Domitianus (Gegenkaiser)

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Domitianus ist ein in den antiken literarischen Quellen nur undeutlich hervortretender römischer Beamter, der für kurze Zeit um das Jahr 271 Kaiser im abtrünnigen Imperium Galliarum, das zu dieser Zeit die Provinzen Galliens und Britanniens umfasste, war. Er wird manchmal auch als Domitian II. bezeichnet.

Einen unabhängigen archäologischen Beweis für Domitianus’ Existenz und Regierung bilden lediglich zwei Exemplare des Antoninian des Domitianus. Das erste, 1900 im Loiretal gefunden, wurde zeitweilig als Fälschung angesehen, bis im Jahr 2003 in Oxfordshire ein zweiter Antoninian in einem Topf mit etwa 5000 Münzen, unbestreitbar aus der Zeit von 250 bis 275, auftauchte.

Man nimmt an, dass Domitianus mit einem in der Historia Augusta erwähnten Offizier des Aureolus unter Gallienus, sowie mit dem bei Zosimos genannten Usurpator unter Aurelian identisch ist. Seine Herrschaft, die möglicherweise in Konkurrenz zu Victorinus und/oder Tetricus stand, wird wohl nicht viel länger als einige Tage gedauert haben – gerade so lange, um eigene Münzen schlagen zu lassen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historia Augusta, Dreißig Tyrannen 12,14; 13,3.
  • Historia Augusta, Gallienus 2,6.
  • Zosimos, Neue Geschichte 1,49,2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
VictorinusKaiser des Imperium Galliarum
271
Tetricus I.