Domicile

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Das Domicile war ein Jazzclub in München, der von 1965 bis 1981 bestand und internationales Ansehen genoss.

Das Domicile wurde am 1. Mai 1965 durch den Bebop-Bassisten und Juristen (ohne Examen) Ernst Knauff in der Siegesstraße 19 (im ehemaligen „Pussycat“) in Schwabing mit dem Auftritt des Joe Haider Trios eröffnet und hatte Platz für rund 100 Gäste. Anfangs wurde dort überwiegend Mainstream Jazz gespielt, z. B. vom Saxophonisten Don Menza[1], von Benny Bailey und Mitgliedern der Max Greger Big Band.

Knauff sah sich bald gezwungen, direkt nach New York zu fahren um dort finanziell zugkräftige internationale Acts zu „akquirieren“, die jeweils für längere Zeit im Domicile spielten. Er sprach sich dabei auch mit Ronnie Scott ab, der den bekannten „Ronnie Scott’s“ Club in London führte. Die ersten Live-Aufnahmen entstanden nach der Wiedereröffnung (der Club brannte aus) 1967 mit dem Mal Waldron Trio. Damals spielten u. a. auch Albert Mangelsdorff, Dusko Goykovich, Klaus Doldinger und Friedrich Gulda (Live Aufnahme 1968) im Domicile. Januar 1979 zog das Domicile in die Leopoldstraße 19 um, wo mit einem Gastspiel der „Thad JonesMel Lewis“ Big Band eröffnet wurde. Bald kam auch fusion-orientierte Musik (z. B. Olaf Kübler und das Jan-Hammer-Trio) und freierer Jazz hinzu. Im Oktober 1981 gab Knauff das Domicile auf. Obwohl die Stadt ihm noch einen Zuschuss gab, machten die gestiegenen Dollarkurse das Engagement von US-Musikern zu teuer.

Im Domicile sind zahlreiche Platten u. a. des Labels Enja entstanden. Eine „Jazznacht im domicile“ der 1970er Jahre schildert ein Kapitel des Erzählbands Nachtflug von Peter Becher.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Wilhelm, Gisela Kurz: Jazz Treffpunkt München. 2003.
  • Peter Becher: Nachtflug. Passau 2009, S. 62-72.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise, Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bühne frei im Studio 2 Harald Rüschenbaum Trio feat. Don Menza, abgerufen 11. September 2012