Brigitte (Zeitschrift)

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Brigitte
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Beschreibung Frauenzeitschrift
Verlag Gruner + Jahr
Erscheinungsweise zweiwöchentlich
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2017)
418.960 Exemplare
Verbreitete Auflage (IVW 3/2017) 423.170 Exemplare
Reichweite (MA 2017 II) 2,69 Mio. Leser
Chefredakteur Brigitte Huber
Weblink brigitte.de
ISSN 0931-8763

Brigitte ist eine deutsche Frauenzeitschrift, die im Verlag Gruner + Jahr zweiwöchentlich erscheint.

Die Zeitschrift beschäftigt sich vor allem mit den Themen Mode, Kultur, Psychologie, Partnerschaft, Medizin, Umwelt, Wohnen, Beruf und Politik.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelbild von 1906

Brigitte geht auf die Zeitschrift Dies Blatt gehört der Hausfrau! zurück, die am 3. Juli 1886 erstmals im Berliner Friedrich Schirmer Verlag erschien.[1] 1905 wurde sie vom Ullstein-Verlag übernommen, der sie 1915 in Ullsteins Blatt der Hausfrau umbenannte.[2] Die Journalistin und Frauenrechtlerin Barbara von Treskow, die in den 1920er Jahren beim Blatt der Hausfrau mitzuarbeiten begann und 1933 seine Chefredakteurin wurde, wird als „geistige Mutter der Brigitte“ bezeichnet.[2] Der Name fand bereits 1926 in einem Werbeslogan Verwendung, sowie von 1932 bis 1944 in über 300 „Brigitten-Tagen“ – bunte Abende, die von Treskow in Berlin für Frauen veranstaltete.[2]

Ab 1952 wurde „Brigitte“ dem Titel hinzugefügt und nach und nach optisch immer stärker betont, bis schließlich ab der Ausgabe vom 1. Mai 1954 der Schriftzug „Blatt der Hausfrau“ gänzlich entfiel – dieser Tag wird heute in der Verlagswerbung von Gruner+Jahr als Gründungsdatum der Brigitte bezeichnet.[2] Damals lag die Auflage bei 200.000 Exemplaren.[3] 1957 wurde sie vom Constanze-Verlag übernommen, dem Herausgeber der damals marktführenden Frauenzeitschrift Constanze, die 1969 in Brigitte aufging.[3] Constanze-Chefredakteur Hans Huffzky und seine Redakteure Peter Brasch und Hannelore Holtz (später Krollpfeiffer) erarbeiteten die inhaltliche Struktur des Blattes.[4] Sie gilt im Wesentlichen noch heute. 1985 wurde Brigitte selbst Marktführerin, vor Für Sie und freundin.[3]

Chefredakteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am längsten amtierende Chefredakteur der Brigitte (von 1957 bis 1984) war Peter Brasch. Anne Volk leitete die Zeitschrift von 1985 bis 2001.[5] Im Mai 2009 wurden die Chefredaktionen der Druckausgabe und des Internetablegers brigitte.de vereinigt und gemeinsam von Andreas Lebert und Brigitte Huber geleitet.[6] Im August 2012 wurde Lebert durch Stephan Schäfer ersetzt, seit April 2013 ist Brigitte Huber alleinige Chefredakteurin.

Ableger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die hohe Nachfrage der Leserschaft hat mittlerweile zu weiteren Zeitschriften in der Brigitte-Verlagsgruppe geführt:

  • Brigitte Young Miss erschien von 1990 bis 2006. Zielgruppe waren junge Frauen im Alter von 14 bis 25 Jahren.
  • Brigitte Woman erscheint seit 2000. Zielgruppe sind Frauen ab vierzig.
  • Brigitte Balance erschien von 2004 bis 2012. Schwerpunkte des Magazins waren Fitness, Ernährung und Medizin.
  • Brigitte Mom erscheint seit 2011. Zielgruppe sind Mütter und Frauen mit Kinderwunsch zwischen 20 und 40.
  • Brigitte Wir erscheint seit 2015. Zielgruppe sind Frauen ab sechzig.

Aktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2009 wurde die Initiative „Ohne Models“ bekannt gegeben, nach der ab dem 2. Januar 2010 in der Brigitte und ihren Ablegern und Onlineportalen für sämtliche Fotostrecken keine professionellen Models, insbesondere keine Magermodels, mehr fotografiert werden, sondern nur noch „normale“ Frauen.[7] Die Brigitte bekam für die Initiative viel Beifall und Zustimmung,[8] Kritiker meinten, es würde sich lediglich um eine PR-Strategie handeln.[9] Nach einem Wechsel in der Chefredaktion zeigt die Brigitte seit dem 6. September 2012 wieder professionelle Models in ihrem Heft. Die Leserinnen hätten über Minderwertigkeitskomplexe geklagt.[10]

Seit 2002 wird die komplette Druckversion von Brigitte für Blinde in einer digitalen Version zugänglich gemacht, womit sie nach Verlagsangaben „das erste Magazin für Frauen in Deutschland [ist], dessen vollständiger redaktioneller Inhalt für Blinde erhältlich ist.“[11]

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brigitte hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 55,5 Prozent gesunken.[12] Sie beträgt gegenwärtig 418.960 Exemplare.[13] Das entspricht einem Rückgang von 521.830 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 30,5 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[14]

Entwicklung der Abonnentenzahlen[15]

Fotografen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Heide. Der Architekt entwickelte in den 60er Jahren gemeinsam mit der Redaktion die seinerzeit bahnbrechende Idee, zerlegbare Designermöbel für den Versand zu entwerfen.
  • Brigitte-Diät

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christine Feldmann-Neubert: Frauenleitbild im Wandel: 1948–1988. Von der Familienorientierung zur Doppelrolle. Deutscher Studien-Verlag, Weinheim 1991, ISBN 3-89271-296-4 (zugleich Dissertation an der Technischen Hochschule Darmstadt 1991).
  • Dora Horvath: Bitte recht weiblich! Frauenleitbilder in der deutschen Zeitschrift „Brigitte“ 1949–1982. Chronos, Zürich 2000, ISBN 978-3-905313-62-8 (zugleich Dissertation an der Universität Zürich 2000).
  • Sylvia Lott-Almstadt: Brigitte 1886–1986. Die ersten 100 Jahre. Chronik einer Frauenzeitschrift. Gruner + Jahr, Hamburg 1986, ISBN 3-570-04930-2 (Inhalt).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sylvia Lott-Almstadt: Brigitte 1886–1986. Die ersten 100 Jahre. Hamburg 1986, ISBN 3-570-04930-2.
  2. a b c d www.mediatribune.de
  3. a b c  H. Schlaffer: Zeitschrift: Fasten, joggen, selber nähen. In: zeit.de. 6. Mai 2004; abgerufen am 2. Dezember 2014.
  4. Sylvia Lott-Almstadt: Brigitte 1886–1986. Die ersten 100 Jahre. Hamburg 1986, ISBN 3-570-04930-2, S. 12.
  5.  Heike Faller: Miss Germany. In: zeit.de. 23. März 2005; abgerufen am 11. Dezember 2014.
  6. Brigitte-Gruppe führt Chefredaktionen zusammen auf brigitte.de
  7. Ohne Models: Eine Initiative der Brigitte auf brigitte.de. Dialika Krahe: Modell Gabi. In: Der Spiegel. Nr. 41, 2009 (online5. Oktober 2009).
  8. „Brigitte“: Lebert kassiert Applaus für Model-Rauswurf in DWDL vom 5. Oktober 2009. Reaktionen auf Brigitte „Ohne Models“ auf brigitte.de
  9. „Brigitte“-Relaunch – „Keiner ist mehr sicher“. In: sueddeutsche.de. 5. Oktober 2009; abgerufen am 11. Dezember 2014. „Mollig mit Größe 42 – das ist doch ein Witz“. In: Spiegel Online. 22. Januar 2010; abgerufen am 11. Dezember 2014.
  10. „Brigitte“ zeigt wieder professionelle Models. In: faz.net. 6. September 2012; abgerufen am 11. Dezember 2014.
  11. Christiane Dähn: BRIGITTE ab sofort auch für Blinde. G+J; abgerufen am 6. Oktober 2015.
  12. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  13. laut IVW, drittes Quartal 2017 (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  14. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  15. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)