Deutsches Jugendinstitut

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Gebäude

Das Deutsche Jugendinstitut e. V. (DJI) ist ein sozialwissenschaftliches Institut für Forschung und Entwicklung in Deutschland in den Themenbereichen Kindheit, Jugend, Familie und den darauf bezogenen Politik- und Praxisbereichen.

Struktur[Bearbeiten]

Als außeruniversitäres Institut an der Schnittstelle zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen, föderalen Ebenen, Akteursgruppen, Politikbereichen und Fachpraxen bietet das DJI verwertbare Erkenntnisse aus der empirischen Forschung, aktuelle Beratung der Politik sowie wissenschaftliche Begleitung und Anregung der Fachpraxis. Zugleich fungiert das Institut als Vermittlungsinstanz zwischen Wissenschaft, Politik und Fachpraxis.

Das Deutsche Jugendinstitut hat seinen Sitz in München und eine Außenstelle in den Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale). Das Direktorium setzt sich zusammen aus dem Direktor Thomas Rauschenbach, der stellvertretenden Direktorin Sabine Walper und dem Verwaltungsdirektor Wolfgang Müller. Zum 31. Dezember 2013 waren 296 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt.[1] Von diesen Beschäftigten waren 171 wissenschaftliche Angestellte, 29 wissenschaftliche Hilfskräfte, 21 studentische Hilfskräfte und 75 Beschäftigte aus dem nicht-wissenschaftlichen Bereich (Verwaltung, Abteilung Wissenschaftliches Referat beim Vorstand und IT-Gruppe). Träger des 1963 gegründeten Instituts ist ein gemeinnütziger Verein mit Mitgliedern aus Politik, Wissenschaft, Verbänden und Institutionen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Der institutionelle Etat wird aber ganz überwiegend aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und zu einem kleineren Teil von den Bundesländern finanziert. Im Rahmen der Projektförderung kommen weitere Zuwendungen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie u. a. von Stiftungen, der Europäischen Kommission und von Institutionen der Wissenschaftsförderung.

Das Institut stellt die Geschäftsführungen für die Sachverständigenkommissionen zur Erstellung der Kinder- und Jugendberichte sowie der Familienberichte der Bundesregierung und wirkt zudem bei der nationalen Bildungsberichterstattung mit. Es informiert Politik, Fachpraxis sowie die interessierte (Fach-)Öffentlichkeit regelmäßig über seine Forschungsaktivitäten und -ergebnisse. Unter anderem mit der vier Mal jährlich erscheinenden Zeitschrift DJI Impulse (bis 2008 als DJI Bulletin) mit einer zusätzlichen englischen Ausgabe ebenso wie mit Büchern des DJI-Verlags, DJI-Buchreihen in Fremdverlagen sowie eine Fülle von Informationsmaterialien aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

Das Institut veranstaltet wissenschaftliche Tagungen für Fachpersonal aus der pädagogischen Praxis und der Sozialverwaltung sowie für Akteure aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Verbänden und Medien. Es führt internationale Forschungsprojekte – insbesondere im Rahmen der EU – durch, beteiligt sich an internationalen Tagungen, pflegt Kontakte mit ausländischen Wissenschaftlern und betreut Gastwissenschaftler.


Schwerpunkte[Bearbeiten]

Die aktuellen Arbeitsschwerpunkte konzentrieren sich auf vier Bereiche:[2]

  • Forschung zu den Lebenslagen und zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, zur Lage und zum Zusammenleben von Familien sowie zu den darauf bezogenen Leistungssystemen und Politiken des Erziehungs-, Bildungs- und Sozialwesens.
  • Weiterhin werden in den Forschungsabteilungen des DJI ganz gezielt Forschungsprojekte durchgeführt, die der Fachpraxis wirklichkeitsnahe Problemstellungen und Handlungslösungen anbieten. Die Resultate dieser Forschungsprojekte werden in unterschiedlichen Publikationsformen veröffentlicht. Dazu gehören: Lehrmaterialien, Datenbanken guter Beispiele in der (Fach-)Praxis, Handbücher für Praxismethoden und Implementationskonzepte.
  • Zu den zentralen DJI-Aufgaben gehört ebenso die Politikberatung für Bund, Länder, Kommunen und die Europäische Union, insbesondere in den Feldern der Kinder-, Jugend-, Jugendhilfe- und Familienpolitik, aber auch in den Politikfelder Bildung, Gesundheit, Justiz und Migration.
  • Dienstleistung für Dritte als Praxis- und Fachberatung sowie Implementations- und Begleitforschung in den genannten Bereichen und in Form von Informationsbereitstellung für die (wissenschaftliche) Fachöffentlichkeit, die Praxis und die Medien.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2013. Herausgegeben vom Deutschen Jugendinstitut, München 2014, S. 62.
  2. Jahresbericht 2013. Herausgegeben vom Deutschen Jugendinstitut, München 2014, S. 3.