Der kleine Zauberer und die große Fünf

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Filmdaten
OriginaltitelDer kleine Zauberer und die große Fünf
ProduktionslandDDR
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1977
Länge67 Minuten
Stab
RegieErwin Stranka
DrehbuchErwin Stranka Szenarium
ProduktionDEFA, KAG „Babelsberg“
MusikUve Schikora
KameraPeter Brand
SchnittBarbara Simon
Besetzung

Der kleine Zauberer und die große Fünf ist ein deutscher Kinderfilm der DEFA von Erwin Stranka aus dem Jahr 1977. Gelegentlich wird er auch zu den DEFA-Märchenfilmen gezählt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Familie Schneidewind ist Zauberei Alltag: Vater Schneidewind arbeitet in einer Zauberstabfabrik, während Mutter Schneidewind in ihrem Schuhladen mit Zauberei jegliche Schuhwünsche der Kunden erfüllen kann. Sohn Oliver, der die vierte Klasse besucht, hat hingegen noch seine Probleme mit der Zauberei und in Zauberkunde gerade eine glatte 5 erhalten. In vier Tagen soll er Lehrer Fiebig die Unterschrift seiner Eltern zeigen, will der Familie die Schande über die Zensur jedoch ersparen.

Er versucht in den vier Tagen alles erdenkliche, um die 5 verschwinden zu lassen. Beim Versuch, die 5 wenigstens in eine 3 zu verwandeln, erscheinen in seinem Zimmer plötzlich fünf sprechende Meerschweinchen. Beim nächsten Versuch zaubert Oliver singende, rotkarierte Gänse in sein Zimmer. Als selbst seine Mitschüler sich von ihm abwenden, weil er vor lauter Zauberei keine Zeit mehr zum Spielen hat, beichtet er seinen Eltern, die bereits misstrauisch geworden waren, schließlich doch seine Zensur. Zwar versagt bei einer 5 auch die Zauberkunst des Vaters, doch weiß Mutter Schneidewind Rat: Schafft es Oliver, in den nächsten drei Arbeiten eine 1 zu schreiben, wird aus der schlechten 5 am Ende im Durchschnitt eine 2.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kleine Zauberer und die große Fünf beruht auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Uwe Kant. Die Dreharbeiten fanden in und um Potsdam statt. Zu sehen sind unter anderem der Saarmunder Segelflugplatz, die damalige Ernst-Thälmann-Schule im Zentrum von Potsdam, der Platz der Einheit, das Halbleiterwerk Stahnsdorf und die Bruno-Baum-Straße. Auch das DEFA-Außengelände und eine Zahnarztpraxis im Gebäude der DEFA dienten als Drehorte, um die Transportkosten des Films niedrig zu halten.[1]

Der Film erlebte am 4. Februar 1977 in Palast-Theater in Jena seine Premiere. Regisseur Erich Stranka hatte sich zuvor bereits bei Susanne und der Zauberring mit magischen Elementen im Alltag befasst.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zeitgenössische Kritik bemängelte, dass der Film eine „überschaubare… und recht handlungsarme… Geschichte“ sei: „Bereits ab Mitte gibt es keine neuen Aspekte mehr, so bleiben Wiederholungen an immer anderen Gewändern nicht aus, Spaß und Freude lassen nach, Ermüdung ist die Folge.“[2] Die Geschichte wirke „flach und farblos, bis auf die wenigen Momente, in denen wirklich gezaubert und sich verzaubert wird“; der Film sei eine „aufgebauschte Geschichte, deren zähflüssige Komik nur wenig die Bauchmuskeln strapaziert“.[3]

Andere Kritiker lobten dennoch die „vielen phantasievollen Gags und Schnurren“ des Films.[4] Frank-Burkhard Habel schrieb 2000 rückblickend, dass der Film die „Moral des bekannten Kinderbuchs inkonsequent um[setze, aber] dennoch viele witzige Passagen“ biete.[5]

Für den film-dienst war Der kleine Zauberer und die große Fünf ein „zwischen Fantasie und Didaktik changierendes Gegenwartsmärchen.“[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank-Burkhard Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme. Die vollständige Dokumentation aller DEFA-Spielfilme von 1946 bis 1993. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-349-7, S. 328.
  • Der kleine Zauberer und die große Fünf. In: Ingelore König, Dieter Wiedemann, Lothar Wolf (Hrsg.): Zwischen Marx und Muck. DEFA-Filme für Kinder. Henschel, Berlin 1996, ISBN 3-89487-234-9, S. 226–228.
  • Der kleine Zauberer und die große Fünf. In: DEFA-Stiftung (Hrsg.): Die DEFA-Märchenfilme. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-00-032589-2, S. 170–175.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der kleine Zauberer und die große Fünf. In: DEFA-Stiftung (Hrsg.): Die DEFA-Märchenfilme. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2010, S. 173, 175.
  2. Karla Anders: Zauber, Poesie und Kriegsgetümmel. In: Filmspiegel, Nr. 12, 1977, S. 10.
  3. Der kleine Zauberer und die große Fünf. In: Ingelore König, Dieter Wiedemann, Lothar Wolf (Hrsg.): Zwischen Marx und Muck. DEFA-Filme für Kinder. Henschel, Berlin 1996, S. 227.
  4. Die Union, 14. Februar 1977.
  5. Frank-Burkhard Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme. Die vollständige Dokumentation aller DEFA-Spielfilme von 1946 bis 1993. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-349-7, S. 328.
  6. Der kleine Zauberer und die große Fünf. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.