Der Pilger

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der pilger – Kirchenzeitung der Katholiken im Bistum Speyer

Verlag Peregrinus GmbH, Speyer
Erstausgabe 1. Januar 1848
Erscheinungsweise 38 × jährlich
Verkaufte Auflage 13.444 Exemplare
(IVW Q1/2018)
Verbreitete Auflage 14.322 Exemplare
(IVW Q1/2018)
Chefredakteur Norbert Rönn
Herausgeber Der Generalvikar des Bistums Speyer
Geschäftsführer Marco Fraleoni
Weblink www.pilger-speyer.de
Artikelarchiv www.pilger-speyer.de/archiv
Glückwunschschreiben Papst Pius XII. zum 100-jährigen Jubiläum (gefeiert 1950, da im Zweiten Weltkrieg zwei Jahrgänge ausfielen).
Glückwunschschreiben Kardinal Michael von Faulhaber, 1950

der pilger – Kirchenzeitung der Katholiken im Bistum Speyer ist eine in 38 Ausgaben pro Jahr erscheinende Publikation des katholischen Bistums Speyer. Bis März 2014 war sie als Wochenzeitung unter dem kürzeren Namen „der pilger“ erschienen, von 1848 bis 1960 nannte sie sich „Der christliche Pilger“ (bis Jg. 110, 1960, Nr. 48).[1]

Am 1. Januar 1848 gegründet, ist sie älter als der Osservatore Romano und damit die älteste Bistumszeitung in Deutschland. Sie berichtet vom kirchlichen Leben in der Diözese ebenso wie über das Geschehen in der Weltkirche. Dazu kommen religiöse Texte wie Gebete und Bibelauslegungen insbesondere zu den jeweils aktuellen Sonntagsevangelien. Im Unterhaltungsteil bietet die Zeitung Buch- und Spieletipps, Kurzgeschichten, Rätsel und Kochrezepte. Regelmäßig werden auch Ereignisse und politisches Geschehen aus katholischer Sicht kommentiert. Seit März 2017 wird die Zeitung durch die vierteljährlich und bundesweit erscheinende Zeitschrift „der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ ergänzt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitung wurde unter Bischof Nikolaus von Weis durch den aus Bobenheim stammenden Domvikar und späteren Domkapitular Franz Hällmeyer gegründet.[3] Die erste Ausgabe erschien als „Der christliche Pilger“ am 1. Januar 1848. Mit dem obersten Ziel „die Botschaft Christi weiterzutragen“ setzte sich das Blatt gegen Armut, soziale Ungerechtigkeit und für die Abschaffung der Kinderarbeit ein. Zeitgleich mit den Revolutionen 1848/1849 gegründet, bezog es aber auch klare politische Position gegen den Klassenkampf, wie ihn Karl Marx im Kommunistischen Manifest formulierte und gegen das Staatskirchentum.[4]

Ab 8. Januar 1848 verwendete die Zeitung eine Pilger-Zeichnung des Kirchenmalers Johann von Schraudolph im Titelbild, die bis 1857 unverändert blieb.[5] Im Laufe der Jahrzehnte war die Zeichnung mehrfach Veränderungen unterworfen.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Blatt 1941 verboten und die Druckerei zwangsverpachtet.[4] In der Nachkriegszeit von der französischen Militärverwaltung wieder zugelassen, konnte der Pilger durch den Hauptschriftleiter Nikolaus Lauer im Jahr 1945 wieder aufgebaut werden.

Von 1920 bis 2009 wurde die Zeitung in der Speyerer Pilger-Druckerei verlegt. Trotz politischer und wirtschaftlicher Krisenzeit war es dem Domvikar und Pilger-Redakteur Jakob Baumann im Jahr 1920 gelungen, zusammen mit dem späteren Geschäftsführer Wilhelm Hogg sen. in der Kleinen Pfaffengasse, in Nachbarschaft zum Bischöflichen Ordinariat, eine kirchliche Druckerei aufzubauen.[6] Im Juni 2009 sah sich jedoch die Tochtergesellschaft Progressdruck GmbH getwungen, beim Amtsgericht Ludwigshafen Insolvenz anzumelden. Progessdruck war von der Pilger-Druckerei GmbH in den 1970er Jahren in Heidelberg übernommen und in den eigenen Speyerer Betrieb eingegliedert worden.[7] Daraufhin mussten für die Bistumszeitung neue Strukturen geschaffen werden. Sie erscheint seither im neu gegründeten und vollständig in Besitz des Bistums befindlichen Verlag Peregrinus GmbH, ebenfalls in Speyer.[8]

Am 2. März 2017 erschien, mit einer Druckauflage von 100.000 Exemplaren und einem Umfang von 140 Seiten, erstmals die vierteljährlich und bundesweit erscheinende Zeitschrift „der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“. Nach Angaben des Verlags handelt es sich dabei um ein „Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus“. Zu den Autoren des Magazins zählt unter anderen die ehemalige Brigitte-Chefredakteurin Beatrix Kruse.[2]

Redaktion und Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chefredakteur ist Norbert Rönn. Im ersten Quartal des Jahres 2018 hatte die Wochenzeitung eine Gesamtauflage von 14.322 Exemplaren, bei einer verkauften Auflage von 13.444 Exemplaren, davon alle im Abonnement.[9]

Spendenaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1960 begründete Spendenaktion „ Aktion Silbermöve“ führt jährlich zu einem Spendenvolumen von etwa einer Million Euro.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der christliche Pilger : Bistumsblatt für die Dioezese Speyer, In: DNB, abgerufen am 1. Juni 2018
  2. a b Speyer – „der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ kommt am 2. März in den Zeitschriftenhandel. In: MRN-News.de. 2. März 2017, abgerufen am 1. Juni 2018.
  3. „der pilger“ – Kirchenzeitung seit 1848: Deutschlands älteste Bistumszeitung. In: pilger-speyer.de, abgerufen am 1. Juni 2018
  4. a b Anton Schlembach: Wort des Bischofs zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel am 10. September 1995 (PDF; 50 kB). In: Oberhirtliches Verordnungsblatt für das Bistum Speyer, 88. Jahrgang Nr. 9 am 24. August 1995, S. 480 (Digitalisat auf bistum-speyer.de)
  5. Aufbruch im Glauben – unterwegs mit Menschen. In: pilger-speyer.de, abgerufen am 1. Juni 2018
  6. In Speyer wird Biographie des Gründers der Pilger-Druckerei vorgestellt (Memento vom 27. Januar 2016 im Internet Archive). Bistum Speyer, 10. Oktober 2014
  7. Insolvenzantrag gestellt. In: Druck&Medien, 28. Juni 2009, abgerufen am 1. Juni 2018
  8. "Peregrinus" jetzt für "Pilger" zuständig. In: Mannheimer Morgen, 25. Juli 2009, abgerufen am 1. Juni 2018
  9. Pilger, Der Kirchenzeitung der Katholiken im Bistum Speyer (38 x jähr). In: IVW, abgerufen am 1. Juni 2018