Distillery (Club)

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Straßenansicht im Jahr 2013

Die Distillery in Leipzig ist der älteste Techno-Club in den neuen Bundesländern und gilt als einer der bekanntesten und einflussreichsten Techno-Clubs Deutschlands.

Entstehung und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden ist der Club im September 1992 auf dem Gelände einer alten Brauerei in der Biedermannstraße, in Leipzig-Connewitz, aufgrund einer Idee einiger Freunde. Daher stammt wohl auch der Name (englische Bezeichnung für Destillerie), obwohl in der Brauerei nie Hochprozentiges gebrannt wurde. Die alte Location wurde aufgrund fehlender Konzessionen geschlossen (es fehlten vor allem Notausgänge), weshalb es diverse Protestaktionen von Veranstaltern und Gästen, unter anderem mittels Partys vor dem Leipziger Rathaus gab. Daraufhin einigten sich die Betreiber mit den Behörden im September 1995 auf eine neue Location in der Südvorstadt. Seitdem befindet sich der Club in einem Gebäude auf einem ehemaligen Gelände der Deutschen Bahn in der Kurt-Eisner-Straße 108a.

Seit 2011 war die Distillery abermals von Schließung bedroht. Die bisherige Lage des Clubs – am Ende zweier Sackgassen, auf einem nicht mehr genutzten Bahngelände, wurde Teil eines großen Bebauungsplanes um den Bayerischen Bahnhof und den Citytunnel. Der Plan sieht vor, die Altenburger Straße und die Kurt-Eisner-Straße, die beide am Bahngelände enden, zu verlängern beziehungsweise auszubauen. Inzwischen liegt die Distillery direkt an einer viel befahrenen Straße. Darüber hinaus wurde 2012 die Ausschreibung eines kompletten Bebauungsplanes für das Bahngelände beschlossen. Im Zuge dessen, sollte der Club weichen, da die Stadtverwaltung Schwierigkeiten bei der Vermarktung der Baugrundstücke gesehen hat.

Es folgten Petitionen [1] und Demonstrationen, an welcher auch der Ex-Oberbürgermeister und Ex-Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee teilgenommen hat. Sowohl Die Grünen als auch DIE LINKE haben sich im Stadtparlament für einen Erhalt des Clubs am alten Standort stark gemacht. Im Juli 2014 hat sich die Stadtverwaltung dann in ihrer „Rahmenvereinbarung für die Entwicklung des Stadtraums Bayerischer Bahnhof“, zum Erhalt der Distillery bekannt[2].

Straßenansicht im Jahr 2007

Musikalische und kulturelle Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren vollzog der Club eine musikalische Öffnung. Neben Techno und House haben auch Drum and Bass und andere Stilrichtungen der elektronischen Musik sowie Hip-Hop und Reggae ihren Platz im facettenreichen Programm gefunden. Viele nationale und internationale Künstler waren bereits zu Gast – von Carl Craig, Laurent Garnier, Jeff Mills, Dave Clarke, Sven Väth und Richie Hawtin über Ricardo Villalobos, Paul Kalkbrenner, Louie Austen und Steve Bug bis zu LTJ Bukem, Afrika Bambaataa, DJ Vadim, Blowfly, DJ Krush, DJ Koze, Storm, Kool Keith oder Princess Superstar. Die bekanntesten lokalen DJs, welche regelmäßig als Residents zu Gast sind, sind der Leipziger Deep House-DJ und -produzent Matthias Tanzmann oder der DJ und Produzent Daniel Stefanik.

Neben reinen DJ-Sets gibt es auch Liveacts, kleine Clubkonzerte und seit 2013 auch regelmäßig stattfindende Poetry Slams und andere Kulturveranstaltungen.

Th!nk? Open-Air[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Umfeld des Clubs ist das Th!nk? hervorgegangen. Nachdem es in den vorherigen Jahren eher regional positioniert war, wurde es im Jahr 2010 als Tages-Open-Air am Cospudener See etabliert.

Einlasspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Türsteherpolitik war in den Anfangsjahren sehr streng auch wenn es keinen Dresscode gegeben hat. Man wollte sich vom typischen „Disco-Publikum“ abgrenzen, was auch mit zum Erfolg des Clubs beigetragen hat. Heute ist die Türpolitik lockerer. Am Eingang beziehen die Betreiber mit einem schriftlichen Statement Stellung gegen Drogenkonsum und -handel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Distillery (Club) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Save the Distillery - Petition open Petition
  2. Rahmenvereinbarung für die Entwicklung des Stadtraums Bayerischer Bahnhof Webseite Stadt Leipzig, abgerufen am 8. Januar 2016

Koordinaten: 51° 19′ 16″ N, 12° 22′ 58″ O