Der kleine Prinz (1966)

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Filmdaten
OriginaltitelDer kleine Prinz
ProduktionslandDDR
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1966/1972
Länge74 Minuten
Stab
RegieKonrad Wolf
DrehbuchAngel Wagenstein
ProduktionDEFA
im Auftrag des DFF
MusikKiril Cibulka
KameraGünter Marczinkowsky
SchnittChrista Stritt,
Karin Kusche
Besetzung

Der kleine Prinz ist ein im Auftrag des DFF hergestellter Fernsehfilm der DEFA von Konrad Wolf aus dem Jahr 1966, nach der gleichnamigen märchenhaften Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelte sich hierbei um die Adaption von Antoine de Saint-Exupérys modernem Märchen, welches 1965 erstmals in der DDR erschienen war. Die Kulissen und auch die Kostüme blieben dicht an den Illustrationen des Buches. Da der Inhalt sowie auch der Text des Buches nicht für den Film verfälscht wurden, ist die Inhaltsangabe in Der kleine Prinz zutreffend. Der Säufer vom dritten Stern und der Forscher vom sechsten Stern wurden im Film nicht berücksichtigt.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kleine Prinz wurde im DEFA-Studio für Spielfilme von der Gruppe „Heinrich Greif“ auf ORWO-Color gedreht. Der Text der Ballade, die von Manfred Krug gesungen wurde, stammt von Paul Wiens. Das Szenenbild schuf Alfred Hirschmeier und die Kostümentwürfe kamen von Dorit Gründel. Die Rose wurde von Monika Lennartz gesprochen.

Die Dreharbeiten fanden vom 9. November 1965 bis zum 9. Januar 1966 statt. Die Kosten stiegen von anfangs 600.000 Mark der Deutschen Notenbank auf über 900.000 MDN. Auf Grund von Differenzen in Zuständigkeitsfragen begann man erst mit der Fertigstellung sich um die Urheberrechte zu kümmern. Diese bekam man aber von den Erben des Schriftstellers nicht und deshalb wurde Der kleine Prinz nur sehr selten mit einer Ausnahmegenehmigung gezeigt. Die Uraufführung erfolgte am Pfingstsonntag, den 21. Mai 1972 ohne größere Vorankündigung im 2. Programm des DFF. Seit 1. Januar 2015 sind die Urheberrechte an dem Buch, soweit sie Antoine de Saint-Exupéry betreffen, in Deutschland und den meisten anderen Staaten der Welt erloschen.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films schreibt: „Streng stilisierter, in Kulissenlandschaften inszenierter Film, mit dem sich Konrad Wolf auf die Spuren eines existentialistischen Klassikers begibt und zu einer dichten, von ausgezeichneten Darstellern getragenen Annäherung findet. Stilistisch ein Ausnahmewerk im Schaffen des Regisseurs.“[2] Hermann Schirrmeister von der Tageszeitung des FDGB Tribüne bemerkte: „Den Freunden des besinnlicheren Genres bot die Farbfernsehsendung Der kleine Prinz ein Märchen für Erwachsene an, ein Gleichnis des Lebens, gesehen von dem feinsinnigen französischen Schriftsteller und Piloten Antoine de Saint-Exupéry.“ Weiterhin schrieb er, dass die Hauptrollen eindrucksvoll besetzt waren, sie ergaben mit dem Phantasievollen Szenenbild und der Kamera dem Gleichnis ein lyrisches Gepräge.[3] Laut Hans-Dieter Tok in der Leipziger Volkszeitung erwies sich der Film als eine kunstvolle Etüde, als ein in Vielem gelungenes Experiment Konrad Wolfs, mit dem er seine Ausdrucksmöglichkeiten erweiterte, sich in bislang ungewohnten Terrain versuchte und behauptete.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schrift Nr. 221 der Veranstaltungsreihe Wiederentdeckt im DHM von Jan Gympel
  2. Der kleine Prinz. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins; abgerufen am 2. März 2017.
  3. Tribüne vom 25. Mai 1972
  4. Leipziger Volkszeitung vom 25. Mai 1972