Difethialon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Difethialon
Strukturformel ohne Angabe der Stereochemie
Allgemeines
Name Difethialon
Andere Namen

3-[3-(4’-Brom[1,1’biphenyl]-4-yl)-1,2,3,4-tetrahydronaphth-1-yl]-4-hydroxy-2H-1-benzothiopyran-2-on

Summenformel C31H23BrO2S
CAS-Nummer 104653-34-1
PubChem 91771
Kurzbeschreibung

weißes bis gelbes, geruchloses Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 539,49 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,36 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

235 °C[1]

Dampfdruck

0,0133 mPa (25° C)[1]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (0,0004 g·l−1 bei 20 °)[1]
  • löslich in Dichlormethan (14 g·l−1 bei 20 °C)[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][4]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 26/27/28​‐​48/23/24/25​‐​61​‐​50/53
S: 45​‐​53​‐​60​‐​61
Toxikologische Daten

0,56 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Difethialon ist ein Gemisch von vier isomeren chemischen Verbindungen aus der Gruppe der Thiocumarine, das als Rodentizid verwendet wird und strukturell dem Warfarin ähnelt. Es ist ein wasserunlösliches, weißes bis gelbes Pulver.

Verwendung[Bearbeiten]

Difethialon ist ein Antigerinnungsmittel der zweiten Generation, das 1986 eingeführt wurde.[5] Es wird vorwiegend zur Mäuse- und Rattenbekämpfung im Innenraum sowie in Lagern und Ställen eingesetzt. Es darf nur in gesicherten Köderboxen und nicht als Kontaktpulver eingesetzt werden. Vergiftete Tiere dürfen nicht ins Freie gelangen. Resistenzen gegen Difethialon sind bisher nicht bekannt geworden. Für den Menschen ist es sehr giftig, ebenso für die meisten höheren Tierarten. Sekundärvergiftungen von Haus- und Wildtieren sind bei Verzehr von getöteten Nagetieren möglich. Bei versehentlicher Aufnahme muss eine Therapie mit Vitamin K-Präparaten unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.[6]

In den USA ist die Verwendung seit einem Beschluss der EPA vom Mai 2008 verboten.[7]

In Deutschland ist die Zulassung seit der Aufnahme in die Tabelle in Anhang I der Richtlinie 98/8/EG am 1. November 2009 bisher bis zum 31. Oktober 2014 befristet.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu Difethialone in der Pesticide Properties DataBase (PPDB) der University of Hertfordshire, abgerufen am 7. Januar 2014.
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Bewertungsbericht von Difethialon. BAUA, 21. Juni 2007, abgerufen am 15. August 2011.
  5. Robert Irving Krieger: Handbook of Pesticide Toxicology: Principles. ISBN 978-0-1242-6260-7, S. 1822 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. pflanzotheke: Difethialon
  7. EPA: Risk Mitigation Decision for Ten Rodenticides
  8. Quelle: Änderung der Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zwecks Aufnahme des Wirkstoffs Difethialon in Anhang I