Dammer Berge

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Dammer Berge
Dammer Berge aus der Luft: Blick aus Richtung Steinfeld nach Damme, mit Fernmeldeturm und Sendeturm und Dammer Bergsee (hinten)

Dammer Berge aus der Luft: Blick aus Richtung Steinfeld nach Damme, mit Fernmeldeturm und Sendeturm und Dammer Bergsee (hinten)

Höchster Gipfel Signalberg (146 m ü. NHN)
Lage bei Damme; Landkreis Vechta, Niedersachsen (Deutschland)
Dammer Berge (Niedersachsen)
Dammer Berge
Koordinaten 52° 33′ N, 8° 13′ O52.5528055555568.2157361111111146Koordinaten: 52° 33′ N, 8° 13′ O
Gestein Endmoräne der Saaleeiszeit
Besonderheiten Dammer Bergsee
Zwei Aussichtstürme
Sendeturm
Fernmeldeturm
p1
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Blick vom Aussichtsturm auf dem Mordkuhlenberg zum Dümmer

Die Dammer Berge sind ein bis 146 m ü. NHN[1] hoher, bewaldeter Höhenzug des Oldenburger Münsterlands im Süden des niedersächsischen Landkreises Vechta.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die im Naturpark Dümmer gelegenen Dammer Berge, die etwa 25 km lang und nur wenige Kilometer breit sind, liegen am Südrand der Norddeutschen Tiefebene in der Dümmer-Geestniederung. Der Höhenzug beginnt etwa 30 km nördlich der Großstadt Osnabrück. Er ist nach der Stadt Damme am Südende der Dammer Berge benannt. Diese beginnen in Neuenkirchen-Vörden, passieren Holdorf, Damme sowie Steinfeld und laufen sanft auf dem Gebiet der Städte Lohne und Vechta im Tal des Vechtaer Moorbaches aus. Östlich fließt in Süd-Nord-Richtung die Hunte am Höhenzug vorbei, westlich verläuft in gleicher Richtung die Hase.

Die Dammer Berge liegen im Südteil des Oldenburger Münsterlands. Der Signalberg stellt mit 146 m Höhe dessen höchste Erhebung dar. Nordöstlich breiten sich das Große Moor (bei Vechta) und der Kellenberg aus, östlich des Höhenzugs befindet sich der Dümmer, dahinter der Stemweder Berg, südlich – jenseits des Großen Moors (bei Damme) – das Wiehengebirge im Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge und westlich jenseits des Hasetals die Ankumer Höhe.

Weser-Ems-Wasserscheide[Bearbeiten]

Die Dammer Berge liegen auf der Weser-Ems-Wasserscheide: Alle Fließgewässer, die vom Höhenzug ostwärts fließen, wenden sich über die Hunte der Weser zu, solche, die von ihm westwärts fließen, wenden sich über die Hase der Ems zu.

Geologie[Bearbeiten]

Die Dammer Berge sind Teil einer eiszeitlichen Endmoränenstaffel aus dem frühen Vergletscherungsgeschehen der Saaleeiszeit, dem so genannten Drenthe-I-Stadium. Zu dieser auch als Rehburger Phase bezeichneten Eisrandlage, die auf etwa 230.000 Jahre vor heute datiert werden kann, gehören auch die Lingener Höhe, die Ankumer Höhe, der Kellenberg und der Brelinger Berg, allerdings nicht die Rehburger Berge am Steinhuder Meer.

Zusammen mit ihrem fast symmetrischen Gegenstück, der Ankumer Höhe, zeichnen die Dammer Berge den markantesten Gletscherlobus dieser Eisrandlage nach. Diesen sogenannten Bersenbrück-Dammer Endmoränenbogen füllte die Tieflandsbucht des Artlands aus. Tief unter den Bergen befindet sich Eisenerz, das von 1939 bis 1967 durch die Firma Erzbergbau Porta-Damme AG abgebaut wurde. Dicht unter der Oberfläche hingegen sind von Neuenkirchen bis nach Vechta hochwertige Tonvorkommen mit einem hohen Eisengehalt zu finden, die bereits um 1650 zur Gründung einer Ziegelei im Vechtaer Stadtteil Hagen führten.[2] Die Firma Olfry verarbeitet heute noch Ton, der von den Ausläufern der Dammer Berge stammt.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten]

Naturräumlich werden die Dammer Berge wie folgt zugeordnet:[3][4]

Zwischen 585.02 und 585.04 liegt das Artland (585.10), die Kernlandschaft des Quakenbrücker Beckens (585.1), dessen Süden am Tal der Hase bei Bersenbrück den westlichen und den östlichen Flügel voneinander trennt.

Landschaftsbild[Bearbeiten]

Aussichtsturm Steigenberg
Von einer Eisenskultptur gesäumter Aufstieg zum Aussichtsturm Mordkuhlenberg

Im sanft geschwungenen Höhenzug Dammer Berge wechseln sich hügelige Waldgebiete und Täler mit Wiesen, Feldern und Weideflächen (zum Beispiel Pferdekoppeln) ab. Auf zahlreichen Wegen können sich Radfahrer und Wanderer an der Natur erfreuen.

Der etwa 25 ha große Dammer Bergsee bildet ein Refugium für seltene Tiere und Pflanzen, über das man sich anhand eines Lehrpfads informieren kann. Viele gefährdete Pflanzenarten kommen in diesem Gebiet vor: Von den bisher nachgewiesenen 364 Gefäßpflanzen sind 68 Arten in der Roten Liste der gefährdeten Arten Niedersachsens aufgeführt. Als besonders bemerkenswerte Gruppe sind Reptilien zu nennen, die in 4 Arten (Ringelnatter, Zaun- und Waldeidechse sowie Blindschleiche) auftreten. Aus der Vogelwelt sind Spechte mit 5 Arten vertreten sowie Waldschnepfe, Fichtenkreuzschnabel und Trauerschnäpper zu nennen. 1974 brüteten sogar Blauracken in diesem Waldgebiet, wurden aber später von einem Landwirt geschossen. Mit Hirschkäfer, Nashornkäfer und Maikäfer kommen darin 3 der größten heimischen Käfer vor.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Blick vom Aussichtspunkt Dreesberg in Richtung Südwesten; im Hintergrund der Niedersachsenpark an der A 1
Erholungsgebiet Schemder Bergmark
Großsteingrab am Stappenberg am Nordhang der Dammer Berge

Zu den Sehenswürdigkeiten der Dammer Berge gehören neben der Waldlandschaft die Aussichtstürme vom Steigenberg (Südwestteil des Höhenzugs) und Mordkuhlenberg (nördlicher Mittelteil). Von letzterem reicht der Blick über Großteile des Höhenzugs und den Naturpark Dümmer sowie in das Oldenburger Münsterland, zum Wiehengebirge und zum Dümmer. Vom fast ebenerdigen Aussichtspunkt Dreesberg in Severinghausen hat man freie Sicht in westliche, südliche und östliche Richtung. Anhand eines Lehrpfads am Dammer Bergsee kann man sich über Tiere und Pflanzen informieren.

Im Mai 2013 wurde der renovierte Aussichtsturm Mordkuhlenberg für die Öffentlichkeit wiedereröffnet. Entlang dem Aufstieg zu ihm wurden im August 2013 acht Eisenskulpturen mit Motiven aus der Sage „Die Räuber vom Mordkuhlenberg“ aufgestellt.[5] Die Eisenplatten mit den mannsgroßen Figuren sind zehn Millimeter dick; die Figuren wurden per Laser aus dem Eisen herausgearbeitet.[6]

Von Steinfeld aus ist das Erholungsgebiet Schemder Bergmark mit Kraftfahrzeugen zu erreichen. Dort befinden sich ein Tagungshotel und ein Reiterhof. Am südlichen Rand des Erholungsgebiets entlang verläuft der Pickerweg, ein Fernwanderweg, der Wildeshausen mit Osnabrück verbindet und die Dammer Berge von Ost nach West durchquert. Westlich des Tagungshotels befindet sich das Großsteingrab am Tappenberg.

Erhebungen[Bearbeiten]

Zu den Erhebungen der Dammer Berge gehören – sortiert nach Höhe in Meter über Normalhöhennull (NHN; i. d. R. laut [1])

  • Signalberg (146 m); höchste Stelle des Oldenburger Münsterlands; mit Sendeturm und Fernmeldeturm – zwischen Damme und Steinfeld
  • Mordkuhlenberg (142 m; mit Aussichtsturm) – zwischen Damme und Steinfeld
  • Kattenberg (125,7 m) – westlich von Damme
  • Spröckelnberg (121 m) – westlich von Damme
  • Kreuzberg (117 m) – westlich von Damme
  • Wellenberg (116,3 m) – westlich von Damme
  • Hülseberg (116 m) – westlich von Damme
  • Bökenberg (114 m) – südöstlich von Steinfeld
  • Steigenberg (107,1 m; mit Aussichtsturm) – östlich von Neuenkirchen
  • Dreesberg (100 m; mit Aussichtsplattform) – nördlich von Vörden
  • Osterberg (97,2 m) – südlich von Langenberg
  • Voßkuhlenberg (88 m) – westlich von Damme-Haverbeck
  • Steinberg (85,2 m) – südwestlich von Damme-Haverbeck

Gewässer[Bearbeiten]

Zu den Gewässern der Dammer Berge gehören:

Stillgewässer
Fließgewässer
  • Hunte (passiert den Höhenzug im Osten, westlicher Nebenfluss der Weser)
  • Hase (passiert den Höhenzug im Westen, östlicher Nebenfluss der Ems)

Türme[Bearbeiten]

In den Dammer Bergen gibt es folgende Türme: Auf dem Mordkuhlen- und Steigenberg steht je ein Aussichtsturm und auf dem Signalberg stehen ein Sendeturm der Bundeswehr und auf seinem Nordhang ein 134 m hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Brückenrestaurant Raststätte Dammer Berge

Am Westrand der Dammer Berge verläuft die A 1. Von Osnabrück gen Norden fahrend, kann man am Brückenrestaurant der Raststätte Dammer Berge eine Pause einlegen, um eine Wanderung durch den Höhenzug zu machen. Man kann die Autobahn aber auch an der Anschlussstelle Neuenkirchen-Vörden verlassen, um über Vörden nach Damme zu fahren und, um von dort aus eine Tour zu unternehmen.

Wer von diesem Höhenzug weiter nach Norden reist, der kommt in Richtung Oldenburg oder Bremen endgültig in die Norddeutsche Tiefebene.

Vermarktung[Bearbeiten]

Zum „Erholungsgebiet Dammer Berge“ haben sich die Stadt Damme sowie die Gemeinden Holdorf, Neuenkirchen-Vörden und Steinfeld zusammengeschlossen. Das Erholungsgebiet ist eine von fünf Regionen, durch die die Boxenstopp-Route verläuft.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Niedersachsen-Navigator – Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen
  2. Ton und Erde, in Töne & Trends, Ausgabe 25/2007, S. 3
  3. Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 70/71 Cloppenburg/Lingen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1959. → Online-Karte (PDF; 7,0 MB)
  4. Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 83/84 Osnabrück/Bentheim. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1961. → Online-Karte (PDF; 6,4 MB)
  5. Hermann Lübbing: Die Sage vom Mordkuhlenberg
  6. Skulpturen erinnern an Räuber. Sage lockt Besucher an den Mordkuhlenberg. Nordwestzeitung, 31. August 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dammer Berge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien