Denys Calvaert

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Denys Calvaert (* um 1540 in Antwerpen; † 16. April 1619 in Bologna; auch genannt Dionisio Fiammingo) war ein flämischer Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Darbringung der Jungfrau im Tempel

Er trat 1556 bei Crispyn van den Queboorn in die Lehre, ging dann nach Bologna, um sich, bereits geschickter Landschaftsmaler, in der Figurenmalerei auszubilden; hier wurden Lorenzo Sabatini und Prospero Fontana[1] seine Lehrer, Antonio da Correggio, Parmigianino und Pellegrino Tibaldi seine Meister.

Nachdem er längere Zeit auch in Rom fleißig studiert hatte, kehrte er nach Bologna zurück und gründete hier eine stark besuchte Schule, in welcher auch Guido Reni, Francesco Albani, Domenichino ihre Studien begannen. Ein Werk aus dem Jahre 1579 ist das 58 × 41 cm große Gemälde Heilige Familie mit Johannesknaben[2]

Calvaert hatte von seiner Heimat ein gediegenes Kolorit und eine gewisse sorgsame Naturauffassung mitgebracht, die auf seine Schüler günstig einwirkten. Freilich war er dabei nicht frei von einem manieristischen Wesen, von der Vorliebe für übertriebene Formen und eine hohle, theatralische Komposition. Als die Carracci ihre Akademie in Bologna errichteten, begann Calvaerts Stern zu verbleichen, und seine Schüler verließen ihn.

Er starb 1619 in Bologna. Abgesehen von seinen großen Bildern, von denen es in Bologna noch verschiedene gibt, worunter St. Michael in der Kirche San Petronio, das Fegefeuer in der Kirche alle Grazie, das Paradies in der Kirche ai Servi etc. hervorzuheben sind, fanden namentlich seine kleinen, auf Kupfer gemalten zierlichen Bilder seiner Zeit großen Beifall, den sie auch durch die Zartheit des Kolorits und Sorgsamkeit der Behandlung verdienten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Denys Calvaert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christina Haberlik u. a.: 50 Klassiker – Künstlerinnen, Malerinnen, Bildhauerinnen und Photographinnen. Gerstenberg Hildesheim 2002, S. 19
  2. Dorotheum, 12. – 14. Oktober 2010