Dieter Großklaus

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Dieter Großklaus (* 3. März 1930 in Mühlhausen/Thüringen) ist ein deutscher Veterinärmediziner und ehemaliger Präsident des deutschen Bundesgesundheitsamtes.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großklaus studierte Veterinärmedizin an der Humboldt-Universität Berlin und an der Freien Universität Berlin, wo er 1955 das Staatsexamen ablegte und danach auch promovierte. Er war zunächst weiter an der FU Berlin am Veterinärpharmakologischen Institut und am Institut für Lebensmittelhygiene beschäftigt. Während seiner Studienzeit wurde Großklaus Mitglied der Berliner Burschenschaft Obotritia. Ab 1962 war er am Bundesgesundheitsamt tätig. Hier war er zunächst Leiter des Laboratoriums für Lebensmittelhygiene, später dann der Abteilung für Veterinärmedizin am Max-von-Pettenkofer-Institut. 1972 wurde er schließlich zum Leiter des Instituts für Veterinärmedizin berufen, 1985 zum Präsidenten des BGA als Nachfolger von Karl Überla.

Nach Bekanntwerden des „Blut(er)skandals“ - neben dem Contergan-Fall einer der größten Medizin-Skandale der Bundesrepublik - wurde er am 6. Oktober 1993 vom damaligen Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer als einer der politischen Hauptverantwortlichen entlassen; das von ihm geführte Amt wurde Ende Juni 1994 aufgelöst.[1][2]

Großklaus hat eine Vielzahl von wissenschaftlichen Beiträgen, Buchkapiteln und Büchern vor allem auf den Gebieten Lebensmittelhygiene, Zoonosenforschung und des gesundheitlichen Verbraucherschutzes publiziert. Er war unter anderem Vorsitzender der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft und Mitglied des Kuratoriums der Kaiserin-Friedrich-Stiftung für das ärztliche Fortbildungswesen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Hoffmann: Seehofer bleibt stur Die Zeit, 28. Januar 1999
  2. Tödlicher Cocktail Focus (31), 1994