Februar im Kanton Tessin als genesen aus dem Spital entlassen; am 5. März verstarb die erste Person in der Schweiz aus den Erstinfizierten im Kanton Waadt.[174]

Auf den 17. März wurde für die Schweiz eine „Ausserordentliche Lage“ gemäß Epidemiengesetz ausgerufen; alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wurden bis am 19. April 2020 geschlossen. Dienstleistungsbetriebe führten Homeoffice ein; auf die Verhängung einer Ausgangssperre wurde verzichtet im Vertrauen auf das Verantwortungsbewusstsein der Bürger. Unternehmen, welche den Betrieb behördlich verordnet einstellen mussten, erhielten von den Banken binnen Stunden Sofortkredite von bis zu 500.000 Franken, für die der Bund bürgt.[175] Um Entlassungen zu vermeiden, wurden die Kriterien für Kurzarbeit erleichtert. Die Schulen wurden landesweit geschlossen; die Schüler erhielten ihre Aufträge online und erschienen mit Abstand einzeln in den Schulhäusern, um Material abzuholen.[176]

Liechtenstein

In Liechtenstein sind derzeit 51 Personen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert und es wurden 750 Tests durchgeführt (Stand: 23. März 2020).[177][178] Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein berichtet über das Amt für Gesundheit im Ministerium für Gesellschaft seit dem 11. Februar 2020 in Medienmitteilungen der Regierung über die Situation im Land. Über die Medienmitteilungen werden neben Anordnungen, Gesetzesänderungen und sonstigen Maßnahmen auch Fallzahlen von Infizierten und den bisher durchgeführten Tests in Liechtenstein genannt.[179][180] Am 23. März 2020 gab die Regierung von Liechtenstein mehrere Maßnahmen im Gesundheitssystem bekannt. Da aufgrund der steigenden Fallzahlen im Land auch mit weiteren schweren Krankheitsverläufen gerechnet werden müsse, wolle man neben den bisherigen Betten im Liechtensteinischen Landesspital weitere Kapazitäten im Haus St. Peter und Paul schaffen, um sich auf diese Situation vorzubereiten. Zusätzlich zu den bestehenden Beatmungsgeräten im Landesspital wurden im Zuge der Corona-Krise im März 2020 fünf weitere Beatmungsgeräte angeschafft. Falls es die Lage erfordere, wolle man darüber hinaus noch weitere Beatmungsplätze im Spital einrichten.[177][178]

Baltische Staaten

Die Staaten des Baltikums meldeten an folgenden Daten jeweils den ersten Infektionsfall: Estland am 27. Februar 2020, Litauen am 28. Februar 2020 und Lettland am 3. März 2020. Am 13. März 2020 wurde berichtet, dass in Estland bis zum 1. Mai 2020 die Schulen geschlossen und öffentliche Versammlungen verboten wurden. Reisende aus Risikogebieten mussten sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben.[181] Nachdem Litauen Mitte März 2020 (mit 34 Infektionsfällen am 19. März 2020) den nationalen Notstand ausgerufen hatte und die gesamte Bevölkerung für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt hatte, wurden die zuvor ermittelten Bewegungsprofile der Infektionsfälle anonymisiert im Internet veröffentlicht.[182] Zu den EU-Nachbarländern Polen und Lettland wurden Grenzkontrollen eingerichtet (Stand 14. März 2020).[183] In Lettland wurden im März 2020 die Schulen geschlossen.[184] Mitte März 2020 verhängte Lettland ein Einreiseverbot für Reisende u. a. aus Deutschland.[185]

Dänemark

Dänemark hat besonders früh mit strikten Maßnahmen auf die Corona-Krise reagiert, unter anderem sind seit dem 14. März die Grenzen für Ausländer ohne triftigen Einreisegrund geschlossen. Schulen, Kindergärten, Restaurants, Cafés und Freizeiteinrichtungen sind ebenfalls geschlossen, es gilt ein Versammlungsverbot für mehr als zehn Personen. Am 11. März hat die Gesundheitsbehörde Sundhedsstyrelsen einen Wechsel der Test-Strategie mitgeteilt: nur noch Menschen, die mit starken Atembeschwerden oder einer Atemwegserkrankung in ärztlicher Behandlung sind werden auf COVID getestet. Das führt dazu, dass tatsächlich sehr viel mehr Menschen infiziert sind als die Statistik es ausweist.[186][187]

Frankreich

Ende Januar 2020 trat mit drei Erkrankten in Frankreich das Virus erstmals in Europa auf.

Am 15. Februar 2020 wurde der erste Todesfall in Europa und damit außerhalb Asiens bekanntgegeben; es handelte sich um einen 80-jährigen Touristen aus China, der in Frankreich verstarb.[119]

Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran berichtete am 22. Februar, dass Frankreich die Zahl der Labore, die Infektionen nachweisen können, vervielfacht habe. Als Ziel gab er an, die Kapazität von derzeit 400 Tests pro Tag auf mehrere Tausend Tests pro Tag auszuweiten.[188] Mitte März wurde bis auf weiteres die Schließung aller Kitas, Schulen, Universitäten und öffentlich zugänglichen Einrichtungen (Geschäfte, Restaurants etc.) angeordnet.[189][190]

Island

Island hat nur 364.000 Einwohner. Die Regierung unter Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir hat das öffentliche Leben eingeschränkt und testet großflächig. Auch Menschen ohne Symptome werden getestet.[191]

Einen besonderen "Aufschrei" gab es, als bekannt wurde, dass sich mehrere Isländer im österreichischen Skiort Ischgl infiziert hatten und obwohl die isländische Regierung Ischgl als Risikogebiet deklariert hatte, reagierte die Lokalregierung erst eine Woche später.[192]

Italien

Warteschlange vor einem Supermarkt in Italien im März 2020.

In der Nacht zum 22. Februar 2020 wurden in Italien die ersten durch das neuartige Coronavirus bedingten Todesfälle unter Europäern gemeldet. Die Betroffenen waren ein 78-jähriger Mann aus der Nähe von Padua sowie eine 77-jährige Frau aus der Nähe von Cremona, die in der Nacht zuvor verstorben war und sich nachträglich als infiziert herausstellte. In der Lombardei waren am 22. Februar zunächst 39, später 46 Menschen als infiziert gemeldet, mit einer Häufung von Fällen in der Stadt Codogno; hinzu kamen 12 Infizierte in Venetien. Der „Patient 1“, ein 38-Jähriger, auf den zumindest die Infektionen in der Lombardei zurückgeführt werden, sei in gesundheitlich stabilem Zustand. Patient null wurde laut Quelle nicht gefunden.[193][194] In Codogno und weiteren neun umliegenden Gemeinden wurde die Schließung der Schulen und öffentlichen Lokale für die Dauer einer Woche verfügt. Am 22. Februar wurden die 50.000 dort lebenden Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben, und die betroffenen zehn Kommunen in der Lombardei und eine Kommune in Venetien wurden abgeriegelt.[195][196] Wer sich der Anordnung widersetzt, riskiert bis zu drei Monate Haft.[195] Am selben Abend rief Friaul-Julisch Venetien als erste italienische Region den Notstand aus, um auf auftretende Krankheitsfälle flexibel reagieren zu können.[197] Im Laufe des Vormittags des 23. Februar wurde die Zahl von 100 Infizierten überschritten. Dabei kam es auch außerhalb der elf abgeriegelten Gemeinden zu weiteren Erkrankungen. Neben den bereits am Vorabend abgesagten Heimspielen der Serie A von Atalanta Bergamo, Inter Mailand und Hellas Verona wurde das Heimspiel des FC Turin abgesagt. Der Bürgermeister von Mailand Giuseppe Sala kündigte die Schließung der Schulen in Mailand bis mindestens Ende der Woche an.[198] Der Karneval in Venedig wurde vorzeitig beendet,[199] Museen, Kirchen, Opernhäuser und Sportstadien wurden zunächst bis Anfang März geschlossen. Für die Lebensmittel- und Medikamentenversorgung der abgeriegelten Gemeinden richtete die Regierung „sterile Korridore“ ein, über die Lieferanten, die mit Gesichtsmasken und Schutzkleidung ausgerüstet sind, zu bestimmten Zeiten Waren abliefern können.[200] Am Nachmittag des 23. Februar war in Cremona das dritte Todesopfer in Italien zu verzeichnen. Die Zahl der Infizierten stieg in den Folgetagen deutlich weiter an, darunter waren erstmals auch Infizierte aus nicht abgeriegelten Provinzen (zu aktuellen Zahlen siehe COVID-19-Pandemie in Italien).

Der italienische Vertreter in der Direktion der WHO Walter Ricciardi sagte, die Zahlen in Italien seien auch deshalb höher als anderswo, weil in Italien anfänglich Massentests auf das Virus durchgeführt wurden. Da man sich nicht auf diejenigen beschränkte, die Kontakt mit Erkrankten hatten, gingen viele Symptomfreie in die Statistik ein.[201] Symptomfreie positiv Getestete sind gemäß den Regeln der WHO in der Statistik mitzuzählen.[202] Der italienische Virologe Roberto Burioni (→ italienische Wikipedia) bemängelt hingegen die öffentliche Intention, in Italien die Gefahr herabzuspielen.[203]

Das Robert Koch-Institut zählt seit dem 5. März auch Südtirol zu den Risikogebieten.[204] Am 8. März wurde das abgeriegelte Gebiet in Norditalien vergrößert, so dass die Bewegungsfreiheit von rund 16 Millionen Menschen in Italien eingeschränkt wurde.[205] Am 9. März entschied die Regierung, die Bewegungseinschränkungen auf das gesamte italienische Staatsgebiet auszuweiten.[206] Die Schließung von Schulen und Universitäten wurde landesweit erst bis zum 3. April und einige Tage später über dieses Datum hinaus verlängert.[207][206] Der Spielbetrieb von Sportligen, wie der des italienischen Fußballs, ist vorübergehend eingestellt. Zudem wurde ein Versammlungsverbot angekündigt.[206] Internationale Zug- und Flugverbindungen sowie der innerstaatliche öffentliche Nahverkehr sollen trotz der Abriegelung nicht ausgesetzt werden.[206]

Mit Stand 14. März 2020 (11.685 Infizierte, 966 Tote) ist die Lombardei die am stärksten von der COVID-19-Pandemie in Europa betroffene Region.[208]

Norwegen

Ein erster Todesfall wurde am 12. März bekannt. Mitte März 2020 zählte Norwegen zu den am stärksten betroffenen Ländern in Europa. So lag Norwegen am 17. März 2020 in absoluten Zahlen mit 1169 Infizierten noch vor Österreich mit 1132 Infizierten; hierbei ist auch die geringere Einwohnerzahl in Norwegen in Relation zu bedenken.[209] Alle aus nicht-nordischen Ländern nach Norwegen Reisenden ohne Wohnsitz in Norwegen werden seit dem 16. März 2020 an der Grenze zurückgewiesen. Sofern sie nicht vorher ausreisen können, werden sie zu einer bis zu 14-tägigen Quarantäne verpflichtet.[210]

Polen

Portugal

Aus Portugal wurden bis zum 13. März 2020 112 bestätigte Fälle gemeldet, es gab dort bis dahin keinen Toten.[211] Bis zum 20. März waren es 1.020 Fälle. Im Land wurde zum ersten Mal seit 1974 der Ausnahmezustand erklärt.

Russland

Ein Großplakat an der Baustelle eines medizinischen Zentrums in einem Vorort von Moskau fordert die Arbeiter am 21. März 2020 auf, das Virus gemeinsam zu „begraben“.

Drei Regionen der Russischen Föderation, die eine gemeinsame Außengrenze mit China besitzen, schlossen die Grenze bis zum 7. Februar 2020. Das betraf die Jüdische Autonome Oblast, die Oblast Amur und die Region Chabarowsk.[212][213] Der Ministerpräsident von Russland verfügte am 30. Januar 2020 eine zeitweilige Beschränkung des Verkehrs an 16 von insgesamt 25 Grenzübergängen zur Volksrepublik China. In der Anlage der Verordnung wurden die Grenzkontrollstellen aufgeführt.[214][215] Ab dem 20. Februar 2020 durften vorübergehend keine chinesischen Staatsbürger mehr in die Russische Föderation einreisen. Zuvor waren bereits zahlreiche Bahn- und Flugverbindungen von und nach China ausgesetzt und keine Arbeitsvisa mehr für Chinesen ausgestellt worden.[216]

Die Russische Föderation hatte am 1. Februar 2020 erstmals zwei Infektionsfälle bekannt gegeben, bis zum 5. März 2020 waren insgesamt drei Infektionsfälle an die WHO gemeldet worden.[3] Danach stiegen die Fallzahlen an, laut Presseberichten auf 15 Infektionsfälle am 8. März 2020.[217] Um den Import von weiteren COVID-19-Fällen zu verhindern, ordnete die Verwaltung der Hauptstadt Moskau an, dass Rückkehrer aus China, Südkorea, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, dem Iran sowie weiteren von der Epidemie betroffenen Ländern zwei Wochen lang in häusliche Quarantäne müssen. Bei Verstoß gegen diese Anordnung drohen Haftstrafen bis zu fünf Jahren.[217] Für die Zeit vom 23. März bis 12. April ordnete der Bildungsminister die Schließung der Schulen an. Am 18. März waren in Russland 114 Fälle von COVID-19 bekannt, die Hälfte davon in Moskau.[218] Theater und Festivals durften nicht mehr öffnen und Veranstaltungen über 50 Personen wurden in Moskau verboten.[219] Mit Stand 20. März 2020 gab es 199 bestätige Infektionen in Russland, am 22. März 306 und einen ersten Toten, mittlerweile mussten auch Schwimmbäder und Fitnesscenter schließen.[220] Da keine massenhaften Tests stattfinden und der angewandte Bluttest erst ab einer hohen Konzentration des Erregers anschlägt, galten die offiziell verbreiteten Zahlen der russischen Behörden aber als fragwürdig und zu niedrig gegriffen.[221]

Nach dem Wochenende 14./15. März wurde der Spielbetrieb der Fußballliga gestoppt.[222]

Am 23. März ordnete der Bürgermeister von Moskau an, dass Einwohner ab Alter 65 vom 26. März bis 14. April zu Hause bleiben müssen.[223] Anonym berichten Ärzte in Moskau von einem rasanten Anstieg an Lungenentzündungen in ihren Krankenhäusern.[224]

Am 25. März wurde die Folgewoche als landesweite bezahlte Ferienwoche deklariert. Für KMU wurde ein Steuernachlass für sechs Monate angekündigt.[225]

Schweden

Schweden zählte am 24. März 2020 fast 2300 Infizierte und etwa 36 Tote.[226] Etwa drei Tage später waren es über 3000 Infizierte und 105 Tote. Schweden hat (Stand 28. März 2020) das öffentliche Leben bei weitem nicht so stark eingeschränkt wie andere Länder. Der Chef der Agentur für Volksgesundheit, Anders Tegnell, setzt auf Herdenimmunität. Stefan Löfven (SAP), Ministerpräsident seit 2014, trägt diesen Kurs mit.[227]

Spanien

Nachdem sich die Zahl der Infizierten innerhalb der zweiten Märzwoche (Kalenderwoche 11) verzehnfacht hatte, verkündete der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez einen ab dem 16. März beginnenden 14 Tage andauernden nationalen Notstand.[228] Damit einher ging eine landesweite Ausgangssperre. Mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken wurde die Schließung aller öffentlich zugänglichen Einrichtungen (Geschäfte, Restaurants) angeordnet.[228]

Türkei

Die Türkei war vergleichsweise lange Zeit von der COVID-19 Pandemie nicht betroffen. Präventiv wurden am 24. Januar 2020 an den internationalen Flughäfen Wärmebildkameras installiert und bei Reisenden aus China Tests durchgeführt, später wurden alle Passagiere kontrolliert. Am 11. März 2020 gab der Gesundheitsminister Fahrettin Koca bekannt, dass ein Mann, der sich unter anderem in Italien und Deutschland aufgehalten hatte, positiv auf das Virus getestet worden sei. Am 12. März fand unter der Leitung des Staatspräsidenten eine Sondersitzung statt. Daraufhin wurde bekannt gegeben, dass sämtliche Schulen geschlossen werden und ab dem 23. März der Fernunterricht an den Schulen beginnt. Das Staatsfernsehen TRT hat mit Lehrpersonen Programme entwickelt. Der Unterricht wird über drei speziell dafür eingerichtete Fernsehsender (EBA – Eğitim Bilişim Ağı) und eine Website erfolgen. Weiter wurden in einem ersten Schritt Flüge in mehrere EU-Länder verboten, später folgten die Schweiz, das Vereinigte Königreich und Saudi-Arabien. Am 16. März 2020 wurden alle Geschäfte geschlossen, die nicht der Grundversorgung dienen. Am 22. März 2020 waren laut Gesundheitsministerium bereits 1236 Menschen infiziert und 21 gestorben.[229][230][231] Am 31. März sollen es laut Gesundheitsminister Fahrettin Koca 13.531 Infizierte und 214 Gestorbene gewesen sein.[232]

Vatikanstadt

Am 10. März 2020 wurde die Schließung des Petersplatzes und des Petersdomes bekanntgegeben. Dies gilt vorerst bis zum 3. April.[233] Zuvor, am 8. März, war bereits die Schließung der Vatikanischen Museen verkündet worden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 5 Personen in vatikanischer Quarantäne.[234] Die Generalaudienzen und das Angelus-Gebet von Papst Franziskus finden nicht mehr vor großen Menschenmengen statt, sondern werden lediglich aus dem Apostolischen Palast via Livestream ins Internet übertragen. Erstmals in der jüngeren Geschichte der katholischen Kirche, wurde der päpstliche Segen Urbi et orbi wegen der COVID-19-Pandemie außerplanmäßig am 27. März 2020 gespendet. Eigentlich wird dieser nur zu Ostern, Weihnachten und unmittelbar nach dem ersten öffentlichen Auftreten des neugewählten Papstes erteilt.

Vereinigtes Königreich

Mit 21 Todesfällen lag Großbritannien am 15. März 2020 nach Italien, Spanien und Frankreich in Europa an vierter Stelle, obwohl deutlich weniger positive Testergebnisse vorlagen als in diesen drei und weiteren drei Ländern. Das Gesundheitssystem gilt als unterfinanziert und kaum auf eine Pandemie vorbereitet.[235]

Weißrussland

In Weißrussland gab es mit Stand 30. März 2020 offiziell etwa 150 Infizierte, aber Menschenrechtler berichten, dass die Krankenhäuser wegen Patienten mit Lungenentzündung überfüllt sind. Die Pandemie wurde von Machthaber Alexander Lukaschenko mehrfach verharmlost und kleingeredet, unter anderem nannte er sie eine "Psychose" und empfahl scherzhaft Wodka, Saunagänge und landwirtschaftliche Arbeit gegen das Ausbreiten des Virus. Als einziges Land der Welt finden zudem Sportveranstaltungen wie Fußball oder Eishockey regulär und mit Zuschauern weiter statt.[236] Auch das öffentliche Leben unterliegt keinen Einschränkungen, Kindergärten, Schulen, Universitäten usw. sind weiterhin geöffnet wie Geschäfte, Restaurants und Cafés.[237]

Afrika

Am 14. Februar 2020 wurde der erste Infektionsfall auf dem afrikanischen Kontinent – in Ägypten – gemeldet.[238] Es handelte sich um einen 33-jährigen aus dem Ausland stammenden Patienten; nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums fielen bei allen seinen Kontaktpersonen die Tests auf den Erreger negativ aus. Bis zum 16. März 2020 wurden von 26 afrikanischen Ländern Fälle gemeldet.[239][240] Angola meldete am 21. März 2020 seinen ersten Corona-Fall.[241] Bis zum 25. März 2020 wurden 2412 Fälle in 43 afrikanischen Staaten gemeldet, davon 709 in Südafrika.[242]

Amerika

Kanada

Am 13. März wurde bekanntgegeben, dass die Ehefrau des kanadischen Regierungschefs Justin Trudeau positiv getestet wurde. Vorsorglich begaben sich beide für 14 Tage in Quarantäne.[243] Trudeau war der erste Regierungschef, der in Quarantäne ging.[244]

Zahlreiche Maßnahmen gegen das Virus wurden angekündigt. So soll das Parlament fünf Wochen schließen, internationale Flüge sollen auf wenige Flughäfen mit besonderen Kontrollen umgeleitet werden, Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 500 Personen sollen nicht mehr andocken dürfen. Von einem Einreiseverbot wurde zunächst abgesehen, um nicht zu illegalen Grenzübertritten Anlass zu geben. Die Regierung forderte die Bürger auf, von entbehrlichen Auslandsreisen abzusehen und sich im Sinne eines Social Distancing von Menschenmassen fernzuhalten.[245] Am 16. beziehungsweise 18. März wurden dann doch Einreiseverbote ausgesprochen.

Vereinigte Staaten

Der erste bestätigte Fall in den USA wurde am 21. Januar 2020 aus dem Bundesstaat Washington vermeldet.[246] Am 6. März 2020 waren 245 bestätigte Fälle sowie 14 Todesfälle bekannt.[247] In mehreren Bundesstaaten wurde zahlreichen Menschen eine häusliche Quarantäne verordnet, insbesondere mehr als 2.500 Menschen allein in New York und mehr als 9.700 in Kalifornien (Stand: 6. März 2020). Es handelt sich um Kontaktpersonen der ersten bestätigten Infizierten sowie um zurückgekehrte Reisende.[248]

Die Federal Reserve stellte im März Dollarscheine, die aus Asien zurückkehren, unter eine siebentägige Quarantäne.[249]

Nachdem US-Präsident Donald Trump die Gefahren des neuartigen Coronavirus Anfang März 2020 noch kleingeredet,[250] und alleine in den ersten beiden März-Wochen 33 klare Falschbehauptungen bezüglich der Pandemie getätigt hatte[251] kündigte er in einer Fernsehansprache am 11. März – ohne Absprache mit der EU – ein einmonatiges Einreiseverbot für Nicht-US-Bürger an, die sich in den vergangenen zwei Wochen in einem der 26 europäischen Länder des Schengenraums aufgehalten hatten.[252] Wenige Tage später erweiterte Trump den Einreisestopp auf Großbritannien und Irland.[253]

Angesichts des sich ausbreitenden neuartigen Coronavirus in den USA wurde am 13. März der nationale Notstand ausgerufen. Bis dahin waren weniger als insgesamt 15.000 Menschen getestet worden – wobei rund 2300 positiv auf COVID-19 getestet wurden. Diese vergleichsweise niedrige Zahl an positiv auf COVID-19 Getesteten lag daran, dass es an Tests fehlte. Vielen Menschen mit Krankheitssymptomen gelang es nicht, sich testen zu lassen. Präsident Trump erklärte, die Produktion von fünf Millionen Coronavirus-Tests sei angestrebt, die „sehr bald“ verfügbar sein würden.[254][255]

Als erster US-Bundesstaat verhängte Kalifornien am 19. März 2020 eine Ausgangssperre. Gouverneur Gavin Newsom ging davon aus, dass sich knapp 60 Prozent der 40 Mio. Einwohner in den nächsten acht Wochen anstecken könnten. In einigen Teilen Kaliforniens hätten sich laut Newsom zuvor die Fallzahlen alle vier Tage verdoppelt. Bis zur Verhängung der Ausgangssperre waren in Kalifornien 958 Infektionsfälle bekannt geworden sowie 19 Todesfälle. Am selben Tag hatte Bürgermeister Eric Garcetti die Einwohner von Los Angeles dazu aufgerufen, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Zuvor waren bereits im Raum San Francisco viele Bezirke mit einer einwöchigen Ausgangssperre konfrontiert worden.[256]

Übersicht der Ausgangsbeschränkungen (Stand: 25. März 2020)
  • Nationenweit beschlossene Ausgangsbeschränkungen
  • Dezentral bzw. regional beschlossene Ausgangsbeschränkungen
  • Keine Ausgangsbeschränkungen
  • Lateinamerika

    Nachdem am 26. Februar 2020 in Brasilien die erste bestätigte Infektion mit dem neuartigen Coronavirus aus Südamerika gemeldet worden war[257] und am 28. Februar zwei positive Fälle aus Mexiko bekannt geworden waren,[258] gab es mit Stand 1. März 2020 noch zehn weitere bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen in Lateinamerika: einen zweiten Fall in Brasilien, nunmehr vier Fälle in Mexiko, sechs in Ecuador und einen Fall in der Dominikanischen Republik. Bis zum 8. März kamen fünf bestätigte Infektionsfälle in Costa Rica hinzu. Auf dem südamerikanischen Kontinent traten Infektionen auch in Peru, Kolumbien und Französisch-Guayana auf.[259]

    Die beiden brasilianischen Erstpatienten, ein 61-Jähriger und ein 32-Jähriger, stammen aus São Paulo und waren kürzlich von Reisen nach Italien zurückgekehrt.[260] Bis zum 8. März erhöhte sich die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in dem Land auf 20.[259]

    Das zunächst am stärksten betroffene Land war Ecuador; bis zum 4. März stieg die Zahl der dort bestätigten Infizierten auf zehn an. Alle Fälle sind Kontaktpersonen einer 71-jährigen, in Spanien lebenden Frau, die aus Madrid nach Ecuador gereist und einige Tage nach ihrer Ankunft erkrankt war.[261][262] Bis zum 8. März erhöhte sich die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in dem Land auf 14.[259]

    Der Erkrankte in der Dominikanischen Republik ist ein 62-jähriger Italiener, der am 22. Februar als Tourist in das Land eingereist war.[261] Er wurde in einem Militärkrankenhaus nahe der Hauptstadt Santo Domingo isoliert.[260] Bis zum 8. März 2020 erhöhte sich die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in dem Land auf fünf.[259]

    Am 2. März wurde der erste Fall in Argentinien bestätigt, wo schon in den Tagen zuvor mehrere Verdachtsfälle untersucht worden waren. Der erkrankte Mann kam allerdings erst am 1. März aus Italien nach Argentinien.[263] Bis zum 8. März 2020 erhöhte sich die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in dem Land auf zehn.[259]

    Am 3. März wurde der erste Erkrankte aus Chile gemeldet; der 33-jährige Kinderarzt war am 25. Februar mit seiner Frau von einer einmonatigen Asienreise zurückgekehrt und hatte sich am 1. März mit hohem Fieber in die Notaufnahme eines Krankenhauses in Talca begeben.[264] Am 4. März wurde die erste SARS-CoV-2-Infektion in der Hauptstadt Santiago de Chile bekannt gegeben: Eine 56-jährige Ärztin aus dem deutschen Krankenhaus der Metropole erkrankte nach der Rückkehr von einer Reise nach Norditalien.[265][266] Bis zum 8. März erhöhte sich die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in dem Land auf acht, darunter neben Kontaktpersonen der beiden Ärzte in Talca und Santiago ein 20-Jähriger aus Puerto Montt, der am 3. März aus Spanien zurückgekehrt war, und eine 83-jährige Frau aus Las Condes, die Besuch von infizierten Verwandten aus New York erhalten hatte.[267][268]

    In Mexiko wurde am 2. März der erste Erkrankte als geheilt entlassen, ein 35-jähriger Mann aus Mexiko-Stadt, der Mitte Februar an einer Geschäftsreise nach Italien teilgenommen hatte. Insgesamt zählte Mexiko am 3. März fünf Infektionsfälle, die sich alle auf Italienreisen angesteckt hatten.[258][269] Bis zum 14. März erhöhte sich die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in dem Land auf 41.[270]

    Im März 2020 wurden in Venezuela die ersten zwei Fälle bekannt, welche aus Spanien eingereist waren; am 14. März waren 8 zusätzliche Personen betroffen.[271] Das Virus erreichte damit ein Land, in dem schon unabhängig vom Virus im Januar 2020 von einem Zusammenbruch der medizinischen Versorgung die Rede war.[272]

    Flüchtlingslager

    Besondere Sorge bereitet den Experten die mögliche Ausbreitung in Ländern mit unzureichenden Gesundheitssystemen und überfüllten Flüchtlingslagern.[118][119]

    „Überall werden Menschen dazu aufgefordert, soziale Kontakte einzuschränken. In den überfüllten Lagern ist das ein Ding der Unmöglichkeit.“[273]

    Internationale Maßnahmen

    Internationale Gesundheitsnotlage, WHO-Maßnahmen

    Am 30. Januar 2020 erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus das Vorliegen einer Notlage für die öffentliche Gesundheit von internationaler Tragweite (kurz „internationale Gesundheitsnotlage“). Ausschlaggebend hierfür war die Sorge um die mögliche Ausbreitung der Virusepidemie auf Länder mit einem schwach entwickelten Gesundheitssystem, insbesondere in Subsahara-Afrika. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation betonte ausdrücklich, dass die Gesundheitsnotlage nicht wegen der Lage in China erklärt worden sei. Die WHO habe weiterhin volles Vertrauen in die Fähigkeiten Chinas, die Epidemie im Land unter Kontrolle zu bringen.[274]

    Am 11. und 12. Februar 2020 fand in Genf auf Einladung der Weltgesundheitsorganisation eine Konferenz statt, auf der sich über 400 Experten aus verschiedenen Fachgebieten zur Epidemie berieten. Es ging um den Austausch von Wissen über die Krankheit COVID-19 und das sie verursachende Virus SARS-CoV-2 sowie um die Festlegung zeitnaher Strategien, Impfstoffe und Behandlungsmethoden zu entwickeln.[275][276] In seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 15. Februar 2020 sagte Ghebreyesus, dass die chinesischen Maßnahmen halfen, die Weiterverbreitung der Epidemie auf andere Staaten zu verlangsamen. Er lobte die gute Zusammenarbeit der internationalen Forschergruppen und erklärte, dass Tests zur Diagnose des Virus sowie persönliche Schutzausrüstungen für medizinisches Personal an Staaten mit großem Bedarf verschickt wurden.[277] Im Situation Report – 29 der WHO vom 18. Februar 2020 wurde gemeldet, dass Testkits zur Labordiagnose von COVID-19 nach 56 Staaten verschickt wurden, ebenso wurden mehr als 12 Tonnen an persönlicher Schutzausrüstung an Staaten mit besonderem Bedarf in den Regionen Westpazifik, Südostasien und Afrika versandt.[3] Am 13. März 2020 berichtete der WHO-Generaldirektor, dass 1,5 Millionen Testkits nach 120 Staaten geliefert wurden und 28 weitere Staaten folgen würden, außerdem wurden Vorräte an persönlicher Schutzausrüstung für 56 Staaten bereitgestellt.[278]

    Der WHO-Generaldirektor erklärte laut Medienangaben am 24. Februar 2020, dass es sich bislang nicht um eine Pandemie handele, sondern um Epidemien in einzelnen Ländern, denn es gebe bislang keine unkontrollierte globale Ausweitung des Virus. Von einer Pandemie zu sprechen, würde Angst schüren, sei im Prinzip unerheblich und würde keine Menschenleben retten.[279]

    Am 1. März 2020 gab die WHO eine Empfehlung für die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung heraus. Diese wurde durch die weltweite Knappheit an Schutzausrüstung motiviert, welche für Atemmasken bereits bestehe und für Kittel und Augenschutz absehbar sei. Darin wird empfohlen, pflegerische Tätigkeit mit Mund-Nasen-Schutz zu erledigen. FFP-2- und N95-Masken sollten länger und bei mehreren Patienten getragen werden, um Material zu sparen. Diese höherwertigen Masken sollten nur bei aerosolbildenden Eingriffen am Patienten zum Einsatz kommen. Der allgemeine Einsatz von Masken in der Bevölkerung wird nur für pflegende Angehörige und Personen mit Atemwegsbeschwerden empfohlen.[280]

    Forscher aus Hongkong veröffentlichten in der Fachzeitschrift The Lancet am 3. März 2020 eine gegenteilige Empfehlung. Das chinesische Modell mit weitreichenden sozialen Distanzierungsmaßnahmen inklusive Maskengebot im öffentlichen Raum für alle sei dem Modell der alleinigen Kontaktverfolgung und Quarantäne überlegen. Letzteres wurde von den Autoren als gescheitert bewertet. Panikkäufe träten in Ländern mit und ohne Maskengebot auf, und im Mangelfall seien improvisierte Masken oder die längere Verwendung über die eigentliche Tragedauer empfehlenswert. Dies solle helfen, die Übertragung durch beschwerdefreie Infizierte zu reduzieren. Die Autoren empfahlen den Entscheidungsträgern in den Ländern ohne Maskengebot, ihre Politik zu überdenken.[281]

    Am 11. März 2020 stufte die WHO die Auswirkungen des Virus offiziell als Pandemie ein.[4] Im WHO-Bericht 53 vom 13. März 2020 wurde bekannt gegeben, dass der COVID-19 Solidarity Response Fund (COVID-19 Solidaritätsfonds) in Zusammenarbeit mit der Stiftung der Vereinten Nationen und anderen Partnern eingerichtet wurde, um der Pandemie zu begegnen.[3] Ziel ist es, bis Ende April 675 Millionen US-Dollar zu sammeln, um Staaten mit besonderem Bedarf bei ihrem Einsatz gegen die Verbreitung von COVID-19 zu unterstützen.[282]

    Maßnahmen in der EU

    In einer am 29. Januar 2020 abgeschlossenen Umfrage unter 47 Laboren ermittelte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) die Testkapazität innerhalb der Europäischen Union (EU) auf 8.275 pro Woche an 37 Laboren in 24 Staaten. Diese Kapazität sollte bis zum 17. Februar auf 9.150 Tests pro Woche an 46 Laboren erhöht werden.[283]

    Bei einem Treffen der EU-Gesundheitsminister am 13. Februar 2020 in Brüssel wurde eine enge Zusammenarbeit beschlossen, um den Informationsaustausch, die Beschaffung persönlicher Schutzausrüstungen und notwendige Kapazitäten bei Behandlung und Diagnose von COVID-19 sicherzustellen. Es wurden finanzielle Mittel für die Forschung und Entwicklung eines Impfstoffes bereitgestellt. EU-weit geltende Einreisebestimmungen wurden nicht vereinbart, allerdings wurde geplant, dass Reisende aus bestimmten Regionen zu ihren Kontakten mit Menschen aus den von der Epidemie betroffenen Gebieten befragt werden. Bei dem Treffen lehnte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nationale Alleingänge ab, ebenso das Fiebermessen von Einreisenden.[284]

    Am 24. Februar gab die Europäische Kommission Hilfsinvestitionen in Höhe von 232 Millionen Euro bekannt. Die Gelder sind für die WHO, für Forschung, für Afrika und für Flüge für die Rückholung von EU-Bürgern bestimmt.[285]

    Am 12. März beschloss die Europäische Zentralbank (EZB) bis zum Jahresende für langfristige Kredite für Banken und den Aufkauf von Wertpapieren 120 Milliarden Euro bereitstellen zu wollen.[286] Eine Woche später kündigte die EZB an bis Ende des Jahres mit weiteren Anleihekäufen im Umfang von 750 Milliarden Euro die Wirtschaft stabilisieren zu wollen.[287]

    Die EU-Kommission verabschiedete am 16. März Leitlinien, in denen sie die Mitgliedstaaten aufforderte, bei Grenzkontrollen für einen möglichst ungehinderten Warenverkehr im europäischen Binnenmarkt zu sorgen, sowie für einen freien Grenzübertritt für im Gesundheits- und Nahrungsmittelsektor arbeitende Pendler. EU-Bürgern, die durch ein anderes Land nach Hause wollten, solle die Durchreise erleichtert werden.[288]

    Am 17. März 2020 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union ein sofort wirksam werdendes 30-tägiges Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger.[289] Ausnahmen gibt es für Personen mit längerfristigem Aufenthaltsrecht in einem EU-Staat sowie Sonderregelungen für Staatsbürger von EFTA-Staaten und dem Vereinigten Königreich. Wer einen dringenden Einreisegrund habe (beispielsweise eine Beerdigung oder einen Gerichtstermin), müsse dafür die entsprechenden Nachweise mitführen.[290]

    Die EU-Kommission kündigte am 20. März an, sie werde wegen der Corona-Krise die Haushaltsregeln lockern. Zum ersten Mal werde die allgemeine Ausweichklausel des EU-Stabilitätspakts aktiviert.[291] Das heißt, dass „nationale Regierungen so viel Liquidität wie nötig in die Wirtschaft pumpen können“[292]

    Anfang März kam es in einigen Ländern zu Exportsperren für Schutzausrüstung, insbesondere Atemmasken und Schutzkleidung, so in Deutschland[293][294] und Frankreich.[295] Dadurch wurden Lieferungen für schon stark betroffene Länder wie Italien, Schweiz oder Österreich, zurückgehalten.[296][297] Die EU-Kommission musste eine Rüge wegen mangelnder Solidarität aussprechen.[298][299][300] Erst Mitte März konnte eine Einigung erzielt werden, die auf gemeinsame Beschaffung durch die Kommission und Exportbeschränkungen nur für EU-Drittländer hinausläuft.[298] China kündigte an, Europa mit inzwischen dort nicht mehr benötigtem Material zu versorgen.[301]

    Bundeskanzlerin Merkel lobte die Initiativen der EU-Kommission, beispielsweise zur gemeinsamen Beschaffung von Schutzkleidung.[302]

    In einem Video-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten am 26. März 2020 vertraten einige Teilnehmer die Position, dass die Staaten gemeinsam Anleihen für die Bekämpfung der Krise („Corona-Bonds“) ausgeben sollten. Es kam aber zu keiner Einigung auf eine gemeinsame Position zur Finanzierung von Krisenbewältigungsmaßnahmen.[303]

    Flug- und Reiseverkehr

    Staaten, die weltweite Reisebeschränkungen beschlossen haben (bspw. Grenzschließungen), Stand: 16. März 2020. Für nähere Informationen zu den beschlossenen Maßnahmen, siehe die jeweiligen nationalen Pandemie-Artikel

    Internationale Fluggesellschaften wie Air France stellten am 23. Januar 2020 zuerst Direktverbindungen nach Wuhan,[304] später nach ganz China ein. US-amerikanische Fluggesellschaften strichen Flüge nach China bis Ende April aus ihrem Flugplan.[95]

    Nach British Airways[305] und weiteren Fluggesellschaften gab die Lufthansa am 29. Januar 2020 bekannt, den Flugverkehr zwischen der Volksrepublik China und Deutschland bis zum 9. Februar einzustellen, auch mit den Töchtern Swiss und Austrian Airlines,[306] und verlängerte am 3. Februar die Einstellung des Flugbetriebs bis Ende Februar, für die Ziele Nanjing, Shenyang, Qingdao, Shanghai und Peking sogar bis Ende März.[307][238] Mitte Februar hatten etwa 70 Linien Flüge nach China eingestellt, weitere 50 eingeschränkt.[308]

    Die Behörden in der Mongolei schlossen ab dem 27. Januar 2020 die Landesgrenze zur Volksrepublik für den Autoverkehr, mit schwerwiegenden Konsequenzen für den bilateralen Warenhandel. Ebenso bleiben Universitäten und Bildungseinrichtungen bis zum 2. März geschlossen. Für den gleichen Zeitraum sind öffentliche Veranstaltungen untersagt.[309][310]

    Hongkong beabsichtigte, am 30. Januar 2020 die wichtigsten Transportwege, insbesondere den Schienen- und den Fährverkehr, von und zum Kernland China zu unterbrechen. Der Flugverkehr sollte reduziert und private Reisegenehmigungen vorläufig nicht mehr erteilt werden.[311] Am 5. Februar wurde bekanntgegeben, dass Einreisende vom chinesischen Festland 14 Tage in Quarantäne untergebracht werden; auch in Hongkong lebende Personen, die von Chinareisen zurückkehren.[312]

    Nordkorea reagierte auf die Epidemie mit einer Zwangsquarantäne von einem Monat für alle über China einreisenden Ausländer. Nach Einschätzung der russischen Botschaft in Pjöngjang wurden von Nordkorea bisher (28. Januar 2020) keine Erkrankungsfälle gemeldet.[212]

    Die Philippinen erteilen chinesischen Staatsbürgern zeitweilig keine Einreisevisa.[212] Am 31. Januar verkündeten die Behörden in Singapur, keine Besucher mehr ins Land zu lassen, welche die letzten vierzehn Tage in China waren. Den eigenen Staatsbürgern und Personen mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis werden die Einreise weiterhin gestattet. Es wird jedoch ein vierzehntägiges Fernbleiben vom Arbeitsplatz nach Aufenthalt in China empfohlen.[313]

    Die International Air Transport Association (IATA; Dachorganisation der internationalen Luftfahrt) schätzte am 21. Februar 2020 die zu erwartenden wirtschaftlichen Verluste für den internationalen Luftverkehr auf ein Volumen von etwa 30 Milliarden US$, wovon 27,8 Mrd. US$ auf den asiatisch-pazifischen Raum und 1,5 Mrd. US$ auf die übrige Welt entfielen.[314]

    Am 27. Februar 2020 gab Saudi-Arabien bekannt, keine Visa für die Kleine Pilgerfahrt mehr auszustellen. Ebenso werde allen Reisenden aus vom Virus betroffenen Staaten die Einreise verweigert.[315]

    Laut dem Bericht Situation Report – 39 der Weltgesundheitsorganisation gab es am 27. Februar 2020 in 41 Mitgliedsstaaten Reisebeschränkungen, die mit dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung begründet wurden, darunter in 11 Staaten auch Beschränkungen, die gegen andere Länder als China gerichtet waren. In den meisten Fällen wurde entweder die Einreise von Personen aus der VR China oder anderen von der neuartigen Coronavirus-Epidemie betroffenen Staaten untersagt oder Quarantäne- bzw. Isolierungsmaßnahmen für die Eingereisten verfügt oder die Ausstellung von Visa eingestellt.[3]

    Die British Airways strich Anfang März 2020 für den Zeitraum vom 17. bis 28. März wegen der verminderten Nachfrage Hunderte Hin- und Rückflüge in die USA sowie nach Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich, Irland und in die Schweiz.[316] Auch EasyJet[317] und Ryanair[318] kündigten an, zahlreiche Flüge nach Italien zu streichen. Die Lufthansa strich Flüge, forderte ihre Mitarbeiter auf, unbezahlten Urlaub einzureichen oder auch in Teilzeit die angebotene Arbeitsleistung zu reduzieren; außerdem prüfte sie die Möglichkeit, bei der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeit anzumelden.[319]

    Seit dem 6. März 2020 besteht ein weitgehendes Einreiseverbot in Israel für Einreisende aus Deutschland, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Spanien. Einreisen darf nur noch, wer eine Adresse in Israel nachweisen kann, an der er sich einer zweiwöchigen häuslichen Quarantäne unterziehen kann. Dieselbe Regelung galt bereits für Reisende aus Italien sowie aus mehreren asiatischen Ländern, darunter China und Thailand.[320]

    Am 6. März 2020 schloss Bhutan seine Grenze für sämtliche touristischen Reisen von Ausländern.[321]

    Passagiere berichteten von fast leeren Flugzeugen, Fluggesellschaften gaben No-show-Anteile von bis zu 50 % an. Fluggesellschaften drängen auf eine Änderung der Vorgabe, der zufolge sie 80 % ihrer Start- und Landerechte an wichtigen Drehkreuzen wahrnehmen müssen, um sie nicht zu verlieren.[322]

    El Salvador hat am 8. März 2020 einen Einreisestopp für Reisende aus Deutschland, Frankreich, Italien, Iran und Südkorea erlassen. Nur salvadorianische Staatsbürger und Diplomaten dürfen aus diesen Ländern noch einreisen, werden aber für 30 Tage unter Quarantäne gestellt.[323]

    Österreich erließ am 10. März 2020 einen Einreisestopp für aus Italien kommende Nichtösterreicher. Transitverkehr nach beispielsweise Deutschland ist weiterhin möglich, jedoch muss Österreich ohne Halt durchfahren werden. Der Flug- und der Bahnverkehr nach Italien werden eingestellt.[324] Mitte März 2020 verhängten mehrere Mitgliedsstaaten der Europäischen Union unabhängig voneinander Grenzschließungen oder Grenzkontrollen, die somit das Schengener Abkommen außer Kraft setzten, als Folge gab es an den innereuropäischen Grenzen kilometerlange Staus. Dadurch kamen Lkw mit Warentransport verspätet an ihrem Ziel an. Die Europäische Kommission forderte die Mitgliedsstaaten auf, für einen möglichst freien Warenverkehr im europäischen Binnenmarkt zu sorgen.[325]

    Mit Wirkung ab dem 14. März, 4:59 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) werden die Vereinigten Staaten ihre Grenzen für Personen, die sich in den letzten 14 Tagen in Staaten des Schengener Abkommens aufgehalten haben, schließen.[326][327] Am gleichen Tag stellte die Türkei den Flugverkehr mit weiteren Ländern ein.[328] Am 16. März 2020 stellte SAS Scandinavian Airlines den kommerziellen Betrieb ein.[329] Auch Austrian Airlines und Laudamotion stellen den Betrieb komplett ein.[330]

    15 am 21. März 2020 auf dem Flughafen Berlin Brandenburg abgestellte Flugzeuge der Lufthansa

    Am 19. März wurde publik, dass die Lufthansa aufgrund der von vielen Ländern verhängten Einreisestopps 95 % aller Flüge streicht.[331] Am 21. März gab Kuba einen sofortigen Einreisestopp für Ausländer bekannt.[332]

    Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate gab am 23. März 2020 bekannt, alle Passagierflüge zum 26. März für mindestens zwei Wochen einzustellen. Nachdem Emirates bereits am 25. März alle Passagierflüge einstellte, folgte nun auch Etihad Airways.[333][334]

    Am 24. März stellte Ryanair den Flugbetrieb für mindestens zwei Monate ein.[335]

    Kreuzfahrt

    Betriebseinstellungen

    Folgende Kreuzfahrtreedereien haben ihren Betrieb eingestellt (Auswahl):[336]

    Hafensperrungen

    Zahlreiche Staaten und Städte weltweit haben ihre Häfen für Kreuzfahrtschiffe gesperrt. Dazu gehören:[336]

    Einzelne betroffene Kreuzfahrtschiffte

    World Dream

    Das Kreuzfahrtschiff World Dream mit über 3700 Menschen wurde am 5. Februar 2020 vor Hongkong unter Quarantäne gestellt, nachdem ein Gast bei seiner Ankunft positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden war. Die Passagiere durften nach viertägiger Quarantäne am 9. Februar 2020 das Schiff verlassen.[338]

    Diamond Princess

    Die Diamond Princess wurde am 5. Februar 2020 mit rund 3600 Passagieren und Crewmitgliedern an Bord im Hafen von Yokohama bis zum 19. Februar unter Quarantäne gestellt. An Bord des Schiffes befanden sich zehn deutsche Staatsangehörige,[95] darunter zwei mit SARS-CoV-2-Befund.[119] Infizierte Personen wurden zur Behandlung auf Krankenhäuser in Yokohama und Umgebung verteilt.[339][340] Am 13. Februar wurden nach Medienangaben 219, darunter 15 Mitglieder der Besatzung und ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden, positiv getestet.[341] Die Zahl stieg bis um Ende der Quarantäne am 19. Februar auf 542.[3] Bis zum 3. März wurden der WHO insgesamt 706 Infizierte an Board des Schiffes gemeldet, es gab insgesamt sechs Todesfälle und 32 Kritische Fälle.[3][342]

    Am 12. Februar 2020 begannen die japanischen Behörden, gesundheitlich angeschlagene Passagiere von Bord zu lassen; positiv Getestete kamen auf eine Isolierstation, negativ Getestete konnten in eine Quarantänestation gebracht werden.[343] Fünf Tage später wurde ein großer nicht infizierter Anteil der etwa 400 US-amerikanischen Passagiere in die USA in Quarantäne zurückgeholt. Weitere Staaten, beispielsweise Australien, Großbritannien, Italien, Kanada, Südkorea und Hongkong, kündigten an, ihre Bürger in die Heimat zurückzuholen.[339][344] Die US-amerikanische Seuchenkontrollbehörde CDC verhängte zum Schutz der öffentlichen Gesundheit der USA am 18. Februar eine Einreisebeschränkung, die alle Personen betraf, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffes aufgehalten hatten. Nachdem sie das Schiff verlassen hatten, mussten sie zwei Wochen warten, bevor sie einreisen durften, dies betraf mehr als 100 US-Bürger. Bereits zurückgekehrte Personen mussten in den USA in Quarantäne bleiben.[345] Ab dem 19. Februar wurde es Personen, deren Test nicht positiv war, gestattet, die Diamond Princess zu verlassen. Wer engen Kontakt mit später positiv getesteten Personen hatte, durfte das Schiff zunächst nicht verlassen.[339] Drei Tage später wurden mehr als 100 Passagiere (Kontaktpersonen) an Land in eine Quarantäneeinrichtung gebracht.[125] In den darauffolgenden Tagen meldeten einige Nationen positive Virustests bei zurückgekehrten Passagieren, darunter Israel, Japan und Australien.[346][347][125] Am 22. Februar landeten die deutschen Ex-Passagiere auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel, sie sollten noch zwei Wochen in häuslicher Isolierung verbringen.[348] Der Kapitän verließ am 2. März 2020 als letzter Ausgeschiffter die Diamond Princess.[349]

    Der an der Universität Kōbe arbeitende Infektiologe Kentarō Iwata kritisierte nach einer Inspektion des Schiffes die japanischen Gesundheitsbehörden und warf ihnen Fehler im Management der Quarantäne vor. Beispielsweise hatte es keine Aufteilung in „grüne“ (virusfreie) und „rote“ (möglicherweise kontaminierte und damit nicht sichere) Zonen gegeben, ebenso wenig gab es Regeln zum Tragen eines Mundschutzes. Seine Kritik erreichte als Video auf YouTube große Aufmerksamkeit in Japan und führte unter anderem zu einer Anfrage der Opposition im Parlament an den Gesundheitsminister Katsunobu Katō.[350][123] Der US-amerikanische Infektiologe Anthony Fauci, Direktor des US-amerikanischen NIAID, wertete aufgrund der hohen Infektionszahlen die Quarantänestrategie an Bord des Schiffes als gescheitert.[351] Die US-amerikanische Seuchenkontrollbehörde CDC bewertete dies ähnlich und warnte davor, dass die Entlassung der Passagiere ein Risiko für die Ausbreitung des Virus darstellte.[345]

    Westerdam

    Die Westerdam durfte, obwohl es keine bestätigten Fälle gab, in der ersten Februarhälfte mehrere Häfen in verschiedenen Staaten Südostasiens nicht anlaufen, bevor sie die Erlaubnis Kambodschas erhielt.[95] Nachdem viele Passagiere ab dem 14. Februar 2020 von Bord gegangen waren, wurde einen Tag später bei einer US-Staatsbürgerin bei ihrer Weiterreise in Malaysia das Virus bestätigt.[344] Auf dem Schiff hielten sich danach noch 236 Passagiere und 747 Besatzungsmitglieder auf, die auf dem Schiff verbleiben mussten; bei seiner Ankunft waren es 1455 Passagiere und 802 Besatzungsmitglieder gewesen.[352] Alle Personen, die das Schiff bereits verlassen haben, sollen nun aufgespürt und getestet werden; wer bereits weitergereist ist, soll am Zielort von den örtlichen Gesundheitsbehörden kontaktiert werden.[353] Thailand veranlasste ein Einreiseverbot für Passagiere der Westerdam.[344] Nach Angaben der Reederei befanden sich 57 deutsche Staatsbürger an Bord.[344] Am 18. Februar kehrten zwei von ihnen nach Brandenburg zurück, sie waren ohne Symptome und mussten in häuslicher Isolierung bleiben.[216] Dies entspricht der Empfehlung des Robert Koch-Instituts, Mitreisende auf dem Kreuzfahrtschiff als Kontaktpersonen einzustufen.[354]

    Grand Princess

    Am 7. März 2020 wurde bekannt, dass es eine Reihe von Infektionsfällen an Bord der Grand Princess gab, das Kreuzfahrtschiff lag seit dem 4. März 2020 vor San Francisco, Kalifornien, USA. Auf der Grand Princess befanden sich 3.533 Menschen, bei 19 Crewmitgliedern sowie zwei Passagieren verlief der Test auf das Coronavirus positiv.[355] Die Reederei Princess Cruises teilte mit, dass Passagiere aus dem US-Bundesstaat Kalifornien dort in einer Klinik getestet und gegebenenfalls isoliert werden sollen, für weitere Passagiere soll dies in anderen Bundesstaaten erfolgen. Die Besatzungsmitglieder sollen an Bord unter Quarantäne gestellt und behandelt werden.[356] Am 9. März 2020 durfte die Grand Princess im Hafen von Oakland anlegen.[357]

    Costa Magica

    Am 11. März 2020 wurde bekannt, dass sich auf der Costa Magica vier Gäste mit grippeähnlichen Symptomen befinden.[358] Daraufhin wurde das Schiff 6 Meilen vor der Küste von Martinique unter Quarantäne gestellt. Am 13. März 2020 hat sich der Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus bei einem Gast und einem Besatzungsmitglied bestätigt.[359]

    Sportveranstaltungen

    Am 29. Januar 2020 beschloss die Fédération Internationale de Ski, zwei Rennen des Alpinen Skiweltcups, die am 15. und 16. Februar in Yanqing hätten stattfinden sollen, aus Gründen der Sicherheit abzusagen. Die Rennen waren als Hauptprobe für die Olympischen Winterspiele 2022 gedacht.[360] Ebenfalls am 29. Januar beschloss der Leichtathletik-Weltverband, die Hallen-WM im chinesischen Nanjing abzusagen. Ursprünglich sollte sie vom 13. bis 15. März ausgetragen werden. Sie soll nun im Jahre 2021 nachgeholt werden. Eine Verlegung an einen anderen Ort war nicht mehr möglich.[361]

    Am 31. Januar gab die World Professional Billiards & Snooker Association bekannt, die zwischen dem 30. März und dem 5. April in Peking geplanten China Open im Snooker auf ein unbestimmtes Datum zu verschieben.[362] Am 2. Februar sagten die Organisatoren der FIA-Formel-E-Meisterschaft den Sanya E-Prix am 21. März ab. Man hielt sich dabei jedoch offen, das Rennen später auszutragen.[363] Einen Tag später verschob die Professional Squash Association die Austragung zweier Turniere auf einen noch unbekannten späteren Zeitpunkt, darunter die Macau Open.[364]

    Am 12. Februar verschob der Weltautomobilverband FIA den für den 19. April auf dem Shanghai International Circuit geplanten Großen Preis von China auf unbestimmte Zeit.[365] Am 19. Februar gab der Virologe Hitoshi Oshitani von der japanischen Universität Tōhoku auf einer Pressekonferenz zu den Infektionen auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess eine erste Einschätzung in Bezug auf die Olympischen Sommerspiele 2020 ab. Er betonte, wie wichtig es sei, die Infektionsketten schnell zu stoppen, ansonsten sehe er die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio in Gefahr.[123]

    Am 26. Februar wurden die German Open, ein internationales Badmintonturnier, das am 3. März 2020 in Mülheim an der Ruhr in der Innogy Sporthalle beginnen sollte, abgesagt und auf einen unbestimmten späteren Termin verschoben.[366] Einen Tag später gab die Union Mondiale de Billard bekannt, dass die vom 5. bis zum 8. März 2020 in Viersen geplante Dreiband-Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften zu diesem Zeitpunkt nicht stattfinden werde; zugleich wurde eine Mitte April in Seoul geplante Ausgabe des Survival 3C Masters abgesagt.[367] Ebenfalls nicht stattfinden wird am 8. März der Engadin Skimarathon, die größte Skilanglaufveranstaltung der Schweiz.[368]

    Das für den 21. März geplante Eröffnungsrennen des UCI-Weltcups Mailand–Sanremo wurde abgesagt. Laufende Rundfahrten wurden verkürzt oder abgebrochen. Bei Paris–Nizza wurde den Zuschauern der Zutritt zum Zielbereich verwehrt, um die dort üblichen Massenansammlungen zu vermeiden. Mannschaften und vereinzelte Fahrer traten verfrüht die Heimreise an, um etwaigen Einreisestopps ihrer Heimländer zuvorzukommen.

    Am 16. März 2020 sagten die Veranstalter die für den 29. März angesetzte Traditions-Ruderregatta Boat Race auf der Themse zwischen den Universitäten von Oxford und Cambridge ab.[369]

    World Wrestling Entertainment verkündete am 16. März 2020 die für den 5. April in Tampa im Raymon James Stadium geplante Großveranstaltung Wrestlemania 36 komplett ohne Zuschauer im WWE Performance Center abzuhalten.[370]

    Einen Tag später gab die UEFA bekannt, die ursprünglich für den Sommer 2020 geplante Fußball-Europameisterschaft der Männer um ein Jahr zu verschieben.[371][372] Auch die für den Sommer 2020 geplante Copa America wurde am selben Tag um ein Jahr verschoben.[373] Im Tennis wurden die für Mai und Juni geplanten French Open in den September und Oktober verlegt.[373] Nachdem bereits Anfang März die Gibraltar Open im Snooker während der drei Turniertage mit nur hundert Zuschauern und während der übrigen zwei Tage gänzlich hinter verschlossenen Türen stattfanden,[374][375] wurden in den folgenden Tagen mehrere Snookerturniere, darunter die für wenige Tage nach den Gibraltar Open geplante Tour Championship und die für Ende März geplanten Play-offs der Challenge Tour, verschoben.[376][377] Am 20. März folgte die Verschiebung der für Ende April bis Anfang Mai im britischen Sheffield geplanten Snookerweltmeisterschaft sowie der für die Tage vor Turnierbeginn geplanten WM-Qualifikation.[378]

    Am 24. März wurden die ursprünglich für Juli und August geplanten Olympischen Sommerspiele 2020 auf das Jahr 2021 verschoben.[379] Anfang April wurden die Wimbledon Championships für das Jahr 2020 abgesagt.[380]

    Evakuierungen

    Nach Einschätzung des pakistanischen Außenministeriums hielten sich im Januar 2020 etwa 500 Studenten aus Pakistan in Wuhan auf. Zudem gibt es in der Stadt Studenten aus Afghanistan.[381]

    Der japanische Premierminister bereitete die Rückholung von Japanern aus Wuhan mit Charterflügen vor. Deren Personenzahl wurde auf etwa 650 geschätzt. Am Abend des 28. Januar 2020 landete das erste japanische Passagierflugzeug im Rahmen der Evakuierungsaktion für japanische Staatsbürger auf dem Flughafen von Wuhan. Es brachte Hilfsgüter und medizinisches Fachpersonal. Von den sich in der Provinz Hubei aufhaltenden Japanern sind etwa 200 Personen in der ersten Rückholaktion eingeplant. Ziel des Rückflugs ist der Flughafen Tokio-Haneda.[381][382] Japan brachte mit dem ersten Flug 206 Personen zurück. Der japanische Premierminister Shinzō Abe begründete die entschlossene Aktion damit, dass es die „größte Verantwortung“ der Regierung sei, ihre Bürger zu schützen und eine „angemessene Gesundheitsversorgung“ zu gewähren.[383][384]

    Nach einer Meldung von Akipress am 28. Januar hat die Regierung Kasachstans Vorbereitungen getroffen, um 61 kasachische Studenten mittels eines Charterflugs aus Wuhan unter Betreuung von eigenem ärztlichen Personal zu evakuieren. Die Genehmigung der chinesischen Stellen für diesen Flug wurde beantragt.[385]

    Die Evakuierung des US-amerikanischen Konsulatpersonals aus der Stadt und weiterer Bürger war für den 28. Januar 2020 per Flugzeug vorgesehen und verschob sich auf den Folgetag.[386][381][387] Zunächst soll dieser Flug zum Ted Stevens Anchorage International Airport in Alaska führen, wo das Flugzeug auftanken kann. Die Passagiere sollen in ein nicht öffentliches Terminal geleitet werden. In dessen Gebäudetrakt befindet sich ein eigenes Ventilationssystem, und zudem ist das North Terminal von den anderen Flughafenbereichen isoliert. Das örtliche Providence Alaska Medical Center ist mit 30 Unterdruck-Quarantänezimmern zur Aufnahme von Verdachtspatienten vorbereitet.[388] Die Passagiere werden hier von Spezialisten der Centers for Disease Control and Prevention untersucht und können in unbedenklichen Fällen über den Ontario International Airport im San Bernardino County in die Vereinigten Staaten weiter einreisen.[389]

    Indische Behörden gaben am 26. Januar 2020 bekannt, dass sie jegliche Möglichkeiten zur Evakuierung von über 250 Staatsbürgern, von denen die meisten Studenten sind, gemeinsam mit chinesischen Stellen prüften. Die indische Botschaft in China verzeichnete eine große Zahl von Anrufen auf drei Hotline-Anschlüssen. Evakuierungspläne gibt es von Frankreich und Russland. Chinesische Gesundheitsexperten gehen von einer immer stärker werdenden Fähigkeit des Virus zur Ausbreitung aus.[390] Chinesische und US-amerikanische Gesundheitsexperten vertreten gemeinsam die Auffassung, dass die noch ansteigende Übertragung auch ohne äußerliche Anzeichen erfolgen kann.[386][391]

    Nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sind fünf Schweizer Bürger sowie drei chinesische Familienangehörige am 2. Januar 2020 auf einem Militärflugplatz nahe Marseille gelandet. Das EDA hatte die freiwillige Ausreise dieser Personen in Kooperation mit der französischen Regierung organisiert. Zwei weitere eingeplante Passagiere hatten kurz vor dem Abflug entschieden, vor Ort zu bleiben. Die acht Ausgeflogenen werden für 14 Tage in Südfrankreich unter Quarantäne gestellt.[392]

    102 deutsche Staatsbürger und 26 Angehörige von ihnen, die alle beim Abflug symptomfrei waren, wurden am 1. Februar 2020 von der Flugbereitschaft der Bundeswehr aus der Region Wuhan nach Frankfurt am Main evakuiert. Sie wurden nach der Rückkehr für 14 Tage in der Südpfalz-Kaserne in Germersheim (Rheinland-Pfalz) in Quarantäne untergebracht. Am 2. Februar wurde bei zwei Passagieren das Coronavirus festgestellt.[393] Zur Verringerung eines eventuellen Infektionsrisikos wurden die in Germersheim unter Quarantäne gestellten Personen in vier Gruppen unterteilt, und jeder Gruppe wurden für den Ausgang innerhalb der Kaserne eigene Zeitfenster zugeteilt.[394] Die beiden am Coronavirus erkrankten Wuhan-Rückkehrer wurden von der Kaserne in Germersheim zur Behandlung in das Universitätsklinikum Frankfurt verlegt, später wurden sie gesund entlassen.[395] Die aus Wuhan evakuierten Personen wurden während ihrer Quarantäne in Germersheim von 22 DRK-Mitarbeitern, die sich für diesen Einsatz freiwillig gemeldet hatten, betreut. Am 17. Februar 2020 konnten sie alle gesund das Kasernengelände verlassen.[395]

    Anfang Februar wurden mit einer Maschine der Air New Zealand 190 Menschen aus Wuhan evakuiert. Nur 54 davon waren Neuseeländer, 44 waren chinesische Staatsbürger, die in Neuseeland leben. Dazu kamen 35 Australier, 12 Chinesen aus Australien, 8 Briten, 17 Osttimoresen, je 5 Menschen aus Samoa und Papua-Neuguinea, 4 aus Tonga, 2 aus Fidschi und je 1 Staatsangehöriger von Kiribati, Mikronesien, Niederlande und Usbekistan. Alle Evakuierten, außer den Australiern, wurden zur Quarantäne nach Whangaparāoa auf einer Halbinsel im Norden von Auckland gebracht. Die Australier wurden weiter nach Australien geflogen.[396] Die 17 Osttimoresen konnten am 21. Februar in ihre Heimat zurückkehren.[397]

    Am 9. Februar wurden 16 Erwachsene und 4 Kinder – Deutsche und ihre Familienangehörigen – aus Wuhan über den Flughafen Berlin-Tegel in ein Gebäude auf dem Gelände der Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin-Köpenick gebracht. Sie waren symptomfrei und wurden unter eine 14-tägige Quarantäne gestellt. Die einen Tag später vorliegenden Laborergebnisse zeigten, dass bei ihnen das SARS-CoV-2 nicht nachweisbar war, der Test auf das Coronavirus wurde vorsichtshalber alle vier Tage wiederholt.[398]

    Am 21. Februar wurden 15 weitere Deutsche aus der Provinz Hubei nach Stuttgart zurückgeholt. Der Test auf das Virus war bei ihnen in China negativ ausgefallen. Vorsichtshalber wurden sie für 14 Tage in einem Hotel unter Quarantäne gestellt.[399]

    Weltbank

    Die Weltbank legte ein Hilfspaket von zwölf Milliarden US-Dollar auf, das Entwicklungsländer beim Kampf gegen das Coronavirus unterstützen soll. Rund vier Milliarden US-Dollar stammen aus bestehenden Programmen.[400]

    Die Weltbank hatte im Jahr 2017 Pandemie-Fonds (Pandemic Emergency Financing Facility, PEF) als Versicherungsmarkt für weltweite Pandemierisiken eingeführt, in Zusammenarbeit mit den Rückversicherern Swiss Re, Munich Re und GC Securities. Es wurden Anleihen in Höhe von insgesamt 320 Millionen US-Dollar ausgegeben.[401] Diese werfen jährlich hohe Zinsen ab, im Gegenzug verlieren Anleger ihre Einlage zum Teil oder auch in Gänze, falls die Bedingungen für eine Pandemie erfüllt sind. Das Geld wird dann zur Finanzierung der Krisenreaktion verwendet.[402][403] Dies geschieht laut Medienberichten 84 Tage nach einem entsprechenden Lagebericht der WHO. Teils ist es selbst für gut informierte Investoren schwer einzuschätzen, wann der Pandemiefall eintritt.[402] Die Anleihe, die nicht an öffentlichen Börsen gehandelt wird, verlor im Zuge der Corona-Epidemiekrise stark an Wert.[404] Experten betonen, dass die Summe klein ist im Vergleich der Gesamtheit der liquiden Mittel der Weltbank in Höhe von zehn Milliarden Dollar.[402]

    Internationale Nichtregierungsorganisationen

    Einige internationale Nichtregierungsorganisationen (NGOs) setzten sich in Wuhan bei der Bekämpfung des Virus ein, darunter Project HOPE, Direct Relief und Save the Children China.[405]

    Die nationalen Rotkreuzgesellschaften arbeiten als nationale Hilfsgesellschaften in enger Zusammenarbeit mit Behörden für die Bekämpfung des Virus.

    Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) setzt sich unter anderem in Italien, Spanien, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Norwegen und Griechenland für gefährdete Bevölkerungsgruppen ein.[406] In Italien unterstützen etwa 30 MSF-Mitarbeiter Krankenhäuser, Pflegeheime und Patienten und helfen Hausärzten und Gesundheitsfachleuten bei der Umsetzung häuslicher Isolierung (Stand: 27. März 2020).[406] In Spanien richtete MSF temporäre Spitale ein, wo Patienten mit moderaten Beschwerden behandelt werden können, um Notaufnahmen und Intensivstationen zu entlasten, und berät zum Schutz von medizinischem Personal und älteren Menschen.[406][407] In Frankreich unterstützt MSF die örtlichen Gesundheitsbehörden bei der Diagnose und Behandlung von Infektionen in gefährdeten Bevölkerungsgruppen, insbesondere unter Migranten und Obdachlosen.[406][408]

    Auswirkungen

    Ressourcen

    Die WHO warnte Anfang Februar vor einer Verknappung des Angebots an Atemmasken und anderer persönlicher Schutzausrüstung.[409] Die Nachfrage sei um das Hundertfache gestiegen, die Preise bis um das Zwanzigfache.[410][411] Das Robert Koch-Institut und das Nationale Zentrum für Infektionsprävention veröffentlichten Hinweise für einen ressourcenschonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken.[412][413] In Deutschland zentralisierte das Gesundheitsministerium die Beschaffung medizinischer Schutzausrüstung für Arztpraxen, Krankenhäuser und Bundesbehörden, zugleich wurde ein weitgehendes Exportverbot für Atemmasken und andere Schutzausrüstung verhängt, kurz darauf aber in eine Genehmigungspflicht umgewandelt.[414][415] Mehrere Unternehmen kündigten Produktionssteigerungen an oder nahmen stillgelegte Produktionslinien wieder auf.[416][411][417][418][419] Unternehmen in anderen Sektoren stellten Produktionslinien auf die Produktion von Atemmasken um.[420][421][422] Automobil- und Medizintechnikhersteller kooperieren, um Engpässen zu begegnen.[423][424] Italien setzte Angehörige des Militärs zur Unterstützung eines Beatmungsgeräte-Herstellers ein.[425] US-Präsident Donald Trump verpflichtete am 27. März 2020 auf Basis des Defense Production Act of 1950 General Motors dazu, Atemgeräte zu produzieren.[426] Im Zuge der Pandemie entstehen seit dem Frühjahr 2020 mehrere Open Source Projekte zur Herstellung von einfachen Beatmungsgeräten.[427]

    Medien berichteten, dass die Kapazität für Labortests in Europa erhöht wurde.[428] Mediziner berichteten teils über Engpässe, etwa bei Abstrichröhrchen oder bei einem Enzym eines von der Berliner Charité verwendeten Tests.[429] Medien berichteten Anfang März von Verzögerungen bei der Auswertung von Tests in Deutschland.[430]

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte mögliche Arzneimittel-Engpässe an. Er forderte, die Abhängigkeit von China bei der Arzneimittelproduktion zu überprüfen und Änderungen der EU-Wettbewerbsregeln anzustoßen, damit bestimmte Wirkstoffe wieder in der EU gefertigt würden.[431][432]

    Angesichts einer Knappheit von Desinfektionsmitteln begannen Apotheken, sie vorübergehend wieder in Eigenrezeptur herzustellen.[433][434] Einige Likör­hersteller stellten auf die Produktion von Desinfektionsmitteln um.[435]

    Um Krankenhauskapazitäten zu schaffen, wurden unter anderem in Deutschland auch Militärkrankenhäuser für die Aufnahme von COVID-19-Patienten vorbereitet. Primär sind sie für die Unterstützung von Soldaten vorgesehen, gegebenenfalls soll auch zivile Unterstützung geboten werden.[436]

    Medien berichteten von vorsorglicher Bevorratung von Lebensmitteln und Hygieneartikeln durch Privathaushalte, was teils kritisch als „Hamsterkäufe“ bewertet wurde. Der Sozialpsychologe Clifford Stott bezeichnete die Bevorratung hingegen als eine rationale Strategie in einer Situation, in der sich im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung eine Knappheit abzeichne. Er riet Medien zu einer Berichterstattung, die Beispiele für Altruismus hervorhebe, und empfahl Solidarität unter Nachbarn.[437] Teilweise kam es zu Massenaufkäufen von Waren und dem Weiterverkauf zu überhöhten Preisen. Verkaufsplattformen schlossen Verkäufer, die Wucherpreise verlangten, jedoch mitunter von ihren Verkaufsplattformen aus.[438]

    Ökonomie

    Unternehmen

    Aufgrund von Hamsterkäufen sind verschiedene Produkte wie Reis, Nudeln, Konserven und Toilettenpapier zeitweise ausverkauft
    Abgesperrte Kleiderabteilung in einer Detailhandelsfiliale

    Am 24. Januar 2020 gab der Shanghai Disneyland Park bekannt, aufgrund des Virusausbruchs seine Pforten temporär zu schließen.[439] McDonald’s China schloss am selben Tag in den Städten Wuhan, Ezhou, Huanggang, Qianjiang und Xiantao vorübergehend alle Restaurants.[440] Google schloss seine Büros, Toyota stoppte vorübergehend seine Produktion,[441] Starbucks schloss 2000 seiner Filialen,[442] McDonald’s schloss 300 Restaurants,[443] IKEA schloss zunächst die Hälfte seiner Möbelhäuser, dann alle 30.[444] Apple schloss seine Filialen[445] und mehrere deutsche Großunternehmen stellen Dienstreisen von und nach China ein.[446] Zusätzliche Geschäftsverluste werden im Zuge der Epidemie durch entfallende Überseeaufträge in den Segmenten Konferenzen und Incentive-Veranstaltungen erwartet.[447] Am 12. Februar wurde die Mobilfunkmesse MWC Barcelona, welche vom 24. bis 27. Februar stattfinden sollte, von den Veranstaltern abgesagt,[448] wenige Tage später die für Ende März in Genf geplante Internationale Messe für Erfindungen[449] und die für Ende April in Peking geplante Automesse Auto China.[450] Am 28. Februar wurde der Genfer Auto-Salon, welcher vom 5. bis zum 15. März geplant war, abgesagt.[451] Am 21. März 2020 stellte auch McDonald’s Schweiz den Betrieb bis auf Weiteres komplett ein.[452]

    Mitte März kündigten Daimler und Volkswagen an, ihre Autoproduktion in Europa sofort für mindestens zwei Wochen zu stoppen.[453][454]

    Einzelhändler verzeichneten höhere Umsätze an Desinfektions- und Reinigungsmitteln, an haltbaren Lebensmitteln sowie frischen Lebensmitteln.[455] Onlineversandhändler Amazon kündigte 100.000 zusätzliche Stellen für Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung in den USA an.[456]

    Internetprovider verzeichneten angesichts von Videotelefonie, Chats und Medienkonsum am DE-CIX ein ca. 10 % höheres Datenaufkommen.[457] Der französischen EU-Kommissar Thierry Breton drängte Streaming- und Videoplattformen wie Netflix, YouTube[457] und Prime Video[458] zu reduzierten Bitraten ihrer Videos und folglich schlechterer Bildqualität. Dies wurde als „sinnloser Aktionismus“ verurteilt,[459] da die Knotenpunkte wie DE-CIX 25 % Reserven haben und die Provider wie auch die Bundesregierung[460] eine Überlastung verneinten.

    Wirtschaft und Börsen

    Wie bei der SARS-Pandemie 2002/2003 zeigen sich bereits kurz nach Bekanntwerden der ersten Erkrankungsfälle wirtschaftliche Auswirkungen. Nach Schätzungen kostete die SARS-Pandemie die Weltwirtschaft etwa 40 Milliarden Dollar (was etwa 0,5 Promille des weltweiten BIP entspricht).[461][462]

    Einer Datenauswertung zufolge ist der Personenverkehr zwischen den großen Städten in China im Januar von etwa 82 Millionen auf unter 14 Millionen gesunken und bis zum 21. Februar nicht weiter gestiegen.[463] Der Flug- und Schienenverkehr in China verringerte sich in derselben Zeit um ca. 40 % und der Straßenverkehr um ca. 25 %.[463] Die Containerausfuhren per Schiff aus China gingen um 30 % zurück.[464] Gebäude bzw. Produktionsstätten von in China niedergelassenen Unternehmen, gleich welcher Größe, werden auf Geheiß der chinesischen Regierung für zwei Wochen geschlossen, sobald ein Mitarbeiter am Coronavirus erkrankt.[464] Der Absatz im chinesischen Automarkt fiel im Februar 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 80 % niedriger aus.[465]

    Medien berichteten von Hamsterkäufen (vor der Ausgangssperre).[463] Entgegen dem Trend, wonach die Preise von Verbrauchsprodukten, wie Lebensmittel, nach dem chinesischen Neujahrsfest zurückgehen, stiegen die Preise in China weiter an.[463] Bei einer Umfrage durch chinesische Ökonomen gab ein Drittel der befragten Unternehmen an, ihre Barreserven könnten innerhalb eines Monats aufgebraucht sein, da die Kundschaft (infolge der Ausgangssperre) ausbleibe.[463] Hotels, Restaurants und Unterhaltungseinrichtungen sind besonders betroffen.[463] Durch die Entscheidung der chinesischen Führung, alle 70.000 Kinos im Land vorübergehend zu schließen, erlebte die Unterhaltungsbranche in China Umsatzeinbußen von mehr als einer Milliarde US-Dollar.[466][463] Auch der Immobilienhandel erlebte einen Einbruch.[463] Südkorea vermeldete einen Rückgang der Einfuhren aus China von 50 Prozent.[463] Der Neuwagenverkauf in China brach um 92 % zusammen.[467]

    Hauptbetroffen von der Epidemie waren die Volkswirtschaften Ostasiens. Der Einzelhandel, die Restaurantunternehmen und Konferenzveranstalter, Sportveranstaltungen, der Tourismus allgemein und die kommerzielle Luftfahrt sind von den Auswirkungen unmittelbar betroffen.[391] Die Internationale Luftverkehrsvereinigung prognostizierte Umsatzeinbußen von bis zu 4,6 Milliarden Euro.[238] Die chinesischen Behörden schlossen große Touristenattraktionen wie Teile der Chinesischen Mauer und weitere Attraktionen in den Großstädten Peking und Shanghai.[468] Die Reisebeschränkungen der chinesischen Regierungen verursachen kurzfristig deutliche Einschnitte in den volkswirtschaftlichen Verhältnissen von Japan, Thailand und Vietnam. Die thailändische Tourismuswirtschaft sieht auf sich einen Umsatzeinbruch zukommen, da etwa 60 % der chinesischen Touristen auf Basis der inzwischen verbotenen Gruppenreisen in das Land kamen. Für Vietnam bilden chinesische Besucher ein Drittel aller internationalen Touristen des Landes und beispielsweise in Australien sind es 15 Prozent. Es wird damit gerechnet, dass die betroffenen Staaten des asiatisch-pazifischen Raumes mit einer Palette von fiskal- und geldpolitischen Instrumenten reagieren werden, um eintretende wirtschaftliche Auswirkungen kurzfristig positiv zu beeinflussen.[391]

    Der Shanghai Composite Index verlor innerhalb von zwei Wochen über 10 %, von denen er seit dem 3. Februar über 5 % wieder wettmachte (Stand 13. Februar 2020).[469] Die deutschen wie die US-Börsen verzeichneten Ende Januar nur vorübergehend einen Rückgang. Mit dem Bekanntwerden von Coronafällen in Italien erlitten der deutsche wie der amerikanische Aktienmarkt innerhalb von vier Tagen einen Einbruch von über 10 % von den kurz zuvor erreichten Höchstständen. Am 27. Februar 2020 wurde beim Dow Jones der höchste Verlust in Punkten registriert (in Prozenten gab es jedoch etliche Male höhere Verluste).[470] Der DAX gab in der letzten Februarwoche 12,4 % ab.[471] Im Kontrast dazu stieg der Goldpreis als weniger risikobehaftete Geldanlage zeitweilig auf das höchste Niveau der letzten sieben Jahre.[472] Zwei Wochen später kam es erstmals wieder zu derart globalen Kursverlusten, wie seit der Großen Rezession während der Weltfinanzkrise im Jahr 2008.[473] So erlitt der DAX am 9. März den größten prozentualen Tagesverlust seit den Terroranschlägen am 11. September 2001.[474]

    Privathaushalte

    Wer eine Pauschalreise aufgrund offizieller Reisewarnungen oder Einreisestopps nicht antreten kann, kann den Reisevertrag kündigen. Personen, die aufgrund von individueller Vorsicht eine Reise nicht antreten wollen, sowie Individualreisende sind hingegen teils auf Kulanz angewiesen.[475] Wird eine Flugverbindung aufgrund der Virusepidemie ganz gestrichen, wird dem Reisenden der Ticketpreis erstattet; ob darüber hinaus Anspruch auf Entschädigung besteht, ist strittig.[476]

    Bis zum 13. März schlossen 30 der knapp 950 Tafeln in Deutschland, mit der Begründung, dass Kunden ebenso wie ehrenamtliche Helfer typischerweise zu den Risikogruppen (Ältere, Vorerkrankte) zählten. Als Ersatz wurden „kreative Lösungen“ wie eine Ausgabe vorgepackter Tüten unter freiem Himmel oder ein Lieferdienst angedacht. Zuvor war bereits ein verringertes Aufkommen an Essensspenden beobachtet worden, da viele Menschen auf Vorrat einkauften und daher weniger Lebensmittel gespendet wurden.[477] Die von der katholischen Kirche in Italien betriebenen Mensen für Bedürftige gingen dazu über, Essen nicht zum Verzehr am Tisch, sondern zum Mitnehmen auszugeben.[478]

    Volkswirtschaftliche Zukunftsmodelle

    Ein Modell der von einer wirtschaftlichen Rezession ausgelösten Dynamik operiert mit den Buchstaben „L“, „V“ „U“ und „W“. Der "worst case" im Fall der Covid-19-Pandemie 2020 bestünde darin, dass die Entwicklung in Form einer „L-Kurve“ darstellbar wäre. Eine langanhaltende tiefere Wirtschaftsleistung würde eine lange Stagnation nach dem Absturz bedeuten. Die extremste Version dieser Entwicklung wäre eine Depression, also eine Phase mit einer Pleitewelle und einer Massenarbeitslosigkeit, in der grundlegendes Vertrauen in eine wirtschaftliche Erholung verlorengeht. Ein steiler Absturz der Konjunktur mit einer baldigen, ebenso schnellen Erholung wurde bei Finanzkrise 2008 beobachtet. Diesen Verlauf kann man durch ein „V“ darstellen. Durch eine „U-Kurve“ wird eine Entwicklung dargestellt, bei der sich die Erholung nach dem Absturz hinzieht. Der W-Verlauf – rasche Erholung, erneuter Einbruch und erst dann eine belastbare Erholung – wäre das Szenario für den Fall, dass es so etwas wie eine zweite Welle bei den Coronavirus-Infektionen geben wird.[479]

    Soziokultur

    Aufgrund von COVID-19 beschlossene Schulschließungen der jeweiligen Länder (Stand: 18. März 2020)[480]
  • Regionale Schulschließungen
  • Landesweite Schulschließungen
  • Keine Schulschließungen (Taiwan)
  • Keine Daten
  • Arbeitswelt

    Die chinesischen Behörden verlängerten nach dem chinesischen Neujahrsfest am 25. Januar 2020 die Ferien.[465]

    In japanischen Unternehmen wurde in dieser Zeit zunehmend zu Hause gearbeitet, Besprechungen wurden zunehmend als Videokonferenzen gehalten. Arbeitnehmern wurden flexible Arbeitszeiten angeraten, um Stoßzeiten in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden.[481]

    Schulschließungen

    Im Verlauf des März 2020 beschlossen betroffene Staaten regionale oder landesweite Schulschließungen.

    Soziales Miteinander

    Osttimors Vize-Gesundheitsministerin Amaral (links) zeigt am 10. März 2020, wie man sich in Zeiten der Corona-Epidemie ohne Händegeben begrüßt

    Zur Verhinderung der Virusverbreitung wurden Anfang März 2020 allgemeine Hygieneregeln propagiert, die auch zum Schutz vor Influenza und anderen ansteckenden Krankheiten dienen. So sollte beispielsweise das Händeschütteln vermieden werden.[482] Das führte zu neuen Gesten bei der Begrüßung, wie das gegenseitige Berühren mit der Außenseite der Ellbogen,[483] was im US-amerikanischen Raum als „elbow bump“ bezeichnet wurde.[484] In verschiedenen Ländern entwickelten sich unterschiedliche Gesten, so sollte man sich beispielsweise in Frankreich in die Augen schauen, im Iran und anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens war der „Fußschlag“ statt Handschlag üblich, also die Füße oder Fußspitzen gegeneinander zu stoßen und in Singapur wurde der eigentlich in Thailand übliche Wai-Gruß empfohlen.[484]

    Wenige Tage später, als sich COVID-19 als Pandemie manifestierte, galt es, die Pandemie einzudämmen und Risikogruppen vor einer Infektion zu schützen (vergleiche Abschnitt Gesellschaftliche Vorbeugung), dazu wurden weltweit Ausgangssperren oder Ausgangsbeschränkungen in Kraft gesetzt, mit unterschiedlichen Folgen:

    Während angeordneter Ausgangssperren kam es zu neuen Ausdrucksformen des Zusammenhalts: In Italien wurden für den 13., 14. und 15. März Flashmobs mit Gesang an Fenstern und Balkonen verabredet,[485] in Spanien bedankten sich Menschen am Abend des 14. März 2020 landesweit mit Ovationen an Fenstern und Balkonen bei Ärzten, Sanitätern, Krankenpflegern und anderen Helfern.[486] Ähnliche Solidaritätsbekundungen gab es beispielsweise in Deutschland, Frankreich und Griechenland.[487]

    Nachdem es trotz Ausgangsbeschränkungen im März 2020 vereinzelt zu Verstößen vor allem durch junge Menschen gekommen war (sogenannte Corona-Partys), warnte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus diese Gruppe davor, das Virus zu unterschätzen: „Das Virus könnte Euch wochenlang ins Krankenhaus bringen – oder Euch sogar töten.“ Er appellierte, soziale Kontakte zu minimieren und räumliche Distanz zu halten, um andere Menschen zu schützen.[488] Der Aufruf zur Isolierung zu Hause wurde von den Medien aufgegriffen, in den sozialen Medien beispielsweise mit den Hashtags #StayTheFuckHome, #IStayAtHome, #MeQuedoEnCasa[489] und #WirBleibenZuhause.[490] Ähnliche Aktionen gab es von Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die zum Beispiel Fotos von sich in Schutzkleidung in den sozialen Medien veröffentlichten, mit der Bitte „Wir bleiben für euch hier … bitte bleibt für uns zuhause!“[487]

    Auch Obdachlose sind von der Pandemie stark betroffen.[491]

    Ausgrenzung bzw. Diskriminierung

    Wie schon während der SARS-Epidemie kam es außerhalb Asiens zu Diskriminierung und Ausgrenzung von Personen tatsächlich oder vermeintlich chinesischer Herkunft.[492][493][494] In Deutschland wandten sich seit Beginn der Epidemie Menschen ostasiatischer Herkunft vereinzelt an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.[495] Auch Verwandte und Arbeitskollegen von deutschen Infizierten berichteten von Anfeindungen.[496] In der Ukraine kam es, nachdem 45 Ukrainer und 27 Staatsbürger anderer Staaten per staatlich organisierter Evakuierung aus Wuhan ausgeflogen worden waren, während der Verlegung der Menschen in ein zur Quarantänestation umgebautes Sanatorium in Nowi Sanschary am 20. Februar zu gewaltsamen Protesten von Anwohnern gegenüber den aus China eingereisten Personen.[497][498] In China selbst waren Bewohner der Provinz Hubei von Diskriminierung betroffen.[499] Es finden ebenfalls Anfeindungen des Verkaufspersonals durch Hamsterkäufer statt.[500]

    Verschwörungstheorien und Falschinformationen

    Aufgrund vieler Unklarheiten in Bezug auf Ablauf und Auswirkung der Epidemie und den Krankheitsverlauf kursieren vor allem im Internet Falschinformationen und Verschwörungstheorien. So sollen beispielsweise Patente auf die Virusfamilie belegen, dass SARS-CoV-2 in Laboratorien entwickelt und ausgesetzt worden sei. Dies wurde von anderen Quellen als falsch dargestellt, da diese Patente sich auf Gensequenzen oder Impfstoffe von bzw. gegen ältere Vertreter der Familie der Coronaviridae bezögen.[501]

    Darüber hinaus gab es Verschwörungstheorien, welche das Wuhan Institute of Virology beschuldigten, den Erreger als Biowaffe hergestellt zu haben. Die Verschwörungstheorie wurde unter anderem vom Blog Zero Hedge im Internet und vom republikanischen Senator Tom Cotton in den Massenmedien verbreitet.[502] In der Fachzeitschrift The Lancet erschien eine Erklärung von Epidemiologen, welche die Theorie explizit verneinen und auf den international anerkannten Forschungsstand, dass das Virus natürlichen Ursprungs ist, hinwiesen. Damit unterstützten sie gleichzeitig den Aufruf des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation.[503]

    Einzelne Videos, deren Echtheit und Herkunft einzelner Szenen oder Videoabschnitte sich bisher nicht eindeutig bestimmen ließen, werden mit Falschinformationen über den Krankheitsverlauf und die Übertragung der Erreger hinterlegt und vor allem auf YouTube verbreitet.[504] Um die Verbreitung von Falschinformationen zu unterbinden, arbeitete die Weltgesundheitsorganisation mit Google zusammen. Ziel dieser Zusammenarbeit war, in den obersten Suchergebnissen bestätigte Informationen der WHO zu zeigen.[505][506] Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, betonte in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 15. Februar 2020, dass neben dem Kampf gegen die Epidemie auch ein Kampf gegen Fake news nötig sei, deren Verbreitung er als genauso gefährlich einstufte. Er appellierte an die sozialen Medien, der Verbreitung von Falschinformationen und Gerüchten entgegenzutreten.[277]

    Insbesondere populistische Politiker wie beispielsweise Donald Trump, Jair Bolsonaro oder Andrés Manuel López Obrador verbreiteten zudem viele Falschinformationen über das Virus, bestritten wissenschaftliche Erkenntnisse und verharmlosten die Pandemie. Unter anderem behauptete Trump, das Virus sei ein Schwindel, würde mit wärmeren Temperaturen im April wie durch «Magie» verschwinden,[507] und twitterte, die Medien täten alles, um „das Coronavirus so schlecht wie möglich aussehen zu lassen, inklusive in Panik ausbrechender Märkte“.[508] Wissenschaftler wie John Cook vergleichen die Reaktion und Argumentationsstrategie der Regierung Trump bezüglich der Coronavirus-Epidemie mit Formen der Wissenschaftsleugnung, insbesondere der Leugnung der menschengemachten globalen Erwärmung. Experten würde widersprochen, Risiken würden kleingeredet, und statt wissenschaftlicher Belege würden anekdotische Argumente herangezogen.[509] Trump widersprach zudem immer wieder den Aussagen von Fachleuten. Der Spiegel fasst am 10. März 2020 Falschaussagen des Präsidenten Trump zu COVID-19 zusammen: So behauptete Trump, die Verbreitung sei „unter Kontrolle“, die Zahlen sänken bereits wieder „sehr substanziell“, die Krise sei spätestens im April, „wenn es etwas wärmer wird“, vorbei, Infizierte könnten weiter zur Arbeit gehen, für die verschleppte Auslieferung von Testkits sei sein Vorgänger Barack Obama verantwortlich und jeder, „der einen Test braucht“, könne ihn bekommen.[510] Der rechtskonservative Radiomoderator Rush Limbaugh äußerte zudem am 24. Februar 2020, das Coronavirus werde „übermäßig gehypt“ und „zur Waffe gemacht, um Donald Trump zu stürzen“.[508]

    Ende Februar, Anfang März 2020, nachdem die Neuinfektionen in China stark zurückgegangen waren, begann die Regierung Chinas mit Propaganda, Hilfslieferungen und Zensur, ihr Image wieder zu verbessern. Ihre Kommunikationsstrategie lautete nach Medienberichten, dass das Ausland nicht so gut wie China mit dem Coronavirus zurechtkomme, Ausländer Infektionen nach China importierten und das Virus womöglich nicht aus China, sondern aus den USA stamme.[511][512] Die Universität Stanford konnte diese gezielten Propaganda-Bemühungen, etwa hinsichtlich des Whistleblowers Li Wenliang, in einer Studie aufzeigen.[513]

    Auch staatliche russische Auslandssender wie RT oder Sputnik verbreiten laut eines Berichts der EEAS gezielt Fake News über die Krankheit.[514][515][516] Inzwischen wird diese ausländische Desinformationskampagne daher auch vom Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt beobachtet.[517]

    Im Irak behauptete auf dem Sender Al-Ayam ein politischer Analyst, bei der Epidemie handele es sich um ein amerikanisch-jüdisches Komplott mit dem Ziel, die Weltbevölkerung zu dezimieren. Hinter dieser Verschwörung stecke die jüdische Familie Rothschild bzw. eine „zionistische Lobby“.[518] Von rechtsextremer Seite wurde Israel beschuldigt, hinter der Pandemie zu stecken, da das Land angeblich einen Impfstoff habe und damit Geld machen wolle. Eine Person, auf die sich diesbezügliche rechte Verschwörungsmythen konzentrieren, ist der US-amerikanische Investor George Soros.[519]

    Insbesondere in Subsahara-Afrika ist die stark zunehmende, sogenannte „Infodemic“ mit falschen medizinischen Hinweise ein großes Problem, gegen die anzukämpfen viele Ressourcen bindet. Falsche Gesundheitshinweise kursieren stark in der Bevölkerung und lassen nicht nur die Bevölkerung das gesellschaftliche und individuelle Risiko falsch einschätzen und hindern potentiell Infizierte daran sich zu melden, sondern schüren zudem ethnische Spannungen und sind für Menschen eine direkte Gesundheitsgefahr.[520]

    Im Iran verbreitete sich die Falschinformation, dass das Trinken von gesundheitsschädlichem Methanol gegen die Krankheit helfe. Daraufhin erlitt eine vierstellige Zahl an Menschen eine Methanolvergiftung, Hunderte starben daran (Stand März 2020).[521]

    Psychologische Folgen

    Die Pandemie löst teilweise Ängste aus und kann zu zwischenmenschlichen Problemen führen.[522][523] Die Telefonseelsorge verzeichnet eine deutlich erhöhte Anruferzahl.[524][525]

    Umweltwirkungen

    Die Ausbreitung der Pandemie hatte positive Folgen für die Umwelt: mit der zunehmenden Einschränkung der wirtschaftlichen Aktivitäten und der individuellen Mobilität gingen die Luftverschmutzung und der Kohlendioxid-Ausstoß in den betroffenen Weltregionen massiv zurück. Dies machte sich zunächst in der Ursprungsregion in Wuhan bemerkbar, wo die durch Stickstoffdioxid (NO2) verursachte Luftverschmutzung über der Stadt zurückging. Satellitenbilder belegen, dass im Februar 2020 auch in ganz Nordchina mit Peking sowie über Hongkong, Shanghai und in der Provinz Shandong die NO2-Konzentration in der Luft signifikant abnahm.[526][527] Im März 2020 wurde der Effekt auch in Italien registriert[528] und vergleichbare Effekte waren weltweit zu beobachten. In vielen Großstädten nahmen die Zahl der Verkehrsstaus und der Gesamtverkehr drastisch ab – nach Schätzungen Mitte März 2020 in Mailand um 64 %, in Rom um 67 %, in Seattle um 36 % und in New York City um 35 %.[529] In Venedig klarte das durch den normalerweise herrschenden intensiven Bootsverkehr schlammig-aufgewühlte Wasser in den Kanälen auf und Fische waren zu sehen.[530]

    Wissenschaft und Informationstechnik

    Die Coronavirus-Epidemie führte zu einem schnellen internationalen Austausch von Daten zum Krankheitsverlauf von COVID-19, zur Epidemiologie und zum Virus SARS-CoV-2. Diese Zusammenarbeit der „globalen Forschungsgemeinschaft“ lobte der WHO-Generaldirektor in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 15. Februar 2020.[277] Die erste Genomsequenzierung, also die Entschlüsselung des Erbguts des in Wuhan isolierten Virus wurde bereits Anfang Januar 2020 in der frei zugänglichen GenBank des Nationalen Zentrums für Biotechnologieinformation (National Center for Biotechnology Information, NCBI) hinterlegt, weitere Genomsequenzen folgten.[531] Die Genomsequenz ist unter anderem Grundlage für das Verständnis der Wirkungsweise des Virus (vergleiche Pathogenese), die Ermittlung seines Ursprungs (vergleiche Phylogenese), den Nachweis im Labor und die Entwicklung von Impfstoffen. Am 13. Januar wurde das erste Nachweisverfahren für SARS-CoV-2 (damals noch als 2019-nCoV bezeichnet) mittels Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) publiziert, weitere Gruppen von Wissenschaftlern veröffentlichten ihre entwickelten Methoden, sie sind auf der Website der Weltgesundheitsorganisation abrufbar.[532]

    Intensiv geforscht wird an der Entwicklung von Impfstoffen, Therapeutika,[533][534] Tests zum Nachweis einer Erkrankung sowie Antikörpertests zum Nachweis einer bereits stattgefundenen Erkrankung. Fortschritte auf diesen Gebieten können potenziell einen Beitrag dazu liefern, die Verlaufskurve soweit abzuflachen, dass die Zahl der Intensivpatienten unterhalb der Kapazitätsgrenze der Intensivbetten bleibt. Dadurch sollen nicht nur Menschenleben gerettet werden, sondern auch Optionen für die Anpassung notwendiger Infektionsschutzmaßnahmen gewonnen werden.[535]

    Um medizinischen Fachleuten und Forschern den direkten Zugang zum aktuellen Stand der Wissenschaft zu erleichtern, richteten mehrere bedeutende Verlage medizinischer und naturwissenschaftlicher Fachzeitschriften mit Peer-Review Ressourcenzentren (Resource Centres) ein. Damit wurden für die jeweilige Fachzeitschrift verfasste Artikel zeitnah und vollständig frei zugänglich (Free Access oder Open Access) veröffentlicht, beispielsweise The Lancet-Zeitschriften des Elsevier-Verlags,[536] das Journal of the American Medical Association (JAMA) des Verbandes American Medical Association (AMA),[537] The New England Journal of Medicine (NEJM) der Massachusetts Medical Society[538] oder Nature der Springer Nature Verlagsgruppe.[539] Die WHO richtete eine bibliografische Datenbank ein.[540]

    Seit dem 22. Januar 2020 können Informationen über den Verlauf der Epidemie online in Echtzeit nachverfolgt werden. Die von den Erfindern als Dashboard bezeichnete Anwendung wird vom Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland, USA gehostet und zeigt die Anzahl und den Ort aller bestätigten COVID-19-Fälle, die aufgetretenen Todesfälle und die Gesundeten in allen betroffenen Staaten (vergleiche Weblinks).[36]

    Kultur

    In nahezu allen betroffenen Ländern, insbesondere aber in solchen mit Quarantänemaßnahmen oder anderen Ausgangsbeschränkungen beziehungsweise Kontaktverboten sind kulturelle Veranstaltungen, wie Theater, Konzerte, Kino, Museumsbesuche, Besichtigungen nahezu ganz zum Erliegen gekommen. Hierzu zählen auch Kirchweihen, Jahrmärkte, Stadt- und Dorffeste o.ä. . Mehrere Filmstudios, darunter auch die Walt Disney Company, haben daher Kinostarts aus März und April 2020 verschoben. Dies betrifft u. a. die Filme Fast & Furious 9, Mulan und James Bond 007: Keine Zeit zu sterben.[541][542] Die Verleihung der Goldenen Himbeeren 2020, die für den 14. März geplant war, wurde abgesagt.[543] Abgesagt wurde auch der im Mai geplante Eurovision Song Contest 2020.[544] Zudem fallen verschiedenste Festivals wie z. B. das Glastonbury Festival[545] oder auch das Download Festival[546] aus.

    Prominente Verstorbene

    Statistiken und Modellrechnungen zur Epidemie

    Die täglichen WHO-Berichte beinhalten die aus den Mitgliedsstaaten gemeldeten Fallzahlen, dadurch kommt es zu einer zeitlichen Verzögerung. Das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) an der Johns Hopkins University entwickelte eine alternative Sammlung der durch örtliche Stellen gemeldeten Fälle und Präsentation der Daten per als Dashboard bezeichneten Online-Tool.[36] Diese Zahlen unterliegen einem größeren Vorbehalt als die an anderer Stelle gezeigten Daten der WHO, mehr Informationen dazu finden sich im Abschnitt Genesung.

    Anmerkungen zu den Daten und Falldefinition der WHO

    Die WHO gibt täglich einen Coronavirus disease 2019 (COVID-19) Situation Report heraus, der alle der WHO bis um 10 Uhr Mitteleuropäische Zeit des jeweiligen Tages von den Mitgliedsländern neu gemeldeten Fälle der letzten 24 Stunden beinhaltet. Die jeweiligen WHO-Mitglieder sind für die Angaben verantwortlich. Seit dem Report — 39 vom 28. Februar 2020 beinhaltet die Liste der Staaten einen Eintrag, wie viele Tage seit dem letzten gemeldeten Fall vergangen sind.[3] So lag der letzte gemeldete Fall für Kambodscha am 28. Februar bereits 32 Tage zurück. Zum Report – 49 am 9. März hatten die USA seit zwei Tagen keine Fälle mehr gemeldet, wodurch der Stand bei 213 Fällen und 11 Toten verblieb, obwohl andere Quellen viel höhere Zahlen gemeldet hatten, unter anderem Johns Hopkins CSSE: 605 Infizierte und 22 Tote, siehe unten Abschnitt Weblinks. Die WHO führt Taiwan, das kein Mitglied der WHO ist als Region Chinas, weist aber seit dem Report — 56 vom 16. März 2020 nicht mehr in den Reports aus, sondern nur noch auf ihrem Dashboard Novel Coronavirus (COVID-19) Situation[547]

    Am 6. Februar 2020 wurden innerhalb der Volksrepublik China zum ersten Mal seit dem 24. Januar weniger neu infizierte Menschen erfasst als am Vortag. Medienberichte führten dies darauf zurück, dass die chinesische Nationale Gesundheitskommission am 7. Februar eine geänderte Definition für einen „bestätigten Coronavirus-Fall“ vorgab. Demnach sollten Personen, bei denen das SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, die aber keine Krankheitssymptome zeigen, nicht mehr als bestätigter Fall angesehen werden. Es war unklar, ob diese geänderte Zählweise bereits angewendet worden war.[548][549] Sie widersprach der Falldefinition der Weltgesundheitsorganisation:

    “Confirmed case: A person with laboratory confirmation of 2019-nCoV infection, irrespective of clinical signs and symptoms.”

    „Bestätigter Fall: Eine Person mit durch Labortests bestätigter 2019-nCoV-Infektion (Anmerkung: später als COVID-19 bezeichnet), ungeachtet klinischer Anzeichen und Symptome.“

    WHO: Global Surveillance for human infection with novel coronavirus (2019-nCoV)[550]

    Vom 13. Februar bis 19. Februar 2020 änderte die chinesische Gesundheitskommission erneut die Kriterien, somit ergab sich am 13. Februar allein für Hubei mit 14.000 neuen Fällen die höchste Zahl an Neuinfektionen. Nach der neuen Definition konnten Ärzte in der Provinz Hubei aufgrund ihrer Diagnose einen „bestätigten Coronavirus-Fall“ melden, wenn mehrere Faktoren wie Computertomographie (CT) der Lungen, andere Symptome und ein epidemiologischer Zusammenhang mit anderen Fällen zutrafen, unabhängig vom Nachweis des Virus im Labor.[95][549] Zuvor waren unter 167 Patienten fünf Fälle beschrieben worden, bei denen der Labortest mittels RT-PCR (Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion) negativ verlaufen war, aber der CT-Befund auf eine Infektion schließen ließ. Die Patienten wurden während der Behandlung isoliert und die RT-PCR-Untersuchung von neuen Abstrichen wiederholt, zum Teil mehrfach. Nach zwei bis acht Tagen bestätigte ein positiver Labortest die ursprüngliche Diagnose.[551]

    Die Vorgehensweise vom 13. Februar entsprach nicht der Falldefinition der Weltgesundheitsorganisation, die zunächst mit ihrem Situation Report – 24 dazu überging, nur die laborbestätigten Fälle aus China in ihrem Bericht aufzuführen, nicht die zusätzlichen, lediglich klinisch diagnostizierten. Außerdem forderte die WHO weiterführende Informationen zu dieser Änderung an.[552] Ab dem WHO-Bericht Situation Report – 25 wurden die zusätzlich klinisch diagnostizierten Fälle aus Hubei in einer Tabelle genannt, aber nicht in den Fallzahlen auf der ersten Berichtsseite berücksichtigt.[3] Bereits drei Tage später änderte die WHO ihre Berichterstattung erneut: Ab dem Situation Report – 28 wurden auf der ersten Seite die summierten Fallzahlen genannt, also die laborbestätigten und klinisch diagnostizierten Infektionsfälle. Eine separate Darstellung in der Tabelle für die Provinz Hubei entfiel.[3] Ab dem Situation Report – 31 vom 20. Februar 2020 wurde wieder die ursprüngliche Zählweise (nur die laborbestätigten Fälle) für China angewandt, da die chinesische Gesundheitskommission die Sonderregelung für die Provinz Hubei revidiert hatte.[3] (Stand: 20. Februar 2020)

    Diskussion um Validität der gemeldeten Daten

    Generell vermuten Experten eine sehr hohe Dunkelziffer von nicht erkannten Infektionen und von Infektionen, die symptomfrei verlaufen, und zweifeln die Aussagekraft der Zahlen der gemeldeten Fälle an.[95][549][553][554] Siehe dazu auch den Abschnitt Modellrechnungen.

    Die Erhebungen und die Meldepolitik sind in den Ländern so unterschiedlich, dass die Daten kaum zum Vergleich der Länder genutzt werden können. So berichtet Die Zeit Mitte März 2020, dass Russland generell keine COVID-19-Tote meldet, sondern diese als Fälle von Lungenentzündung erfasst. Zudem existierten pauschale Vorbehalte, Negatives öffentlich zu machen und so die Regierung schwach aussehen zu lassen, wodurch von offizieller Seite der Zustand der Corona-Epidemie in Russland verschwiegen würde.[555] Ähnliches berichtet Der Spiegel aus dem Iran, wo die Machthaber aus Propagandagründen die Seuche zunächst vertuscht, dann lange verharmlost und Maßnahmen aus ideologischen Gründen hinausgezögert hätten. Rick Brennan, Notfalldirektor der WHO, glaube, dass das iranische Regime das Ausmaß der Krise noch immer vertuschte und die Zahl der Coronavirus-Toten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung fünfmal höher liege als offiziell angegeben.[556] Andere, vor Ort angeblich gut mit dem Gesundheitssystem vernetzte Quellen berichten von 11.500 Toten statt zum gleichen Zeitpunkt Ende März 2.200 an die WHO gemeldete Tote, weil das Regime Sorge um die Aufrechterhaltung der Macht hat.[557] Ende März berichtete die South China Morning Post, dass China seit dem 7. Februar positiv Getestete ohne Symptome zwar isoliere, aber entgegen den WHO-Regeln nicht mehr in die offizielle Zählung der bestätigten Fälle aufnähme. So fehlten bis Ende Februar mehr als 43.000 Fälle in den offiziell rund 80.000 von China Gemeldeten. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Italien hingegen testeten Menschen ohne Symptome (abgesehen von medizinischem Personal), wie die meisten europäischen Staaten erst gar nicht. Andere, wie Südkorea bemühten sich weiterhin alle Kontaktpersonen von positiv Getesteten zu überprüfen.[17]

    Zudem sind die Verfahren rund um die Diagnose, d. h. wer wird wie oft mit welchem Verfahren getestet und wie viele Tests stehen zur Verfügung, von Land zu Land, selbst von Region zu Region stark unterschiedlich und ergeben unterschiedlich hohe Dunkelziffern.[558]

    Eine Unterschätzung der wahren Zahl an Infizierten im Verlauf der Pandemie kann es auch durch mangelnde Testkapazität geben, welche von Land zu Land unterschiedlich schnell erreicht sind.[559] Beispielsweise testen manche Länder auf dem Höhepunkt der Verbreitung aufgrund mangelnder Kapazitäten nur noch bestimmte Risikogruppen.[560]

    Die sich zwischen den Ländern teils stark unterscheidenden Werte bei der Fallsterblichkeit, die dadurch errechnet wird, dass man die Zahl der gemeldeten Fälle mit den gemeldeten Todesfällen ins Verhältnis setzt, sind aus Experten-Sicht auch auf diese unterschiedlichen Testkapazitäten und Teststrategien zurückzuführen. So wies in Europa beispielsweise Italien zwischenzeitlich (März 2020) eine scheinbare Sterblichkeitsrate von über 7,7 % auf, während in Deutschland im gleichen Zeitraum die Rate bei nur 0,3 % lag, was auch damit zu erklären war, dass in Deutschland flächendeckend und vor allem auch jüngere Infizierte mit leichten Symptomen getestet wurden, während Italien aufgrund der schon stärker ausgebreiteten Infektion nur noch diejenigen testen konnte, die schon mit schweren Symptomen behandelt werden mussten. Somit war schon die Auswahl des Personenkreises, der getestet wurde, verzerrt. Die eigentlich aussagekräftigere Angabe der Infektionssterblichkeit (Anzahl aller Infizierter einer repräsentativen Gruppe im Verhältnis zu den Gestorbenen) ist aufgrund der unsicheren Dunkelziffer aktuell (März 2020) nicht sicher bestimmbar.[561]. Um diese Dunkelziffer bestimmen zu können wurde in Österreich begonnen, eine repräsentative Auswahl von 2.000 Personen regelmäßig zu testen.[562]

    Experten verweisen darauf, dass Zahlen zu Todesfällen auch insofern unsicher sind, als in Fällen einer Coronavirusinfektion diese wie bei allen Atemwegserkrankungen nicht notwendigerweise die finale Todesursache sein müsse. Dies könne man vielfach nur anhand der Ergebnisse einer Autopsie unterscheiden.[563]

    Diagramme und Tabellen

    Die folgenden Zahlen basieren auf den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) täglich veröffentlichten Berichten zur weltweiten Lage. Es sind sämtliche Fälle berücksichtigt, die der WHO jeweils bis 10:00 Uhr (MEZ) desselben Tages als nachweislich mit dem Virus Infizierte gemeldet wurden.(a) „Kumuliert“ bedeutet so viel wie „aufsummiert“, d. h., dass alle Fälle aufgeführt sind, die bis zu dem jeweiligen Tag aufgetreten sind, und nicht nur die, die an dem jeweiligen Tag neu aufgetreten sind (letztere sind in den Tabellen kursiv aufgeführt).

    Tagesstatistiken, Grafiken und Tabellen

    Wochenstatistiken

    Bestätigte Infektionsfälle (kumuliert) nach Daten der WHO[3]
    vom 21. bis 24. Januar 2020 täglich – ab 27. Januar 2020 wöchentlich (jeweils montags)
    Land Januar Februar März April Mai
    21.
    22.
    23.
    24.
    27.
    3.
    10.
    17.
    24.
    2.
    9.
    16.
    23.
    30.
    6.
    13.
    20.
    27.
    4.
    11.
    18.
    (a) (a) (k)
    Asien(h)
    Ostasien(h)
    Chinavolk
    Flag of the People's Republic of China.svgVolksrepublik China(b)
    278 309 573 834 2.757 17.228 40.217 70.615 77.234 80.134 80.859 81.018 81.354 82.058
    Japan
    Flag of Japan.svgJapan
    1 1 1 1 4 20 26 59 144 254 488 814 1.046 1.693
    Japan
    Flag of Japan.svgJapan
    Internat. Beförderung(e)
    70 454 695 706 696 712 712 712
    Sdkorea
    Flag of South Korea.svgSüdkorea
    1 1 1 2 4 15 27 30 763 4.212 7.382 8.236 8.897 9.583
    Mongolei
    Flag of Mongolia.svgMongolei
    1 10 12
    ChinaTaiwan
    Flag of the Republic of China.svgRepublik China (Taiwan)(c)
    1 1 1 4 10 18 20 28 40 45 59 153 283
    Südasien(h)
    Afghanistan
    Flag of Afghanistan.svgAfghanistan
    1 4 16 24 114
    Bangladesch
    Flag of Bangladesh.svgBangladesch
    3 5 24 48
    Bhutan
    Flag of Bhutan.svgBhutan
    1 1 2 3
    Indien
    Flag of India.svgIndien
    3 3 3 3 3 43 114 283 979
    Malediven
    Flag of Maldives.svgMalediven
    4 13 13 16
    Nepal
    Flag of Nepal.svgNepal
    1 1 1 1 1 1 1 1 1 5
    Pakistan
    Flag of Pakistan.svgPakistan
    4 6 52 495 1.526
    SriLanka
    Flag of Sri Lanka.svgSri Lanka
    1 1 1 1 1 1 19 72 106
    Südostasien(h)
    Brunei
    Flag of Brunei.svgBrunei
    1 50 83 120
    Indonesien
    Flag of Indonesia.svgIndonesien
    2 6 117 450 1.155
    Kambodscha
    Flag of Cambodia.svgKambodscha
    1 1 1 1 1 2 12 53 102
    Malaysia
    Flag of Malaysia.svgMalaysia
    4 8 18 22 22 24 93 553 1.183 2.320
    Myanmar
    Flag of Myanmar.svgMyanmar
    8
    Osttimor
    Flag of East Timor.svgOsttimor
    1 1
    Philippinen
    Flag of the Philippines.svgPhilippinen
    2 3 3 3 3 10 140 307 1.075
    Singapur
    Flag of Singapore.svgSingapur
    1 4 18 43 75 89 106 150 243 438 802
    Thailand
    Flag of Thailand.svgThailand
    2 2 4 4 5 19 32 35 35 42 50 114 411 1.388
    Vietnam
    Flag of Vietnam.svgVietnam
    - - - 2 2 8 14 16 16 16 30 57 94 179
    Zentralasien(h)
    Kasachstan
    Flag of Kazakhstan.svgKasachstan
    6 56 265
    Kirgisistan
    Flag of Kyrgyzstan.svgKirgisistan
    14 84
    Usbekistan
    Flag of Uzbekistan.svgUsbekistan
    - - - - - - - - - 4 33 133
    Vorderasien(h)
    Armenien
    Flag of Armenia.svgArmenien
    - - - - - - - - - 1 1 26 160 424
    Aserbaidschan
    Flag of Azerbaijan.svgAserbaidschan
    3 9 19 53 164
    Bahrain
    Flag of Bahrain.svgBahrain
    47 79 221 306 476
    Georgien
    Flag of Georgia.svgGeorgien
    3 13 33 49 90
    Irak
    Flag of Iraq.svgIrak
    19 60 124 214 506
    Iran
    Flag of Iran.svgIran
    43 978 6.566 14.991 20.610 35.408
    Israel
    Flag of Israel.svgIsrael
    7 39 200 883 3.865
    Jordanien
    Flag of Jordan.svgJordanien
    1 6 84 246
    Katar
    Flag of Qatar.svgKatar
    - - - - - - - - - 3 15 401 470 590
    Kuwait
    Flag of Kuwait.svgKuwait
    - - - - - - - - 3 56 64 112 176 235
    Libanon
    Flag of Lebanon.svgLibanon
    1 10 32 99 206 412
    Oman
    Flag of Oman.svgOman
    6 16 22 52 167
    Palstina
    Flag of Palestine.svgPalästina
    19 38 52 104
    SaudiArabien
    Flag of Saudi Arabia.svgSaudi-Arabien
    15 103 392 1.203
    Syrien
    Flag of Syria.svgSyrien
    1 5
    Trkei
    Flag of Turkey.svgTürkei
    5 974 7402
    VereinigteArabischeEmirate
    Flag of the United Arab Emirates.svgVereinigte Arabische Emirate
    5 7 9 13 21 45 98 153 468
    Ozeanien(h)
    Australien
    Flag of Australia.svgAustralien
    4 12 15 15 22 27 77 298 1.081 3.966
    Fidschi
    Flag of Fiji.svgFidschi
    2 5
    Polynesien
    Flag of French Polynesia.svgFranzösisch-Polynesien
    3 15 34
    Guam
    Flag of Guam.svgGuam
    15 56
    Neukaledonien
    Flag of FLNKS.svgNeukaledonien
    4 15
    Neuseeland
    Flag of New Zealand.svgNeuseeland
    1 5 6 66 476
    PapuaNeuguinea
    Flag of Papua New Guinea.svgPapua-Neuguinea
    1 1
    Amerika(h)
    Jungferna
    Flag of the United States Virgin Islands.svgAmerikanische Jungferninseln
    6 17
    Anguilla
    Flag of Anguilla.svgAnguilla
    - 2
    AntiguaundBarbuda
    Flag of Antigua and Barbuda.svgAntigua und Barbuda
    1 1 7
    Argentinien
    Flag of Argentina.svgArgentinien
    12 56 158 690
    Aruba
    Flag of Aruba.svgAruba
    5 46
    Bahamas
    Flag of the Bahamas.svgBahamas
    4 *
    Barbados
    Flag of Barbados.svgBarbados
    5 24
    Belize
    Flag of Belize.svgBelize
    - 2
    Bolivien
    Flag of Bolivia.svgBolivien
    11 19 74
    Brasilien
    Flag of Brazil.svgBrasilien
    2 25 200 904 3417
    Jungferb
    Flag of the British Virgin Islands.svgBritische Jungferninseln
    - 2
    CaymanIslands
    Flag of the Cayman Islands.svgCayman Islands
    3 8
    Chile
    Flag of Chile.svgChile
    10 75 434 1.909
    CostaRica
    Flag of Costa Rica.svgCosta Rica
    9 23 113 266
    Curaao
    Flag of Curaçao.svgCuraçao
    2 3 7
    DominikanischeRepublik
    Flag of the Dominican Republic.svgDominikanische Republik
    1 5 72 581
    Ecuador
    Flag of Ecuador.svgEcuador
    1 15 37 506 1.823
    ElSalvador
    Flag of El Salvador.svgEl Salvador
    1 19
    Guayanaf
    Flag of French Guiana.svgFranzösisch-Guayana
    5 7 15 31
    Grenada
    Flag of Grenada.svgGrenada
    - 7
    Guadeloupe
    Flag of France.svgGuadeloupe
    6 51 96
    Guatemala
    Flag of Guatemala.svgGuatemala
    1 1 1
    Guyana
    Flag of Guyana.svgGuyana
    4 5 5
    Haiti
    Flag of Haiti.svgHaiti
    2 8
    Honduras
    Flag of Honduras.svgHonduras
    2 24 67
    Jamaika
    Flag of Jamaica.svgJamaika
    10 16 30
    Kanada
    Flag of Canada.svgKanada
    1 4 7 7 9 19 62 304 1.384 4.757
    Kolumbien
    Flag of Colombia.svgKolumbien
    1 24 196 539
    Kuba
    Flag of Cuba.svgKuba
    4 16 119
    Martinique
    Snake Flag of Martinique.svgMartinique
    2 15 32 93
    Mexiko
    Flag of Mexico.svgMexiko
    5 7 53 164 717
    Montserrat
    Flag of Montserrat.svgMontserrat
    1 5
    Nicaragua
    Flag of Nicaragua.svgNicaragua
    2 4
    Panama
    Flag of Panama.svgPanama
    43 137 786
    Paraguay
    Flag of Paraguay.svgParaguay
    1 8 18 56
    Peru
    Flag of Peru.svgPeru
    6 71 318 635
    PuertoRico
    Flag of Puerto Rico.svgPuerto Rico
    3 21 64
    SaintBarthlemy
    Flag of France.svgSaint-Barthélemy
    1 3 3 5
    StKittsundNevis
    Flag of Saint Kitts and Nevis.svgSt. Kitts und Nevis
    - - - 2
    StMartin
    Flag of France.svgSt. Martin
    2 2 4 6
    SintMaarten
    Flag of Sint Maarten.svgSint Maarten
    1 3
    Suriname
    Flag of Suriname.svgSuriname
    1 2 8
    TrinidadundTobago
    Flag of Trinidad and Tobago.svgTrinidad und Tobago
    2 9 74
    Uruguay
    Flag of Uruguay.svgUruguay
    4 94 274
    Venezuela
    Flag of Venezuela.svgVenezuela
    2 36 113
    VereinigteStaaten
    Flag of the United States.svgVereinigte Staaten
    1 1 5 11 12 15 35 62 213 1.678 15.219 103.321
    StVincentunddieGrenadinen
    Flag of Saint Vincent and the Grenadines.svgSt. Vincent und die Grenadinen
    1 1
    Europa(h)
    Albanien
    Flag of Albania.svgAlbanien
    2 42 76 212
    Andorra
    Flag of Andorra.svgAndorra
    1 2 88 312
    Belgien
    Flag of Belgium.svgBelgien
    1 1 1 1 200 1.085 2.815 9.134
    BosnienundHerzegowina
    Flag of Bosnia and Herzegovina.svgBosnien und Herzegowina
    2 18 92 269
    Bulgarien
    Flag of Bulgaria.svgBulgarien
    4 51 163 331
    Dnemark
    Flag of Denmark.svgDänemark
    4 36 898 1.326 2.201
    Deutschland
    Flag of Germany.svgDeutschland
    10 14 16 16 129 1.112 4.838 21.463 52.547
    Estland
    Flag of Estonia.svgEstland
    1 10 205 306 640
    Frer
    Flag of the Faroe Islands.svgFäröer
    3 11 92 155
    Finnland
    Flag of Finland.svgFinnland
    1 1 1 1 6 30 267 521 1.218
    Frankreich
    Flag of France.svgFrankreich
    3 6 11 12 12 100 1.116 5.380 14.296 37.145
    Gibraltar
    Flag of Gibraltar.svgGibraltar
    1 1 10 56
    Griechenland
    Flag of Greece.svgGriechenland
    7 73 331 530 1.061
    Grnland
    Flag of Greenland.svgGrönland
    2 10
    Guernsey
    Flag of Guernsey.svgGuernsey
    1 1 39
    Irland
    Flag of Ireland.svgIrland
    1 21 169 784 2.415
    Island
    Flag of Iceland.svgIsland
    1 55 138 473 963
    IsleofMan
    Flag of the Isle of Man.svgIsle of Man
    2 32
    Italien
    Flag of Italy.svgItalien
    2 3 3 124 1.689 7.375 24.747 53.578 92.472
    Jersey
    Flag of Jersey.svgJersey
    2 12 61
    Kosovo
    Flag of Kosovo.svgKosovo
    - 91
    Kroatien
    Flag of Croatia.svgKroatien
    - - - - - - - - 7 11 49 206 657
    Lettland
    Flag of Latvia.svgLettland
    3 31 124 305
    Liechtenstein
    Flag of Liechtenstein.svgLiechtenstein
    1 7 36 61
    Litauen
    Flag of Lithuania.svgLitauen
    1 1 14 105 394
    Luxemburg
    Flag of Luxembourg.svgLuxemburg
    1 2 38 670 1.831
    Malta
    Flag of Malta.svgMalta
    3 21 73 139
    RepublikMoldau
    Flag of Moldova.svgRepublik Moldau
    1 23 80 231
    Monaco
    Flag of Monaco.svgMonaco
    1 1 9 18 19
    Montenegro
    Flag of Montenegro.svgMontenegro
    6 14 82
    Niederland
    Flag of the Netherlands.svgNiederlande
    13 265 1.135 3.632 9.762
    Nordmazedonien
    Flag of North Macedonia.svgNordmazedonien
    1 3 13 85 241
    Norwegen
    Flag of Norway.svgNorwegen
    19 169 1.077 1.926 3.845
    oesterre
    Flag of Austria.svgÖsterreich
    10 112 959 3.024 8.291
    Polen
    Flag of Poland.svgPolen
    11 150 536 1.638
    Portugal
    Flag of Portugal.svgPortugal
    30 245 1.280 5.170
    Rumnien
    Flag of Romania.svgRumänien
    3 15 158 367 1.452
    Russland
    Flag of Russia.svgRussland
    2 2 2 2 2 7 63 306 1.534
    SanMarino
    Flag of San Marino.svgSan Marino
    1 37 92 151 228
    Schweden
    Flag of Sweden.svgSchweden
    - - - - - 1 1 1 1 14 203 992 1.746 3.447
    Schweiz
    Flag of Switzerland.svgSchweiz
    24 332 2.200 6.077 13.152
    Serbien
    Flag of Serbia.svgSerbien
    1 41 173 659
    Slowakei
    Flag of Slovakia.svgSlowakei
    5 61 178 295
    Slowenien
    Flag of Slovenia.svgSlowenien
    16 219 381 691
    Spanien
    Flag of Spain.svgSpanien
    1 2 2 2 45 589 7.753 24.926 72.248
    Tschechien
    Flag of the Czech Republic.svgTschechien
    3 32 298 995 2.663
    Ukraine
    Flag of Ukraine.svgUkraine
    1 3 47 418
    Ungarn
    Flag of Hungary.svgUngarn
    9 39 131 408
    Vatikanstadt
    Flag of the Vatican City.svgVatikanstadt
    - - - - - - - - - - 1 1 1 4
    VereinigtesKnigreich
    Flag of the United Kingdom.svgVereinigtes Königreich
    2 4 9 9 36 277 1.395 5.018 17.093
    Weissrussl
    Flag of Belarus.svgWeißrussland
    1 6 36 76 94
    RepublikZypern
    Flag of Cyprus.svgRepublik Zypern
    - - - - - - - - - - - 21 84 179
    Afrika(h)
    agypten
    Flag of Egypt.svgÄgypten
    1 1 2 55 126 285 576
    Angola
    Flag of Angola.svgAngola
    2 2
    Aquatorialguinea
    Flag of Equatorial Guinea.svgÄquatorialguinea
    1 6 6
    thiopien
    Flag of Ethiopia.svgÄthiopien
    1 9 16
    Algerien
    Flag of Algeria.svgAlgerien
    - - - - - - - - - 1 20 49 94 409
    Benin
    Flag of Benin.svgBenin
    2 6
    BurkinaFaso
    Flag of Burkina Faso.svgBurkina Faso
    3 72 146
    Dschibuti
    Flag of Djibouti.svgDschibuti
    1
    Elfenbeinkste
    Flag of Côte d'Ivoire.svgElfenbeinküste
    3 9 140
    Eritrea
    Flag of Eritrea.svgEritrea
    1 6
    Eswatini
    Flag of Eswatini.svgEswatini
    1 9
    Gabun
    Flag of Gabon.svgGabun
    1 3 7
    Gambia
    Flag of The Gambia.svgGambia
    1 3
    Ghana
    Flag of Ghana.svgGhana
    6 19 137
    Guinea
    Flag of Guinea.svgGuinea
    2 8
    Kamerun
    Flag of Cameroon.svgKamerun
    2 3 27 91
    KapVerde
    Flag of Cape Verde.svgKap Verde
    3 5
    Kenia
    Flag of Kenya.svgKenia
    1 7 25
    KongoDR
    Flag of the Democratic Republic of the Congo.svgDemokratische Republik Kongo
    2 23 68
    RepublikKongo
    Flag of the Republic of the Congo.svgRepublik Kongo
    1 4 19
    Liberia
    Flag of Liberia.svgLiberia
    3 3
    Madagaskar
    Flag of Madagascar.svgMadagaskar
    3 26
    Marokko
    Flag of Morocco.svgMarokko
    2 28 86 437
    Mauretanien
    Flag of Mauritania.svgMauretanien
    1 2 5
    Mauritius
    Flag of Mauritius.svgMauritius
    12 102
    Mayotte
    Flag of France.svgMayotte
    1 11 50
    Mosambik
    Flag of Mozambique.svgMosambik
    - 8
    Namibia
    Flag of Namibia.svgNamibia
    2 3 8
    Niger
    Flag of Niger.svgNiger
    1 10
    Nigeria
    Flag of Nigeria.svgNigeria
    - - - - - - - - - 1 2 2 22 65
    Runion
    Flag of Réunion.svgRéunion
    9 47 143
    Ruanda
    Flag of Rwanda.svgRuanda
    5 17 60
    Sambia
    Flag of Zambia.svgSambia
    2 16
    Senegal
    Flag of Senegal.svgSenegal
    4 26 56 119
    Seychellen
    Flag of Seychelles.svgSeychellen
    2 7 7
    Simbabwe
    Flag of Zimbabwe.svgSimbabwe
    2 5
    Somalia
    Flag of Somalia.svgSomalia
    1 3
    Sdafrika
    Flag of South Africa.svgSüdafrika
    3 51 240 1.187
    Sudan
    Flag of Sudan.svgSudan
    1 2 5
    Tansania
    Flag of Tanzania.svgTansania
    6 14
    Togo
    Flag of Togo.svgTogo
    - - - - - - - - - 1 1 15 28
    Tschad
    Flag of Chad.svgTschad
    1 5
    Tunesien
    Flag of Tunisia.svgTunesien
    2 18 60 278
    Uganda
    Flag of Uganda.svgUganda
    1 14
    ZentralafrikanischeRepublik
    Flag of the Central African Republic.svgZentralafrikanische Republik
    1 3 6
    Welt
    Welt
    Globe.svgWelt
    ohne Volksrepublik China(b)
    4 5 8 12 41 163 337 814 2.097 8.804 28.719 85.722 210.797 552.755
    Welt
    Globe.svgWelt
    282 314 581 846 2.798 17.391 40.554 71.429 79.331 88.948 109.578 166.799 292.142 634.813
    Welt
    Globe.svgWelt
    Wöchentliche Neuinfektionen(i)
    (2.516) 14.593 23.163 30.875 7.902 9.716 20.630 57.221 138.625 342.671
    Land 21. 22. 23. 24. 27. 3. 10. 17. 24. 2. 9. 16. 23. 30. 6. 13. 20. 27. 4. 11. 18.
    Januar Februar März April Mai
    Bestätigte Todesfälle (kumuliert) nach Daten der WHO[3]
    vom 21. bis 24. Januar 2020 täglich – ab 27. Januar 2020 wöchentlich (jeweils montags)
    Land Januar Februar März April Mai
    21.
    22.
    23.
    24.
    27.
    3.
    10.
    17.
    24.
    2.
    9.
    16.
    23.
    30.
    6.
    13.
    20.
    27.
    4.
    11.
    18.
    (a) (a) (l)
    Asien
    Chinavolk
    Flag of the People's Republic of China.svgVolksrepublik China(b)
    6 6 17 25 80 361 909 1.771 2.594 2.914 3.122 3.218 3.274 3.314
    Japan
    Flag of Japan.svgJapan
    1 1 6 7 24 41 56
    Japan
    Flag of Japan.svgJapan
    Internat. Beförderung(e)
    - - - - - - - - 3 6 7 7 7 7
    Sdkorea
    Flag of South Korea.svgSüdkorea
    7 22 51 75 111 126
    ChinaTaiwan
    Flag of the Republic of China.svgRepublik China (Taiwan)(c)
    1 1 1 1 1 2 *
    Südostasien
    Indonesien
    Flag of Indonesia.svgIndonesien
    5 48 122
    Philippinen
    Flag of the Philippines.svgPhilippinen
    1 1 1 1 1 1 12 25 78
    Thailand
    Flag of Thailand.svgThailand
    1 1 1 1 9
    Südasien(h)
    Afghanistan
    Flag of Afghanistan.svgAfghanistan
    1 4
    Bangladesch
    Flag of Bangladesh.svgBangladesch
    2 5
    Indien
    Flag of India.svgIndien
    2 7 29
    Pakistan
    Flag of Pakistan.svgPakistan
    5 25
    Vorderasien
    Aserbaidschan
    Flag of Azerbaijan.svgAserbaidschan
    1 4
    Bahrain
    Flag of Bahrain.svgBahrain
    1 2 4
    Iran
    Flag of Iran.svgIran
    8 54 194 853 1.685 2.757
    Irak
    Flag of Iraq.svgIrak
    - - - - - - 6 9 20 46
    Israel
    Flag of Israel.svgIsrael
    1 17
    Libanon
    Flag of Lebanon.svgLibanon
    3 4 11
    Palstina
    Flag of Palestine.svgPalästina
    - - 1
    SaudiArabien
    Flag of Saudi Arabia.svgSaudi-Arabien
    - - 8
    Trkei
    Flag of Turkey.svgTürkei
    30 168
    VereinigteArabischeEmirate
    Flag of the United Arab Emirates.svgVereinigte Arabische Emirate
    2 5
    Australien und Ozeanien
    Australien
    Flag of Australia.svgAustralien
    1 3 5 7 18
    Guam
    Flag of Guam.svgGuam
    1 1
    Amerika(h)
    Argentinien
    Flag of Argentina.svgArgentinien
    1 2 4 20
    CaymanIslands
    Flag of the Cayman Islands.svgCayman Islands
    1 1
    Chile
    Flag of Chile.svgChile
    1 8
    Curaao
    Flag of Curaçao.svgCuraçao
    1 1
    DominikanischeRepublik
    Flag of the Dominican Republic.svgDominikanische Republik
    2 42
    Ecuador
    Flag of Ecuador.svgEcuador
    2 7 60
    Guatemala
    Flag of Guatemala.svgGuatemala
    1 1
    Guyana
    Flag of Guyana.svgGuyana
    1 1
    Jamaika
    Flag of Jamaica.svgJamaika
    1 1
    Kanada
    Flag of Canada.svgKanada
    1 19 66
    Kolumbien
    Flag of Colombia.svgKolumbien
    - 2 10
    Kuba
    Flag of Cuba.svgKuba
    1 4
    Martinique
    Snake Flag of Martinique.svgMartinique
    - 2
    Mexiko
    Flag of Mexico.svgMexiko
    2 20
    Panama
    Flag of Panama.svgPanama
    1 3 3
    Paraguay
    Flag of Paraguay.svgParaguay
    1 6
    PuertoRico
    Flag of Puerto Rico.svgPuerto Rico
    - 1 3
    VereinigteStaaten
    Flag of the United States.svgVereinigte Staaten
    2 19 41 402 2.398
    Europa
    Albanien
    Flag of Albania.svgAlbanien
    2 11
    Andorra
    Flag of Andorra.svgAndorra
    8
    Belgien
    Flag of Belgium.svgBelgien
    5 75 ??
    BosnienundHerzegowina
    Flag of Bosnia and Herzegovina.svgBosnien und Herzegowina
    1 9
    Bulgarien
    Flag of Bulgaria.svgBulgarien
    2 3 8
    Dnemark
    Flag of Denmark.svgDänemark
    4 13 77
    Deutschland
    Flag of Germany.svgDeutschland
    2 12 94 583
    Estland
    Flag of Estonia.svgEstland
    3
    Finnland
    Flag of Finland.svgFinnland
    1 13
    Frankreich
    Flag of France.svgFrankreich
    - - - - - - - 1 1 2 19 127 674 3.017
    Griechenland
    Flag of Greece.svgGriechenland
    4 15 43
    Italien
    Flag of Italy.svgItalien
    2 35 366 1.809 5.476 11.591
    Irland
    Flag of Ireland.svgIrland
    2 4 54
    Island
    Flag of Iceland.svgIsland
    1 2
    Kosovo
    Flag of Kosovo.svgKosovo
    1 1
    Kroatien
    Flag of Croatia.svgKroatien
    - 6
    Litauen
    Flag of Lithuania.svgLitauen
    1 7
    Luxemburg
    Flag of Luxembourg.svgLuxemburg
    1 8 22
    RepublikMoldau
    Flag of Moldova.svgRepublik Moldau
    1 2
    Montenegro
    Flag of Montenegro.svgMontenegro
    - 1
    Niederland
    Flag of the Netherlands.svgNiederlande
    1 20 179 864
    Nordmazedonien
    Flag of North Macedonia.svgNordmazedonien
    1 7
    Norwegen
    Flag of Norway.svgNorwegen
    1 7 26
    oesterre
    Flag of Austria.svgÖsterreich
    1 16 108
    Polen
    Flag of Poland.svgPolen
    3 7 31
    Rumnien
    Flag of Romania.svgRumänien
    2 44
    Russland
    Flag of Russia.svgRussland
    - 9
    SanMarino
    Flag of San Marino.svgSan Marino
    - 1 5 20 25
    Schweden
    Flag of Sweden.svgSchweden
    3 21 146
    Schweiz
    Flag of Switzerland.svgSchweiz
    2 13 60 295
    Serbien
    Flag of Serbia.svgSerbien
    13
    Spanien
    Flag of Spain.svgSpanien
    10 288 1.720 7.340
    Tschechien
    Flag of the Czech Republic.svgTschechien
    1 24
    Ukraine
    Flag of Ukraine.svgUkraine
    1 3 13
    Ungarn
    Flag of Hungary.svgUngarn
    1 7 15
    VereinigtesKnigreich
    Flag of the United Kingdom.svgVereinigtes Königreich
    2 35 281 1.408
    RepublikZypern
    Flag of Cyprus.svgRepublik Zypern
    7
    Afrika
    agypten
    Flag of Egypt.svgÄgypten
    1 2 14 41
    Algerien
    Flag of Algeria.svgAlgerien
    3 17 31
    BurkinaFaso
    Flag of Burkina Faso.svgBurkina Faso
    3 12
    Ghana
    Flag of Ghana.svgGhana
    5
    Kamerun
    Flag of Cameroon.svgKamerun
    6
    KongoDR
    Flag of the Democratic Republic of the Congo.svgDemokratische Republik Kongo
    2 8
    Marokko
    Flag of Morocco.svgMarokko
    1 4 33
    Mauritius
    Flag of Mauritius.svgMauritius
    1
    Nigeria
    Flag of Nigeria.svgNigeria
    1
    Simbabwe
    Flag of Zimbabwe.svgSimbabwe
    1
    Sudan
    Flag of Sudan.svgSudan
    1 2
    Tunesien
    Flag of Tunisia.svgTunesien
    3 3
    Welt
    Welt
    Globe.svgWelt
    ohne Volksrepublik China(b)
    1 1 4 24 129 685 3.389 11.236 33.091
    Welt
    Globe.svgWelt
    6 6 17 25 80 362 910 1.775 2.618 3.043 3.809 6.606 14.510 36.405
    Welt
    Globe.svgWelt
    wöchentliche neue Todesfälle(i)
    (74) 282 548 865 843 425 766 2.797 7.804 21.895
    Land 21. 22. 23. 24. 27. 3. 10. 17. 24. 2. 9. 16. 23. 30. 6. 13. 20. 27. 4. 11. 18.
    Januar Februar März April Mai

    Anmerkungen

    (a) Die WHO-Berichte vom 21. und 22. Januar berücksichtigen jeweils ausschließlich Meldungen des Vortags.
    (b) Die Angaben für China sind inkl. Hongkong und Macau, abzüglich Taiwan/Taipei.
    (c) Da kein Mitglied der WHO, wird Taiwan in den WHO-Statistiken als Provinz der Volksrepublik China geführt.
    (d) Die Zahl der weltweiten kumulierten Infektionen sowie die Zahl der weltweiten Neuinfektionen sind an diesen Tagen widersprüchlich, wurden jedoch so aus dem WHO-Bericht übernommen.
    (e) Hinter „Japan – Internat. Beförderung“ verbirgt sich das Kreuzfahrtschiff Diamond Princess in japanischen Gewässern, siehe den Abschnitt Diamond Princess.
    (f) Die Zahl der weltweiten kumulierten Todesfälle sowie die Zahl der weltweiten neuen Todesfälle sind an diesen Tagen widersprüchlich, wurden jedoch so aus dem WHO-Bericht übernommen.
    (g) 4 Fälle, die bis 24.02. unter „Japan – Internat. Beförderung“ gelistet waren, sind nach „Vereinigtes Königreich“ umkategorisiert worden.
    (h) Zum vereinfachten Verständnis richtet sich die Gruppierung der Länder hier nach der deutschen Gliederung der naturräumlich-geographischen Regionen und weicht daher von der Regionalgliederung der WHO ab. Die Gruppierung in der Tabelle hat somit keine Aussage über Verbreitungsgebiete oder -wege der Epidemie.
    (i) Wochenstatistik (Montagswerte): Die erste Angabe in der Zeile der „Weltweiten wöchentlichen Neuinfektionen/neuen Todesfälle“ ist jeweils in Klammern gesetzt, da diese nur sechs Tage berücksichtigt (von Dienstag, 21. bis Montag 27. Januar). Am Montag, dem 20. Januar, gab es noch keinen WHO-Bericht.
    (k) Einzelne Länder sind nicht in der Tabelle aufgeführt, jedoch in der Gesamtanzahl enthalten.
    (l) Ersatzweise Werte vom 31.3.2020.

    Todesfälle pro Mio. Einwohner in stark betroffenen Staaten

    Bestätigte Todesfälle (kumuliert) auf 1.000.000 Einwohner[564]
    Besonders stark betroffene Staaten mit mehr als 500.000 Einwohnern
    2x wöchentlich (jeweils dienstags und freitags)
    Datum ITA
    ItalienItalien
    ESP
    SpanienSpanien
    IRN
    IranIran
    FRA
    FrankreichFrankreich
    NLD
    NiederlandeNiederlande
    BEL
    BelgienBelgien
    CHE
    SchweizSchweiz
    LUX
    LuxemburgLuxemburg
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
    DNK
    DanemarkDänemark
    SWE
    SchwedenSchweden
    POR
    PortugalPortugal
    AUT
    OsterreichÖsterreich
    USA
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
    IRL
    IrlandIrland
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    weltweit
    Gesamt
    24. März 2020 101 47 22 13 12 8 8 13 5 4 2 2 3 2 1 2 2
    27. März 2020 135 87 27 26 25 19 19 14 9 7 7 6 6 4 4 3 3
    31. März 2020 192 157 33 46 50 44 34 35 21 13 14 14 12 10 11 7 5

    Infektionen (kumuliert) nach Ländergruppen

    Die Grafik zeigt in einem geschichteten Flächendiagramm bestätigte Infektionen in verschiedenen Regionen nach Daten der WHO.[3]

    Bestätigte Infektionen (kumuliert) nach Ländergruppen
    nach Daten der WHO
    [3]

    Legende (betroffene Länder bis zum 22. März 2020)

    • DACHL DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) plus Liechtenstein und Luxemburg
    • Nordeuropa Britische Inseln & Nordeuropa inkl. Baltikum (Dänemark, Estland, Färöer, Finnland, Grönland, Guernsey, Irland, Island, Isle of Man, Jersey, Lettland, Litauen, Norwegen, Schweden, Vereinigtes Königreich)
    • Süd- & Westeuropa Süd- & Westeuropa (Andorra, Belgien, Frankreich, Gibraltar, Italien, Malta, Monaco, Niederlande, Portugal, San Marino, Spanien, Vatikanstadt)
    • Ost- & Südosteuropa Ost- & Südosteuropa ohne Russland, ohne kaukasische Länder (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Republik Moldawien, Montenegro, Nordmazedonien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Weißrussland, Zypern)
    • Amerika Nord-, Mittel- und Südamerika (Amerikanische Jungferninseln, Anguilla, Antigua und Barbuda, Argentinien, Aruba, Belize, Bahamas, Barbados, Bolivien, Brasilien, Britische Jungferninseln, Cayman Islands, Chile, Costa Rica, Curaçao, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guayana, Guadeloupe, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaika, Kanada, Kolumbien, Kuba, Martinique, Mexiko, Monserat, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Puerto Rico, Saint-Barthélemy, Saint-Martin, Sint Maarten, St. Lucia, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadinen, Suriname, Trinidad und Tobago, Uruguay, Venezuela, Vereinigte Staaten)
    • Australien Australien und Ozeanien, ohne Indonesien (Australien, Fidschi, Französisch-Polynesien, Guam, Neukaledonien, Neuseeland, Papua-Neuguinea)
    • Subsahara-Afrika Subsahara-Afrika (Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Dschibuti, Elfenbeinküste, Eritrea, Eswatini, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kamerun, Kap Verde, Kenia, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Liberia, Madagaskar, Mauretanien, Mauritius, Mayotte, Namibia, Niger, Nigeria, Réunion, Ruanda, Sambia, Senegal, Seychellen, Simbabwe, Somalia, Südafrika, Sudan, Tansania, Togo, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik)
    • Mittlerer Osten Großraum Mittlerer Osten inkl. kaukasische Länder (Ägypten, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Georgien, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Marokko, Oman, Palästina, Saudi-Arabien, Tunesien, Türkei, Usbekistan, Vereinigte Arabische Emirate)
    • südöstl. Asien Süd- und Südostasien ohne Nachbarn Chinas (Bangladesch, Brunei, Indonesien, Malaysia, Malediven, Osttimor, Philippinen, Singapur, Sri Lanka)
    • nördl. Nachbarn nördliche Nachbarn Chinas, von Tadschikistan im Westen, bis Russland im Osten (Kasachstan, Kirgisistan, Mongolei, Russland)
    • westl. Nachbarn westliche Nachbarn Chinas von Afghanistan im Norden, bis Indien im Süd-Osten (Afghanistan, Bhutan, Indien, Nepal, Pakistan)
    • südl. Nachbarn südliche Nachbarn Chinas, von Myanmar im Westen, bis Vietnam im Osten, inkl. Thailand (Kambodscha, Thailand, Vietnam)
    • östl. Nachbarn östliche Nachbarn Chinas (Japan, Südkorea, Taiwan, int. Beförderung siehe Abschnitt Kreuzfahrtschiff Diamond Princess)
    • China China, mit Sonderverwaltungszonen, ohne Taiwan

    Kartografische Darstellungen

    Anmerkung: Da die WHO Frankreich und seine Außengebiete als ein Land darstellt, werden in diesen Karten von der Infektion betroffene französische Außengebiete in derselben Farbe wie Frankreich selbst dargestellt, auch wenn in den französischen Außengebieten deutlich weniger Infektionsfälle als im Mutterland selbst registriert wurden.

    Infektionen mit SARS-CoV-2 nach Staaten weltweit, aktueller Stand.
  • 000.000≥10.000 bestätigte Infektionen
  • 001.000–09.999 bestätigte Infektionen
  • 000.100–00.999 bestätigte Infektionen
  • 000.010–00.099 bestätigte Infektionen
  • 000.001–00.009 bestätigte Infektionen
  • Entwicklung der Infektionen mit SARS-CoV-2 nach Staaten weltweit
    von 12. Januar 2020 bis 29. Februar 2020
    Infektionen mit SARS-CoV-2 nach Provinzen Chinas, Stand 10. Februar 2020

    Modellrechnungen

    Die Anzahl bestätigter Infektionen liegt während der raschen Ausbreitung einer Epidemie oft deutlich unter der Anzahl tatsächlicher Infektionen. Dieser Effekt kann selbst bei gutem Willen aller Beteiligten auftreten, da es selten gelingt, alle neu infizierten Personen sofort sicher zu identifizieren. Für eine Abschätzung der Zahl der tatsächlich Infizierten werden daher von der Infektionsepidemiologie verschiedene mathematische Prognosemodelle eingesetzt. Diese Modelle werden auch eingesetzt, um den zeitlichen und geografischen Verlauf einer Epidemie sowie wichtige epidemiologische Parameter abzuschätzen.

    Am 17. Januar 2020 erschien eine Hochrechnung einer mit der WHO zusammenarbeitenden Forschergruppe des Imperial College London. Die Forscher schlossen aus Verkehrsdaten zwischen China und Thailand, dass es am 12. Januar 2020 rund 1.000 bis 2.300 Infizierte mit mittleren bis schweren Symptomen in Wuhan gegeben haben müsste.[565] Eine Gruppe der Northwestern University schätzte anhand von unvollständigen Daten – unter anderem zu Mobilität und internationaler Verbreitung –, dass es in Wuhan am 29. Januar 2020 31.200 Infektionen gegeben habe.[566] Eine erneute Modellrechnung des Imperial College London vom 10. Februar 2020 schätzte, dass in der Provinz Hubei auf jeden durch Test gefundenen Infizierten neunzehn nicht getestete Infizierte mit milderem Verlauf kämen. Statt einer hohen geschätzten Letalität von 18 % in der Provinz Hubei läge die tatsächlichen Letalität dann bei rund 1 %.[567] Dieselbe Forschergruppe veröffentlichte am 21. Februar 2020 eine Abschätzung der Effizienz internationaler Quarantäne- und Überwachungsmaßnahmen. Aus der Analyse von Verkehrsdaten und Infektionsfällen ergab sich, dass nur einer von drei aus China exportierten Fällen erkannt werde. Möglicherweise gebe es unentdeckte Infektionscluster außerhalb Chinas.[568]

    Am 31. Januar 2020 erschien in der Fachzeitschrift The Lancet eine Modellrechnung, die ein Metapopulationsmodell mit offiziellen Infektionsdaten von Ende Dezember 2019 bis Ende Januar 2020 sowie Daten aus der nationalen und internationalen Fluggaststatistik verwendete. Die Studie setzt die Zahl der Infizierten um ein Vielfaches höher an als die Zahl der positiv getesteten Fälle. Die Autoren schätzten die Zahl der Infizierten in China für den 25. Januar 2020 auf rund 75.000 und gaben an, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten zu dem Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit (95-%-Glaubwürdigkeitsintervall) nicht weniger als rund 37.000 und nicht mehr als rund 130.000 war. Davon waren gemäß den Zahlen der WHO jedoch nur 1.300 Infizierte bekannt. Ein Export des Virus von Wuhan in andere Millionenstädte habe nach dem Modell bereits stattgefunden. Die Studienautoren sagten voraus, dass es auch in anderen chinesischen Städten zu sich selbst unterhaltenden Ausbrüchen kommen würde. Die Studienautoren gingen davon aus, dass viele Patienten nur milde Symptome haben. Nicht betroffene Gebiete sollten Vorkehrungen für den Fall einer globalen Pandemie treffen.[569]

    Am 18. Februar berichtete die Onlineausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature über aktuelle, noch nicht abschließend begutachtete Studien. Eine Studie von H. Nishiura, Epidemiologe an der Universität Hokkaidō (Sapporo, Japan), geht davon aus, dass sich die Epidemie mittelfristig innerhalb von China nicht wird eingrenzen lassen. Für ein Worst-Case-Szenario spreche auch, dass viele infizierte Personen keine Symptome zeigten und nach dem Ende der verlängerten Neujahrsferien viele Betriebe und Organisationen die Arbeit langsam wieder aufnähmen. Dadurch eröffneten sich neue Übertragungswege. Zwischen Ende März und Ende Mai könnten täglich bis zu 2,3 Millionen Fälle diagnostiziert werden. Zwischen 550 und 650 Millionen Menschen (≈40 % der Bevölkerung) könnten sich insgesamt infizieren.[570]

    Eine am 16. März vorab online in Science veröffentlichte Arbeit erklärte mittels einer Modellrechnung auf Grundlage von Zahlen aus China vor Inkrafttreten der Eindämmungsmaßnahmen am 23. Januar 2020 die schnelle geografische Ausbreitung von SARS-CoV-2. Sie schätzte die Menge, Prävalenz und Ansteckungsrate (Kontagiosität und Infektiosität, englisch zusammengefasst contagiousness) der unentdeckten Infektionen. Die unentdeckten Fälle hatten meist geringere oder keine Symptome, waren aber dennoch ansteckend. Die Arbeit kam zum Schluss, dass 86 % aller Infektionen (82–90 % innerhalb eines Konfidenzintervalls von 95 %) unentdeckt geblieben waren. Die unentdeckt Infizierten hatten eine Ansteckungsrate, die 55 % derer der dokumentiert Infizierten betrug (46–62 % innerhalb eines Konfidenzintervalls von 95 %). Auf Grund der großen Zahl der undokumentierten Fälle waren sie jedoch zu 79 % die Infektionsquelle für die dokumentierten Fälle.[571]

    Kontroversen

    Einsatz von Schutzmasken

    Die Weltgesundheitsorgainsation WHO sprach sich Ende März 2020 weiterhin gegen das Tragen von Schutzmasken für die allgemeine Bevölkerung aus.[572]

    In der Presse, Wissenschaft und Ärzteschaft sprechen sich aber viele Stimmen für das Tragen einfacher Schutzmasken oder selbstgemachter Masken.

    Die britische Tageszeitung The Guardian befürwortet in Artikeln den Einsatz von Schutzmasken und nennt die Behauptung, das Masken nicht helfen würden einen Mythos. Zwar würden Viren durch einfache Masken dringen können, aber die Tröpchen werden zurückgehalten.[573] In einem Artikel vom 31. Januar 2020 vom Guardian wird zudem auf die Problematik von fehlerhaft betriebenen Toiletten hingewiesen. Es habe sich 2003 herausgestellt, dass die SARS-Viren damals über die Spülungen und die Klimaanlage als Aerosol im Gebäude weiterverbreitet habe.[574]

    Die amerikanische New York Times analysierte, dass die Aussagen, dass einerseits Masken im Gesundheitsbereich benötigt werden, für die Öffentlichkeit andererseits aber sinnlos seien, die Behörden unglaubwürdig gemacht hätten, was das Horten verschlimmert hätte, und zudem sei die Aussage, dass (einfache) Masken nicht wirken würden falsch: sie würden nicht perfekt helfen, aber einen gewissen Schutz bieten.[575]

    Zu der Schutzwirkung einfacher selbstgemachter Schutzmasken veröffentlichte die amerikanische Washington Post einen Artikel des Datenwissenschaftlers Jeremy Howard, der sich dafür aussprach, dass alle in der Öffentlichkeit eine selbstgemachte Schutzmaske tragen sollten;[576] der Autor verlinkte im Artikel dazu eine Sammlung von 34 Fachartikeln über die Effektivität von einfachen Masken und erklärte, dass er keinen Fachartikel gefunden habe, der gegen die Effektivität von einfachen Masken sprechen würden.

    Der Präsident der deutschen Bundesärztekammer Klaus Reinhardt appellierte am 26. März 2020 in einer schriftlichen Erklärung an die Einwohner des Landes, einfache Schutzmasken zu tragen: Die einfachen Masken aus Stoff oder anderen Materialien seien nur ein Hilfskonstrukt, aber dennoch besser als Nichts.[577][578]

    Kontroversen zur Pandemie-Erklärung

    Der Virologe Christian Drosten äußerte bei einer gemeinsamen Vorlesung der Charité und der London School of Hygiene and Tropical Medicine im Berliner Museum für Naturkunde am 26. Februar 2020, er halte es für möglich, dass sich der Ausbruch des neuen Coronavirus nicht eindämmen lasse und zu einer Pandemie werde. Der Mikrobiologe Alexander S. Kekulé vom Universitätsklinikum Halle (Saale) vertrat am 25. Februar 2020 in der Zeit die Meinung: „Spätestens mit den aktuellen Übertragungsketten in Italien, die über mehrere Stufen gingen und nicht auf einen Import zurückgeführt werden können, sind alle Kriterien einer Pandemie erfüllt.“[579] Marlen Suckau-Hagel, Leiterin der Abteilung Gesundheit an der Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin, erklärte Mitte Februar 2020: „Die WHO drückt sich darum, die Pandemie auszurufen, aber das ist eher eine politische Aussage, die Zahlen sprechen eine andere Sprache.“[580] Ab dem 9. März 2020 verwendete der US-amerikanische Fernsehsender CNN den Begriff „Pandemie“ in seiner Berichterstattung. Dies wurde durch den leitenden medizinischen Korrespondenten Sanjay Gupta damit begründet, dass SARS-CoV-2 auf allen Kontinenten, außer der Antarktis, verbreitet werde, in mehreren Staaten die Fallzahlen anhaltend steigen würden und es dort eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung geben würde. Gupta gab an, dass Offizielle des US-Gesundheitswesens bereits eine Verschiebung der Strategie von Containment (Eindämmungsstrategie) zu Mitigation (vorbeugende Maßnahmen zur Schadensminderung) signalisieren.[581] Diese Strategien werden im Epidemiologischen Bulletin des RKI erläutert.[148]

    Angesichts der steigenden Infektionszahlen außerhalb Chinas erklärte der Generaldirektor der WHO in seiner Rede am 26. Februar 2020, dass das Ausrufen einer Pandemie nur nach vorsichtiger Analyse der Fakten möglich sei, und verwies auf die bereits seit Ende Januar 2020 geltende „internationale Gesundheitsnotlage“ als höchstes Alarmierungszeichen der WHO. Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte, dass die unachtsame Verwendung des Wortes Pandemie dazu führen könne, dass unnötige Ängste und Stigmatisierung verstärkt würden, ohne dass dem ein Nutzen gegenüberstünde. Natürlich werde die Weltgesundheitsorganisation nicht zögern, von einer Pandemie zu sprechen, wenn dies die korrekte Beschreibung der Situation sei.[582] Er wiederholte diese Aussage in seiner Rede am 2. März 2020 und erläuterte, dass 90 % der global gemeldeten Fälle aus China kämen und dass 81 % der 8.739 Infektionsfälle außerhalb Chinas sich in vier Staaten ereignen würden.[583] Am 9. März 2020 – zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der Infektionsfälle über 100.000, gemeldet aus über 100 Ländern – sagte der WHO-Generaldirektor, dass die Gefahr einer Pandemie sehr real sei, es aber die erste Pandemie in der Geschichte wäre, die beherrscht werden könnte.[99] Am 11. März 2020 erklärte die WHO die bisherige Epidemie offiziell zu einer Pandemie,[4] der ersten seit der Pandemie H1N1 2009/10. Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichnete in seiner Rede am 13. März 2020 Europa als „Epizentrum der Pandemie“. Als Grund gab er an, dass zu diesem Zeitpunkt in Europa mehr Infektions- und Todesfälle auftraten als im Rest der Welt, außer China.[278]

    Kontroversen zu Maßnahmen gegen die Pandemie

    Drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus wie Quarantäne, Isolation besonders betroffener Gebiete, Räumliche Distanzierung, Ausgangsbeschränkungen oder Einreiseverbote wurden in der Öffentlichkeit oft als notwendig akzeptiert, teils auch als verspätet oder aber auch als bedenklich kritisiert. Besorgnis erregen auch Maßnahmen, die den Datenschutz und andere Rechtsgrundlagen aushebeln. Mitunter sei die kritische Lage eine Versuchung für autoritäre Politiker, dementsprechende Strukturen zu etablieren.

    Wissenschaftsleugnung

    Der deutsche ehemalige Bundestags- und Europaratsabgeordnete Wolfgang Wodarg bemängelte in der Anfangsphase der Pandemie die Maßnahmen als überzogen, nicht verhältnismäßig und interessegetrieben. Er konnte seine Meinung in der am 10. März 2020 ausgestrahlten ZDF-Sendung Frontal21 äußern.[584] Er leugnet die Existenz einer gefährlichen und potenziell tödlichen Seuche in Tradition der Wissenschaftsleugnung und stellt sie als Verschwörung der Pharmaindustrie dar.[585] Sein Standpunkt baut auf realen, allgemein bekannten und verständlichen Fakten auf – wie die endemische Existenz weitgehend ungefährlicher Coronaviren (Erkältung) –, führt dann jedoch unbelegte, eigene Behauptungen ein und kommt zu einem randständigen Schluss, der mehrfach widerlegt wurde.[586] Wodarg warb für seine Position offensiv mit seinem Posten im Vorstand von Transparency Deutschland. Dieser und seine Mitgliedschaft wird vom Vorstand aus jedoch seit dem 25. März 2020 ruhen gelassen und die Überprüfung vereinschädigendens Verhalten angestrengt, weil Wodarg sich nicht nur weigerte, seine Veröffentlichungen zurück zu ziehen, die insbesondere bei Verschwörungstheoretikern und Antidemokraten Anklang fänden, sondern nach der Aufforderung noch der Internetsite Rubikon ein Interview gegeben habe.[587] Zu den Umständen in Hotspots der Pandemie, die seinen Positionen entgegenstehen, äußerte er sich auch auf Nachfrage nicht.

    Abwägung von Kosten gegen Nutzen

    Der Epidemiologe John Ioannidis verweist auf die unklare Datenlage: Wir wüssten nicht, ob die tatsächliche Zahl von Infektionen dreimal oder 300-mal so hoch sei wie getestet. Auch Letalitätsraten seien aufgrund seltener, unsystematischer Tests besonders an schwer erkrankten Patienten bedeutungslos. Nur im Fall der Passagiere der Diamond Princess sei eine abgeschlossene Population getestet worden. Die Statistik von 7 Todesfällen unter 700 infizierten Personen ließe aber bei Umrechnung auf die US-amerikanische Altersstruktur nur eine sehr grobe Schätzung der Letalität zu. So sei es in einem optimistischen Szenario (Letalität 0,3 %; Infektionsrate 1 % der Weltbevölkerung) möglich, dass ohne Wissen von einem neuen Coronavirus die Zahl der Grippe-ähnlichen Erkrankungen dieser Saison nicht ungewöhnlich erscheinen werde. Ein pessimistisches Szenario (Letalität 1 %; Infektionsrate 60 % der Weltbevölkerung) prognostiziere dagegen 40 Millionen Tote weltweit, was vergleichbar mit der Spanischen Grippe sei. Wie drastisch die Gegenmaßnahmen ausfallen sollten, hänge vom Szenario ab. Man müsse daher die Verbreitung der Infektion in einer Zufallspopulation kennen und diese Untersuchung regelmäßig wiederholen, um die Häufigkeit neuer Infektionen schätzen zu können. Dann müssten Kosten gegen Nutzen abgewogen werden, der beispielsweise im Fall von Schul-Schließungen angezweifelt werden könne. Ioannidis zitiert eine Metastudie von 2011,[588] nach der Händewaschen besonders bei Kindern oder das Tragen von OP- bzw. N95-Masken nachweisliche Effekte hat, die Wirkung von Zugangskontrollen oder sozialer Distanzierung aber nicht belegt werden konnte. Ioannidis warnt vor den „potenziell ungeheuren sozialen und finanziellen“, damit auch gesundheitlichen Konsequenzen der Unterbrechung von Kontakten und Wirtschaftsbeziehungen. Je nach Szenario könnten diese möglicherweise viel gravierender sein als die direkten Folgen des Virus.[589]

    Der Epidemiologe Marc Lipsitch antwortete darauf, man wisse genug, um entschieden antworten zu müssen. Er sieht die Beispiele plötzlicher schwerer Krankheitsverläufe in Wuhan und Italien als Folge verspäteter Reaktionen auf die Krise. Lipsitch erkennt einen weitgehenden Konsens unter Epidemiologen, dass soziale Distanzierung vorübergehend die einzige Möglichkeit sei, eine Überforderung des Gesundheitssystems zu vermeiden, und die Zeit zu nutzen, andere Maßnahmen gegen das Virus zu entwickeln. Dennoch gibt er Ioannidis dahingehend recht, dass weitere Daten zu einer sicheren Bewertung benötigt werden.[590]

    Pandemie und Grundrechte

    Der Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sprach sich vor dem 18. März, auch vor dem Hintergrund der italienischen Entwicklung, sowohl gegen Ausgangsbeschränkungen als auch gegen Grenzschließungen aus, die „politischer Aktionismus“ seien.[591][592]

    Abgesperrter Spielplatz in Stuttgart im März 2020

    Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit empfiehlt individuelle, an das jeweilige Gesundheitssystem und die Situation angepasste Maßnahmen und äußerte sich kritisch über mögliche Ausgangsbeschränkungen und Versammlungsverbote, weil diese den sozialen Stress förderten, was ebenfalls Krankheiten oder auch Selbstmorde auslösen könne.[593] Der Historiker René Schlott hält die „Bereitwilligkeit, fast Willfährigkeit“ für besorgniserregend, mit der zeitweise Einschränkungen von Grundrechten wie Versammlungsfreiheit, Gewerbefreiheit oder Asylrecht – durch die bisher abgelehnte weitgehende Schließung der EU-Außengrenzen – hingenommen würden. Auch Kinderrechte würden eingeschränkt, wenn etwa der Spielplatz-Besuch verboten werde. Kritik daran und die Suche nach Alternativen würden diffamiert, stattdessen autoritäre Führung gefordert. Die langfristige Gewöhnung an solche Maßnahmen sieht Schlott als problematisch an, befürchtet sogar, sie könnten als „Drehbuch für eine rechtspopulistische Machtübernahme“ dienen.[594] Kritiker halten den von Schlott geäußerten Standpunkt für rücksichtslosen Individualismus, der auf Kosten des Schutzes von Risikogruppen und gesellschaftlicher Solidarität zugunsten eigener Bedürfnisse Leben gefährden kann, harte Worte zu solchen Anschauungen fallen beispielsweise in Italien.[595]

    Stefan Brink, Datenschutzbeauftragter des Landes Baden-Württemberg, warnt davor, „im Umgang mit Infizierten das Gesetz zu brechen“. Der Datenschutz werde, so Brink, „häufig beiseitegeschoben“. Wenn aber der Staat nicht verlässlich sei in diesem Bereich, so verlöre „er das Vertrauen, das er braucht, damit ihm die Bürger folgen.“ Es sei „extrem wichtig, dass die staatlichen Stellen signalisieren: Ja, wir haben eine Ausnahmesituation, halten uns aber an Recht und Gesetz.“ In Israel nutze der Geheimdienst „Bewegungsprofile einzelner Menschen, um die Einhaltung von Quarantänevorschriften zu überprüfen“. In Österreich böten „Mobilfunkanbieter ihre Ortungsdaten dem Staat an.“ Dies sei „ein klarer Bruch des Telekommunikationsgeheimnisses“. Ob in Deutschland bereits „Listen von Infizierten oder Verdachtsfällen von Gesundheitsämtern“ abgerufen wurden, wisse man nicht.[596] Das kritisierte österreichische System ist aber ein seit einigen Jahren in Planung befindliches modernes Zivilschutzsignal, das ohne weitere Überprüfung jedem Mobilgerät in einem Raum eine Warn-SMS schickt und mit den Funkzellenkennungen der A1 Telekom Austria realisiert wird.[597] Es ist geplant, das auch im Falle der Ausrufung einer Ausgangssperre zu nutzen. Sonst würden in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz derzeit vollständig anonymisierte Bewegungsstrom-Muster ausgewertet, um allfällige Hotspots mit mangelhafter Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen ausfindig machen zu können.[598] Der Netzaktivist Max Schrems betonte zu diesem Thema, man müsse bezüglich Vorsicht bei Bewegungdaten „die Kirche im Dorf lassen“, die meisten Smartphone-Benutzer würden heute weitaus mehr – und hochgradig personalisierte – Daten freiwillig kommerziellen Netzdienste-Anbietern zur Verfügung stellen, für ein übertriebenes Misstrauen speziell gegenüber staatlicher Nutzung unter Einhaltung der Gesetze bestehe kein Anlass, und für lebensrettende Maßnahmen jedenfalls legitim.[599][600][601] Die österreichische Datenschutzgrundverordnung beispielsweise sieht für „lebenswichtige Interessen der betroffenen Person oder einer anderen natürlichen Person“ und zur Bekämpfung „grenzüberschreitender Gesundheitsgefahren“ ausdrückliche Sonderregeln vor.[600]

    Der Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky warnt vor einem langfristigen Festhalten an den gegenwärtigen Restriktionen. Es gehe bei der Bewältigung der Cornonakrise auch darum „sicherzustellen, dass große Errungenschaften unserer Gesellschaft wie Demokratie, Freiheit oder Selbstbestimmung […] nicht gleichzeitig verloren gehen.“ Der Zustand, dass es keine ernst zu nehmenden Gegenmeinungen zu der These gebe, Politiker müssten vor allem anerkannten Virologen Gehör schenken, dürfe nicht von Dauer sein. Auf Dauer könne nur eine Politik Erfolg haben und mit der Zustimmung der Wahlbevölkerung rechnen, die systematisch Infizierte identifiziere und gemeinsam mit Risikogruppen vom Rest der Bevölkerung isoliere.[602]

    „Boomer remover“

    In sozialen Netzwerken kursiert für den COVID-19-Erreger der zynische Name „boomer remover“ als Meme. Der Name, der in etwa mit „Entferner der Baby-Boomer“ übersetzt werden kann, bezieht sich darauf, dass besonders ältere Menschen zu den Risikogruppen von COVID-19 gehören, also solche herunter bis zur Babyboom-Generation (sogenannte Baby-Boomer). Durch die speziell hohe Mortalität in dieser Altersgruppe könnte die Alterspyramide signifikant verändert werden, die Pandemie also der zunehmenden Überalterung der westlichen Gesellschaften entgegen wirken, und damit auch dem in den letzten Jahren zunehmend diskutierten Kollaps des Altersversorgungssystems durch ein unausgewogenes Verhältnis von Zahlern und Rentenempfängern. Es werden Stimmen laut, die Coronaparties oder mangelndes Social distancing unter jungen Menschen nicht nur für die Fahrlässigkeit mangelnder sozialer Empathie halten, sondern für billigendes in Kauf nehmen von Todesopfern aus Eigennutz, oder sogar mutwilligen Sozialdarwinismus.[603] In den Vereinigten Staaten wird auch diskutiert, ob dieses Verhalten als Revanche an den Generationen, die das Opfer junger Menschen in Kriegseinsätzen zum Vorteil des älteren Establishments in Kauf genommen haben, zu sehen sei.[604]

    Siehe auch

    Weblinks

    Commons: Coronavirus-Pandemie 2019/2020 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    Commons: COVID-19-Pandemie in der Volksrepublik China – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    • Johns Hopkins CSSE: Coronavirus COVID-19 Global Cases. Aktuelle Zahlen für bestätigte Infektionen, Todesfälle und Genesungen nach Ländern und Regionen – laufend aktualisiert. In: Website des Johns Hopkins University Center for Systems Science and Engineering. (englisch, mehrmals täglich aktualisiert, zum Daten-Update Seite jeweils neu laden).

    Informationen staatlicher Behörden vorwiegend in deutscher Sprache

    (in der Regel laufend aktualisiert)

    Informationen internationaler bzw. staatlicher Behörden vorwiegend in englischer Sprache

    (in der Regel laufend aktualisiert)

    Reportagen, Podcasts, Aufklärungsvideos

    Literatur

    Einzelnachweise

    1. Weltgesundheitsorganisation: Statement on the second meeting of the International Health Regulations (2005) Emergency Committee regarding the outbreak of novel coronavirus (2019-nCoV). 30. Januar 2020, abgerufen am 30. Januar 2020 (englisch).
    2. WHO ruft wegen Coronavirus weltweite Notlage aus. In: Süddeutsche Zeitung. 30. Januar 2020, abgerufen am 30. Januar 2020.
    3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa Novel Coronavirus (2019-nCoV) situation reports; Coronavirus disease (COVID-2019) situation reports. WHO, abgerufen im März 2020 (englisch, Hinweis zu den Fallzahlen: Die WHO übernimmt die Angabe der Zahlen ihrer Mitgliedstaaten nach einer bestimmten Definition. Vom 13. bis 16. Februar 2020, Report Nr. 24 bis 27, wies die WHO zusätzlich zu den mit Labortests bestätigten Fällen die durch klinische Diagnosen bestätigten Fälle für die am stärksten betroffene Region Hubei in China separat aus, vergleiche Artikeltext. Die gezeigten Zahlen beinhalten beide Fallarten. Bis zum 17. März 2020 waren im WHO-Bericht die bis 10:00 Uhr MEZ gemeldeten Fälle aufgeführt, mit dem Report Nr. 58 vom 18. März 2020 wurde dies auf 00:00 Uhr MEZ geändert, so dass sich Überschneidungen zum Report Nr. 57 ergeben.).
    4. a b c Tedros Adhanom Ghebreyesus: WHO Director-General's opening remarks at the media briefing on COVID-19 – 11 March 2020. In: Website WHO. 11. März 2020, abgerufen am 12. März 2020 (englisch).
    5. Coronavirus: Erster Coronavirus-Todesfall außerhalb Chinas auf Philippinen, zeit.de, 2. Februar 2020
    6. Coronavirus deaths exceed Sars fatalities in 2003. BBC News, 9. Februar 2020, abgerufen am 12. Februar 2020 (englisch).
    7. Coronavirus: Italien meldet mehr Tote als China – Über 3.400 Opfer. In: Oberösterreichisches Volksblatt online, 19. März 2020.
    8. Spanien meldet mehr Covid-19-Tote als China. In: Spiegel online, Panorama, 25. März 2020.
    9. Corona, aktuelle Zahlen weltweit: Infizierte, Tote, Länder, Genesungen. Abgerufen am 21. März 2020.
    10. n-tv NACHRICHTEN: +++ 06:42 Vertrauliches Dokument legt Krisenstrategie der Bundesregierung offen +++. Abgerufen am 27. März 2020.
    11. n-tv NACHRICHTEN: USA sind neues Corona-Epizentrum. Abgerufen am 27. März 2020.
    12. Da Shiji (达史纪): The Truth About “Dramatic Action”. 27. Januar 2020, abgerufen am 4. Februar 2020 (englisch).
    13. WHO Statement Regarding Cluster of Pneumonia Cases in Wuhan, China. WHO, 9. Januar 2020, abgerufen am 14. Januar 2020 (englisch).
    14. Kristian G. Andersen, Andrew Rambaut, W. Ian Lipkin, Edward C. Holmes, Robert F. Garry: The Proximal Origin of SARS-CoV-2. In: virologica.org, Quelle: ARTIC Network, 17. Februar 2020
    15. Yan Bai, Lingsheng Yao, Tao Wei, et al: Presumed Asymptomatic Carrier Transmission of COVID-19. 18. Februar 2010, abgerufen am 19. März 2020 (englisch).
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    18. Elena Erdmann: Coronavirus: „Wir wissen nicht einmal, wie viele Fälle es heute gibt“ – Interview mit Harvard-Epidemiologe René Niehus. In: Die Zeit, 29. Februar 2020. 
    19. World Health Organization: Coronavirus disease 2019 (COVID-19): Situation Report – 29. World Health Organization.
    20. a b Mike Famulare: 2019-nCoV: preliminary estimates of the confirmed-case-fatality-ratio and infection-fatality-ratio, and initial pandemic risk assessment. Institute for Disease Modeling.
    21. Elizabeth Cheung: Some recovered Covid-19 patients may have lung damage, doctors say. In: South China Morning Post, 13. März 2020. Abgerufen am 2. April 2020. 
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    39. Fragen und Antworten zu Covid-19: Was bringen die Ausgangsbeschränkungen?. In: Spektrum.de, 18. März 2020. Abgerufen am 21. März 2020. 
    40. Anthony King: Possible Biological Explanations for Kids’ Escape from COVID-19. In: The Scientist Magazine®, 16. März 2020. Abgerufen am 21. März 2020. 
    41. S. Kannan, P. Shaik Syed Ali, A. Sheeza, K. Hemalatha: COVID-19 (Novel Coronavirus 2019) – recent trends. In: European Review for Medical and Pharmacological Sciences. Band 24, Nr. 4. 2020, doi:10.26355/eurrev 202002 20378. S. 2006–2011.
    42. COVID-19: Wann eine Nachverfolgung von Kontaktpersonen die Epidemie stoppen könnte. In: Aerzteblatt.de. 2. März 2020.
    43. Julia Merlot: Chef des Robert Koch-Instituts: „Wir gehen davon aus, dass es ein Stresstest wird für unser Land“ – DER SPIEGEL – Wissenschaft. In: Der Spiegel, 13. März 2020. Abgerufen am 20. März 2020. 
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    45. Linlin Bao, Wei Deng, Hong Gao, Chong Xiao, Jiayi Liu, Jing Xue, Qi Lv, Jiangning Liu, Pin Yu, Yanfeng Xu, Feifei Qi, Yajin Qu, Fengdi Li, Zhiguang Xiang, Haisheng Yu, Shuran Gong, Mingya Liu, Guanpeng Wang, Shunyi Wang, Zhiqi Song, Wenjie Zhao, Yunlin Han, Linna Zhao, Xing Liu, Qiang Wei, Chuan Qin: Reinfection could not occur in SARS-CoV-2 infected rhesus macaques. In: bioRxiv. 14. März 2020, doi:10.1101/2020.03.13.990226.
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    57. Katherine Rydlink, Irene Berres,: Coronavirus-Risikogruppen: „Die Kinder nicht mehr zu Oma und Opa bringen“. In: Der Spiegel. 10. März 2020, abgerufen am 10. März 2020.
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    61. Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege 20. März 2020. (PDF) Abgerufen am 21. März 2020.
    62. Covid-19 » Schutz vor Ansteckung » Lungenaerzte-im-Netz (Ratgeber) In: Lungenärzte im Netz. Abgerufen am 23. März 2020.
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