Saarmund

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Saarmund
Gemeinde Nuthetal
Koordinaten: 52° 19′ 12″ N, 13° 7′ 41″ O
Höhe: 35 m
Einwohner: 1783 (21. Jul. 2016)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14558
Vorwahl: 033200
Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt, Blatt Potsdam 3644

Saarmund ist ein Ortsteil der Gemeinde Nuthetal im Brandenburger Landkreis Potsdam-Mittelmark. Der Ort liegt östlich des Saarmunder Endmoränenbogens und westlich der Nuthe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Saarmund datiert auf den 28. Dezember 1216, als der Brandenburger Bischof Siegfried II. bei seiner Amtsübernahme dem Brandenburger Domkapitel seine Archidiakonatsrechte bestätigte.[1]

Die Vogtei Saarmund, ab dem 15. Jahrhundert Amt Saarmund genannt, war eine landesherrliche Verwaltungseinheit in der Mark Brandenburg, die bis 1826 existierte.

Die Saarmunder evangelische Kirche wurde von 1846 bis 1848 von Friedrich August Stüler nach Plänen von Ludwig Persius als flachgedeckte dreischiffige Basilika in italienisierenden, neuromanischen Formen Potsdamer Prägung mit einem schlanken rechteckigen Turm an der Westfassade errichtet.

Der Ortskern weist kleinstädtische Züge auf. Seit 1990 erfolgte eine umfangreiche Wohnbebauung. Die Bevölkerung hat sich seitdem mehr als verdoppelt.

Den Namen Saarmund führte Theodor Fontane auf einen ehemaligen Seitenarm des Flusses Nuthe namens Saare zurück. Nach Reinhard E. Fischer ist „der Flußname Saar […] vorslawisch, er gehört zu einer indoeuropäischen Wurzel mit der Bedeutung «strömen, sich schnell und heftig bewegen.»[2] Die Saare zweigte nördlich von Gröben von der Nuthe ab und mündete bei Saarmund wieder in den alten Flusslauf. Heute streift die Nuthe Saarmund auf der Ostseite des ehemaligen Städtchens. Auf seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg machte Fontane in Saarmund Station, um mehr über die schon zu seiner Zeit legendären vier Nutheburgen zu erfahren – er vermutete, dass aus einer dieser Burgen Saarmund hervorgegangen war. Sein Bemühen war vergeblich, so dass er resigniert feststellte:

„Die «Zauche», durch Albrecht den Bären unterworfen, war christlich und deutsch, der «Teltow», den alten Göttern treu verblieben, stak noch in Heiden- und Wendentum. Das war die Zeit, als die Nuthe ihre großen historischen Tage zählte; das war das Jahrhundert der «Nutheburgen». Ob diese letzteren Aggressiv- oder Defensivpunkte waren, ob sie die «Deutschen» bauten, um von der Zauche her den Teltow zu erobern, oder ob sie die «Wenden» bauten, um der vordringenden Eroberung einen Damm entgegenzusetzen – diese Fragen werden nie mehr gelöst werden; alle Aufzeichnungen fehlen … . Die Nutheburgen jener ersten christlichen Epoche sind tot, hingeschwunden für immer.“

Der von Fontane erwähnte Albrecht der Bär, Albrecht von Ballenstedt oder auch Albrecht I., war der erste Markgraf von Brandenburg. Der Askanier unterwarf 1157 die Wenden aus dieser Region, die hier seit dem 6. Jahrhundert siedelten.

Siehe auch: Mark Brandenburg, Naturpark Nuthe-Nieplitz, Tourismus in Brandenburg

In Saarmund befindet sich ebenfalls der durch die Lage direkt an den Autobahnen 115 und 10, ein weithin bekannter Sportflugplatz, welcher bereits seit 1919 intensiv genutzt wird.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Oktober 2003 wurde Saarmund in die neue Gemeinde Nuthetal eingegliedert.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Autobahnanschluss besteht über die A 115, Ausfahrt Saarmund. Landstraßen führen durch Bergholz-Rehbrücke nach Potsdam, über Langerwisch nach Michendorf, weiterhin direkt nach Philippsthal, Tremsdorf und Nudow.

Der Bahnhof Saarmund liegt nordöstlich des Ortes am Berliner Außenring. Er wird stündlich von Regionalbahnen nach Berlin-Schönefeld Flughafen und Potsdam Hauptbahnhof bedient.

Der Flugplatz Saarmund liegt südwestlich vom Ortskern hinter einem Hügel. Er ist ein bedeutendes Drehkreuz für Privatflieger im Süden Berlins. Die 1000 m lange Graspiste in Ost-West Ausrichtung ist für Luftfahrzeuge bis 2 Tonnen zugelassen. Mehrere Flugvereine sind dort ansässig, darunter ein Motorflugvercharterer und ein kleiner Segelflugverein.

Söhne und Töchter Saarmunds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Kurt Kühne (Sozialdemokratische Partei Deutschlands).

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat setzt sich aus 5 Abgeordneten zusammen.

Partei/Gruppierung Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 2
Die Linke 1
Grüne/B90 1
Bürger für Nuthetal 1
Gesamt 5

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erläuterungen zur Datierung, Offizieller Internet-Auftritt der Gemeinde Nuthetal
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 147 ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  • Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 4. Spreeland. Zitiert nach der Ausgabe 1998, Frankfurt/M, Berlin
  • Homepage der Gemeinde Nuthetal

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronik von Saarmund. Teil I: Beschreibung der Parochie. Von Johann Gustav Dressel, Pfarrer in Saarmund von 1849–1887. Transkribiert von Annett Böhm, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-008-1
  • Chronik von Saarmund. Teil II: Chronik Pfarrer Dressel von 1874. Von Johann Gustav Dressel. Transkribiert von Annett Böhm, Potsdam 2013, ISBN 978-3-88372-049-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saarmund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien