Dersaburg

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Bewaldeter Höhenzug mit der Dersaburg

Dersaburg ist der Name einer Burganlage, die im frühen Mittelalter und im Hochmittelalter am Nordwestrand der Dammer Berge existierte.

Lage und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den Ringwall

Die Reste der Befestigungsanlage befinden sich heute in der Gemeinde Holdorf (Ortsteil Handorf) im niedersächsischen Landkreis Vechta.

Bei der Dersaburg handelt es sich um eine Ringwallanlage auf einem in Ost-West-Richtung verlaufenden Bergsporn, der sich 14 bis 15 Meter hoch über zwei Bachtäler erhebt. Der ovale Ringwall hat die Ausmaße von 80 × 50 Meter. Er ist von einem 4 bis 9 Meter tiefen Graben umgeben. Darüber hinaus besteht durch weitere Wälle und Abschnittsbefestigungen ein komplexes Befestigungssystem, was für einen mehrphasigen Ausbau spricht. Das frühere Aussehen der Befestigungsanlage ist nicht bekannt, da sich keine Gebäudereste erhalten haben und es in dem heute bewaldeten Gelände bisher keine systematische Grabungen gegeben hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dersaburg wurde 785 erstmals urkundlich erwähnt und lag damals im sächsischen Gau Dersagau, dessen Zentrum sie bildete. Da die im frühen Mittelalter von Angrivariern besiedelte Gegend schon vor 785 „Dersia“ genannt wurde, ist zu vermuten, dass es bereits vor dem 8. Jahrhundert Vorläufer der Burg gab. Spätestens im 13. Jahrhundert gehörte die Dersaburg zum Hochstift Osnabrück.

In der Zeit der Christianisierung des Sachsenlandes spielt eine Sage mit dem Titel Das weiße Fräulein von der Dersaburg.[1] Die Handlung wurde 2007 von dem Dammer Schriftsteller Bernd Kessens zu einem Drama verarbeitet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leopold von Ledebur: Dersia. In: ders.: Kritische Beleuchtung einiger Punkte in den Feldzügen Karls des Großen gegen die Sachsen und Slaven. Ernst Siegfried Mittler, Berlin / Posen / Bromberg 1829, S. 100–110 (online)
  • Carl Heinrich Nieberding: Der Gau Dersaburg. In: ders.: Geschichte des ehemaligen Niederstifts Münster und der angränzenden Grafschaften. C.H. Fauvel, Vechta 1840, S. 36–55 (online)
  • Franz Böcker: Geschichte von Damme und des Gaues Dersaburg, J.P. Bachem, Köln 1887 (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dersaburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag von Frank Both zu Dersaburg in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das weiße Fräulein von der Dersaburg auf holdorf.de (PDF; 49KB).

Koordinaten: 52° 33′ 12″ N, 8° 10′ 52″ O